Gemeinsam auf dem Weg für eine bessere Welt

Ausmisten im Kinderzimmer und damit Gutes tun

Puppen und Stofftiere liegen auf einem großen Haufen.

Über die Jahre sammeln sich etliche Plüschtiere, Bücher, Spiele und allerlei anderer Krimskrams im Kinderzimmer an. Viele Eltern kennen das sicherlich: Von allen Seiten werden die Kleinen zu jeder Gelegenheit beschenkt, man weiß (gefühlt) nicht mehr wohin mit all dem Spielzeug und vieles verstaubt in den Regalen. Um diesen Überfluss auszugleichen und auch um etwas Dankbarkeit zu zeigen, wie gut wir leben: Warum dieses Jahr nicht zusätzlich zum üblichen Frühjahrputz das überflüssige Spielzeug ausmisten und sinnvoll weitergeben?

Ausmisten – auch hier hilft erklären

Tja, wie bringen wir die Kids dazu, stressfrei und mit Eifer dabei zu sein? Das Wichtigste meiner Erfahrung nach ist, dass sie nicht dazu „verdonnert“ werden, sondern wir das Ganze gemeinsam anpacken. Kinder müssen erst mal lernen, wie man aufräumt und ausmistet. Deshalb mit gutem Beispiel vorangehen! Erklären Sie ihnen, warum wir heute auch ein paar Dinge verschenken wollen und können. Wie gut es uns geht und dass es Familien gibt, die viel verloren haben oder nicht so reichlich von Oma und Opa beschenkt werden können. So entwickeln die Kleinen ein Verständnis dafür, wie man Dankbarkeit für das eigene Leben zeigen kann, und begreifen soziales Engagement durch Spenden zum Beispiel an Flüchtlingsorganisationen oder die „Spielzeugabteilung“ der örtlichen Kleiderkammer.

Meine Kinder hatten viele Fragen zu dem Thema: Warum haben andere keine Spielsachen? Warum haben manche Leute weniger Geld? Warum gibt es Krieg? Es ist natürlich ein sehr umfassendes und großes Thema, aber nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Kindern (dem Alter angepasst!) auch solche Dinge zu erklären und mit ihnen zu diskutieren.

Das kleine Mädchen betrachtet eine kleine Drachenfigur in ihren Händen.

©Tanja Sommer

Loslassen – auch das will gelernt sein. Amaya kann sich nur schwer von ihrem kleinen Drachen lösen… und darf ihn natürlich auch behalten.

Natürlich sollten wir beim Ausmisten das Eigentum der Kinder respektieren und sie selbst entscheiden lassen, was sie verschenken möchten. – Nur so können sie das Teilen wirklich erlernen und verstehen. Meinen Kindern gefällt der Gedanke, dass sich jemand über ihre „abgelegten“ Spielsachen freut. Oft erinnern sie sich dann selbst daran, wie sie sich über geschenkte Puppen oder Ähnliches gefreut haben. Was mir auf aufgefallen ist: Haben sich die Kleinen bewusst dafür entschieden, eine Sache zu behalten, bringen sie dieser viel mehr Wertschätzung entgegen und spielen tatsächlich öfter damit.

Tipps zur Motivation und zum Spaß am Auf- und Ausräumen!

Aufräumen und ausmisten sollen keine Strafe sein. Ist die Stimmung angespannt, kann mit Ausmisten kein positives Gefühl verbunden werden. Schaffen Sie also als erstes eine gute Atmosphäre zum Beispiel mit der Lieblingsmusik und gehen Sie es spielerisch an.

©Tanja Sommer

Am Ende des Drei-Kisten-Spiels ist ein Korb vollgepackt. Diese Spielsachen können nun anderen Kindern eine Freude machen.

Das Drei-Kisten-Aufräum-Spiel: Wir stellen drei Kisten auf: Eine für Müll, eine für alles, was behalten wird, und eine dritte für alles, was wir verschenken wollen. Vorab sortieren wir die Dinge aber erstmal, und schauen auch alle Schubladen durch. Dann wird der Wecker auf fünf Minuten gestellt und innerhalb dieser Zeit sollen die Kids die bereitgestellten Sachen den drei Kisten zuordnen.

Die Kinder entdecken dabei so oft nochmal kleine, längst vergessene Schätze und beschäftigen sich ganz intensiv mit ihnen. Natürlich fällt es unseren Sprösslingen (oft auch noch uns Erwachsenen!) schwer, Dinge loszulassen. Also stellen Sie sich auf Diskussionen à la: „Nein, das ist aber sooooo wichtig, das brauche ich unbedingt noch.“ ein. Trotzdem denke ich, ist es hilfreich, wenn sich Kinder schon früh damit auseinandersetzen: Was brauche ich wirklich noch? Welche Dinge sind mir so wichtig, dass ich ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken sollte? Und was kann ich loslassen?

Kompromiss in Ausmist-Härtefällen: Urlaub für Teddy und Co.

Als weiteren Tipp für alle, die sich noch nicht sofort trennen können und wollen: Wie wäre es, wir schicken die ausgewählten Spielsachen für drei Wochen „in den Urlaub“ (Keller oder Dachboden). Wenn das Kind sie danach noch nicht vermisst, dürfen sie gespendet werden.

Und nun, ab ins Kinderzimmer und die Sachen anpacken! Versprochen, danach fühlen sich alle gut! Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Impuls geben, Dinge leichter loslassen zu können – und das auch Ihren Kindern zu vermitteln.

Denken Sie an Sokrates, der damals schon wusste:
„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.“

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Bildquellen

  • entscheiden-gehoert-zum-ausmisten: ©Tanja Sommer
  • aufgeraeumtes-zimmer: ©Tanja Sommer
  • ausmisten: ©Tanja Sommer

Tanja Sommer ist überzeugte minibär-Mama. Wenn sie nicht gerade mit ihren beiden Kindern Kian und Amaya die Wunder der Natur entdeckt, bastelt sie in ihrem Büro GRAFIKDESIGN SOMMER an ausgefallenen Looks.

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