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Do it yourself: Hochbeet aus Paletten bauen

Von seitlich oben fällt der Blick auf das Paletten-Hochbeet.

Zum Hochbeet bin ich auf ganz praktische Weise gekommen: In meinem Garten ist noch viel Platz und ich brauchte eine Lösung für mein Wühlmausproblem. Ich hatte schon immer Lust, den Anbau im Hochbeet auszuprobieren. Eine einfache, kostengünstige und, wie ich finde, auch recht urig aussehende Variante, ist ein Hochbeet aus Paletten. Ich begann, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und fand den Gedanken, das Ganze selbst zu bauen, wirklich gut. Und ich kann sagen: Es hat sich gelohnt. In meinem Garten steht heute ein hübsches, praktisches Hochbeet. Bevor Sie jetzt auch loslegen, habe ich Ihnen hier eine Anleitung und Tipps zusammengestellt:

Welche Paletten und welche Planen sind für den Bau eines Hochbeets geeignet?

Es ist wichtig, recht neue Paletten zu verwenden. Achten Sie darauf, dass sie nicht chemisch behandelt worden sind. Suchen Sie am besten Paletten mit dem Stempel „HT“ (Heat Treated). Das bedeutet, dass das Holz mit Hitze statt Chemikalien behandelt worden ist. Chemisch behandelte Paletten werden mit „MB“ bezeichnet. Denken Sie daran, im Umgang mit Paletten Handschuhe zu tragen. Das Holz ist sehr grob gehobelt, sodass Sie sich schnell verletzen können.

Sie benötigen für das Hochbeet eine Stellfläche von 1,5 – 2 m². Bei der Auswahl der Folie sollten Sie darauf achten, dass sie stabil ist und nicht leicht reißen kann. Ich habe mich für ein alte Plane aus PE entschieden. Folien aus dem Teichbau sind nicht zu empfehlen, da diese meistens mit PVC belastet sind. Es gibt im Handel auch spezielle Noppenfolien, die sich auch gut eignen.

Die vier Paletten sind zusammengeschraubt. ©Constanze L.

Das Hochbeet im Rohbau. Jetzt kommen Draht, Folie und Füllung dran.

Bau-Anleitung für ein Paletten-Hochbeet

Hier können Sie die Anleitung für das Hochbeet aus Paletten als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • 4 Paletten
  • Wasserwaage
  • Hasendraht (Maschenweite max. 20 mm)
  • Folie/Leinensackgewebe
  • Spax-Schrauben 5 – 7 cm
  • Tacker und Tackernägel
  • Akku-Bohrer

Und so geht’s

  1. Sie benötigen eine ebene Fläche, damit das Hochbeet später gerade steht und das Wasser nicht zu einer Seite abfließt. Dies kann man mit einer Wasserwaage prüfen und die Erde darunter falls nötig einebnen.
  2. Zwei Paletten im 90-Grad-Winkel aneinanderstellen (mit der Transportfläche nach innen und den drei Standflächen je Palette horizontal zum Boden; so haben Sie die Möglichkeit, in die „Kästen“ zusätzlich etwas zu pflanzen), mit den Spax-Schrauben oben und unten verbinden. Achten Sie darauf, dass die Paletten bündig aneinander abschließen.
  3. Die nächsten beiden Paletten ebenso ausrichten, bündig aneinanderstellen und miteinander verbinden.
  4. Die beiden Palettenteile nun zusammenstellen und miteinander verbinden. Jetzt ist das Grundgerüst fertig.
  5. Das Hasengitter zurechtschneiden, sodass es den kompletten Boden bedeckt und an den Seiten etwas hochgeklappt werden kann. Beim Abmessen ruhig 5-10 cm Zugabe berechnen. Den Boden auslegen und zum Fixieren den Draht am Rand der Paletten mit einem Tacker befestigen. Das Gitter schützt vor dem Eindringen von Wühlmäusen.
  6. Die Höhe und den inneren Umfang des Hochbeetes abmessen, um die Folie zuzuschneiden. Auch hier empfehle ich einen Zuschlag von mindestens 5 cm an jeder Seite, damit man die Folie umklappen kann und überlappen lassen kann.
  7. Die Folie gründlich an allen Stellen auslegen und mit einem Tacker befestigen. Achten Sie darauf, die Folie auch in den unteren Ecken richtig einzubringen, damit beim späteren Befüllen keine Spannungen entstehen. Jetzt ist das „Gerüst“ des Hochbeets fertig.

Mit was wird das Hochbeet gefüllt?

Die Füllung wird in fünf Schichten gegliedert, von grob bis fein. Das Tolle ist, dass Sie einfach „Gartenabfälle“ nutzen können. Die verschiedenen organischen Materialien sorgen dafür, dass ein Verrottungsprozess entsteht. Dadurch wird kontinuierlich hochwertiger Dünger für die Pflanzen freigesetzt. Sie bauen mit der Füllung des Beetes sozusagen die Düngung gleich mit ein. Außerdem kann durch die bei der Verrottung entstehende Wärme im Hochbeet früher gepflanzt werden. Die Erntezeit verlängert sich ebenfalls. Nach etwa 5 Jahren sollte ein Hochbeet neu befüllt werden, da nun nicht mehr genug Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Das Hochhbeet ist bis zur Hälfte gefüllt, man sieht die Gartenabfall-Schicht aus Lauf und Geäst. ©Constanze L.

Gartenabfälle sind ein wichtiger Bestandteil der Hochbeet-Füllung.

Die fünf Schichten der Hochbeet-Füllung

1. Schicht (ca. 30 cm hoch): Baumschnitt, Strauchschnitt, Heckenschnitt. – Diese groben Materialien sorgen für einen guten Wasserablauf und dienen als Drainage.

2. Schicht (ca. 5 cm hoch): Umgedrehte Rasensoden (ausgestochene Rasenstücke), halbreifer Kompost.

3. Schicht (20 cm hoch): Laub, Pflanzenreste, Häckselgut

4. Schicht (10 cm hoch): grobe Gartenerde

5. Schicht (bis 5 cm unter den Rand auffüllen): feine Pflanzerde

Blick ins Hochbeet auf feine bröselige Erde. ©Constanze L.

Ganz obenauf kommt feine Erde, nach ein paar Wochen muss hier noch mal nachgelegt werden, da die Füllhöhe durch den Kompostiervorgang sinkt.

Ich habe zwischen die 4. und 5. Schicht Reste von Strohballen gemischt, die ich im letzten Jahr bepflanzt habe. Die verrotteten und konnten somit perfekt zum Befüllen genutzt werden. Außerdem habe ich mir für diese Schichten ein paar Kübel aufbereitete Erde in unserer örtlichen Kompostieranlage geholt. Man braucht davon relativ viel und ich wollte gute Erde haben, ohne dabei viel Verpackungsmüll zu produzieren.

Schnell ging es in dem Hochbeet „rund“. Denn die Erde ist bereits nach drei Wochen etwas nach unten gesackt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Kompostierung voranschreitet. Ich habe einfach wieder etwas Gartenerde nachgefüllt.

Welche Pflanzen eignen sich für das Hochbeet?

Bei der Bepflanzung sollte man darauf achten, dass es sich um verschiedene Arten handelt (Mischkultur), die sich aber „gut verstehen“. Ich habe mich beim ersten Versuch für folgende Gemüsesorten entschieden: Radieschen, Karotten, Mangold, Kohlrabi und Zucchini. Die Pflänzchen sollten zum Beispiel im Frühbeet vorgezogen werden, bevor sie raus in den Garten kommen. Achten Sie auch auf genug Abstand zwischen den Gewächsen. Ich würde nicht nochmal zwei Zucchini in ein Hochbeet pflanzen. Die Blätter sind enorm groß geworden und nehmen den anderen Pflänzchen das Licht. Ich werde versuchen die Früchte und Blätter der Zucchini an der Seite runter ranken zu lassen damit wieder mehr Licht an die restlichen Gemüsesorten kommt.

Das bepflanzte Hochbeet ist von schräg oben fotografiert. ©Constanze L.

Die Setzlinge müssen jetzt nur noch wachsen. Wichtig ist, dass die Pflanzen genug Platz haben und sich „gut verstehen“.

Die ersten Radieschen waren bereits nach vier Wochen erntereif, der Kohlrabi konnte nach acht Wochen geerntet werden und die Zucchini nach zehn Wochen. Die Karotten brauchen mehr Wachstumszeit. Im Frühsommer konnte ich schon mit der zweiten Bepflanzung starten, weil Kohlrabi und Radieschen nach der Ernte den Platz im Beet wieder freigeben.

Im ersten Jahr eines Hochbeetes können Sie gerne Starkzehrer anpflanzen, da diese den natürlichen Düngerschub sehr gut verwerten können. Zu den Starkzehrern gehören: Kartoffeln, Artischocken, Lauch, Paprika, Tomaten, Rhabarber, Sellerie, viele Rübenarten, Kürbisgewächse wie Gurke, Zucchini, Kürbis und Melone sowie Kohlarten. Salat sollte man eher im zweiten oder dritten Jahr pflanzen.

Blumenkästen aus den Palettenfüßen ergänzen

Die Seiten des Hochbeetes können durch die Struktur der Paletten mit ein bisschen Aufwand auch bepflanzt werden. Sie können dort toll Kräuter oder Blumen einsetzen. Ich habe dafür einfach ein paar alte Bretter als Boden angeschraubt. Das Holz kann man mit Folie auskleiden. Ich habe mich allerdings für eine Upcycling-Idee entschieden: Aus alten Kunststoff-Regenrinnen, die ich auf die richtige Länge zugesägt habe, sind so stabile Pflanzenschalen entstanden, die perfekt in die Öffnung der Palettenfüße reinpassen.

Im Rand der Palette ist durch eine alte Regenrinne ein Blumenkasten entstanden. ©Constanze L.

Das Hochbeet kann am Rand noch mit selbst gebauten Blumenkästen erweitert werden.

Vorteile eines Hochbeets im Überblick

Frühere und auch längere Ernte: Wegen der höheren Lage kann ein Hochbeet von der Sonne besser erwärmt werden und hat deswegen und durch die Kompostierung eine höhere Bodentemperatur. Das lässt das Gemüse schneller reifen und die Ernte fällt reichlich aus.

Schutz vor Wühlmäusen: Durch das Drahtgitter am Boden des Hochbeets können die Nager sich nicht hochgraben.

Schutz vor Schnecken: Das abgegrenzte Beet kann einfacher vor Schnecken geschützt werden als das Beet im Boden.

Verwendung von Gartenabfällen: Laub, Rasenschnitt und Strohballenreste können wunderbar mit in die Erde eingearbeitet werden und als natürlicher Dünger wirken.

Bequemere Gartenarbeit: Die Arbeitsfläche kommt dem Gärtner beim Hochbeet entgegen und erfordern kein Bücken und Beugen des Rückens.

Unabhängigkeit von der Bodenqualität: Da das Hochbeet in verschiedenen Erd-Schichten bestückt wird, kann der Boden dort genau auf die Bedürfnisse der Gemüsepflanzen angepasst werden. So kann man sich auch bei einem naturarmen Boden im Garten über reiche Ernte freuen.

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Bildquellen

  • hochbeet-im-rohbau: ©Constanze L.
  • dritte-schicht-der-fuellung: ©Constanze L.
  • oberste-schicht-im-hochbeet: ©Constanze L.
  • bepflanztes-hochbeet: ©Constanze L.
  • upcycling-blumenkasten-am-hochbeet: ©Constanze L.
  • diy-hochbeet: ©Constanze L.

Constanze lebt inzwischen schon seit 13 Jahren in der Waschbär-Welt und ist zurzeit im Einkauf mit der Mission „Grüner Daumen“ befasst. Im eigenen kleinen Garten beweist sie bei jeder Gelegenheit den Mut zum Ausprobieren und geht mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund der immer neuen Frage nach, wo was herkommt. Ist eine Antwort gefunden, genießt die kleine Familie die Schönheit der Natur oder sorgt für die Unterhaltung ihrer zwei Katzen.

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