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Die optimale Pflanzzeit: Herbst- oder Frühjahrspflanzung?

Eine Containerpflanze wird aus dem Top gezogen.

Gepflanzt wird mittlerweile das ganze Jahr. Das ist durchaus möglich. Vor allem, wenn es sich um sogenannte Containerpflanzen handelt. Dies sind Pflanzen, die in einem großen Topf zum Verkauf angeboten werden. Für die Pflanzzeit scheint also die Form des Angebots eine Rolle zu spielen: als wurzelnackte Pflanzen, Ballenpflanzen oder Topfpflanzen.

Wurzelnackte Pflanzen

Wurzelnackte Pflanzen werden ohne Erde an den Wurzeln verkauft. Angebot und Pflanzung können deshalb nur in einem begrenzten Zeitfenster stattfinden. Die Pflanzung sollte irgendwann zwischen Ende September und Ende April erfolgen, wobei die Herbstpflanzung in der Regel die beste Lösung ist. Die meisten Laubbäume, Obstbäume und Heckenpflanzen gibt es wurzelnackt zu kaufen, da sie in dieser Form am besten anwachsen. Ein weiterer Vorteil der „Wurzelnackten“ ist der niedrige Preis. Wurzelnackte Pflanzen sollten Sie am besten direkt nach dem Kauf einpflanzen.

Pflanztipp: Stellen Sie wurzelnackte Gehölze vor der Pflanzung zwei bis drei Stunden in Wasser, damit sie sich etwas vollsaugen können. Eine längere Lagerung im Wasser ist aber nicht empfehlenswert. Bei notwendiger Zwischenlagerung empfiehlt sich das Abdecken der Wurzel mit einem feuchten Tuch oder das Einschlagen in feuchter Erde.    

Ballenpflanzen

Ballenpflanzen werden mit einem Erdballen im Wurzelbereich verkauft, der meist mit einem Ballentuch zusammengehalten wird. Durch den Ballen haben sie einen höheren Anteil an Feinwurzeln. Wie bei den wurzelnackten Pflanzen erfolgt das Angebot nur in der Vegetationsruhe, also von Oktober bis April. Der Ballen verbessert die Anwachssicherheit, weshalb man diese Methode bei den etwas empfindlicheren Gehölzen anwendet, zum Beispiel bei den Koniferen.

Containerpflanzen

Containerpflanzen können Sie theoretisch ganzjährig pflanzen, was mit Ballenware und Wurzelnackten nicht möglich ist. Es ist also möglich, im Sommer Containerpflanzen zu setzen. Grundsätzlich passt dies aber nicht zum natürlichen Lebensrhythmus der Pflanzen. Deshalb müssen Sie bei Pflanzung im Sommer einige Dinge beachten, damit das Anwachsen gewährleistet ist. Dazu gehört vor allem eine regelmäßige Wasserversorgung über den ganzen Sommer.

Ein Obststrauch wird eingepflanzt. © ajlatan - stock.adobe.com

Containerpflanzen werden in Töpfen kultiviert und können unabhängig von Pflanzzeiten gesetzt werden.

Die optimale Pflanzzeit: Herbst oder Frühjahr?

Für die allermeisten Pflanzen ist der Zeitraum der Wachstumsruhe die ideale Pflanzzeit. Da Phasen, wo der Boden vielerorts tiefgründig gefroren ist, nicht infrage kommen, kristallisieren sich zwei Pflanzzeiten heraus: Herbstpflanzung und Frühjahrspflanzung. Die Herbstpflanzung reicht von Ende September bis Anfang Dezember und die Frühjahrspflanzung von Anfang März bis Ende April. Mittlerweile beeinflusst jedoch der Klimawandel gleichermaßen die Pflanzzeit, sodass in einigen Regionen auch im Dezember, Januar und Februar Pflanzungen gut möglich wären.

Pflanzzeit im Herbst: Vorteile der Herbstpflanzung

Die meisten Gehölze verlieren im Herbst ihre Blätter und begeben sich in die Wachstumsruhe. Das gilt nicht für die Wurzeln, denn diese sind auch im Herbst und Winter aktiv und bilden neue Würzelchen aus. Der Boden ist bei der Herbstpflanzung noch warm genug. Bis die ersten Fröste einsetzen, haben sich die Pflanzen am neuen Standort gut verwurzelt. Deshalb wird ein im Herbst gepflanzter Baum oder Strauch beim Frühjahrsaustrieb besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt als bei einer Frühjahrspflanzung. Herbstpflanzungen haben somit auf jeden Fall immer einen besseren und schnelleren Start, denn hier wird der natürliche Wachstumsrhythmus der Pflanze berücksichtigt. Außerdem ist ein im Herbst gepflanztes Gehölz bei Trockenperioden im folgenden Jahr wesentlich stabiler.  

Bezüglich der laubabwerfenden Gehölze bietet die Herbstpflanzung einen weiteren Vorteil: Da sie keine Blätter zu versorgen haben, benötigen sie wesentlich weniger Wasser, als wenn sie im Frühling oder Sommer gepflanzt würden. Außerdem ist im Herbst und Winter die Wasserversorgung des Bodens wesentlich besser, was viel Gießarbeit erspart. Um das Wurzelwachstum über den Winter gut zu fördern, können Sie den Wurzelbereich der eingepflanzten Bäume oder Sträucher mit Herbstlaub mulchen. Das schützt vor Bodenfrost und vermindert zudem die Wasserverdunstung.

Ein kleiner Obstbaum wurde zur Pflanzzeit eingepflanzt und wird jetzt mit einer Zinkgießkanne angegossen. © Sonja Birkelbach - stock.adobe.com

Gerade bei der Pflanzung im Frühjahr oder Sommer sind Pflanzen auf viel Wasser angewiesen.

Die Herbstpflanzung ist also ideal für alle wurzelnackten Pflanzen, für alle laubabwerfenden Gehölze sowie für die meisten Obstgehölze und Stauden. Aber für all die genannten Pflanzen bietet sich als mögliche Alternative eine Frühjahrspflanzung im März oder April an. Auch wenn hier nicht alle Vorteile der Herbstpflanzung zum Tragen kommen.   

Pflanzzeit – Ausnahmen bei immergrünen Gehölzen

Nicht immer ist der Herbst die beste Pflanzzeit: Immergrüne Gehölze wie Koniferen, Kirschlorbeer, Buchs, Stechpalme oder Eibe benötigen auch im Winter Wasser. Falls Sie sie zu spät pflanzen und der Boden kurz darauf gefriert, können sie kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknen. Man pflanzt sie deshalb schon im frühen Herbst, also im September. Auf diese Weise können sie vor dem Frost noch genügend neue Wurzeln bilden, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Ebenfalls eine gute Pflanzzeit für diese Gewächse sind der März und der April.

Eine weitere Ausnahme sind Gewächse, die in der Verpflanzphase sensibel reagieren oder etwas frostempfindlich sind. Dazu gehören zum Beispiel Pfirsich, Aprikose, Rhododendron, Hortensie oder Hibiskus, aber auch Lavendel, Rosmarin oder Salbei. Sie werden möglichst erst im Frühjahr, also Anfang April bis Anfang Mai, gepflanzt. Frostempfindliche Pflanzen überstehen ihren ersten Winter im Freien wesentlich besser, wenn man sie im Frühling statt im Herbst pflanzt.

Nicht zu vergessen: Für alle Frühjahrspflanzungen gilt, dass sie einen erhöhten Pflegebedarf bezüglich der Wasserversorgung haben. Schon im Frühling kann es zu längeren Trockenperioden kommen. Und auch im Sommer muss diesen Pflanzen erhöhte Aufmerksamkeit zukommen, das heißt, man sollte sie regelmäßig gießen.  

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen?

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie Pflanzen und Gewächse der jeweils optimalen Pflanzzeit zugeordnet.

Herbstpflanzung

Frühjahrspflanzung

Ganzjährige Pflanzung

Ende September bis Anfang Dezember Anfang März bis Ende April Anfang März bis Anfang Dezember
Wurzelnackte Pflanzen Wurzelnackte Pflanzen (aber vorzugsweise im Herbst) Containerpflanzen
Ballenpflanzen Ballenpflanzen  
Alle laubabwerfenden Gehölze

Alle immergrünen Gehölze (alternativ auch Pflanzung im September) und frostempfindlichen Gehölze

 
Rosen in milden Lagen Rosen in rauen Lagen mit hartem Winter  
Stein- und Beerenost Stein- und Beerenobst (aber vorzugsweise im Herbst)  
Winterharte Stauden    
Winterharte Blumenzwiebeln    

In der Pflanzzeit die Pflanzung gut vorbereiten

Wichtig für ein gutes Gelingen ist ein ausreichend großes Pflanzloch. Es sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie Wurzel, Wurzelballen oder Topf. Containerpflanzen und Ballenware tauchen Sie vor dem Pflanzen noch einige Minuten in einen Behälter mit Wasser, damit sie sich vollsaugen können. Bei Containerpflanzen wird der Ballen, falls er am Rand durchwurzelt ist, an verschiedenen Stellen angeritzt. Am besten, Sie zerkrümeln den Erdaushub in einer Schubkarre und vermischen ihn mit etwas Kompost. Auf diese Weise hat der Gartenneuling eine gute Startdüngung. Den Untergrund des Pflanzloches am besten mit einer Grabegabel auflockern, denn verdichteter Boden erschwert das Einwurzeln. Bei Bäumen kommt gleich noch ein stützender Pfahl ins Pflanzloch.

Mann hebt mit einer Schaufel ein großes Pflanzloch aus. © Milan - stock.adobe.com

Vor der Pflanzung muss mit einer Schaufel ein großes Pflanzloch ausgehoben werden.

Nun die Pflanze ins Pflanzloch halten und mit Erde auffüllen. Die Pflanzen dürfen aber nur so tief in die Erde gesetzt werden, wie sie vorher im Topf oder in der Baumschule standen. Veredelungsstellen müssen unbedingt oberhalb der Bodenoberfläche liegen. Treten Sie die Erde nun vorsichtig fest, damit die Wurzeln Erdkontakt bekommen. Jetzt kräftig gießen – richtig einschlämmen – und die folgenden Wochen darauf achten, dass die Erde im Wurzelbereich nicht austrocknet. Vor allem bei Frühlingspflanzungen das regelmäßige Gießen bitte nicht vergessen.  

 

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Bildquellen

  • obststrauch-einpflanzen: © ajlatan - stock.adobe.com
  • pflanzen-angiessen: © Sonja Birkelbach - stock.adobe.com
  • pflanzloch-wird-ausgehoben: © Milan - stock.adobe.com
  • containerpflanze-pflanzen: © CC0 / Karolina Grabowska

Rudi Beiser, Jahrgang 1960, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. 13 Jahre lang führte er einen Naturkostladen. Danach betrieb er 20 Jahre lang die von ihm gegründete La Luna Kräutermanufaktur, wo hochwertige Kräutertees in Demeter-Qualität produziert wurden. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen und seine langjährigen Erfahrungen dazu gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter.

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