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Wie funktioniert CO2-Kompensation bei Waschbär?

Vor dem Hintergrund vor Trockenheit aufgesprungender Erde, steht ein Bild von Bauner am Komposthaufen.

Die Reduktion von Treibhausgasen gehört weltweit zu den dringendsten Herausforderungen, um den Klimawandel einzudämmen. Vielleicht haben Sie sich in dem Zusammenhang schon einmal die Frage gestellt, ob stationärer oder Versandhandel klimafreundlicher ist. Eine Studie des Deutschen Clean Tech Instituts (DCTI) aus dem Jahr 2015 sagt dazu, dass online bestellte Produkte bis zu 35 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen als im Ladengeschäft gekaufte. Grund dafür ist der gemeinsame Transport von Paketen für mehrere Empfänger, der gegenüber dem individuellen Pkw-Verkehr von einzelnen Kunden besser abschneidet. Das ist für uns ermutigend, ändert aber nichts daran, dass unser Unternehmen CO₂-Emissionen erzeugt. Bei Waschbär werden diese zu fast 80 Prozent durch Versandaktivitäten verursacht. Daher arbeiten wir vielen Jahren aktiv darauf hin, unsere Emissionen immer weiter zu reduzieren. Ein erster Meilenstein: Seit 2006 arbeiten wir klimaneutral. Der neueste Meilenstein: Die CO2-Kompensation im hauseigenen Bio-Seiden-Projekt in China. Doch wie kann man mit Bio-Seide Emissionen ausgleichen?

Wie funktioniert Klimaschutz durch CO2-Kompensation?

Alles was wir an CO₂-Emissionen noch nicht vermeiden können, kompensieren wir. Hinter der Kompensation steht das folgende Prinzip: Die Menge an CO₂, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum verursacht hat, wird irgendwo anders auf der Welt durch Klimaschutzmaßnahmen eingespart; zum Beispiel durch die Aufforstung von Bäumen, die das Klimagas CO₂ einbinden können. Das Unternehmen kauft Emissionszertifikate und finanziert so derartige Klimaschutzprojekte. Die Anzahl der Zertifikate richtet sich dabei nach der Menge CO₂, die das Unternehmen ausgestoßen hat. Unsere Gruppe hat im Jahr 2017 2079 Emissionszertifikate erworben, da wir 2079 Tonnen CO₂ verursacht haben. Damit das Geld wirklich in sinnvollen Projekten ankommt, helfen weltweit anerkannte Standards wie Gold-Standard, VCS oder CDM bei der Auswahl.

Klimaschutz durch ein hauseigenes Kompensationsprojekt: Bio-Seide aus China

Auch wir haben in der Vergangenheit weltweit derartige Klimaschutzprojekte unterstützt. Jetzt gehen wir dabei neue Wege: Ab sofort kompensieren wir unsere Emissionen über unser hauseigenes Projekt für die Erzeugung von Bio-Seide in China. Produkte aus dieser Seide bieten wir seit 2005 bei Waschbär an. Seit 2016 haben wir eine Beteiligung daran, um die Produktion der raren Bio-Seide langfristig zu gewährleisten.

Zu dem Projekt in der Provinz Sichuan gehören fünf Dörfer und rund 250 Kleinbauern und ihre Familien, die von der Züchtung von Maulbeerspinnerraupen leben. Die Raupen der Maulbeerspinner fressen, wie ihr Name nahelegt, nur die Blätter von Maulbeerbäumen. Die Landwirte kultivieren die Bäume kontrolliert biologisch ohne Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel.

Ein grünes Feld mit Hügeln im Hintergrund

Hier wächst das Futter für die Seidenraupen: Ein – unter anderem durch Anreicherung des Bodens mit Humus – ökologisch  bewirtschaftetes Maulbeerbaumfeld.

Derzeit bauen wir dieses Projekt weiter aus. Dafür haben wir uns einen Experten an Bord geholt: Soil and more Impacts (SMI) aus Hamburg. SMI entwickelt Nachhaltigkeitsstrategien für die Lebensmittel- und Agrarbranche und hat sich insbesondere auf die Themen Bodenfruchtbarkeit, Kompostierung und die Reduzierung von landwirtschaftlich bedingten CO₂-Emissionen spezialisiert. SMI fungiert auch als unser Kompensationsdienstleister, hilft uns bei der CO₂-Bilanzierung und sorgt dafür, dass unsere Emissionen korrekt neutralisiert werden. Wir haben SMI beauftragt, die chinesischen Landwirte theoretisch und praktisch in Sachen Bio-Landbau zu schulen.

Welchen Einfluss kann Landwirtschaft auf den Klimaschutz und die CO2-Kompensation haben?

Die Landwirtschaft ist für einen erheblichen Teil aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Rund 13 Prozent der CO₂-Emissionen lassen sich auf die Landwirtschaft zurückführen. Doch Landwirtschaft kann auch das genaue Gegenteil bewirken: Nämlich CO₂ senken und einbinden. Dabei kommt es ganz maßgeblich auf die Art der Bewirtschaftung an: So haben Studien gezeigt, dass der Bio-Landbau einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und klimafreundlicher ist als die konventionelle Landwirtschaft.[1]

Auf der Hand liegt, dass der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische Düngemittel oder der Einsatz von regionalen Futtermitteln in der Bio-Landwirtschaft eine bessere Energiebilanz nach sich ziehen. Weniger bekannt ist hingegen, welche Auswirkungen der Boden und seine Beschaffenheit für den Klimaschutz haben. Tobias Bandel von SMI ist Bodenexperte und erklärt im Interview mit dem Waschbär-Magazin den Zusammenhang: „Ein Viertel des terrestrischen Kohlenstoffs ist im Regenwald in den Pflanzen gebunden, ein weiteres Viertel in den Kohlelagerstätten, aber knapp 50 Prozent in den knapp 30 cm Oberboden.“ Der Boden ist also der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher der Welt.

Funktionieren kann das aber nur, wenn der Boden nicht durch Erosion verloren geht und gesund ist. Fruchtbare Böden zeichnen sich durch einen hohen Humusgehalt aus. Als Humus werden die organischen Bestandteile des Bodens bezeichnet, die wichtig für die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen sind. Die Praktiken des biologischen Landbaus, wie die Fruchtfolge oder der Verzicht auf Kunstdünger, fördern die Anreicherung des Bodens mit Humus. Der Clou ist: Von einem hohen Humusanteil profitieren nicht nur die Pflanzen; Humusaufbau im Boden bindet auch mehr CO₂ als ein Boden, in dem Humus abgebaut wird, da er viele organische Kohlenstoffverbindungen enthält.

Eine Kiste Kompost mit Beschriftung.

Die Vermittung von Wissen über Kompost und seine Nutzung ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzprojekts.

Wie genau kompensiert das Bio-Seiden-Projekt CO2?

Mit Kompost kann man den Boden mit Nährstoffen anreichern, das ist seit Jahrtausenden bekannt. Ein wichtiger Bestandteil der Schulungen, die SMI bei den chinesischen Kleinbauern in unserem Seiden-Projekt durchführt, ist daher das Thema Kompost. Die Landwirte lernen, wie sie Kompost produzieren und die Bodenfruchtbarkeit damit verbessern können. So leisten sie nicht nur einen Beitrag für den Klimaschutz, sondern profitieren durch verbesserte Erträge. Zusätzlich erhalten sie eine finanzielle Unterstützung von uns für das CO₂, das sie durch die biologische Kultivierung einsparen und einbinden. So können wir nicht nur unsere CO₂-Emissionen kompensieren, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, die Bio-Landwirtschaft in China voranzutreiben.

[1] Die Angaben über die Zusammenhänge von Bio-Landbau und Klimaschutz beruhen auf: https://www.boelw.de/service/bio-faq/klima-umwelt/artikel/ist-bio-klimafreundlich/

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Seit 30 Jahren arbeitet der Waschbär schon als Namensgeber für unseren Versand. Unermüdlich ist er auf der Suche nach seinem Lieblingsfutter: nachhaltigen Themen und ökologischem Bewusstsein. Seine neueste Mission: Leserinnen und Leser mit spannenden, interessanten Beiträgen und Ratschlägen im Waschbär-Magazin zu informieren und zu unterhalten.

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