Gemeinsam auf dem Weg für eine bessere Welt

La Tigra Rainforest Lodge – nachhaltiger Urlaub in Costa Rica

Hoch über dem Waldboden können Touristen Tiere beobachten und den Regenwald auf sich wirken lassen.

Alles begann vor über 15 Jahren: Auf seiner ersten Costa-Rica-Reise verliebt sich Rainer Stoll, geschäftsführender Inhaber des nachhaltigen Reiseanbieters travel-to-nature, in die Natur- und Artenvielfalt des Landes. Gleichzeitig erkennt er frustriert den Trend zum Abholzen des urwüchsigen Regenwaldes und seine Folgen: brachliegendes Land, das weder Natur noch heimischer Bevölkerung nutzt. Er fasst den Entschluss, etwas gegen die Ausbeutung der Umwelt und für den Erhalt der vielen Pflanzen- und Tierarten zu tun. Sein Plan: einen neuen Regenwald auf einer brachliegenden Fläche anzulegen.

Das Projekt nimmt Form an: die La Tigra Rainforest Lodge entsteht

Fast muss man zweimal hinschauen, um die Gästehäuschen der Lodge im Blätterwald zu sehen

©travel-to-nature

Die Gästehütten fügen sich dezent in die Landschaft ein. Kein Wunder, sie bestehen ja auch aus hiesigem Altholz.

Als ersten Schritt zur Verwirklichung des Plans kauft er sich ein kleines, unbewaldetes Grundstück und beginnt es mit heimischen Bäumen aufzuforsten. Viele Jahre und Costa-Rica-Besuche später, entwickelt sich die Idee auf diesem Land eine Lodge zu errichten. Hier sollen Touristen an der Entwicklung des Waldes teilhaben können. Den Tieren des Urwaldes will das Projekt einen Korridor bieten, um zwischen den umliegenden Wäldern hin und her wandern zu können. Zudem möchte Rainer Stoll Menschen für die Auswirkungen konventioneller Holzwirtschaft und dem Anbau von Monokulturen sensibilisieren. Aus Altholz der bis dahin aufgeforsteten Fläche wird 2014 die Lodge gefertigt. Heute bewachsen Bäume, Sträucher und andere Urwald-Pflanzen das Gelände und machen es zu einem Erholungsparadies mitten im Dschungel.

Die Gebäude der Lodge haben costa-ricanische Arbeiter aus der Region erbaut. Einige von ihnen lassen sich ihren Lohn teilweise in Anteilen auszahlen, sodass die Lodge heute sechs Besitzer hat. Nachhaltigkeit durch Arbeitskräfte und Produkte aus der Region sind Grundbestandteile des Projekt-Konzeptes. Zudem wird mit jedem Besuch eine kleine Dorfschule, die „Escuela de San Jorge“, unterstützt. Das gewährleistet wichtige Reparaturarbeiten am Schulhaus oder die Anschaffung von Unterrichtsmaterialen.

Touristen partizipieren aktiv am Regenwald-Projekt

Mutter und Tochter beenden die Einpflanzung eines Baumsetzlings.

©travel-to-nature

Aus dem kleinen Setzling soll sich einmal ein großer Baum wie im Hintergrund entwickeln.

Wer die La Tigra Rainforest Lodge besucht, übernachtet nicht einfach nur, sondern trägt aktiv zum Naturschutz bei. Mit dem Bau der Lodge wurde weiteres Land gekauft, das ebenfalls teilweise wieder aufgeforstet wird. Über mittlerweile sechs angelegte Trails können die Gäste das Gebiet selbst erkunden und unter fachkundiger Anleitung einen einheimischen Baum pflanzen. Dieser wird drei Jahre gepflegt und dann sich selbst überlassen. Natural Reforestation heißt dieser Ansatz. Er sieht die Förderung des natürlichen Waldwachstums zu Beginn vor und dass anschließend die Natur ihren eigenen Weg geht. So wachsen nicht alle Bäume in die Höhe, einige gehen ein oder bleiben klein. Doch egal was mit dem Setzling passiert, jeder einzelne leistet einen Beitrag zu einem neuen Regenwald. Inzwischen siedeln sich bereits wieder einige heimische Tiere an wie Tukane, Waschbären, Frösche und Affen. Weitere sollen bald folgen.

Ein Basilisk dreht sich am Ufer des Teichs zur Kamera um. Zwischen alll dem Grün ist er gut getarnt.

©travel-to-nature

Gut getarnt ist er ja. Wir haben den kleinen Basilisken trotzdem entdeckt.

So lokal wie möglich: Die costa-ricanische Küche in der Lodge

Köchin Alsia bei der Zubereitung von typischen Mehlspeisen

©travel-to-nature

Die beiden Köchinnen der Lodge – hier Alisa – sorgen für das leibliche Wohl.

Mit einem 2016 angelegten Permakulturgarten ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung ökologischer Landwirtschaft und Eigenversorgung gelungen. Die beiden costa-ricanischen Köchinnen der Lodge, Elia und Alisa, stimmen ihre Kreationen auf das ab, was im eigenen Garten wächst. Dort gedeihen Kräuter wie Koriander, Salbei und Basilikum, verschiedene Wurzeln, Gemüse und Obst. Selbst Eier kommen mittlerweile von nebenan: aus dem eigenen Hühnerstall. Alle anderen Nahrungsmittel wie Fleisch und Fisch werden regional bezogen und direkt verarbeitet. Mit dieser Einkaufs-Philosophie fördern die Touristen die ansässigen Bauern, die ihr Land selbst bestellen. Diese gezielte Unterstützung der Bevölkerung soll zudem verhindern, dass Bauern ihre Flächen an Konzerne verkaufen oder Plantagen für Maracuja oder Zierpflanzen anlegen.

Vier Gäüste rollen unter Anleitung der Köchin Teig.

©travel-to-nature

Die im Kochkurs gelernten Fähigkeiten verlängern den Urlaub zu Hause auf kulinarische Weise.

Gäste, die sich für die costa-ricanische Küche interessieren, können an einem Kochkurs teilnehmen. Dabei lernen die Hobby-Köche die Grundschritte der Zubereitung und essen ihr Selbstgekochtes später gemeinsam. Auf diese Weise entsteht ein enger Kontakt zu den einheimischen Menschen. Die Reisenden kommen mit der costa-ricanischen Lebensweise und Kultur direkt in Berührung.

 

 

Projektausblick: Wie geht es weiter in La Tigra?

In der Luftaufnahme ist verzeichnet, wo die La Tigra Lodge, die Schule und das aufgeforstete Gelände liegen.

©travel-to-nature

Was klein begann, wächst: Aus der Luft zeigt sich, welche Flächen schon aufgeforstet sind und für welche Gebiete das geplant ist.

Die La Tigra Rainforest Lodge ist bis vor Kurzem von Sekundärwäldern umgeben gewesen. In letzter Zeit ist jedoch viel abgeholzt worden, um Platz für Maracuja- und Zierpflanzen-Plantagen zu schaffen. Daraus hat sich eine Inselsituation für die Lodge entwickelt. Diese Lage verhindert eines der Projektbestreben – einen Korridor für Tiere zwischen den umliegenden Regenwäldern zu bilden.

Als Ausgleich soll eine 23 Hektar große Maracuja-Plantage gekauft werden, die zwischen der Lodge und dem privaten Schutzgebiet „Children’s Eternal Rainforest“ liegt und die Lücke schließen würde. Den Großteil der Fläche sollen Gäste der Lodge mit heimischen Tropenbäumen wieder aufforsten. Nach bisherigen Schätzungen müssen rund 14.000 Bäume auf dem Gelände gepflanzt werden. Darüber hinaus soll hier eine Auswilderungsstation für Tiere beispielsweise aus Tierkrankenhäusern eingerichtet werden. Außerdem wird ein Ökozentrum geplant, in dem Kinder und Jugendliche zum Thema „Regenwald“ unterrichtet werden, Einheimische den Regenwald kennenlernen und Reiseleiter ausgebildet werden sollen. Der Fokus liegt hier auf der Sensibilisierung von Reisenden und Einheimischen zu den Themen Umwelt- und Naturschutz, Arterhalt und Natural Reforestation.

Auszeichnung mit der Goldenen Palme 2017

Rainer Stoll, Geschäftsführer von travel-to-nature hält die Auszeichnung stolz in die Kamera

©travel-to-nature

Rainer Stoll freut sich über die Goldene Palme 2017.

Das Konzept der La Tigra Rainforest Lodge überzeugt nicht nur nachhaltig interessierte Reisewillige. Die Fachjury des deutschen Reisepreises, der Goldenen Palme, bestehend aus namhaften Reiseexperten, ist ebenfalls begeistert. Sie verleiht travel-to-nature die Goldene Palme 2017 in der Kategorie „Soziale und ökologische Verantwortung im Tourismus“ für die La Tigra Rainforest Lodge. Rainer Stoll hat die Auszeichnung auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) Berlin entgegengenommen und hofft nun, dass seine Idee für einen sozialen, nachhaltigen Tourismus Schule macht.

Wie sich das La-Tigra-Rainforest-Projekt weiterentwickelt und welche Pläne umgesetzt werden, erfahren Sie hier im Waschbär-Magazin.

Sie möchten die La Tigra Rainforest Lodge besuchen? Die Mitarbeiter des nachhaltigen Reiseanbieters travel-to-nature beraten Sie gerne. Vorab können Sie sich hier schon mal informieren.

 

 

Merken

Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihren Freunden

Bildquellen

  • La Tigra Rainforest Lodge: ©travel-to-nature
  • Familie pflanzt Baum: ©travel-to-nature
  • Basilisk am Teich: ©travel-to-nature
  • Alisa in der Küche: ©travel-to-nature
  • Kochkurs in der Lodge: ©travel-to-nature
  • La Roca-Gelände: ©travel-to-nature
  • Rainer Stoll mit der Goldenen Palme: ©travel-to-nature
  • Baumhäuser der La Tigra Rainforest Losge: ©travel-to-nature

Seit 30 Jahren arbeitet der Waschbär schon als Namensgeber für unseren Umweltversand. Unermüdlich ist er auf der Suche nach seinem Lieblingsfutter: nachhaltigen Themen und ökologischem Bewusstsein. Seine neueste Mission: Leserinnen und Leser mit spannenden, interessanten Beiträgen und Ratschlägen im Waschbär-Magazin zu informieren und zu unterhalten.

Ähnliche Beiträge

  1. marietta bechtel

    10 Mai

    Guten Tag,
    ich arbeite seit nahezu 19 Jahren bei Waschbär und war vor 2 Jahren mit travel to nature in Costa Rica unterwegs. Unter anderem (wir waren zu viert) haben wir uns La Tigra angeschaut und hatten dort 2 grandiose Übernachtungen. Unglaublich, was für schöne neue Geräusche man nachts hört, der Ausblick auf der Veranda, die Begegnungsstätte zum Frühstück und Abendessen, denn man sitzt mit allen Gästen gemeinsam am Tisch und kommt so in tolle Unterhaltungen. Auch wir haben einen Baum gepflanzt und unser toller Guide vor Ort Gelbert Lobo hat uns die beeindruckende Umgebung, sein Zuhause, die netten Costa Ricaner mit ihrer Herzlichkeit gezeigt! Danke und Pura Vida :),
    Marietta

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.