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Denkanstoß: Was ist ein gutes Lebensmittel?

Die Wahl der besten Lebensmittel fällt bei dieser riesigen Auswahl schon in der Gemüseabteilung schwer.

Wer sich mit einer ökologischen, nachhaltigen Lebensweise auseinandersetzt, landet ganz schnell bei Lebensmitteln. Kein Wunder also, dass Bio-Produkte stetig an Marktanteilen gewinnen. Doch kaufen wir mit Bio-Lebensmitteln automatisch „gute“ Lebensmittel? Und was ist das überhaupt? In der Mitte des Monats Februar findet jedes Jahr in Nürnberg die weltweit größte Messe für Bio-Lebensmittel statt, die „BioFach“. Hier habe ich den Impuls bekommen, mir diese Fragen zu stellen – und laut über sie nachzudenken. Warum? Es ging gar nicht anders: Die Messe ist eine gewaltige Schau der Möglichkeiten an Bio-Lebensmitteln und ein großes Netzwerk-Treffen der beteiligten Menschen. Die Eckdaten des Veranstalters machen dies deutlich: 2017 ist ein neuer Besucherrekord mit über 50.000 Besuchern aus 134 Ländern aufgestellt worden. Diese sind gekommen, um sich die große Vielfalt an Produkten von 2.785 Austellern aus 88 Ländern anzusehen. Es geht um einen wachsenden Markt. Denn immer mehr Menschen kaufen Bio-Produkte, wie die statistischen Zahlen beschreiben: 9,48 Mrd. Euro haben die deutschen Haushalte an Bio-Lebensmitteln in 2016 konsumiert, das sind fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Bedeutet dieser Zuwachs, dass wir immer mehr auf „gute“ Lebensmittel zurückgreifen?

Wie sollen wir unterscheiden, welches Lebensmittel das Beste ist?

Betritt man die Messe, wird man gleich von einer quirligen Dynamik erfasst. Tausende meist fröhliche Menschen strömen durch die Hallen, sprechen in vielen verschiedenen Sprachen und probieren Lebensmittel an den Ständen. Das Angebot ist so vielseitig, dass eigentlich ausgeschlossen werden kann, die Messe mit Hunger wieder zu verlassen. Aber es gibt da auch dieses Gefühl einer leichten Überforderung. Das Angebot erinnert an einen riesigen Supermarkt, in dem man etwas sucht und nicht findet. Oder in dem die Auswahl in einer Produktkategorie so groß ist, dass man nicht mehr unterscheiden kann, welches Produkt jetzt gut, besser oder das Beste ist. Das führt mich zu den Fragen: 1. Was bedeutet eigentlich gut bei Lebensmitteln? 2. Wozu sollten Lebensmittel gut sein?

Was ist ein gutes Lebensmittel?

Die erste Frage kann zwei Sichtweisen beinhalten: Zum einen richtet sie sich auf die Beschaffenheit des Produktes in seiner Qualität und darauf, was über die Wirkung auf den einzelnen Menschen bekannt ist. Zum anderen geht es um die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt und die beteiligten Menschen. Um urteilsfähig zu werden und die Fragen zu beantworten, benötigen wir gute und möglichst vollständige Informationen. Diese sind meist gar nicht so leicht zu erhalten. Oft liegen diese nicht vor, sind mühsam zu beschaffen oder durch Marketing-Maßnahmen überblendet. In dieser Situation hoffen wir auf Hilfsmittel, die uns das Urteil erleichtern. Dazu nehmen wir beispielsweise den Preis als Maßstab für Qualität oder wir greifen auf einen kulturellen Erfahrungsschatz zurück oder wir vertrauen Markenzeichen und Siegeln.

Wozu sollen Lebensmittel gut sein?

Richtet sich die erste Frage mehr auf die Vergangenheit und die Ursachen, interessiert sich das „wozu“ für den Sinn und Zweck. So ist es mehr ein Blick aus der Zukunft in die Gegenwart. Wenn ich bei Lebensmitteln die Frage stelle, wozu sie gut sind, schaue ich zuerst auf die Bedürfnisse des Menschen und seiner Individualität, auf seine Situation und seine Absichten. Lebensmittel sind so betrachtet dazu da, dem Menschen Freiraum zu verschaffen, damit er das tun oder erleben kann, was er tun und erleben will. So stärken Essen und Trinken unserer Denkfähigkeit, unsere Erlebnisfähigkeit und unsere Tatkraft. Von dem deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872) stammt der bekannte Satz: „Der Mensch ist, was er isst.“ Das Pedant ist eine asiatische Weisheit: „Die Ernährung ist die Grundlage der Gesundheit.“ Beide Sätze weisen auf eine weitere Besonderheit guter Lebensweise hin: Gute Lebensmittel schaffen Gesundheit und stiften Identität. Letzteres gilt insbesondere in der heutigen Zeit. Wir müssen den Satz nur leicht verändern in „Der Mensch ist, was er nicht isst“ und dabei an die vielen populären Ernährungsformen denken, die bestimmte Zutaten weglassen.

Und wie lautet nun die Antwort?

Letztendlich ist die Antwort auf die Frage nach dem guten Lebensmittel – bio oder nicht bio – eine ganz individuelle. In der heutigen Zeit erschweren perfektes Marketing, industrielle Produktion, unendlich viele Ernährungsformen und nicht zuletzt zunehmende Unverträglichkeiten es uns, sie zu finden. Genau aus diesem Grund sind wir dazu aufgefordert, durch Bewusstsein individuell urteilsfähig bei der Auswahl guter Lebensmittel zu werden.  

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Leonardo steuert die Entwicklung der Marke Waschbär. Mit Leidenschaft knüpft er den roten Faden, der das Leben des Waschbären durchdringt. Inspiration und Entspannung findet Leonardo bei Gehirnjogging für Profis und körperlichen Höchstleistungen. Letztere verdankt er seinen drei Kindern, die ihn neben Schwimmen, Rennradfahren und schnellem Laufen Tag und Nacht auf Trab halten. Soll mal Ruhe einkehren, liebt er es, anspruchsvolle Dinge zu grillen und diese in einer großen Gemeinschaft zu genießen.

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