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Do it yourself: Mundschutz nähen – Anleitung und Infos

Zwei Mundschutz-Masken liegen nebeneinander.

Mundschutz-Masken kennen wir bislang vor allem aus Arztpraxen und Krankenhäusern. Doch seit das Coronavirus sich in Europa ausbreitet und die Regierungen verschiedene Maßnahmen ergreifen, sehen wir die Masken auch immer häufiger im Alltag. Teilweise wird über eine Maskenpflicht diskutiert. Einige Textilunternehmen haben ihre Produktion umgestellt und nähen in großem Stil Schutzmasken. Auf den Webseiten von Vereinen, Medien und in Blogs kursieren Anleitungen für den DIY-Mundschutz. Doch welchen Schutz bieten die Masken? Welche Unterschiede gibt es zwischen denen für Ärzte und Pflegepersonal und den einfachen Stoffmasken? Und was können selbst genähte Produkte leisten?

Welche Mundschutz-Masken gibt es?

Die Schutzausrüstung von medizinischem Personal unterscheidet sich ganz deutlich von einer einfachen Mundschutz-Maske und selbstverständlich der selbst gemachten. Bei letzteren muss ganz klar herausgestellt werden, dass es sich nicht um medizinische Produkt handelt. Sie ersetzen keinesfalls die Masken, die im medizinischen Bereich zum Einsatz kommen. Grund dafür ist, dass den Stoff- und Papiermasken spezielle Filterstoffe und Ventile fehlen.

Die einfachen OP-Masken, die wir aus Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen kennen, bestehen aus Papier- und Vliesschichten, die Patienten vor der Übertragung von Erregern durch Sekrete schützen sollen. Wenn beispielsweise der Arzt spricht, schützt diese Maske den Patienten vor durch Speichel übertragenen Erregern, die über Augen, Nase oder Mundschleimhäute in den Körper gelangen können. Diese Masken funktionieren sozusagen nur in eine Richtung. Den Behandelnden schützt die Maske nicht in gleichem Maße. Allerdings bieten diese Barrieren keinen totalen Schutz vor feinen Partikeln wie Pollen oder Viren, da die Materialien nicht dicht genug sind. Sie verringern jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung. Zudem sind diese nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. (Lesen Sie hier die FAQ zum Thema Mund-Nasen-Schutz des Robert Koch-Instituts.)

Einen besseren bis sicheren Schutz bieten spezielle Atemschutzmasken. Diese gibt es mit der Bezeichnung FFP (Filtering Face Piece) in drei Klassen. Nur die FFP-2- und FFP-3-Masken können Viren filtern, dies aber auch nur eine gewisse Zeit und nur in Verbindung mit weiteren Schutzausrüstungen wie Brillen oder Visieren. Diese Gesichtsschutzmasken sollten medizinischem Personal überlassen werden, da es sich so vor einer Ansteckung durch Erkrankte schützen kann.

Warum hilft ein selbst genähter Mundschutz trotzdem?

Wie die OP-Masken kann ein selbst genähter Mundschutz die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Erregern vermindern und andere Menschen vor Tröpfcheninfektion bewahren. Zudem bietet jede Maske ein weiteres Plus: Man greift sich nicht so oft ins Gesicht und berührt damit weniger die Schleimhäute. Eine Mundschutzmaske zu tragen, schärft also das Bewusstsein im Alltag außerhalb der eignen vier Wände.

Weiterhin gilt natürlich; Achten Sie auf den nötigen Sicherheitsabstand von 1,5 – 2 Meter und das regelmäßige Händewaschen. Und unabhängig von der aktuellen Situation: Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich krank fühlen, um niemanden zu gefährden.

Besonders wichtig für eine selbst gemachte Mundschutz-Maske ist, dass der verwendete Stoff wie auch Gummiband kochfest und sehr dicht gewebt ist. Zudem muss er zuvor bei 90 Grad gewaschen werden. So verhindern Sie das nachträgliche Einlaufen der Stoffteile. Der DIY-Mundschutz ist durch die Kochwäsche wiederverwendbar und spart somit auch Müll.

Nähanleitung für einen selbst genähten Mundschutz

Hier können Sie die Anleitung für eine selbst genähte Mundschutz-Maske als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • Dicht gewebten Baumwollstoff (kochfest und einmal vorgewaschen),
    2 Stoffstücke je 16 x 22 cm
  • Gummiband ca. 6 mm breit, 2x 35 cm lang (achten Sie drauf, dass die Gummilitze kochfest ist; alternativ können Sie Stoffbänder nutzen, siehe Tipps)
  • Nähmaschine, Lineal, Stift, Stecknadel oder Clips
  • Wenn gewünscht einen Draht für den Nasenbügel (dazu eignen sich z.B. Pfeifenputzer, aufgebogene Büroklammer, Verschlussdraht von Gefrierbeuteln)

Und so geht’s

  1. Gewaschenen Stoff trocknen und bügeln. (Bild 1)
  2. Zwei Stoffstücke in den Maßen 16 x 22 cm zuschneiden.
  3. Stoffteile rechts auf rechts (Bild 2; die schönen Seiten liegen innen) an den Längsseiten zusammennähen und versäumen, falls Sie keine Overlockmaschine nutzen.
  4. Wenden und die kurzen Seiten ein kleines Stück nach innen klappen, zusammennähen und ein ca. 0,7 cm langes Stück offenlassen für das Gummiband. (Bild 3)
  5. Die zwei ca. 35 cm langen Gummibänder in die langen Seiten durch die zuvor offen gelassenen Stellen durchfädeln. Dazu eignet sich eine Sicherheitsnadel. (Bild 4)
  6. Von oben und unten je 7 cm abmessen und markieren. An diesen Stellen wird der Stoff nun in Falten gelegt und festgesteckt. (Bild 5)
  7. Über die Falten nähen und darauf achten, dass Sie das Gummiband nicht mit annähen. (Bild 6)
  8. Zum Schluss noch je einen Knoten auf die Gummibänder machen. Ich empfehle Ihnen, dies zum Schluss zu machen, damit Sie genau abmessen können, wie fest die Maske sitzen soll.
Mundschutz-Maske selbst gemacht: Sechs Schritte der Anleitung im Bild. © Constanze L.

Mit ein bisschen Geschick gelingt die selbst genähte Mundschutz-Maske einfach.

Tipps:

  • Für einen Mundschutz für Kinder je ca. 2 cm von Länge und Breite des Stoffes abziehen und das Gummiband individuell anpassen.
  • Falls Sie kein Gummiband zu Hause haben, können Sie auch 4 Stoffbänder je ca. 40 cm Länge annähen. Die Bänder können zum Beispiel aus Streifen von Jersey-Stoff gemacht werden. Diese müssen nicht extra versäumt werden, sind flexibel und passen sich so gut dem Kopf an.
  • Um nicht jeden Tag für wenige Masken eine 90-Grad-Wäsche anzustellen, können Sie die Masken auch in einem Topf bei 90 Grad auskochen, um sie wieder keimfrei zu bekommen.

Hier die Anleitung für die Mundschutz-Maske im Schnelldurchlauf:

Die Anleitung im Schnelldurchlauf als GIF

Ganz so schnell wie hier geht es nicht, trotzdem gelingt die selbst genähte Mundschutz-Maske ganz einfach.

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Bildquellen

  • anleitung-diy-mundschutz: © Constanze L.
  • diy-mundschutz: © Constanze L.

Constanze lebt inzwischen schon seit 15 Jahren in der Waschbär-Welt und ist zurzeit im Einkauf mit der Mission „Grüner Daumen“ befasst. Im eigenen kleinen Garten beweist sie bei jeder Gelegenheit den Mut zum Ausprobieren und geht mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund der immer neuen Frage nach, wo was herkommt. Ist eine Antwort gefunden, genießt die kleine Familie die Schönheit der Natur oder sorgt für die Unterhaltung ihrer zwei Katzen.

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