Bio-Seide Seiden-Cocoon

Bio-Seide aus unserem hauseigenen Seidenprojekt in China

Kurz für Sie zusammengefasst: In China unterstützen wir ein einzigartiges Projekt: Die Erzeugung hochwertiger Bio-Seide. Das schafft eine Existenzgrundlage für rund 250 Kleinbauern und setzt ein Zeichen für den Umweltschutz in einem Land, das unter massiven ökologischen Problemen leidet.

Maulbeerplantage in Mischkultur mit Mais in der Provinz Sichuan, China
Maulbeerplantage in Mischkultur
mit Mais in der Provinz Sichuan, China

Bereits seit vielen Jahren haben wir Kleidung aus Bio-Seide im Sortiment. Seit 2015 sind wir zu 50 Prozent an dem chinesischen Unternehmen Organic Textiles (OTEX) beteiligt, das in der Provinz Sichuan Bio-Seide erzeugt und in einer eigenen Färberei und Näherei weiterverarbeitet. OTEX geht auf ein Bio-Seidenprojekt zurück, das bereits seit 1996 ökologische Seide erzeugt und ist der einzige Produzent von Bio-Seide in China. Mithilfe einer Förderung der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft) können wir das Projekt weiter ausbauen.

Wie wird Bio-Seide hergestellt?

Seide wird aus den Kokons von Raupen hergestellt. Die Raupen produzieren mit ihren speziellen Drüsen einen Faden, um sich in einem Kokon einzuspinnen und dann später als Falter daraus zu schlüpfen. Unsere Seide stammt von den Kokons der Maulbeerseiden-Spinner. Die Nahrungsquelle der Raupen sind die frischen, zerkleinerten Blätter von Maulbeerbäumen. Bio-Raupen werden ausschließlich mit den Blättern von biologisch angebauten Maulbeerbäumen gefüttert. Auf Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel wird beim Bio-Anbau verzichtet. Die Raupen erhalten keine wachstumsfördernden Mittel oder Medikamente. Das hochwertige und unbelastete Futter wirkt sich sowohl positiv auf die Größe der Kokons als auch auf die Qualität der Seide aus.

Bio-Seide von Maulbeerspinnern hat eine herausragende Qualität

Bio-Seide von Maulbeerspinnern gilt als besonders hochwertig und reißfest. Seide hingegen, die aus minderwertigen Kokons gewonnen wird, hat eine geringere Elastizität, einen ungleichmäßigen Fadendurchmesser und eine trübe Farbe. Diese Mängel müssen in den folgenden Produktionsstufen zum Beispiel durch den Einsatz von Chemikalien ausgeglichen werden.

Verarbeitung der Bio-Seide

Um die 30 Tonnen Bio-Seide produziert OTEX jedes Jahr. Dabei handelt es sich um Haspelseide. Bei dieser hochwertigsten Art der Seide werden die einzelnen, hauchdünnen Seidenfäden an einem Stück von den Kokons abgewickelt und zu einem Faden versponnen, der dann verwebt werden kann. Der Endlosfaden eines Kokons ist bis zu 1500 Meter lang. Die daraus gewonnene Rohseide wird Filament genannt. Für ein Kilogramm Filament-Seide werden sechs Kilogramm Kokons benötigt. Um einen Endlosfaden zu erhalten, müssen die Kokons unbeschädigt sein. Durch das Austrocknen der Kokons über Heißluft können das Schlüpfen der Falter und damit die Beschädigung des Kokons verhindert werden.

Weiterverarbeitung zur Bio-Seiden-Mode mit GOTS Zertifizierung

OTEX verarbeitet die Bio-Rohseide zu verschiedenen Produkten weiter, die wir bei Waschbär unter unseren Marken enna und minibär verkaufen. Alle Produkte sind nach dem strengen Global Organic Textile Standard zertifiziert. Darüber hinaus gelten für die OTEX-Näherei wie auch für alle unsere anderen Lieferanten die Anforderungen der Fair Wear Foundation.

Existenzgrundlage für Kleinbauern durch das Bio-Seidenanbau-Projekt

Die Aufzucht der Seidenraupen bietet den Bauernfamilien aus fünf Dörfern eine Lebensgrundlage und wirkt so der massiven Flucht der ländlichen Bevölkerung in die Städte entgegen. Derzeit sind 250 Familien und fünf Dörfer an unserem Projekt beteiligt und werden von der Organisation Soil & More Impacts (SMI) betreut. Diese ist unser Partner für Klimaschutz und CO2-Kompensation mit dem Fokus auf Bodenfruchtbarkeit und Kompostierung und unterstützt uns, ein klimaneutrales Unternehmen zu sein.

Zukünftig sollen es mehr Familien und mehr Dörfer in der Umgebung werden. Damit das klappt, müssen die Regierung und die Bauern überzeugt sein, dass sich das Ganze auch ökonomisch wirklich lohnt. Ziel unseres Projektes ist es daher auch, die Einkommenssituation der Landwirte zu verbessern und insbesondere jungen Menschen eine Perspektive auf dem Land zu bieten. Von SMI bekommen die Landwirte daher auch Tipps, wie sie zwischen den Maulbeerbäumen Nebenprodukte biologisch kultivieren können. Die Vermarktung von weiteren Bio-Produkten macht sie unabhängiger von der Seidenproduktion und bringt ihnen zusätzliches Einkommen. Denn nicht nur die Regierung denkt um. Mehr und mehr Chinesen interessieren sich für unbelastete Bio-Lebensmittel. Wer es sich leisten kann, kauft Importprodukte aus dem Ausland. Denn chinesische Bio-Produkte sind derzeit noch Mangelware. Mit unserem landwirtschaftlichen Modellprojekt wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich das in Zukunft ändert.