Waschbär ist Mitglied bei der Fair Wear Foundation

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Kurz für Sie zusammengefasst: Seit 2011 sind wir Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF). Das bedeutet, dass wir uns zusammen mit unseren Lieferanten für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Nähereien einsetzen, in denen unsere Naturtextilien und Schuhe gefertigt werden.

Geregelte Arbeitszeiten, faire Bezahlung, Verbot von Kinderarbeit – was für uns selbstverständlich ist, gilt auf dem globalen Arbeitsmarkt häufig nicht als Standard. Die Fair Wear Foundation möchte daran etwas ändern. Sie engagiert sich weltweit für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Nähereien. Die Fair Wear Foundation (FWF) wurde 1999 gegründet und ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation mit Sitz in Amsterdam.

Sie wird von Unternehmensverbänden, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen getragen. Bis heute (Stand 2017) haben sich ihr über 80 Unternehmen mit rund 120 Marken angeschlossen. Auch die Triaz Group, zu der Waschbär gehört, hat 2011 den Arbeitsverhaltenskodex der FWF unterschrieben. Das bedeutet, dass sich alle unsere Lieferanten zu dem Fair Wear Foundation Code of Conduct bekennen müssen.

Schritt für Schritt bessere Arbeitsbedingungen in den Nähereien

Faire Arbeitsbedingungen zu erreichen und einzuhalten, ist selten von heute auf morgen möglich. Die Mitgliedschaft in der FWF darf daher nicht als Gütesiegel verstanden werden, das bescheinigt, dass in der gesamten Zulieferkette bereits alle Sozialstandards erfüllt sind. Vielmehr geht es darum, dass jedes Mitglied mit seinen Lieferanten stetig an Verbesserungen arbeitet. Diese Vorgehensweise entspricht auch der Philosophie in unserem Haus. Schon immer setzen wir auf langfristige und partnerschaftliche Beziehungen mit unseren Lieferanten. Die FWF verlangt von uns als Mitglied einen jährlichen Arbeitsplan. Darin definieren wir alle Ziele für das kommende Jahr. Die FWF überprüft dann, ob wir unserer Verantwortung nachkommen und alle Maßnahmen in dem vereinbarten Zeitrahmen umsetzen. In unserem öffentlichen Sozialbericht berichten wir jährlich über unsere Fortschritte im vergangenen Jahr.

Hier finden Sie alle Berichte zu unserer Arbeit mit der Fair Wear Foundation

Fair Wear Foundation verlangt Sozialaudits in den Nähereien

Gemeinsam von uns und der FWF auditierte Nähereien in Bosnien und Indien
Gemeinsam von uns und der FWF auditierte
Nähereien in Bosnien und Indien

Ein wichtiges Instrument der FWF sind Sozialaudits in den Nähereien, die ebenfalls zum Arbeitsplan gehören. Die Audits dienen dazu, die Sozialstandards zu kontrollieren. Durchgeführt werden die Audits von speziell geschulten Auditorenteams. Vor Ort verschafft sich das Team einen Eindruck, ob die Vorgaben der FWF eingehalten werden. Es führt Interviews mit Mitarbeitern und dem Management, besichtigt den Betrieb und überprüft die relevanten Unterlagen. Das Team besteht in der Regel aus drei Experten aus dem jeweiligen Land, die die Sprache beherrschen und sich mit den landesspezifischen Bedingungen auskennen.

Beim Audit gibt es kein Bestehen oder Durchfallen. Ziel ist es vielmehr, notwendige Verbesserungen zu erkennen und diese zusammen mit den Lieferanten nach und nach umzusetzen. Häufig geht es dabei um Arbeitssicherheit und Überstunden. Auch die Bezahlung ist ein zentrales Thema, da die FWF einen existenzsichernden Lohn fordert, der meist viel höher als der gesetzliche Mindestlohn ist. Ein Audit kann immer nur eine Momentaufnahme sein. Daher gibt es zusätzlich ein Beschwerdesystem. Damit können sich die Näher und Näherinnen jederzeit direkt mit einer Beschwerde an uns wenden. Ein weiteres wichtiges Instrument sind Schulungen für das Management und die Arbeiter. Diese dienen dazu, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Aspekte für gute und soziale Arbeitsbedingungen relevant sind und dabei helfen, diese nachhaltig zu implementieren.

Interview über den Ablauf eines Sozialaudits mit Hannah Leicht

Hannah Leicht

Hannah Leicht arbeitet bei Waschbär in der Abteilung für Nachhaltigkeit. Sie kümmert sich um die FWF-Mitgliedschaft und betreut die Lieferanten, damit diese die Kriterien der FWF einhalten. Außerdem besucht sie im Rahmen von Sozialaudits unsere Lieferanten vor Ort.

Welche Aufgabe haben Sie bei den Audits?

Ich begleite alle Lieferanten bei der Vorbereitung des Audits. Wo immer es geht, bin ich vor Ort dabei. Zuletzt waren wir z.B. in einer Näherei in Bosnien, wo viele unserer Enna Basics produziert werden.

Wissen die Nähereien vorab, dass ein Audit stattfindet?

Ja, wir kündigen alle Audits an. Das gehört unserer Meinung nach zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Natürlich ist ein Audit immer nur eine Momentaufnahme. Deswegen gibt es zusätzlich ein Beschwerdesystem. So können sich die Näherinnen und Näher jederzeit telefonisch oder per Mail beschweren.

Was ist das Ziel eines Audits?

Die Nähereien werden auf die acht Punkte der FWF Sozialstandards überprüft. Was verbessert werden muss, kommt in den Maßnahmenplan, der dann umgesetzt werden muss. Bei unseren Audits ging es bisher meist um die Arbeitssicherheit. Auch Überstunden und die Bezahlung sind immer ein Thema, weil die FWF einen existenzsichernden Lohn vorschreibt, der meist viel höher als der gesetzliche Mindestlohn ist.

Wie kontrollieren Sie die Umsetzung der Verbesserungen?

Alle Abweichungen zu unserem Sozialstandard werden schriftlich festgehalten. Beim Abschlussmeeting des Audits legen wir zusammen mit dem Lieferanten einen Zeitrahmen fest, bis wann die Verbesserungen umzusetzen sind. Nach dem Audit stehe ich mit dem Lieferanten in ständigem Kontakt. Der Lieferant muss mir Nachweise senden, die die vereinbarten Verbesserungen belegen. Wenn ich etwas von Freiburg aus nicht überprüfen kann, kümmern sich die lokalen Auditoren noch mal darum. Und in spätestens drei Jahren gibt es das nächste Audit.

Was hat Sie bei den Audits am meisten beeindruckt?

Das was sich nach dem Audit tut! Wie sich der Lieferant verbessert und Schulungsmaßnahmen annimmt. Damit wächst auch das Bewusstsein der Arbeiter für ihre Rechte!

Die acht Sozialstandards der Fair Wear Foundation (FWF)

Die FWF hat ausgehend von den Grundsätzen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UN-Menschenrechtscharta acht Arbeitsrichtlinien erstellt. Als Mitglied der FWF verpflichten wir uns mit der Unterzeichnung des Arbeitsverhaltenskodexes dazu, diese acht Sozialstandards umzusetzen. Das betrifft sowohl unser eigenes Unternehmen als auch die Nähereien all unserer Lieferanten.

Das Beschäftigungsverhältnis ist freiwillig

Das Beschäftigungsverhältnis ist freiwillig

Es gibt keine Zwangs- oder Sklavenarbeit (ILO- Übereinkommen 29 und 105).
Keine Diskriminierung bei der Beschäftigung

Keine Diskriminierung bei der Beschäftigung

Einstellung, Lohnpolitik, Zugang zu Fortbildungen, Beförderungsregeln, Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen, Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und jeder andere Aspekt von Beschäftigungsverhältnissen müssen auf dem Prinzip der Chancengleichheit basieren, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, politischer Anbindung, Gewerkschaftsmitgliedschaft, Nationalität, sozialer Herkunft, Schwächen oder Behinderungen (ILO- Übereinkommen 100 und 111).
Keine Ausbeutung von Kinderarbeit

Keine Ausbeutung durch Kinderarbeit

Es darf keine Kinderarbeit geben. Das Mindestzugangsalter für Erwerbsbeschäftigung darf nicht unter dem Pflichtschulalter und generell nicht unter 15 Jahren liegen (ILO- Übereinkommen 138). Es darf keine „Formen der Sklaverei oder sklavereiähnliche Praktiken, wie den Kinderverkauf und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft und Zwangsarbeit“ geben. Kinder (zwischen 15 und 18) dürfen keine Arbeit ausführen, „die ihrer Natur nach oder aufgrund der Umstände, unter denen sie verrichtet wird, voraussichtlich für die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich sind“ (ILO- Übereinkommen 182).
Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen

Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen

Das Recht aller Arbeiter, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten und kollektivvertragliche Verhandlungen zu führen, wird anerkannt (ILO-Übereinkommen 87 und 98). In Fällen, in denen die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen gesetzlich eingeschränkt sind, wird das Unternehmen von sich aus für alle Arbeitnehmer parallele Wege für unabhängige und freie Vereinigungen und Verhandlungen fördern. Die Arbeitnehmervertreter dürfen nicht diskriminiert werden und müssen bei der Ausführung ihrer Vertretungsfunktionen Zugang zu allen Arbeitsplätzen erhalten (ILO-Übereinkommen 135 und Empfehlung 143).
Zahlung eines existenzsichernden Erwerbseinkommens

Zahlung eines existenzsichernden Erwerbseinkommens

Löhne und Zuschläge für eine normale Arbeitswoche müssen zumindest dem gesetzlichen oder branchenüblichen Minimum entsprechen und stets ausreichen, um die Grundbedürfnisse der Arbeiter und ihrer Familien zu befriedigen, sowie darüber hinaus ein bestimmtes, frei verfügbares Einkommen zu erhalten (ILO-Übereinkommen 26 und 131). Weder sind Lohnabzüge als Disziplinarmaßnahme erlaubt, noch sind irgendwelche Abzüge gestattet, die nicht durch die nationalen Gesetze begründet sind. Abzüge dürfen nicht dazu führen, dass der/die Beschäftigte weniger als den gesetzlichen Mindestlohn erhält. Alle Arbeitnehmer werden angemessen und klar über die Lohnbestandteile einschließlich des Lohnsatzes und der Periode, für die der Lohn gezahlt wird, informiert.
>Keine überlangen Arbeitszeiten

Keine überlangen Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten müssen mit den gesetzlichen Bestimmungen und branchenüblichen Standards übereinstimmen. Von den Arbeitern darf nicht verlangt werden, dass sie regelmäßig mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, und innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen müssen sie mindestens einen freien Tag haben. Überstunden müssen freiwillig sein, dürfen 12 Stunden pro Woche nicht überschreiten und nicht regelmäßig abgefordert werden und müssen immer mit einer Mehrarbeitszulage zum Lohn kompensiert werden (ILO-Übereinkommen 1).
Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Es ist für eine sichere und hygienische Arbeitsumwelt zu sorgen und optimaler Arbeits- und Gesundheitsschutz zu fördern, der sich am aktuellen branchenbezogenen Kenntnisstand über etwaige spezifische Gefahren orientiert. Gebührende Aufmerksamkeit ist den branchenspezifischen Arbeitsrisiken zu schenken, es muss eine sichere und hygienische Arbeitsumwelt gewährleistet sein. Regeln zur größtmöglichen Unfallverhütung und Minimierung von Gesundheitsrisiken sind umzusetzen (in Anlehnung an ILO Übereinkommen 155). Körperliche Misshandlung, Androhungen körperlicher Misshandlung, unübliche Strafen oder Disziplinarmaßnahmen, sexuelle und andere Belästigungen sowie Einschüchterungen durch den Arbeitgeber sind streng verboten.
Rechtsverbindliches Beschäftigungsverhältnis

Rechtsverbindliches Beschäftigungsverhältnis

Die arbeits- und sozialrechtlichen Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten und Vorschriften, die sich aus dem regulären Beschäftigungsverhältnis ergeben, dürfen nicht umgangen werden durch den Einsatz von Leiharbeitsarrangements oder von Ausbildungsprogrammen, die nicht wirklich auf die Vermittlung von Fähigkeiten oder eine reguläre Beschäftigung abzielen. Jüngere Beschäftigte müssen die Gelegenheit erhalten, an Ausbildungs- und Trainingsprogrammen teilzunehmen.

*Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Triaz GmbH nebst Widerrufsbelehrung sowie die Verbraucherinformationen und Datenschutzhinweise. Abgabe erfolgt nur in haushaltsüblichen Mengen, ausschließlich über den Versandhandel und solange der Vorrat reicht. Für den Anspruch auf den Vorteil entspricht hierbei der Mindestbestellwert i.H.v. € 30,- dem Mindestkaufwert. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Dieser Vorteil ist mit anderen nicht kombinierbar, nicht auf andere übertragbar und nicht für preisgebundene Artikel gültig. Bei Portofrei-Aktionen/Gratisversand gilt: ausgenommen Speditionsaufschlag; nur für Lieferungen innerhalb Deutschlands; gültig auch für preisgebundene Artikel. Ein Gratis-Geschenk können Sie auch dann behalten, wenn Sie von Ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen. Ersatzlieferung vorbehalten.

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