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Weniger Plastik: 10 Tipps für Ihren Alltag #plastikfasten

Inzwischen wissen wir alle: Plastik ist ein Problem. Tatsächlich ist es sogar unser Problem, denn in Deutschland wurden 2018 so viele Kunststoff-Verpackungen produziert wie noch nie. Mit 220 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr und Kopf sind wir Europameister im Wegwerfen.
Trotzdem hält sich hartnäckig der Eindruck, das wäre in Ordnung, da wir über ein funktionierendes Recyclingsystem verfügen. Zum einen exportieren wir jedoch große Mengen unserer Abfälle nach Asien, zum anderen landet bei uns längst nicht jeder Müll in der Tonne und gelangt so mitunter über die Flüsse schlussendlich ebenfalls ins Meer.
Die beste und effektivste Lösung ist, den Plastikkonsum deutlich einzuschränken. An dieser Stelle ist jeder von uns gefragt. Denken wir um und verändern wir mit kleinen, aber wirkungsvollen Schritten unser eigenes Verhalten, dann können wir gemeinsam viel bewirken. Diese 10 Tipps helfen Ihnen dabei, weniger Plastik zu verbrauchen!

10 Tipps für weniger Plastik im Alltag

1. Für Einsteiger: Einkaufstasche mitnehmen

Seit Plastiktüten nicht mehr kostenlos sind, geht der Verbrauch bereits zurück, trotzdem sind unsere Weltmeere voll davon und jede Tüte weniger zählt. Machen Sie es sich deshalb zur Gewohnheit, nicht nur an den Einkaufszettel, sondern auch an Korb oder Tasche zu denken, wenn Sie sich auf dem Weg zum Supermarkt machen.

Sind Sie mit dem Auto unterwegs, deponieren Sie standardmäßig eine Tüte im Kofferraum. Nach der Verwendung hängen Sie diese gleich an die Haustüre, um sie vor der nächsten Autofahrt wieder an ihren Platz zurückzulegen.

Faltbare Beutel passen außerdem in jede Jackentasche und helfen bei Spontan-Einkäufen. Ein schönes Upcycling-Projekt zum Thema weniger Plastik: Eine selbst gemachte Tragetasche, die einfach ohne Nähen aus einem alten T-Shirt hergestellt wird.

Die große Tasche hängt am Arm einer Person, die eine Flasche daraus hervorholt. ©Jessica B.

Praktisch und ohne Nähen selbst gemacht: Die Upcycling-Tasche.

2. Einwegprodukte ersetzen, Mehrwegsysteme nutzen

Die EU hat inzwischen ein Verbot für Einwegplastik wie Strohhalme und Plastikgeschirr beschlossen. Auch bevor es in Kraft tritt, können Sie etwas tun und auf umweltfreundliche Alternativen ausweichen: Wer auf den Trinkhalm nicht verzichten will, kann sich eine wiederverwendbare Version aus Edelstahl, Glas oder ähnlichem zulegen.

Gleiches gilt für Pappbecher: Bringen Sie Ihr eigenes Gefäß (zur Not eignet sich auch ein Glas mit Schraubverschluss) mit oder unterstützen Sie lokale Initiativen, die Tassen gegen einen Pfandbetrag verleihen.

Apropos – unser Pfandsystem bietet eine gute Möglichkeit, den Abfall zu verringern. Möchten Sie Joghurt, Milch sowie Getränke wie Mineralwasser, Säfte & Co. im Supermarkt kaufen, greifen Sie dabei auf die Variante im Glas zurück.

3. Unverpackt einkaufen

Die beste Verpackung ist die, die gar nicht erst benötigt wird. Am weitesten kommen Sie hier bei Obst und Gemüse: Wer keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, kann im Bio- oder Hofladen sowie auf dem Markt ebenfalls aus dem Vollen schöpfen. Selbst in Supermärkten wie Rewe oder Edeka können Sie es ohne Plastik durch die Obst- und Gemüseabteilung schaffen. Nur im Discounter sieht es oft noch schlecht aus.

Wählen Sie deshalb die beste Einkaufsmöglichkeit, bringen Sie Baumwollbeutel oder Wäschesäckchen für Kleinteiliges wie Pilze oder Bohnen mit und machen Sie einen Bogen um alles Verpackte. Feldsalat gibt es nur in der Plastikschale? Greifen Sie stattdessen zum offenen Kopfsalat oder kaufen Sie ihn offen auf dem Markt. Möhren sind abgepackt oder als Bund verfügbar? Nehmen Sie den Bund und verwerten Sie das Karottengrün gleich mit.

Ein Marktstand mit Salat, Gurken, Karotten ... © CC0 / acorrinne

Gemüse ganz ohne Plastik gibts schon immer auf dem Markt. Noch ein Pluspunkt: Sie können ganz einfach saisonal einkaufen.

4. Verpflegung für unterwegs vorbereiten und „to go“ meiden

Coffee to go, fertiger Obstsalat aus dem Becher, eine Flasche Apfelschorle zwischendurch, Abendessen vom Lieferservice – wenn wir spontan und/oder bequem sind, kommt schnell einiges an Verpackungsmüll zusammen.

Besser: Unterwegs eine Trinkflasche dabeihaben, den Kaffee gemütlich vor Ort trinken und beim Lieblingsrestaurant nachfragen, ob sie die Bestellung in die mitgebrachte Dose füllen können. In wenigen Minuten ist außerdem der Obstsalat und das Mittagessen für den Ausflug oder Arbeitstag vorbereitet – als Bonus gibt es eine Extraladung Nährstoffe oben drauf.

5. Weniger Plastik im Bad: Auf unverpackte und DIY-Kosmetik umstellen

Die Körperpflege ist ein guter Ansatzpunkt, um Plastikmüll und Mikroplastik zu reduzieren. Wählen Sie zertifizierte Naturkosmetik und tauschen Sie Aufgebrauchtes aus: Haarseife ersetzt das Shampoo in der Flasche, Zahnpasta gibt es in Tabletten-Form, Zahnbürsten aus Bambus sind inzwischen in den meisten Drogerien erhältlich.

Viele Kosmetikartikel lassen sich schnell und mit wenigen Zutaten selbst herstellen: Make-up-Entferner, Badekugeln, Deo, Körperpeeling oder Lippenbalsam zu Beispiel. Und auf diverse Produkte könnten Sie vielleicht sogar ganz verzichten. Schauen Sie doch mal in Ihren Badschrank und überlegen, was Sie wirklich davon brauchen.

Von rechts nach links drei Bilder: Öl in Glasflasche, Holzzahnbürste mit Zahncreme im Glas sowie eine Dose Creme. © Jessica B. (2) / Lea M.

Mit selbst gemachter Kosmetik läst sich viel Plastik sparen: Make-up-Entferner, Zahnpasta und Mundwasser sowie Hautcreme sind nur drei DIY-Möglichkeiten fürs Bad.

6. Ran an den Herd: Selbstkochen ist keine Modeerscheinung

Nicht nur bei der Kosmetik ist DIY ein guter Ansatz, um Müll zu vermeiden. Auch wer gerne kocht, kann sich austoben und dabei einige Verpackungen sparen. Haben Sie sowieso Milch im Haus, können Sie daraus Joghurt und Frischkäse machen. Alternativ kreieren Sie aus Nüssen, Samen oder Saaten nach Wahl Ihre eigene Pflanzenmilch. Für eine leckere Erfrischung zwischendurch eignen sich zum Beispiel selbst gemachter Eistee, fruchtige Limonade oder Sirup. Wenn Sie oft Pasta essen, kann sich die Anschaffung einer Nudelmaschine lohnen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Generell gilt: Kochen Sie so oft wie möglich frisch – mit unverpackten Zutaten – und verzichten Sie auf Fertigprodukte.

7. Putz- und Waschmittel selber machen

Legen Sie sich einige Grundzutaten wie Natron, Zitronensäure, Essig und Waschsoda zu. Damit haben Sie einen kleinen Baukasten, aus dem Sie im Handumdrehen Putzmittel und Spezialreiniger für die unterschiedlichsten Zwecke herstellen können. Wenn es um selbst gemachtes Waschmittel geht, haben Sie gleich mehrere Optionen: Waschen Sie zum Beispiel mit Kastanien, Efeu oder Olivenöl-Seife.

Statt aggressiven chemischen Mitteln in sperrigen Plastikflaschen hilft oft auch schon mechanische Reinigung, also herzhaftes Schrubben mit einer guten Bürste oder einem Kupfertuch.

Ein Kupfertuch putzt eine Eisenpfanne.

Mit ein bisschen Krafteinsatz geht fieser Dreck auch ohne Chemie und Plastikbürste wieder weg. Zum Beispiel mit einem Kupferputztuch.

8. Kleidung aus Naturfasern kaufen

Ein recht großer Anteil des Mikroplastiks in den Ozeanen kommt aus unseren Klamotten. Kleinste Synthetikfasern lösen sich bei jedem Waschgang und gelangen so in den Wasserkreislauf. Achten Sie deshalb beim Kauf auf hochwertige Materialien aus Naturfasern wie Bio-Baumwolle oder Leinen. Bereits gekaufte Stücke aus Polyester & Co. müssen Sie nicht entsorgen, können diese aber im „Guppyfriend“-Waschbeutel waschen, um kein weiteres Mikroplastik freizusetzen.

9. Bei Cleanups mitmachen

Egal, ob Sie selbst beim Thema „weniger Plastik“ noch am Anfang stehen oder schon erfolgreich reduziert haben: Helfen Sie mit, die Natur von Müll zu befreien! Beteiligen Sie sich zum Beispiel an gemeinschaftlichen Cleanup-Aktionen. Dabei wird in einer Gruppe ein bestimmtes Gebiet gezielt aufgeräumt. Klingt anstrengend, macht aber Spaß. Alternativ nehmen Sie zum nächsten Spaziergang einfach eine Tüte mit und sammeln Sie ganz nebenbei ein, was andere achtlos weggeworfen haben.

10. Projekte gegen Plastikmüll unterstützen

Auch wenn wir alle erfolgreich den eigenen Konsum einschränken, bleibt die Problematik des bereits im Meer schwimmenden Mülls. Einige kluge Köpfe haben sich Gedanken über Lösungen gemacht, zum Beispiel Marcella Hansch, Gründerin von „Pacific Garbage Screening“. Gestartet ist bereits die Initiative „The Ocean Cleanup“ des Niederländers Boyan Slat oder „Making Oceans Plastic Free“ von vier Freunden aus Freiburg und Indonesien. Mit einer Spende können Sie zum Erfolg dieser oder ähnlicher Projekte beitragen.

 

Zum Weiterlesen im Waschbär-Magazin:

Zero Waste: Leben ohne Abfall – geht das wirklich?
Problem Plastikmüll: Welche Alternativen zu Plastik gibt es?
Wie gefährlich ist Mikroplastik und wie kann man es vermeiden?

 

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Bildquellen

  • upcycling-tasche: ©Jessica B.
  • marktstand: © CC0 / acorrinne
  • diy-kosmetik: © Jessica B. (2) / Lea M.
  • vermuellter-strand: © CC0 / hhach

Bei Mediendesignerin Jessica dreht sich alles um den Waschbär-Online-Shop. Offline geht es ebenfalls nachhaltig zu: Wenn sie sich nicht gerade in Zero Waste übt oder Freiburgs Natur erkundet, findet man sie wahrscheinlich in ihrer kleinen Küche. Dort kreiert sie unter der Aufsicht von Kater Shadow vegane Köstlichkeiten, über die sich regelmäßig auch die Waschbär-Kollegen freuen dürfen.

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