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Kosmetik aus der Küche – DIY-Creme

In einer flachen, geöffneten Dose ist die hellgelbe Creme zu sehen.

Haben Sie sich schon mal bewusst vor Augen geführt, wie viele Kosmetik- und Pflegeprodukte Sie tagtäglich benutzen? Gerade als Frau kommt da mitunter einiges an Tiegeln, Tuben und Fläschchen zusammen. Oft entsteht so auf Dauer eine nicht unerhebliche Menge vermeidbarer (Plastik-)Müll. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen. Natürlich kann jeder als allererstes seinen Badezimmerschrank ausmisten und sich bei jeder Tube, jeder Creme und jedem Wässerchen fragen: Brauche ich das wirklich? Oft heißt die Antwort darauf: Nein, brauche ich nicht. Manchmal muss sie aber „Ja!“ heißen. Und je nachdem, wie sehr man seinen Körper pflegen möchte oder muss, geht es ohne einige Produkte einfach nicht. Doch auch bei den unverzichtbaren Kosmetika ist mehr Umweltfreundlichkeit möglich. Zum Beispiel durch Nachfüllpackungen – oder durch Selbstgemachtes. Mit wenigen Zutaten aus der Küche kann man ohne viel Aufwand selbst Zahnpasta, Shampoo & Co. herstellen – ohne Chemie und vor allem kostengünstig.

In unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“ stellen wir Ihnen regelmäßig Anregungen und Rezepte vor. Lassen Sie sich inspirieren!

Kosmetik aus der Küche – Teil 6: Creme selbst machen

Das sind die Zutaten für Leas Creme auf einen Blick.

Wissen Sie, was in ihrer Bodylotion alles drin ist? Enthält sie zum Beispiel Mineralöl oder Mikroplastik? Und wollen Sie diese Substanzen wirklich ihrem Körper zuführen? Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers – und als unsere Außenhülle vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Sie wird zum Beispiel durch Sonne und Abgase im Alltag beansprucht. Viele Substanzen in herkömmlicher Kosmetik braucht die Haut nicht. Diese Zusätze können sogar eine Belastung sein. Schwierig wird es, wenn man herausfinden möchte, auf welche Inhaltstoffe man allergisch reagiert und versucht die Substanzen einer Creme zu analysieren.

Aus diesen Gründen ist es einfacher, eine Creme selbst zu rühren. Da wissen Sie ganz genau, was drin ist. Sie haben die Möglichkeit, mit den Zutaten zu spielen: Zum Beispiel ihr Lieblingsöl zu verwenden. Außerdem ist es so ganz einfach, die Creme auf ihre Bedürfnisse und ihren Hauttyp abzustimmen. Für mich hat sich das folgende Rezept als perfekte Hautpflege entpuppt. Auch wenn genau diese Mischung nicht für jeden anderen passt, möchte ich Sie ermuntern, es auszuprobieren und die Creme nach und nach auf Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Rezept für Leas DIY-Creme

(Hier können Sie das Rezept für Leas Creme als PDF herunterladen.)

Drei Glaser mit Butter und Öl stehen bereit.

Gleich werden diese Hauptbestandteile geschmolzen und zur Creme verrührt.

Zutaten

  • 3 EL Sheabutter
  • 4 EL Kokosöl
  • 1 EL Kakaobutter
  • 14 EL Jojobaöl
  • 4 EL frische Aloe Vera
  • 2 EL Hydrolat (Rosenblütenwasser)
  • 20 Tropfen Grapefruitkernextrakt (zur Konservierung)
  • Ätherische Öle nach Belieben (Bergamotte) – kann aber auch weggelassen werden.

Außerdem benötigen Sie: 1 Topf, 1 großes Glas zum Anrühren (ich verwende ein leeres Schraubverschlussglas vom Kokosöl), Stabmixer, leere Tiegel zum Abfüllen

Tipp: Die Tiegel für die DIY-Hautcreme müssen steril sein, um Haltbarkeit und Hygiene zu gewährleisten. Dafür können Sie hochprozentigen Alkohol zum Desinfizieren nutzen oder die Gläser und Tiegel im Backofen bei 140 °C etwa 10 min sterilisieren.

Zubereitung und Anwendung

  1. Sheabutter, Kokosöl und Kakaobutter langsam im Wasserbad schmelzen lassen, nicht zu stark erhitzen, auf keinen Fall köcheln lassen.
  2. Vom Herd nehmen, kurz abkühlen lassen.
  3. 7 EL Jojobaöl mit dem Stabmixer einrühren
  4. Die Masse 3-4 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen, bis sie eine cremige Konsistenz hat.
  5. Das restliche Jojobaöl, Aloe Vera Gel und das Hydrolat mit dem Stabmixer einrühren.
  6. Zum Schluss den Grapefruitkernextrakt und nach Belieben ätherische Öle beimischen.
  7. In Tiegel füllen und noch mal kühlstellen, bis die Creme fest ist.

Am besten tragen Sie die Creme immer auf die nasse Haut auf, z.B. nach dem Duschen oder Baden. Dabei sollte sie dünn aufgetragen werden und bei Bedarf lieber zweimal, damit nicht zu viel kostbare Creme in der Kleidung hängen bleibt.

Haltbarkeit: Die selbst gemachte Creme muss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Grapefruitkernextrakt konserviert die Creme auf natürliche Art. Trotzdem sollte sie bald aufgebraucht werden. Sie ist auch ein tolles Geschenk für Freunde.

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit selbst gemachten Cremes gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“

Teil 1: Selbst gemachter Make-up-Entferner
Teil 2: Zahnpasta und Mundwasser selbst gemacht
Teil 3: Sprudelnde Badekugeln selber machen
Teil 4: DIY-Haarpflege: Shampoo, Spülung, Trockenshampoo
Teil 5: Körperpeeling und mehr mit Kaffeesatz
Teil 7: Selbst hergestellte Lippenpflege

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Bildquellen

  • zutaten-auf-einen-blick: ©Lea M.
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  • diy-creme: ©Lea M.

Lea hat die Qualität der Textilien bei Waschbär im Blick. Als Bekleidungstechnikerin entwickelt und verbessert sie Tag für Tag die neuen Modelle der Kollektion. Als Ausgleich zum Arbeitsalltag macht sie gerne etwas mit ihren Händen: Zum Beispiel ihre eigenen Kleider nähen oder sich ein Möbelchen schreinern. In ihrer kunterbunten Küche werden Cremes gerührt, Brote gebacken und mit Freunden beisammen gesessen. Hin und wieder schaut Nachbarskatze Mausi auf einen Kontrollbesuch vorbei, ob noch alles an seinem Platz steht und eine leckere Maus auf sie wartet.

Ähnliche Beiträge

  1. Lea M.

    20 April

    Liebe Leserinnen und Leser,

    seit einiger Zeit wende ich dieses Rezept an. Dieses Rezept wurde mir, in einer ähnlichen Form, von einer Naturkosmetikerin weitergereicht. Meine Version dieses Rezeptes habe ich hier vorgestellt, um andere zu ermutigen, es einfach auch mal selbst auszuprobieren. Wie im Beitrag geschrieben sollte jeder selbst herausfinden, welche Zuaten und damit welche Creme für ihn am besten ist. Das kann natürlich auch zu einem völlig anderen Rezept als meinem hier führen.

    Mein Anspruch ist, aus einfachen Zutaten und ohne chemische Zusätze eine Creme für mich herzustellen. Dabei achte ich immer auf eine sterile Herstellung und verwende im Gebrauch am liebsten einen Glasspatel, um die Creme aus dem Tiegel zu nehmen.
    Noch ein Wort zum Grapefruitkernextrakt, das ich zur Konservierung einsetze: Diese Zutat kann selbstverständlich durch einen anderen konservierenden Stoff ersetzt werden.

    Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich keine Konservierungsstoffe verwende und die Creme keine lange Haltbarkeit hat. Daher fülle ich die fertige Creme in drei bis vier kleine Tiegel ab, stelle sie ihn den Kühlschrank oder friere sie sogar ein und habe nur eine kleine Portion im Gebrauch.

    Eine andere Möglichkeit am Anfang der Auseinandersetzung mit selbst gemachter Kosmetik ist, erstmal eine kleinere Portion Creme anzurühren. So können Sie schauen, ob sie mit der Creme und dem Rezept zurechtkommen oder nicht.

    Hier das Rezept in einer kleineren Menge:
    30g Sheabutter
    40g Kokosöl
    10g Kakaobutter
    7 EL Jojobaöl
    40g Aloe Vera
    1 EL Hydrolat (Rosenblütenwasser)
    10 Tropfen Grapefruitkernextrakt (oder anderes Konservierungsmittel)
    Ätherische Öle nach Wunsch

    Liebe Grüße,
    Lea

  2. Rike

    7 April

    Leider konserviert grapefruitkernextrakt erwiesenermaßen nicht und man hat innerhalb kürzester Zeit (schon einige Tage) eine wunderbare Pilz und Bakterienzucht aufgebaut. Pilze sind schon bis zu 6wochen bevor die creme sich sichtbar verändert in det creme.
    Kühlen verlangsamt den prozess auch nur unwesentlich.

    Es gibt einige tolle für naturkosmetik zugelassene Konservierer, dann bitte doch zu einem davon greifen.

    Und ätherische Öle bitte nicht nach belieben hinzu fügen, da diese (insbesondere bei kindern) in zu hoher dosierung gesundheitsschädlich sein können (z.b phototoxische Wirkung und sonnenbrand nach auftragen der creme im Gesichg ohne starker sonnenstrahlung ausgesetzt zu sein)

  3. Sunshine

    7 April

    Ich finde deine Creme sehr interessant und eine gute Anregung. Leider sind deine Mengenangaben sehr ungenau und EL find ich für ein Kosmetikrezept nicht angebracht. Grapefruit Kernextrakt ist kein Konservierungsmittel und mit Aloe Vera frisch hast man sehr schnell eine hässliche verkeimte Creme. Außerdem wird die Creme sich sehr schnell wieder separieren da kein wirklicher Emulgator zugefügt würde. Auch die Angabe von beliebiger Menge ätherischen Öls finde ich leider sehr unprofessionell. Ich persönlich kenne die gute Herstellpraxis von Kosmetik und leider muss ich das an deinem Rezept bemängeln. Anfänger oder Personen die sich noch nicht so sehr mit Naturkosmetik beschäftigen können durch dieses Rezept leider Schaden erleiden und darauf möchte ich dich hinweisen. Ändere deine Rezept (g statt EL und Aloe Vera Pulver, Aloe Vera Extrakt…) und füge eine vernünftige Konservierung hinzu und dann hat man immer noch eine wunderbare Creme die dann auch hält und nicht zu Entzündungen, Pickeln und eventuellen Hautschäden führt.
    Ich möchte dich hier nur konstruktiv Kritisieren und dich vor eventuellen Schäden bewahren. Ich finde deine Seite sehr schön und immer sehr gut geschrieben, dieses Rezept ist leider nicht gelungen.

    Alles Liebe und Gute

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