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Kosmetik aus der Küche: Deo aus drei Zutaten selbst herstellen

Creme-Deo in einem Glastiegel mit gelber Schleife, daneben eine gelbe Rose und Zitronenmelisse-Blätter

Haben Sie sich schon mal bewusst vor Augen geführt, wie viele Kosmetik- und Pflegeprodukte Sie tagtäglich benutzen? Gerade als Frau kommt da mitunter einiges an Tiegeln, Tuben und Fläschchen zusammen. Oft entsteht so auf Dauer eine nicht unerhebliche Menge vermeidbarer (Plastik-)Müll. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen. Natürlich kann jeder als allererstes seinen Badezimmerschrank ausmisten und sich bei jeder Tube, jeder Creme und jedem Wässerchen fragen: Brauche ich das wirklich? Oft heißt die Antwort darauf: Nein, brauche ich nicht. Manchmal muss sie aber „Ja!“ heißen. Und je nachdem, wie sehr man seinen Körper pflegen möchte oder muss, geht es ohne einige Produkte einfach nicht.

Doch auch bei den unverzichtbaren Kosmetika ist mehr Umweltfreundlichkeit möglich. Zum Beispiel durch Nachfüllpackungen – oder durch Selbstgemachtes. Mit wenigen Zutaten aus der Küche kann man ohne viel Aufwand selbst Zahnpasta, Shampoo & Co. herstellen – ohne Chemie und vor allem kostengünstig.

In unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“ stellen wir Ihnen regelmäßig Anregungen und Rezepte vor. Lassen Sie sich inspirieren!

Kosmetik aus der Küche – Teil 8: Deo selber machen

Wenn es um Deo geht, erinnere ich mich automatisch an die Mädchen-Umkleidekabine nach dem Schulsport früher. Die verschwitzten Gesichter verschwanden förmlich in Wolken von süßlichem Deo, das äußerst großzügig den ganzen Körper einhüllte. Schon damals war das nicht mein Fall. Als einige Jahre später die Diskussion um Aluminium aufkam, fühlte ich mich bestätigt, dass der Inhalt dieser Sprühdosen nicht ideal für meine Haut ist.

Draufsicht auf einen geöffneten Glas-Tiegel mit Creme-Deo, im Hintergrund eine gelbe Rose ©Jessica B.

Selbst gemacht und ergiebig: Mein Creme-Deo aus drei Zutaten.

Creme-Deo: Natürlich wirksam

Das Deo ganz wegzulassen, kam für mich aber trotzdem nicht in Frage, also habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Nach vielen Tests stieß ich eher zufällig auf Creme-Deos und fand damit die (nicht nur) für mich perfekte Lösung. Egal, welchen Aktivitäten ich nachgehe, wie heiß es draußen ist und wie lange ich unterwegs bin – mein Deo hält.

Das bedeutet übrigens nicht, dass ich gar nicht schwitze. Schwitzen ist eine natürliche Körperreaktion und reguliert die Temperatur, deshalb möchte ich es auch nicht unterbinden. Vielmehr möchte ich mich frisch fühlen und auch so riechen. Das klappt mit dem Creme-Deo immer.

Deo: Selbst gemacht aus drei Zutaten

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich der Zero-Waste-Aspekt. Ich benötige für das Deo nur drei Zutaten, die ich regelmäßig im Unverpackt-Laden nachkaufe, da ich sie sowieso ständig brauche: Kokosöl, Natron und Speisestärke. Die Bestandteile wirken antibakteriell und sorgen deshalb dafür, dass sich keine unangenehmen Gerüche bilden, da diese nur entstehen, wenn der Schweiß von Bakterien zersetzt wird. Die Herstellung des Deos ist außerdem in wenigen Minuten erledigt und das Ergebnis reicht fast für ein ganzes Jahr. Probieren Sie es aus!

In einem Teller wird das Creme-Deo angerührt, daneben steht ein Flasche mit ätherischem Öl ©Jessica B.

Zitrone, Orange, Rose, Lavendel, Pfefferminze oder etwas ganz anderes… Wählen Sie Ihren Lieblingsduft für das Deo!

Rezept für DIY-Deo

Zutaten

  • 4 EL Bio-Kokosöl
  • 4 EL Natron
  • 4 EL Speisestärke (aus Kartoffel, Mais oder Pfeilwurz)
  • Ätherische Öle nach Wahl (optional)

Zubereitung

  1. Kokosöl schmelzen.
  2. Natron und Speisestärke in einer Schüssel vermischen. Damit keine Klümpchen vorhanden sind, beide Pulver am besten sieben.
  3. Das flüssige Kokosöl nach und nach in die Mischung einrühren, bis eine homogene Creme entstanden ist.
  4. Für den Lieblingsduft noch einige Tropfen ätherisches Öl zugeben.
  5. Nun die Paste in eine Dose umfüllen. Wenn Sie lieber festes Deo nutzen möchten, füllen Sie die Masse in eine Form (z. B. Silikon-Eiswürfelform) und lassen sie im Kühlschrank aushärten. Damit es fest bleibt, weiterhin kühl lagern.
Festes Deo in Herzform auf einem gelben Teller, dekoriert mit Zitronenmelisse, daneben eine gelbe Rose ©Jessica B.

Das Deo kann auch in fester Form angewendet werden.

Anwendung des Deos

Anwendung von Creme-Deo: Der Name verrät es schon – das Deodorant wird wie eine Creme angewendet. Entnehmen Sie jeweils eine Fingerspitze voll (die perfekte Dosierung wird schnell zur Routine) und massieren Sie das Deo in die Achsel ein. Es zieht sehr schnell in die Haut ein, Sie müssen also keine Bedenken wegen Flecken auf der Kleidung haben.

Anwendung von festem Deo: Streichen Sie mit dem Deo-Stück so lange über die Achsel, bis sie ausreichend damit bedeckt ist. Ebenfalls kurz einziehen lassen.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Deo, welche Variante ist Ihr Favorit? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

 

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“

Teil 1: Selbst gemachter Make-up-Entferner

Teil 2: Zahnpasta und Mundwasser selbst gemacht

Teil 3: Sprudelnde Badekugeln selber machen

Teil 4: DIY-Haarpflege: Shampoo, Spülung, Trockenshampoo

Teil 5: Körperpeeling und mehr mit Kaffeesatz

Teil 6: DIY-Creme

Teil 7: Einfache Lippenpflege herstellen

 

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Bildquellen

  • creme-deo-im-glastiegel: ©Jessica B.
  • herstellung-creme-deo: ©Jessica B.
  • festes-deo: ©Jessica B.
  • creme-deo-selbst-gemacht: ©Jessica B.

Bei Mediendesignerin Jessica dreht sich alles um den Waschbär-Online-Shop. Offline geht es ebenfalls nachhaltig zu: Wenn sie sich nicht gerade in Zero Waste übt oder Freiburgs Natur erkundet, findet man sie wahrscheinlich in ihrer kleinen Küche. Dort kreiert sie unter der Aufsicht von Kater Shadow vegane Köstlichkeiten, über die sich regelmäßig auch die Waschbär-Kollegen freuen dürfen.

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  1. Angela

    18 Dezember

    Ich mache meine Deocreme schon länger selbst, da ich sehr empfindliche Haut habe und Deo immer schlecht vertragen habe. Da diese Creme das Schwitzen nicht unterbindet, was eigentlich gesünder ist, ist die Wirkung bei mir aber nicht ganz so gut (speziell im letzten heißen Sommer!). Im Laufe des Tages ist dann waschen und erneuern angesagt. Ich möchte aber trotzdem nie wieder herkömmliche Deos verwenden und bin mit der Verträglichkeit der Creme voll zufrieden.

  2. Martina

    8 Dezember

    Hallo,

    Ich bin begeistert und möchte es auch ausprobieren.
    Wielange ist es haltbar und sollte man es im Kühlschrank aufbewahren?

    Viele Grüße Gunilla

    • Jessica B.

      10 Dezember

      Hallo,
      die hergestellte Menge reicht mir für mehrere Monate und hält sich in dieser Zeit wunderbar.
      Das Deo steht bei mir im Badezimmer, auch im Sommer, allerdings ist es in meiner Wohnung immer recht kühl. Sollte es bei Ihnen im Bad zu flüssig werden, darf es gerne in den Kühlschrank.
      Viel Spaß beim Ausprobieren!

  3. Roswitha Hölle

    23 November

    Ich stelle mein Deo aus Wasser, Natron, etwas Alkohol und ätherischen Ölen her und gebe es in eine wiederverwendbare Sprühflasche. Vor Verwendung muss man es kräftig schütteln. Es hält bis zum Abend, aber nicht länger.

  4. Maxi

    4 Oktober

    Nachdem ich das ganze nun auch mal ausprobiert habe, möchte ich hier noch einen m.E. ganz wichtigen Punkt zum Artikel ergänzen: Dieses Deo ist schlichtweg besser als _alle_ industriellen Deos, die ich bis dato verwendet habe (Mit und ohne Alu). Es wirkt länger und auch nach einem Arbeitstag oder Sport ist man Abends noch absolut frisch unterwegs. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet.

    Unterm Strich ist es also schnell und einfach selbstgemacht, günstiger und länger wirksam als herkömmliche Deos – also auch völlig abgesehen von seiner Nachhaltigkeit eigentlich genau das Deo, was jeder haben möchte. Klasse Sache 🙂 Vielen Dank für das tolle Rezept!

  5. Marion

    13 Juli

    Ich kauf schon lang keine Deos mehr (und nehme stattdessen teilweise Kokosöl pur oder eine Mischung aus Natron und Talk, oder einen Stahlstein) – und so musste ich auch dieses Rezept gleich ausprobieren. Ich muss sagen, ich find dieses Rezept ganz toll. Ich hab auch noch ein bisschen Orangenöl dazugetan zum Spaß. Nicht nur braucht man davon wirklich nur eine Erbsengröße pro Achsel, es hält bei mir auch den ganzen Tag, ist überhaupt nicht unangenehm oder klebrig oder hautreizend. Im Moment ist es zu meinem Lieblingsdeo geworden. Vielen herzlichen Dank für das Rezept!

  6. Marieke

    3 Juli

    Die Speisestärke zieht wahrscheinlich nicht in die Haut ein. Macht sie keine weißen Flecken auf der Kleidung?

    • Jessica B.

      3 Juli

      Ich habe tatsächlich weder Rückstände auf der Haut noch auf der Kleidung… 🙂

  7. Sabrina

    29 Juni

    Gibt es eine Alternative zu dem Kokosöl? Ich möchte Tropenöle vermeiden, da durch die massenhafte Verwendung von Kokos- und Palmöl tausende Quadratkilometer Regenwälder abgeholzt und durch Monokulturen ersetzt werden..
    Danke schon mal!! 🙂

    • Jessica B.

      2 Juli

      Schwierig… Der Vorteil bei Kokosöl (ich verwende ein Bio-Fair Trade-Produkt) ist, dass es bei Zimmertemperatur fest/cremig ist, einen niedrigen Schmelzpunkt hat und schnell in die Haut einzieht. Außerdem enthält es viel Laurinsäure mit antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften – wirksam gegen den Schweißgeruch.

      Mit einem anderen Öl 1:1 ersetzen würde ich es deshalb eher nicht, sondern eher nach Rezepten ganz ohne Kokosöl schauen 🙂 Ich habe z.B. schon Erfahrungsberichte gelesen, in denen Natron pur auf die Haut aufgetragen oder zusammen mit Wasser (1-2 TL auf 100 ml) und ätherischen Ölen ein Sprühdeo hergestellt wurde.

      Vielleicht ist das etwas für Sie? Falls Sie es ausprobieren, berichten Sie doch gerne, ob das eine gute Alternative darstellt 🙂

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