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Die Wirkung ätherischer Öle – welches Öl ist wofür gut?

Ätherische Öle stehen in braunen Fläschen auf einem Holztisch.

Düfte betören die Sinne. Auf dieser Erkenntnis basiert unter anderem die Parfumherstellung. Duftstoffe und Pflanzenteile werden schon seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen für rituelle, kosmetische oder therapeutische Zwecke eingesetzt. Infrage kommen dafür Pasten, Salben oder Räucherwerk. Im alten Ägypten beispielsweise wurden Verstorbene mit Zedern-Öl eingerieben, um sie für die Nachwelt zu konservieren. Auch bei uns sind die sanften Duftmittel zunehmend beliebt. Ätherische Öle enthalten Stoffe, die eine positive Wirkung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden haben können und vielseitig anwendbar sind.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Sie werden aus frischen Pflanzenteilen wie Blüten, Blättern, Wurzeln und Zweigen, aber auch aus ganzen Pflanzen gewonnen. Je nach Pflanzenart unterscheiden sie sich in ihren Duftaromen, Eigenschaften und Anwendungsbereichen.

Hauptbestandteile dieser komplexen biochemischen Stoffgemische sind Terpene und Phenole. Ein duftendes Öl kann Hunderte Einzelstoffe mit verschiedensten Wirkungen enthalten. Anders als herkömmliche Öle hinterlassen sie jedoch keinen Fettfilm. Ätherische Öle sind vielseitig einsetzbar: in der Aromatherapie, als pflanzliches Heilmittel, in der Naturkosmetik, zum Selbermachen von Parfums und Kosmetika, als Raumduft und sogar beim Kochen.

In der freien Natur dienen die ätherischen Öle den Pflanzen, um sich gegen Bakterien, Schädlinge oder Pilze zu behaupten. Sie locken Insekten zur Bestäubung an und schützen sie vor zu viel Sonnenlicht oder zu hohem Wasserverlust. Öldrüsen in verschiedenen Pflanzenteilen produzieren diese Duft- und Aromastoffe.

Das Wort „ätherisch“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „die Weite des Himmels“. Diese poetische Beschreibung bezieht sich auf den leicht flüchtigen Charakter der Substanzen. In Verbindung mit Luft verdunsten sie schnell. Deshalb sollten Sie die Fläschchen, in denen die wertvollen Essenzen meist angeboten werden, nach Gebrauch immer gut verschließen.

Wie werden ätherische Öle hergestellt?

Die Herstellung ist aufwändig. Um eine geringe Menge Öl zu produzieren, sind manchmal einige Tausend Blüten erforderlich. Das erklärt, warum beispielsweise Rosenöl so teuer ist. Das Produktionsverfahren richtet sich nach der Art der Pflanzenteile. Am häufigsten wird das schonende Verfahren der Wasserdampfdestillation angewandt. Es spaltet die Duftmoleküle in ätherische Öle und Pflanzenwasser (Hydrolate) auf. Letztere sind ein kostbares „Nebenprodukt“, das in der Naturkosmetik vielfältige Verwendung findet, zum Beispiel für Gesichtswasser oder Parfum.

Öle aus den Schalen von Zitrusfrüchten werden durch mechanische Auspressung, die sogenannte Expression, gewonnen. Da es sich hier um native, das heißt naturreine Extrakte handelt, ist Bio-Qualität besonders empfehlenswert. Die Hauptbestandteile ätherischer Öle lassen sich auch synthetisch herstellen. Sie erzielen jedoch nicht denselben Wirkungsgrad. Unverfälschte ätherische Öle sind an der Bezeichnung „100 Prozent naturrein“ zu erkennen.

Wie wirken ätherische Öle?

Die Erkenntnis, dass Pflanzen Heilkräfte besitzen und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken können, geht auf jahrhundertealte Erfahrungen zurück. Schon im Mittelalter setzte die Äbtissin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen Pflanzen und Kräuter als natürliche Heilmittel zur Linderung von Seelenzuständen und Krankheitssymptomen ein. Dieses Wissen ist bis heute überliefert und hat sich mit der Zeit kontinuierlich verfeinert.

Wie man inzwischen aufgrund zahlreicher Studien weiß, enthalten ätherische Öle schützende, heilende und pflegende Wirkstoffe. Je nach Art der Anwendung werden sie über die Schleimhäute der Nase oder über die Haut aufgenommen. Die Riechnerven in der Nase senden ein Duftsignal an das limbische System, den Sitz des Geruchssinns und der Emotionen im Gehirn. Dieses aktiviert die Ausschüttung von Botenstoffen, die eine Veränderung der Stimmungslage bewirken.

Ein Aroma-Diffuser verteilt den Duft ätherischer Öle im Raum. © Waschbär

Mit einem Aroma-Diffuser kann der Duft ätherischer Öle dezent im Raum verteilt werden.

Bei der äußerlichen Anwendung wie der Massage dringen die Wirkstoffe über die Zellmembranen der Haut in den Körper ein. Dort sollen sie den Organismus stimulieren. Auch über den Magen kann sich die gesundheitsfördernde Wirkung ätherischer Öle (zum Beispiel antibakteriell, verdauungsfördernd oder vitalisierend) entfalten. Die Aromaküche nutzt ätherische Öle zur Verfeinerung von Gerichten. In vielen Gewürzen, wie beispielsweise Ingwer, Thymian oder Pfefferminz, sind wertvolle Substanzen enthalten. Die Aromenverordnung bildet die gesetzliche Grundlage für den Einsatz ätherischer Öle im Lebensmittelbereich.

Welche Wirkung hat welches ätherische Öl?

Eines der Hauptanwendungsgebiete für ätherische Öle ist die Aromatherapie. Ihr Ansatz: Die natürliche Heilkraft der Pflanzen soll seelische und körperliche Beschwerden lindern sowie Körper, Seele und Geist wieder in Einklang bringen. Für die Therapie stehen einzelne Essenzen und besonders kraftvolle Kompositionen aus verschiedenen Duft- und Heilpflanzen zur Wahl. Welche Öle zum Einsatz kommen, hängt vom Therapieziel ab.

Auf geistig-seelischer Ebene unterscheidet die Aromatherapie zwischen verschiedenen Wirkungsweisen:

  • stimmungsaufhellend, zum Beispiel Mandarine
  • erdend, etwa Vetiver
  • entspannend, beispielsweise Muskatellersalbei
  • vitalisierend, zum Beispiel Minze
  • harmonisierend, wie etwa Jasmin

Einige Öle haben eine so vielschichtige Zusammensetzung, dass sie sogar mehrere Wirkungen parallel entfalten.

Der Anwendung bestimmter ätherischer Öle auf der Haut wird eine gesundheitsfördernde Wirkung auf körperlicher Ebene zugeschrieben. So soll Teebaum antibakteriell, Thymian antiviral und Kardamom schleimlösend wirken.

Wie wendet man ätherische Öle an?

Je nach ihrer Wirkung lassen sich ätherische Öle auf unterschiedliche Weise anwenden. Ob als Raumduft oder im selbst hergestellten Parfum – mit ätherischen Ölen können Sie die verschiedensten Düfte in Ihr Zuhause bringen.

Ätherische Öle als Raumduft

Ätherische Öle eignen sich sehr gut als Raumduft. Hierfür können Sie zum Beispiel einen Diffuser, eine Duftlampe, einen Duftspender oder einen Duftstein verwenden. Auch als Raumspray lassen sich die Öle gut verteilen.

Selbst gemachte Kosmetik: Massageöl oder Badezusatz

Massageöl können Sie ganz einfach selbst herstellen. Einige Tropfen ätherisches Öl mit einem hochwertigen neutralen Basisöl, zum Beispiel Mandelöl vermischen. Wer mag, kann mehrere verschiedene Duftrichtungen miteinander kombinieren. Gut schütteln – fertig!

Zwei Glasdosen mit selbst gemachten Massageöl stehen auf einem bunten Gartentisch. © Karolina K.

Massageöl lässt sich mit ätherischem Öl oder Blüten und Kräutern herstellen.

Auch als Badezusatz für eine Wellness-Auszeit lassen sich ätherische Öle einsetzen. Damit sich das Öl mit dem Wasser verbindet, benötigen Sie für Letzteres jedoch einen Emulgator, wie zum Beispiel Milch.

Ätherisches Öl für ein selbst hergestelltes Mundwasser

Für ein selbst gemachtes Mundwasser einfach etwas abgekochtes Wasser mit ein wenig Natron und ein paar Tropfen Teebaum- oder Minzöl vermischen.

Wohltuendes Dampfbad

Wohltuend ist auch das Inhalieren über dem Wasserbad oder dem Inhalator bei Erkältung. Hierfür eignet sich beispielsweise Eukalyptus. Teebaumöl ist eine prima Beigabe für ein Gesichtsdampfbad gegen unreine Haut. Als Zusatz für den Saunaaufguss ist Kiefer sehr beliebt.

Parfum selbst herstellen

Eine kleine Sprühflasche, Alkohol und ätherische Öle mit Ihren Lieblingsduftnoten genügen für den Anfang, um ein Parfum herzustellen. Bestimmte Ölmischungen sind dafür besonders zu empfehlen: Zitrusöle harmonieren mit fast allen Ölen, beispielsweise mit Nadelölen. Für eine harmonisierende, stimmungsaufhellende Note eignet sich eine Kombination aus Zitrus- und blumigen Düften. Blumige Düfte in Verbindung mit schweren, holzigen Düften wirken beruhigend und erdend. Wenn Sie ein festes Parfüm selbst machen wollen, finden Sie im Waschbär-Magazin auch dafür eine Anleitung.

Festes Parfüm liegt in kleine Döschen gefüllt auf einem Holztisch. © Jessica B.

Wenige Tropfen ätherisches Öl reichen, um ein duftendes Parfüm herzustellen.

Was ist bei ätherischen Ölen zu beachten?

  • Achten Sie auf den Hinweis „100 Prozent naturrein“ – am besten in Bio-Qualität.
  • Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. Sparsam und verdünnt verwenden.
  • Nicht direkt auf die Schleimhaut geben. Auf die innere Anwendung verzichten.
  • Möglichst mit einer Glaspipette entnehmen und die Flasche immer fest verschließen.
  • Am besten klein beginnen und verschiedene Öle erst einmal ausprobieren.
  • Das ätherische Öl mit einem Trägeröl verdünnen, bevor es auf die Haut aufgetragen wird. Die besten Stellen für das Auftragen befinden sich hinter den Ohren, auf den Fersen oder auf dem Rücken. Das Öl in die Handfläche geben und verreiben.
  • Wer zu Allergien neigt: vor der Anwendung auf einer kleinen Hautstelle testen. Sofern nach fünf bis zehn Minuten Hautrötungen entstehen, besser auf das Öl verzichten.
  • Vorsicht ist auch geboten bei Schwangeren, Kleinkindern und Menschen, die unter einer Epilepsie leiden oder Bluthochdruck haben.
  • Achten Sie auf die je nach Anwendungsgebiet gesetzlich vorgeschriebene Deklaration auf den Produkten.
  • Beachten Sie die Gefahrenhinweise des Herstellers.
Auf einem Holztisch stehen drei Flaschen mit ätherischen Ölen neben einigen Lavendelzweigen. © Waschbär

Im Waschbär-Shop finden Sie naturreine ätherische Öle.

Ätherische Öle: Wirkung und Infos im Kurzporträt

Orangenöl

Der fruchtig-frische aromatische Duft sonnengereifter Orangen hellt die Stimmung auf und sorgt für gute Laune im ganzen Haus. Wenige Tropfen genügen, um Räume oder die Wäsche mit einer lebendigen Note aufzufrischen. Einfach in die Duftlampe, den Diffuser oder in das Weichspülfach der Waschmaschine geben.

Zitronenöl

Hebt die Stimmung, fördert die Konzentration und belebt. Das macht das 100 Prozent naturreine Zitronenöl – und Zitrusdüfte generell – so beliebt. Einfach ein paar Tropfen in das Putzwasser, das Weichspülfach oder in die Duftlampe geben und der Tag gehört Ihnen.

Lavandinöl

Holen Sie sich den aromatischen Duft der Provence ins Haus! Lavandin (Hybrid-Lavendel) klärt, erfrischt und beruhigt. Als Raum- und Wäscheduft sowie als Zusatz im Putzwasser geeignet. 100 Prozent naturrein. Extrem sparsam zu verwenden. Das Lavendel Gute-Nacht-Spray einfach mit zwei bis drei Sprühstößen auf Ihr Kopfkissen geben und sich wie im Urlaub in Frankreich fühlen.

Zirbelkieferöl

Wie Waldbaden … Der holzig-aromatische Duft des 100 Prozent naturreinen Öls aus Zweigen und Nadeln der Zirbelkiefer bewirkt nachhaltige Erholungseffekte und unterstützt die Konzentrationsfähigkeit. Nur verdünnt verwenden!

Als Haut- und Massageöl fünf Tropfen mit 50 Millilitern Öl, zum Beispiel Mandelöl, mischen. Als Badezusatz zehn bis 15 Tropfen mit vier Esslöffeln Sahne oder Milch mischen und ins Badewasser geben. Ein Zirbenduft-Spray eignet sich sehr gut als Raumduft und auf Reisen.

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Bildquellen

  • aroma-diffuser: © Waschbär
  • massageoel-in-kleinen-glasdosen: © Karolina K.
  • festes-parfuem-mit-aetherischem-oel: © Jessica B.
  • aetherische-oele-neben-lavendelzweigen: © Waschbär
  • aetherische-oele-in-braunglas: © Waschbär

Die Redakteurin Katrin Speer liebt das Spiel mit Worten. Ihre Leidenschaft gilt besonders der französischen Sprache, die sie nicht zuletzt während ihres Romanistikstudiums und bei zahlreichen Frankreich-Aufenthalten intensiv kennenlernen durfte. Doch Kommunikation und Sprache sind nicht das Einzige, wofür sich die vielseitige Powerfrau begeistert. Seit langem befasst sie sich beruflich und privat dem Thema Nachhaltigkeit. Vor allem nachhaltiges Reisen, kulinarische Genüsse, Naturkosmetik und nachhaltige Mode liegen ihr am Herzen. Sie liebt Kunst und Kultur in allen Facetten. Ruhe und Entspannung findet sie beim Stricken, Lesen und am Meer.

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