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Kosmetik aus der Küche – DIY-Haarpflege

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Haben Sie sich schon mal bewusst vor Augen geführt, wie viele Kosmetik- und Pflegeprodukte Sie tagtäglich benutzen? Gerade als Frau kommt da mitunter einiges an Tiegeln, Tuben und Fläschchen zusammen. Oft entsteht so auf Dauer eine nicht unerhebliche Menge vermeidbarer (Plastik-)Müll. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen. Natürlich kann jeder als allererstes seinen Badezimmerschrank ausmisten und sich bei jeder Tube, jeder Creme und jedem Wässerchen fragen: Brauche ich das wirklich? Oft heißt die Antwort darauf: Nein, brauche ich nicht. Manchmal muss sie aber „Ja!“ heißen. Und je nachdem, wie sehr man seinen Körper pflegen möchte oder muss, geht es ohne einige Produkte einfach nicht. Doch auch bei den unverzichtbaren Kosmetika ist mehr Umweltfreundlichkeit möglich. Zum Beispiel durch Nachfüllpackungen – oder durch Selbstgemachtes. Mit wenigen Zutaten aus der Küche kann man ohne viel Aufwand selbst Zahnpasta, Shampoo & Co. herstellen – ohne Chemie und vor allem kostengünstig.

In unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“ stellen wir Ihnen regelmäßig Anregungen und Rezepte vor. Lassen Sie sich inspirieren!

Kosmetik aus der Küche –Teil 4: Haarpflege einfach selbst gemacht

Kosmetik selbst herstellen klingt erst einmal aufwendig, muss es aber gar nicht sein. Im Vorratsschrank in der Küche warten bereits viele Zutaten, die auch im Badezimmer Anwendung finden können. Das Beste: Sie sparen Geld, Verpackung und wissen genau, was drin ist.

Gerade bei Shampoos, Conditioner und Kuren aus dem Drogeriemarkt sind die Zutatenlisten lang und voller unbekannter Begriffe. Ob das so gut für die Haare ist? – Sicher ist jedenfalls, dass es für eine gute, stressfreie Pflege keiner bunten Fläschchen oder Döschen bedarf. Inzwischen gibt es nämlich viele erprobte Möglichkeiten, die Haare ohne herkömmliches Shampoo zu waschen. Vieles davon ist gar nicht so neu, sondern viel mehr eine Rückkehr zu Großmutters Methoden. So brauche ich für meine Haarwäsche nur noch zwei Dinge: Roggenmehl und Apfelessig.

Rezept für Roggenmehl-Shampoo

Das selbst gemachte Shampoo ist leicht beige und wurde in einer Glasschale angerührt.

©Jessica B.

Das angerührte Shampoo aus Roggenmehl.

Das brauchen Sie:

  • 2-5 EL Roggenmehl Typ 1150 (Menge individuell nach Haarlänge)
  • Wasser

Zubereitung und Anwendung

Mehl in eine Schüssel geben, nach und nach mit dem Schneebesen ein wenig Wasser einrühren, bis schließlich eine shampooähnliche Konsistenz erreicht ist. Die Mischung sollte direkt vor der Haarwäsche angerührt werden, frisch eignet sie sich am besten.

Das Ganze wird wie gewohnt angewendet: Haare nass machen, Roggenmehl-Shampoo einmassieren, kurz warten und dann sorgfältig ausspülen. Neu ist nur, dass kein Schaum entsteht.

Wichtig: Gerade wenn man lange silikonhaltiges Shampoo verwendet hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Haare zuerst an die neue Methode gewöhnen müssen. Die Umstellungsphase ist völlig individuell und kann ein paar Tage bis mehrere Wochen dauern. Es lohnt sich aber auf jeden Fall – auch weil die Haare danach für gewöhnlich langsamer nachfetten.

Rezept für Apfelessig-Haarspülung

Bio-Apfelessig ist eine gute Basis für eine saure Rinse.

©Jessica B.

Der Essig muss verdünnt werden wie hier in der Glasflasche.

Das brauchen Sie:

  • 1-2 EL Apfelessig (alternativ Zitronensaft)
  • 200-500 ml Wasser (Menge individuell nach Haarlänge)

Zubereitung und Anwendung

Essig in einen (Mess-)Becher geben. Nach der Haarwäsche mit warmem Wasser auffüllen und langsam über die Haare gießen. Die saure Rinse kann nach 1-2 Minuten ausgespült werden, das ist aber kein Muss. Spätestens wenn die Haare trocken sind, verfliegt der Essiggeruch und hinterlässt weiches, glänzendes Haar.

Rezept für Trockenshampoo

Maisstäke wurde mit etwas Kakao vermischt.

©Jessica B.

Eine Zutat (bei dunkeln Haaren ergänzt durch Kakao) ergibt ein wunderbares Trockenshampoo.

Das brauchen Sie:

  • Maisstärke
  • Kakaopulver

Zubereitung und Anwendung

Für dunkle Haare: Die Stärke mit ein wenig Kakaopulver vermischen. Bei hellen Haaren nur Maisstärke nehmen.

Das Pulver nach und nach am Haaransatz auftragen und mit einem Kamm im Haar verteilen. Die Stärke muss ins Haar eingearbeitet werden. Am besten Sie starten mit einer kleinen Menge und dosieren vorsichtig.

Übung macht den Meister: Auch bei selbst gemachter Haarpflege

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es unter Umständen mehrere Anläufe benötigt, die persönlich beste alternative Haarpflege zu finden. Hier gilt: Versuch macht klug!

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit Haarwäsche ohne Shampoo gemacht? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

 

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“

Teil 1: Selbst gemachter Make-up-Entferner
Teil 2: Zahnpasta und Mundwasser selbst gemacht
Teil 3: Sprudelnde Badekugeln selber machen
Teil 5: Körperpeeling und mehr mit Kaffeesatz
Teil 6: DIY-Creme
Teil 7: Selbst hergestellte Lippenpflege

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Bildquellen

  • diy-shampoo: ©Jessica B.
  • diy-saure-rinse: ©Jessica B.
  • diy-trockenshampoo: ©Jessica B.
  • zero-waste-haarpflege: ©ghtr

Jessica bastelt als Mediendesignerin schicke Grafiken für die Waschbär-Onlinewelt. Wenn sie nicht gerade über Themen wie Zero Waste meditiert oder Freiburgs Natur erkundet (gerne auch beides gleichzeitig), findet man sie wahrscheinlich in ihrer kleinen Küche. Dort probiert sie unter strenger Aufsicht von Kater Shadow neue vegane Rezeptideen aus.

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