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Saisonkalender August – Obst und Gemüse regional und saisonal einkaufen

Links zu sehen ist ein Ausschnitt aus dem Saisonkalender August, rechts trägt eine Frau einen Korb mit Gemüse.

Im August dürfen wir noch einmal die ganze Vielfalt an frischem Beerenobst wie Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren genießen. In den Folgemonaten wird das Angebot auf dem Saisonkalender nach und nach knapper. Den Abschied versüßen uns aber die ersten regionalen Sommersorten von Apfel und Birne. Nicht nur die Beeren, sondern auch die üppige Auswahl an Gemüse der vergangenen Monate bleibt uns erhalten und wird durch neue Sorten bereichert. Welche das sind und was Sie daraus zaubern können, erfahren Sie im Saisonkalender August. 

Saisonkalender August – ein Überblick

Eine Ernährung mit regionalem und saisonalem Obst und Gemüse bietet viele Vorteile. Minimale Transportwege sorgen dafür, dass Obst und Gemüse dann geerntet werden, wenn sie auch wirklich reif sind. Somit enthalten sie mehr Vitamine und schmecken gleichzeitig besser. Zudem werden beim Transport deutlich weniger Emissionen ausgestoßen. Ein Saisonkalender hilft Ihnen den Überblick zu behalten, welches Obst und Gemüse gerade auf heimischem Boden wächst.

Der August stellt viele leckere Obst- und Gemüsesorten bereit. Einen Überblick liefert Ihnen diese Grafik.

Hier können Sie die Grafik als PDF herunterladen und ausdrucken. 

Die Grafik zeigt viele Obst- und Beerensorten aus dem Saisonkalender August. © Waschbär

Im August können Sie sich über saftige Zwetschgen und süße Beeren freuen.

Im Saisonkalender August gibt es viel regionales Gemüse. © Waschbär

Aus dem saisonalen Gemüse kann man im August gesunde und frische Gerichte zaubern.

Sowohl Obst- als auch Gemüsesorten sind im Saisonkalender August in der Grafik zu sehen. © Waschbär

Im August bietet die Natur uns eine große Fülle an Obst und Gemüse an.

Saisonkalender August: saisonales Obst und Gemüse aus Freilandanbau

Im August hat der Sommer seinen Höhepunkt erreicht. Während Lager und geschützter Anbau nur wenig regionales Obst und Gemüse liefern, ist das Angebot aus Freilandanbau jetzt am größten. Da heißt es: noch einmal zuschlagen und genießen! Denn bald klopft auch schon ganz sachte der Herbst an die Tür.

Sommeräpfel – das macht sie so besonders

Nach der kurzen Apfelflaute gibt es im August wieder die Chance auf regionale Äpfel frisch vom Baum. Die sogenannten Früh- oder Sommeräpfel werden bis Mitte September angeboten – allerdings nur in kleinem Stil. Denn aufgrund ihrer kurzen Lagerfähigkeit sind sie für den Handel nicht besonders interessant. Man findet sie stattdessen eher auf Wochen- und Hofmärkten. Zu den bekanntesten Sorten zählen neben dem (weißen) Klarapfel, Geneva Early, Julka und Retina. Aromatisch stehen die Frühäpfel den lagerfähigen Äpfeln in nichts nach. Im Gegenteil: Sommeräpfel bieten geschmacklich oftmals eine größere Vielfalt, erinnern zuweilen an exotisches Obst oder haben sogar eine zimtige Note. Wer bei den Sommeräpfeln zu großzügig zugegriffen hat, der erfährt bei unseren Rezeptideen zur Apfelverwertung, wie sich die Äpfel am schlausten verwerten lassen, sodass nichts im Biomüll landet. Oder Sie backen einfach diesen herrlichen gedeckten Apfelkuchen nach?

Birne – die kleine Schwester des Apfels

Der Volksmund rät bekanntlich davon ab, Äpfel mit Birnen zu vergleichen – zu unterschiedlich seien sie. Aber ist das wirklich so? Immerhin handelt es sich bei beiden Obstsorten um Rosengewächse. Und auch bei Farbe und Form sind je nach Sorte kaum Unterschiede zu erkennen. Doch spätestens, wenn man in das aromatische Fruchtfleisch beißt, weiß man, dass man es mit einer Birne zu tun hat. Das Fruchtfleisch ist nicht nur weicher und saftiger, sondern auch süßer als das des Apfels. Wobei die Birne keinen höheren Zuckergehalt hat, sondern lediglich weniger Säure als ihr Bruder, der Apfel.

Und noch einen Unterschied gibt es: Denn während der Apfel schon seit Jahren als das Lieblingsobst der Deutschen gilt, fristet die Birne eher ein Schattendasein. Das zeigt auch ein Blick auf die Anbauflächen: Dem Apfel kommen circa 34.000 Hektar Anbaufläche zu, der Birne lediglich 2.000 Hektar. Doch die Birne muss sich kulinarisch keineswegs hinter ihrem großen Bruder verstecken. Neben den Klassikern „Birne Helene“ und dem Obstbrand „Williams Christ“ gibt es auch wunderbare Kuchenrezepte, die das besondere Aroma der Birne zur Geltung bringen. Wie wäre es zum Beispiel mit Rotweinkuchen mit versunkenen Birnen

Der selbst gebackene Birnenkuchen steht auf einem gedeckten Tisch. © Waschbär

Der saftige Birnenkuchen ist auf Festen ein echter Hingucker.

Bereichern nun den Saisonkalender: saftige Brombeeren

Die bunte Beerenauswahl wird im Saisonkalender August von der Brombeere bereichert. Ihre tief dunkelblaue, fast schwarze Farbe erhält die Brombeere durch den Stoff Anthozyan. Dieser wirkt antibakteriell und bindet freie Radikale. So schützt er unsere DNA und wirkt dem Alterungsprozess entgegen. Dass sich die Super-Beere unter den richtigen Bedingungen „wie Unkraut“ ausbreitet, ist des einen Freud, des anderen Leid. Wandersleute im Wald genießen die kleine Wegzehrung, die ihnen die ausladenden Brombeersträucher bieten. Gartenfans hingegen bringt die störrische Pflanze zum Fluchen, da sie kaum zu bändigen ist. Dabei stecken nicht nur die Beeren selbst voller gesunder Inhaltsstoffe, auch die Brombeerblätter haben es in sich. Bereits seit dem Mittelalter weiß man um ihre heilsame Wirkung, zum Beispiel bei Durchfall. Zu diesem Zweck werden die Blätter fermentiert und als Schwarztee aus Brombeerblättern aufgegossen. Sie können aber auch roh, zum Beispiel im Smoothie, verzehrt werden. Wenn Sie es süß mögen, können Sie große Mengen zu leckeren Sirup-Brombeeren verarbeiten. Wer noch mehr über die gesunde Waldfrucht erfahren möchte, findet im Waschbär-Magazin Wissenswertes zu Brombeeren.

Nicht ein und dasselbe: Pflaume und Zwetschge 

Sobald die Pflaumen- und Zwetschgensaison startet, stellt sich jedes Jahr wieder unweigerlich die Frage: Pflaume und Zwetschge – ist das nicht dasselbe? Und das, obwohl sich die beiden Steinfrüchte optisch stark unterscheiden. Die Pflaume zeichnet sich durch ihre runde Form und glänzend rot-violette Schale aus. Ihr Fruchtfleisch ist orange. Die Zwetschge hingegen hat eine längliche Form. Ihre Schale ist matt und dunkellila, ihr Fruchtfleisch gelb. Also eigentlich ganz einfach.

Reife Zwetschgen hängen an einem Zwetschgenbaum. © CC0 / Shahab Vejdanian

Aus diesen reifen Zwetschgen können Sie süßen Kuchen oder ein herzhaftes Chutney zubereiten.

Woher die Zwetschge ihren ungewöhnlichen Namen hat, ist nicht eindeutig belegt. Man geht davon aus, dass er auf ihr Ursprungsgebiet rund um Damaskus verweist. Über die Jahrhunderte und Sprachgrenzen hinweg soll sich dann (mit etwas Fantasie) das Wort „Zwetschge“ geformt haben. Was sicherer ist: Zwetschgen und Pflaumen eignen sich hervorragend für saftige Kuchen, gern mit einem Klecks Sahne, die die leichte Säure des Obsts abmildert. Nicht ganz so bekannt, aber nicht weniger lecker, sind Chutneys aus Pflaumen oder Zwetschgen. Chutneys sind dickflüssige, herzhaft-süße Soßen und stammen aus der indischen Küche. Hierzulande bestehen sie meist aus grob püriertem Obst, das mit verschiedenen Gewürzen pikant zubereitet wird. Hier ein schnelles Rezept zum Ausprobieren.

Das benötigen Sie für das Zwetschgen-Chutney

  • 400 g Zwetschgen
  • 1 Zwiebel
  • 2 cm Ingwer
  • 80 g Zucker
  • 5 EL Balsamicoessig
  • 4 Sternanis
  • 1/2 TL Nelkenpulver
  • ½ TL Zimt

So bereiten Sie das Zwetschgen-Chutney zu

  1. Zwetschgen waschen und entkernen. Zwiebel und Ingwer schälen. Alles klein schneiden. 
  2. Balsamicoessig und Zucker in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  3. Mit Gewürzen nach Belieben abschmecken.
  4. Bei niedriger Hitze ca. 30 Minuten lang unter ständigem Rühren einkochen lassen. 

Das Chutney passt besonders gut als Aufstrich zu Käseplatten und eignet sich, abgefüllt in kleine Gläschen, als charmantes Mitbringsel.

Auch im Saisonkalender August: Tafeltrauben

Wenn der Herbst näher rückt, finden sich die heimischen Kelter- und Tafeltrauben im Saisonkalender. Die Keltertrauben werden zur Weinproduktion gezüchtet und in der Weinlese, regional auch „herbsten“ genannt, geerntet. Aufgrund der zuletzt heißen Sommer findet das Herbsten aber oft bereits im August statt. Die Tafeltrauben hingegen sind zum direkten Verzehr gedacht und haben größere Beeren als die Keltertrauben. Außerdem besitzen sie eine dünnere Schale und weniger Säure. Ein weiterer Unterschied: Durch gezielte Züchtung haben Tafeltrauben oftmals kaum oder sogar gar keine Kerne mehr. Das kommt vielen entgegen, doch entgeht ihnen so ein gesundheitlicher Vorteil. Denn in den Traubenkernen stecken entzündungshemmende Stoffe. Um sie bestmöglich aufnehmen zu können, sollte man sie zerbeißen – auch wenn sie etwas bitter schmecken.

Tafeltrauben hängen an einer Rebe. © CC0 / Lorenzo Ranuzzi

Durch die dünnere Schale der Tafeltrauben eignen sich die runden Früchte gut zum Naschen.

Pastinake – eine alte Sorte hat nun Saison

Über Jahrhunderte hinweg war die Pastinake ein wichtiger Bestandteil des regionalen Speiseplans. Doch durch die Entdeckung der Kartoffel in Südamerika geriet sie in Vergessenheit. Seit einigen Jahren feiert die würzige Knolle aber nun ihr Comeback in den heimischen Küchen. Kein Wunder, denn aromatisch ist die Pastinake der Kartoffel weit überlegen. Ihr fein nussiges, leicht süßliches Aroma kommt nicht nur gedünstet zur Geltung, sondern auch in Suppen oder püriert. Und wer gerne zu Knabbereien greift, für den sind frittierte Pastinaken-Sticks eine leckere Alternative zu den altbekannten Kartoffelchips. Beim Kauf lohnt es sich übrigens, nach kleineren Knollen Ausschau zu halten, denn die sind zarter und besonders schnell gar.

Eine Rübe mit Geschichte: die Steckrübe 

Zugegeben, das Image der Steckrübe ist nicht das beste. Der Name ist für viele mit Arme-Leute-Essen und Verzicht verbunden. Und das kommt nicht von ungefähr: Im Ersten Weltkrieg herrschte in Deutschland eine große Hungersnot, der sogenannte Steckrübenwinter. Alles war knapp, aber an Steckrüben mangelte es nicht. Die runden Rüben waren und sind reich an unterschiedlichen Vitaminen und enthalten dazu auch noch viele überlebenswichtige Mineralien. Diese Vorzüge führten dazu, dass die Menschen kreativ wurden und aus den Rüben alles zubereiteten, was man so schmerzlich vermisste: Neben Steckrübensuppe waren das zum Beispiel Steckrübenkoteletts und -marmelade bis hin zu Pudding. Kein Wunder also, dass man nach Kriegsende erst einmal genug von der vermeintlich vielseitigen Rübe hatte.

Mittlerweile ist die Steckrübe wieder ein gern gesehener Gast im Restaurant und in der heimischen Küche. Denn abseits von Steckrübeneintopf und -pudding gibt es noch viele weitere Zubereitungsmöglichkeiten – sei es als Püree oder Rösti. Und auch der Verzehr als Rohkost ist möglich. 

Unkompliziert und lecker: Zuckermais im Saisonkalender August

Zuckermais begegnet uns im Supermarkt meist in vakuumierter Form oder in Konservendosen. Doch von August bis circa November gibt es ihn im Handel feldfrisch, ganz ohne Plastik und Blech. Bei der Zubereitung ist der Maiskolben wenig anspruchsvoll. Man kann ihn entweder im Kochtopf kochen, in der Mikrowelle garen oder im Ofen zubereiten. Als Grillgut ist er außerdem eine leckere Abwechslung zum Fleisch-Einerlei und gerade bei Menschen beliebt, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Um ihn schmackhaft zuzubereiten, braucht es nicht viel – etwas Salz oder Butter sind vollkommen ausreichend.

Übrigens: Wer an einem Maisfeld vorbeikommt und mit dem Gedanken spielt, einen Kolben zu stibitzen, dem sei davon abzuraten. Zum einen natürlich, weil es verboten ist. Zum anderen, weil Mais nicht gleich Mais ist. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den Kolben um Futtermais und dieser wird an Nutztiere verfüttert. Für Menschen ist er zwar grundsätzlich essbar, allerdings kein Genuss. Er wird beim Kochen steinhart, da er viel stärkehaltiger als Zuckermais ist. 

Ein Maiskolben wächst auf einem Maisfeld an einer Pflanze. © CC0 / Michael Fischer

Frische Maiskolben finden Sie auf Wochenmärkten oder im Supermarkt.

Rotkohl, Brokkoli und Co. – auch im Saisonkalender August aktuell

Viele regionale Obst- und Gemüsesorten aus den Vormonaten begleiten uns auch in den August. Zu ihnen zählen unter anderem die an Senfölen reichen Kohlsorten wie Brokkoli, Rotkohl und Blumenkohl. Außerdem weiterhin auf dem Speiseplan: Bohnen und Erbsen. Die Hülsenfrüchte versorgen uns mit Ballaststoffen und sind eine ideale Proteinquelle – und daher besonders für eine vegane Ernährungsweise geeignet. Und für den Nachtisch ist ebenfalls gesorgt: Aus Pfirsichen, Trauben, Sommeräpfeln, Beeren, etwas Minze und ein paar Spritzern Zitrone lässt sich im Handumdrehen ein erfrischender Obstsalat zaubern.

Das hat der August auf Lager

Die Auswahl an Lagerware ist im August sehr übersichtlich. Lediglich Chicorée und Kartoffeln sind verfügbar. Aber wer braucht schon volle Lager, wenn der August ein so breites Angebot an frischem regionalem Obst und Gemüse bietet? 

 

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Bildquellen

  • saisonkalender-august-obst: © Waschbär
  • saisonales-im-august: © Waschbär
  • gemuese-im-august: © Waschbär
  • birnenkuchen: © Waschbär
  • zwetschgen-an-baum: © CC0 / Shahab Vejdanian
  • trauben: © CC0 / Lorenzo Ranuzzi
  • maiskolben-auf-feld: © CC0 / Michael Fischer
  • saisonkalender-august: © Waschbär

Bianca Gebhardt schreibt als freie Autorin über die neuesten Trends im Bereich der Nachhaltigkeit. Auch in Sachen Mode ist sie immer am Puls der Zeit – und das ökologisch und fair. In ihrer Freizeit sorgt sie mit fleischlosen Leckereien für das leibliche Wohl ihrer Freunde, dabei schreckt sie nicht vor komplizierten Zubereitungstechniken und kulturellen Tellerrändern zurück.

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