Schützt, was Ihr liebt!

Kosmetik aus der Küche: Zuckerpaste für DIY-Sugaring

Die Zuckerpaste für das Sugaring ist in eine Glasschüssel abgefüllt.

Haben Sie sich schon mal bewusst vor Augen geführt, wie viele Kosmetik- und Pflegeprodukte Sie tagtäglich benutzen? Gerade als Frau kommt da mitunter einiges an Tiegeln, Tuben und Fläschchen zusammen. Oft entsteht so auf Dauer eine nicht unerhebliche Menge vermeidbarer (Plastik-)Müll. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen. Natürlich kann jeder als allererstes seinen Badezimmerschrank ausmisten und sich bei jeder Tube, jeder Creme und jedem Wässerchen fragen: Brauche ich das wirklich? Oft heißt die Antwort darauf: Nein, brauche ich nicht. Manchmal muss sie aber „Ja!“ heißen. Und je nachdem, wie sehr man seinen Körper pflegen möchte oder muss, geht es ohne einige Produkte einfach nicht. Doch auch bei den unverzichtbaren Kosmetika ist mehr Umweltfreundlichkeit möglich. Zum Beispiel durch Nachfüllpackungen – oder durch Selbstgemachtes. Mit wenigen Zutaten aus der Küche kann man ohne viel Aufwand selbst Zahnpasta, Shampoo & Co. herstellen – ohne Chemie und vor allem kostengünstig.

Kosmetik aus der Küche – Teil 17: Zuckerpaste für DIY-Sugaring

Sobald es wieder wärmer wird, erfreut sich das Thema Haarentfernung großer Beliebtheit. Auch ich beschäftigte mich schon lange damit, wie ich dauerhaft glatte Haut bekommen kann. Ich habe schon so ziemlich alles ausprobiert, um die lästigen Stoppeln zu entfernen. Eine Methode, die gut funktioniert und die sich zu Hause durchführen lässt, ist nicht leicht zu finden. Die ganzen Cremes oder die Enthaarung mit Wachs haben mich nicht überzeugt – und leider ist auch keines der Produkte wirklich umweltfreundlich.

Inzwischen habe ich eine perfekte, umweltfreundliche Alternative gefunden und schwöre mittlerweile darauf: das Sugaring. Daher möchte ich Ihnen diese günstige, einfache Methode der Haarentfernung näher vorstellen, die Sie wunderbar zu Hause anwenden können. Für die Herstellung der Zuckerpaste benötigen Sie nur wenige Zutaten, die sich in fast jedem Haushalt finden. Ähnlich wie beim Entfernen von Haaren mit Wachs sollten Sie für das DIY-Sugaring allerdings etwas Zeit und Geduld mitbringen.

Wie funktioniert die Haarentfernung mit der Zuckerpaste?

Sugaring ist ein natürliches Mittel zur Haarentfernung, das nur aus Zucker, Zitronensaft und Wasser besteht. Die Zuckerpaste wird erhitzt und bei richtiger Temperatur auf die entsprechenden Körperstellen aufgetragen. Anschließend zieht man sie wie Wachsstreifen von der Haut ab. Im Orient ist diese Methode der Haarentfernung unter dem Begriff „Halawa“ schon lange bekannt. Früher versammelten sich die Frauen, um gemeinsam Halawa zu kochen. Die eigentliche Haarentfernung fand unter anderem in Dampfbadeanstalten, den sogenannten Hammams, statt.

Die Zuckerpaste entfernt im Gegensatz zur Rasur die Haare mitsamt den Haarwurzeln. Das Sugaring eignet sich für alle Körperzonen, speziell auch für sensible Körperstellen. Natürlich ist das Schmerzempfinden etwas Individuelles, deshalb empfehle ich, es einfach mal an einer kleinen Hautstelle auszuprobieren. Da die natürliche Zuckerpaste keine Zusatzstoffe enthält, ist sie sogar für Allergiker geeignet.

Für wen ist Sugaring zur Enthaarung nicht geeignet?

Sugaring ist nicht zu empfehlen bei

  • Hautkrankheiten
  • verletzter Haut wie kleinen Wunden oder Verbrennungen
  • Sonnenbrand
  • Neurodermitis
  • Ausschlag oder Ekzemen
  • starkem Schmerzempfinden und überempfindlicher Haut

Vorbereitungen für die Haarentfernung mit der Zuckerpaste

Für das beste Ergebnis sollten die Härchen mindestens drei Millimeter lang sein. Sie sollten die Haut zuvor mit einem Peeling von Schüppchen befreien. Vor dem Auftragen der Zuckerpaste sollte die Haut trocken und frei von Ölen oder Cremes sein. So haftet die Paste gut auf der Haut.

Anleitung für selbst gemachtes Sugaring

Hier können Sie die Anleitung für das selbst gemachte Sugaring als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • 150 g Zucker
  • 1 große Zitrone (40–50 ml Zitronensaft)
  • 40 ml Wasser
  • etwas Fett oder Öl für die Hände

Und so geht’s

  1. Alle Zutaten in einen Kochtopf geben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.
  2. Sobald die Masse kocht und man kleine Bläschen sieht, den Topf vom Herd nehmen. So lange rühren, bis die Bläschen verschwinden. 
  3. Wiederholen, bis die Masse nicht mehr so flüssig ist.
  4. Die goldbraune Masse in eine Schüssel füllen und auf Körpertemperatur abkühlen lassen.

Tipp: Um die richtige Konsistenz zu testen, können Sie einen Löffel der abgekühlten Paste in kaltes Wasser geben. Wenn die Paste sich auflöst, ist sie noch nicht fest genug. Falls die Zuckerpaste zu flüssig oder zu fest ist, können Sie nach und nach mehr Zucker oder Flüssigkeit hinzufügen.

Zähe Zuckerpaste wird mit einem Löffel aus einer Glasschale entnommen. © Melanie T.

Die fertige Zuckerpaste hat eine zähe Konsistenz.

Achtung: Lassen Sie die Zuckerpaste bitte unbedingt lang genug abkühlen. Führen Sie mit einem kleinen Stück der abgekühlten Paste einen Test auf der Haut durch. Auf diese Weise lassen sich Verbrennungen vermeiden.

So wendet man die Zuckerpaste zur Haarentfernung an

  1. Die Hände vor Beginn am besten fetten oder einölen, damit die Zuckerpaste nicht so stark an den Händen kleben bleibt. Optional können Sie Handschuhe benutzen.
  2. Nun ein ungefähr walnussgroßes Stück der Paste in die Hände nehmen, kneten und zu einer Kugel formen.
  3. Die Kugel mit den Händen zu einem Streifen lang ziehen und auf die saubere, trockene Hautstelle entgegen der Haarwuchsrichtung glatt streichen. Danach den Streifen ruckartig mit der Haarwuchsrichtung abziehen. Sie können mehrmals dieselbe Hautstelle behandeln, sollten es aber nicht übertreiben.
  4. Den geformten Streifen können Sie so lange verwenden, bis keine Haare mehr daran haften bleiben. Danach einfach ein neues Stück formen und die benutzten Streifen im Rest- oder Biomüll entsorgen.

Zuckerpaste für die Haarentfernung: weitere Tipps

  • Keine Sorge, wenn es nicht direkt klappt. Auch ich habe am Anfang erst einmal ein paar Anläufe gebraucht. Mit etwas Übung gelingt das Ganze ohne viel Aufwand.
  • Es kann sein, dass die Haut nach der Behandlung irritiert und ein wenig gerötet ist, aber das ist normal. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Haut nach der Behandlung mit einer leichten Lotion eincremen. Gut geeignet sind beispielsweise Produkte mit Aloe vera oder Kamille.
  • Die Haare wachsen in der Regel erst nach zwei bis vier Wochen wieder nach.
  • Falls Sie noch etwas übrig haben, können Sie die restliche Zuckerpaste bis zu vier Wochen bei Zimmertemperatur aufbewahren. Gute geeignet ist dafür zum Beispiel ein Marmeladenglas. Da die Paste mit der Zeit hart wird, sollten Sie sie bei der nächsten Anwendung wieder in einem Kochtopf erwärmen.
  • Sie können gleich für mehrere Anwendungen kochen: Nehmen Sie hierbei einfach die doppelte Menge der Zutaten.

Viel Spaß!

 

Lesen Sie auch die anderen Teile unserer Serie „Kosmetik aus der Küche“

Selbst gemachter Make-up-Entferner

Zahnpasta und Mundwasser selbst gemacht

Sprudelnde Badekugeln selber machen

DIY-Haarpflege: Shampoo, Spülung, Trockenshampoo

Körperpeeling und mehr mit Kaffeesatz

DIY-Creme

Einfache Lippenpflege herstellen

Deo aus drei Zutaten selbst herstellen

Feste Bodybutter selbst herstellen

DIY-Bodylotion

DIY-Haarkur mit Aloe vera

Festes Parfüm

Erfrischendes Bodyspray für den Sommer

Do it yourself: Creme-Rouge 

Feste Handcreme selbst herstellen

DIY-Massageöl

 

Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihren Freunden

Bildquellen

  • richtige-konsistenz: © Melanie T.
  • zuckerpaste: © Melanie T.

Als angehende Kauffrau für Büromanagement ist Melanie beruflich meist vor dem PC zu finden. Privat verbringt die bekennende Katzenliebhaberin zum Ausgleich sehr viel Zeit in der freien Natur. Wenn es sie doch einmal in die heimischen vier Wände zieht, kocht sie dort leidenschaftlich gern die verschiedensten Gerichte. Auch im Badezimmer probiert das stilbewusste Multitalent gern Rezepte aus, denn nachhaltige Cremes, Kuren, Lippenstifte und Co. haben es ihr angetan.

Ähnliche Beiträge

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.