Schützt, was Ihr liebt!

Do it yourself: Samenbomben selber machen

Die Samenbomben liegen auf einem Tisch neben einem umgekippten Blumentopf.

Das Artensterben ist ein akutes Problem, für dessen Bekämpfung sich immer mehr Menschen aktiv einsetzen. Auch in Städten hat der Artenschutz mit der Urban-Gardening-Bewegung an Zuwachs gewonnen. Zwischen geteerten Straßen werden Gemeinschaftsgärten angelegt, auf öffentlichen Flächen surren Insekten in bunten Blumenwiesen, in Parks werden Insektenhotels aufgestellt und Hochhausdächer werden von Hobbyimkern genutzt. Auch wenn das Artensterben ein großes Problem darstellt, ist es doch ganz einfach, etwas dagegen zu tun. Jeder einzelne von uns kann ohne großen Aufwand für den Artenschutz aktiv werden. Eine einfache Möglichkeit ist das Begrünen von Flächen mit sogenannten Samenbomben.

Artenschutz mit selbst gemachten Samenbomben

Samenbomben bestehen aus Erde, Nährstoffen und Samen. Diese Mischung gibt Samen die nötige Basis, um auch bei schlechteren Ausgangsbedingungen aufzugehen. Verwenden Sie Samenbomben nur im urbanen Raum und keinesfalls in einem Naturschutzgebiet. Ob grüne Verkehrsinseln, Baumscheiben, Bahndämme oder brachliegende Grundstücke – die Kugeln lassen sich in der Stadt fast überall platzieren. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, nur öffentliche Flächen und kein Privateigentum damit zu bepflanzen.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Samenbomben oder Samenbomben-Bausätze zu kaufen. Ich zeige Ihnen, wie Sie die Saatkugeln mit wenigen Handgriffen selbst herstellen können. Das ist nicht nur für Kinder ein riesen Spaß, sondern auch eine tolle DIY-Geschenkidee.

Samenbomben selber machen: Die Auswahl der richtigen Zutaten

Damit die Saat der selbst gemachten Samenbomben auch erfolgreich aufgeht, lohnen sich vorab einige Gedanken über das passende Saatgut. Grundsätzlich sollte die Wahl auf heimische, an den jeweiligen Standort angepasste Sorten fallen. Natürlich steht die Auswahl insektenfreundlicher Pflanzensorten hier im Fokus. Zur Herstellung der Saatenkugeln eignet sich einfache Garten- oder Komposterde. Damit die einzelnen Bestandteile in Kugelform zusammenhalten, kommt Ton zum Einsatz. Er ist in den verschiedensten Formen verfügbar – als Tonpulver, Mineralerde oder Katzenstreu. Letzteres bietet eine günstige Alternative und ist fast in jedem Supermarkt zu finden. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus verschiedenen Tonerden. Beim Kauf sollten Sie allerdings darauf achten, dass das Katzenstreu aus reinem Bentonit besteht und keine Zusätze wie Duftstoffe enthält.

Die Zutaten fürs Samenbomben selber machen. © Danah R.

Die Samenbomben lassen insektenfreundliche Pflanzen wachsen und liefern so wichtige Nahrung.

Anleitung fürs Samenbomben selber machen

Hier können Sie die Anleitung fürs Samenbomben selber machen als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

für ca. 12 Kugeln

  • 2 TL insektenfreundliches Bio-Saatgut
  • 10 EL Erde
  • 10 EL Tonerde, Ton oder Katzenstreu aus Bentonit

Und so geht’s

  1. Die Erde mit dem Saatgut vermischen.
  2. Die Tonerde hinzugeben. Falls Katzenstreu oder Bentonit verwendet wird, dieses davor mit einem Mörser etwas zerkleinern.
  3. Die Mischung langsam mit etwas Wasser anreichern, bis eine geschmeidige, aber immer noch feste Masse entsteht.
  4. Aus der Masse Kugeln formen und diese einige Tage trocknen lassen.

Tipp fürs Samenbomben selber machen

Da das Saatgut schnell zu keimen beginnen kann, ist es wichtig, nicht zu viel Wasser zu verwenden. Auch das Trocknen und Lagern der Kugeln an einem lichtgeschützten Ort ist von Vorteil. Bei kühler und trockener Lagerung lassen sich die Samenbomben bis zu zwei Jahre aufbewahren.

Haben Sie auch schon Erfahrungen mit selbstgemachten Samenbomben gesammelt? Dann freue ich mich über weitere Tipps zur Herstellung in den Kommentaren!

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Bildquellen

  • samenbomben-zutaten: © Danah R.

Danah geht mit dem Waschbär durch die große weite Social-Media-Welt und kommt dafür bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit. Outdoor ist sowieso ihr Ding: Beim Joggen und auf Reisen genießt sie ihre Zeit in der Natur. Hat sie genug Frischluft getankt, zieht sie sich in ihre Kreativoase zurück, wo sie für sich und ihre Freunde bastelt und werkelt.

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  1. Ulrike Nies

    1 März

    Ich finde prinzipiell das Magazin super. Allerdings hätte ich mir in diesem Beitrag eine Ergänzung gewünscht, dass Samenbomben unter keinen Umständen auf Naturschutzgebiete geworfen werden dürften. Ansonsten schadet es dem dort meist sehr speziellen und daher schützenswerten Artenreichtum, da die ausgesähten Pflanzen oft invasiv sind und die seltenen Pflanzen verdrängen. Die unter Umständen jahrzehntelange Arbeit, die Umweltschützer in solchen Gebieten geleistet haben, wird sonst um Jahre zurück geworfen oder bei sehr empfindlichen Bereichen wie Magerwiesen sogar völlig zerstört!
    Also liebe Samenbombenbastler, bitte versucht gar nicht erst Saatgut zu finden, das in ein Naturschutzgebiet passt, sondern beschränkt euch auf die Flächen, die es nötig haben. Danke!

    • Der Waschbär

      1 März

      Liebe Frau Nies,

      vielen Dank für Ihren wichtigen Hinweis. Sie haben recht, wir hätten stärker darauf hinweisen müssen, dass Samenbomben nur im urbanen Raum Anwendung finden sollen. Wir haben diese Information nun im Beitrag ergänzt.

      Herzliche Grüße,
      Ihr Waschbär

  2. Renate Wirtz

    22 Dezember

    Das sind sehr gute Ideen, die vorgestellt werden. Sehr gerne würde ich die Bastelideen nachmachen, für die heimelige Atmosphäre zu Hause. Leider kann man viele steile nicht nachmachen, weil man die Teile nicht nachmachen,, weil man die Anleitung nicht ausdrucken kann. Das kann doch nicht legal sein

    MfG Renate Wirtz

    • Der Waschbär

      23 Dezember

      Liebe Frau Wirtz,

      sehr gerne geben wir Ihnen hier den Hinweis, dass man bei uns ALLE Rezepte und Anleitungen ausdrucken kann. Öffnen Sie dafür einfach den Link zum jeweiligen PDF. Dieses Dokument ist so aufgebaut, dass Sie die Anleitungen optimal ausdrucken können. Sie finden den Link jeweils direkt über der Zutaten oder Materialliste.

      Nachdem das Missverständnis nun aus der Welt ist, wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Nachbasteln.

      Herzliche Grüße
      Ihr Waschbär

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