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Saisonkalender Juni – Obst und Gemüse regional und saisonal einkaufen

Der Saisonkalender Juni wird links im Bild angeschnitten, rechts trägt eine Frau Gemüse in einer Holzkiste.

Das meiste, was uns der Mai an saisonalem Obst und Gemüse beschert hat, bleibt uns auch im Juni erhalten. Hinzu kommen viele weitere gesunde und leckere Sorten, die unseren Speiseplan noch abwechslungsreicher machen. Der Saisonkalender Juni zeigt Ihnen, welche regionalen Obst- und Gemüsesorten in diesem Monat Saison haben und welche Lagerware im Handel erhältlich ist. In unserer Warenkunde erfahren Sie außerdem Wissenswertes über die einzelnen Sorten. Mit einfachen und leckeren Rezeptideen möchten wir Ihnen eine Inspiration geben, wie Sie das saisonale Obst und Gemüse verarbeiten können.

Saisonkalender Juni – ein Überblick

Der Saisonkalender unterstützt Sie dabei, frisches, regionales Obst und Gemüse zu kaufen. Damit tun Sie nicht nur etwas fürs Klima, sondern erfreuen auch Ihren Gaumen – denn saisonale Ware schmeckt einfach am besten. 

Der Juni stellt viele leckere Obst- und Gemüsesorten bereit. Einen Überblick liefert Ihnen diese Grafik.

→ Hier können Sie die Grafiken als PDF herunterladen und ausdrucken. 

Im Juni kommen Erdbeeren endlich aus regionalem Freilandanbau. © Waschbär

Im Juni gibt es eine große Vielfalt aus Freilandanbau.

In der Grafik zum Saisonkalender Juni findet sich eine große Vielfalt an Obst und Gemüse. © Waschbär

Lagerware wie Kohl und Zwiebeln sind noch immer regional erhältlich.

Saisonkalender Juni: saisonales Obst und Gemüse aus Freilandanbau

Bereits am 1. Juni ist der meteorologische Sommeranfang und das macht sich auch im Saisonkalender bemerkbar. Auf den Feldern und Bäumen gedeiht nun Sonne liebendes Obst und Gemüse, aber auch Wurzelgemüse bereichert weiterhin unseren Speiseplan.

Jetzt wird’s süß: frisches Obst zum Sommerauftakt

Der Juni gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf die folgenden Sommermonate, die besonders reich an Obst sind. Bereits jetzt sind Beeren und Kirschen aus Freilandanbau erhältlich und die Auswahl wird im Hochsommer noch größer.

Haben nun endlich Saison: Erdbeeren

Jetzt startet die von vielen heiß ersehnte Erdbeerzeit, denn die roten Beeren sind nun aus dem Freilandanbau zu haben. Allzu oft lässt man sich jedoch vom üppigen Angebot der süßen Früchtchen verführen und kauft mehr, als man auf einmal verzehren kann. In diesem Fall ist die richtige Lagerung besonders wichtig. Und die geht so:

  1. Erdbeeren mit braunen Stellen aussortieren.
  2. Nicht waschen: Da die Beeren von Natur aus sehr wasserhaltig sind, faulen sie sonst noch schneller.
  3. Blütenstiel dran lassen: So bleibt die Frucht unbeschädigt.
  4. Im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.
  5. Saugfähige Verpackung wählen: Aufgrund des hohen Wassergehalts empfehlen sich Kartonschälchen und Küchenkrepp.

Erdbeeren einzufrieren ist nicht sinnvoll, da sie nach dem Auftauen sehr matschig sind. Püriert man sie jedoch oder verarbeitet sie zu einem Kompott, hat man lange etwas von ihnen. Wie wäre es zum Beispiel mit Erdbeer-Rhabarber-Kompott? Die sauren Stangen haben auch im Juni noch Saison. Für das Kompott benötigen Sie zusätzlich lediglich Wasser, Zitrone und Zucker.

Erdbeeren werden von Hand auf einem Feld gepflückt. © CC0 / Roman Kraft

Vielerorts gibt es für die roten Früchte sogar Erdbeerfelder zum Selberpflücken.

Herrlich sauer: Johannisbeeren und Jostabeeren

Sie glänzen rot, weiß oder schwarz: Süß-saure Johannisbeeren gehören für viele zum Sommer einfach dazu. Sie machen sich nicht nur prima als Tortendeko, Gelee oder erfrischende Schorle. Ihre saure Note kommt vor allem in süßen, cremigen Gerichten zur Geltung. So zum Beispiel in Käsekuchen oder verarbeitet zu einem Johannisbeerlassi mit Joghurt und etwas Honig. Und auch ihr Verwandter, die Jostabeere, hat nun Saison. Sie ist eine Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere und milder im Geschmack. Übrigens: Der Name der Johannisbeere bezieht sich auf den Johannistag am 24. Juni. Der Tag, an dem auch der letzte Spargel gestochen werden darf. 

Im Saisonkalender Juni ist gut Kirschen essen

Im Juni finden die ersten regionalen Kirschen aus Freilandanbau ihren Weg in den Handel. Die süße Steinfrucht eignet sich nicht nur zum Kernweitspucken, sondern natürlich auch zum Backen von Kuchen und Torten. Vielen kommt hier sofort die Schwarzwälder Kirschtorte in den Sinn. Aber es muss ja nicht gleich ein solch ambitioniertes Projekt sein. Eine weitere badische Spezialität ist zum Beispiel der Kirschplotzer. Die Redewendung „Mit dem ist nicht gut Kirschen essen“ stammt übrigens aus dem Mittelalter, als die Kirsche ein teures und rares Produkt war. Und das wollten die besser betuchten Menschen natürlich nur unter sich und nicht mit dem gemeinen Pöbel genießen. 

Im Juni hängen die ersten reifen Kirschen an den Bäumen. © CC0 / Ági Szabó

Von Juni bis August haben Süßkirschen Saison.

Zum Selberpflücken: öffentliche Obstbäume

Auf Wanderungen begegnen einem ab und zu frei zugängliche Obstbäume. Reich behangen mit saftigen Kirschen oder Äpfeln fällt es schwer, sie links liegen zu lassen. Darf man hier einfach zugreifen oder macht man sich dadurch strafbar? Es gilt: Tut man sich an einem Baum oder Strauch gütlich, der sich in Besitz befindet, so wird dies als Diebstahl gewertet. Früher sprach man vom sogenannten „Mundraub“. Handelt es sich hingegen um „herrenlose“ Gewächse, ist das Pflücken für den Eigenbedarf gestattet. Ist man sich unsicher, ob dies der Fall ist, kann man auf der Website www.mundraub.org nachschauen. Hier können Wandersleute auch neue Entdeckungen selbst in der Karte verzeichnen und so andere daran teilhaben lassen. Mehr über das Konzept von mundraub lesen Sie im Waschbär-Magazin.

Heimische Hülsenfrüchte im Saisonkalender Juni: Bohnen und Erbsen

Aufgrund ihres hohen Protein- und Eisengehalts gehören Hülsenfrüchte gerade für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, auf einen ausgewogenen Speiseplan. Heimische Vertreter sind Buschbohnen und Erbsen, die jetzt im Juni Saison haben. Leider haben Bohnen und Erbsen ein angestaubtes Image, das von deftigen Eintöpfen und Kantinenessen herrührt. Dabei steckt viel mehr in ihnen: Sehr erfrischend kann im Sommer eine kalte Erbsensuppe mit Minze sein, aber auch der althergebrachte Bohnensalat. „Modernisiert“ mit zum Beispiel Räuchertofu und Pinienkernen schmeckt der Klassiker abwechslungsreicher.

Im Saisonkalender Juni sind Erbsen zu finden, die hier in den grünen Hülsen am Strauch hängen. © CC0 / Унайзат Юшаева

Zum Verzehr müssen die Erbsen aus den Hülsen gepult werden.

Chinakohl – gesunder Kreuzblütler im Saisonkalender Juni

Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, wird Chinakohl nicht nur in Asien, sondern seit dem 20. Jahrhundert auch in Deutschland angebaut. Bei dem vermeintlichen Kohl handelt es sich eigentlich um eine Kreuzung aus Pak Choi und Speiserübe. Chinakohl zählt zu den Kreuzblütlern, die vor allem für ihren hohen Gehalt an Senfölen bekannt sind. Diese Bitterstoffe gelten als immunstärkend, durchblutungsfördernd und entzündungshemmend, auch ihre möglicherweise krebsvorbeugende Wirkung wird untersucht. In der Küche ist Chinakohl vielseitig einsetzbar. In Asien wird er beispielsweise in fermentierter Form als Kimchi gegessen. Aufgrund seiner knackigen Konsistenz eignet sich Chinakohl perfekt als Beigabe in Salaten, denn er bleibt auch bei sehr flüssigen Dressings bissfest. Da die enthaltenen Senföle eine blähende Wirkung haben, sollten Sie es mit dem rohen Verzehr allerdings nicht übertreiben.

Fenchel – nicht nur als Tee ein Genuss

Das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Gemüse ist reich an ätherischen Ölen. Die verleihen dem Fenchel nicht nur sein einzigartiges Aroma, sondern lindern zudem Magen-Darm-Beschwerden. Aufgrund dieser Eigenschaft und des milden Geschmacks ist Fencheltee auch als Heilmittel gegen Bauchschmerzen bei Babys sehr beliebt. Aber Fenchel schmeckt nicht nur in der Tasse, sondern auch auf dem Teller. Vor allem gebraten, zum Beispiel in einer Kartoffel-Fenchel-Pfanne, ist er ein wahrer Genuss. Wie bei vielen anderen Gemüsesorten auch lässt sich das Grün ebenfalls verzehren. Haben Sie nur kleine Mengen, macht es sich prima als essbare Deko. Bei größeren Mengen lässt sich aus dem Fenchelgrün köstliches Pesto oder eine Sauce zaubern. Hierzu einfach 120 Gramm Fenchelgrün, eine Knoblauchzehe, 100 Milliliter Olivenöl, etwas Salz und Zitronensaft in den Mixer geben – fertig!

Erntefrische Gurken selbst einlegen

Klein, grün und knackig: Der Saisonkalender Juni beschert uns heimische Einlegegurken, die zu Hause zu Gewürz- oder Essiggurken verarbeitet und konserviert werden können. Hier ein einfaches Rezept:

Zutaten

für etwa ein Kilo Einlegegurken

  • 100 g Zucker
  • 250 ml Weißweinessig
  • 30 g Salz
  • 1,5 l Wasser
  • frischer Dill
  • Senfkörner
  • Zwiebeln

Zubereitung

  1. Gurken über Nacht wässern.
  2. Einweckgläser mit kochendem Wasser sterilisieren.
  3. Essigsud aufkochen.
  4. Gewürze in die Gläser geben und die Gurken aufrecht hineinstellen.
  5. Mit heißem Sud begießen, bis die Gurken vollständig bedeckt sind.
  6. Gläser verschließen und auf den Kopf stellen, bis sie abgekühlt sind.
Im Saisonkalender Juni gibt es Gurken, die hier mit Senf und Kräutern in einem Glas eingelegt werden. © CC0 / Maria Verkhoturtseva

Mit Kräutern und Gewürzen Ihrer Wahl verfeinern Sie die eingelegten Gurken.

Direkt vom Feld statt aus dem Lager: Kartoffeln

Kaum ein Gemüse verbindet man so sehr mit der deutschen Esskultur wie die Kartoffel. Und das, obwohl die braune Knolle ursprünglich aus Übersee stammt – genauer gesagt aus den Anden. Im 17. Jahrhundert fand das exotische Gemüse seinen Weg nach Deutschland und ist seitdem nicht mehr aus der heimischen Küche wegzudenken. Denn kaum ein Gemüse ist so vielseitig einsetzbar. 

Aber Vorsicht: Kartoffeln enthalten von Natur aus den Giftstoff Solanin. Dieser steckt in unreifen und stark gekeimten Kartoffeln. Er befindet sich vor allem in den Keimen, aber auch in der Kartoffelschale. Stark gekeimte Kartoffeln sollten Sie daher nicht mehr verzehren, auch wenn sich die gekeimten Stellen großzügig wegschneiden lassen. Denn das Solanin hat sich dann bereits im Inneren der Knolle verteilt. Richtige Lagerung beugt dem vor: kühl, dunkel, trocken und mit genügend Belüftung mögen es Kartoffeln am liebsten. Vom Verzehr der Kartoffelschalen wird von offiziellen Stellen grundsätzlich abgeraten. Wollen Sie die Knollen trotzdem ungeschält genießen, sollten Sie auf Bioqualität, Reife und Frische der Kartoffeln achten.

Hat jetzt im Juni Saison: frischer Lauch

Lauch – auch Porree genannt – ist ein Verwandter von Zwiebel und Knoblauch, aber deutlich milder im Geschmack. Seine ätherischen Öle sind antibiotisch und wirken unerwünschten Bakterien im Verdauungstrakt und Mundraum entgegen. Je nach Verwendungszweck bereitet man unterschiedliche Teile des Stangengemüses zu. Der gröbere dunkelgrüne Teil ist sehr geschmacksintensiv und verfeinert Suppen und Eintöpfe. Das hellgrüne bis weiße Ende des Lauchs eignet sich als Quichebelag oder für überbackene Aufläufe.

Wunderknolle Rote Bete

Wie ihre leuchtend rote Farbe bereits verrät, ist die Rote Bete reich an Antioxidantien. Die schützen unsere Zellen vor freien Radikalen und senken so beispielsweise das Krebsrisiko und beugen Hautalterung vor. Rote Bete schmeckt sowohl gekocht als auch roh – zum Beispiel hauchdünn aufgeschnitten als Carpaccio und kombiniert mit Spargel, gemischtem Blattsalat, Ziegenkäse und etwas Räuchertofu. Aber nicht nur in der Küche zeigt die Knolle ihre Talente, auch im Badezimmer findet sie Verwendung: So kann man sich ihre intensive Farbe beispielsweise bei der Herstellung von Creme-Rouge zunutze machen.

Frisch geerntete Rote Bete liegt in einer Holzkiste. © Waschbär

Rote Bete kommt im Juni frisch vom Feld.

Stangensellerie – mehr als nur ein Snackgemüse

Stangensellerie, auch als Staudensellerie bekannt, erfreut sich vor allem als Rohkostsnack großer Beliebtheit. Die knackigen Stangen sind wie gemacht zum Dippen in Kräuterquark oder Hummus. Noch aromatischer als die Stangen selbst ist das Selleriegrün, das Sie daher auf keinen Fall wegschmeißen sollten. Verwendung findet es zum Beispiel in Form von würzigem Selleriesalz. Hierzu einfach grobes Meersalz mit zerkleinertem Selleriegrün vermischen und trocknen. So ist das intensive Aroma konserviert und lässt sich zum Verfeinern von Suppen und Ähnlichem verwenden.

Im Saisonkalender Juni: Spitzkohl

Spitzkohl ist eine Art des Weißkohls und zeichnet sich vor allem durch seine spitz zulaufende Form und die zarten Blätter aus. Anders als Weißkohl besitzt er ein leicht süßliches, nussiges Aroma, das an Wirsing erinnert. Spitzkohl findet sowohl roh in Salaten als auch gekocht und gebraten in Suppen und Gemüsepfannen Verwendung. Das ballaststoffreiche Gemüse hält die Verdauung in Schwung und ist aufgrund seiner zarten Struktur gut bekömmlich.

Die Vielfalt aus dem Mai bleibt uns erhalten

Viele Gemüsesorten, die uns den Mai schmackhaft gemacht haben, begleiten uns auch noch im Juni. Zu ihnen zählen beispielsweise Rhabarber, der sich in Kombination mit Erdbeeren zu leckerer Konfitüre verarbeiten lässt. Auch das große Angebot an Spinat und heimischen Blattsalaten bleibt uns erhalten. Gerade die bitteren und scharfen Sorten sind besonders nährstoffreich und passen ausgezeichnet zu mild schmeckendem Spargel, der noch bis Ende Juni Saison hat.

Das hat der Juni auf Lager

Mit Ausnahme von Äpfeln halten die Lager im Juni dasselbe reichhaltige Angebot wie im Mai bereit. Dazu gehören neben Chicorée und Möhren auch Kohlsorten wie Weißkohl und Rotkohl.

 

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Bildquellen

  • saisonkalender-juni: © Waschbär
  • saisonkalender-juni-freiland-und-lager: © Waschbär
  • erdbeeren-pfluecken: © CC0 / Roman Kraft
  • kirschen-an-baum: © CC0 / Ági Szabó
  • erbsen-am-strauch: © CC0 / Унайзат Юшаева
  • gurken-einlegen: © CC0 / Maria Verkhoturtseva
  • rote-bete: © Waschbär
  • saisonales-obst-und-gemuese-juni: © Waschbär

Bianca Gebhardt schreibt als freie Autorin über die neuesten Trends im Bereich der Nachhaltigkeit. Auch in Sachen Mode ist sie immer am Puls der Zeit – und das ökologisch und fair. In ihrer Freizeit sorgt sie mit fleischlosen Leckereien für das leibliche Wohl ihrer Freunde, dabei schreckt sie nicht vor komplizierten Zubereitungstechniken und kulturellen Tellerrändern zurück.

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