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So geht’s: Kräuterspirale selbst anlegen

Salbei, Rosmarin und Lavendel sind hier schon ordentlich gewachsen.

Eine Kräuterspirale oder Kräuterschnecke ist ein dekoratives Gestaltungselement für den Garten, vor allem wenn sie mit Natursteinen gefertigt ist. Die geniale Besonderheit: Sie können dort auf wenig Raum Kräuter mit ganz unterschiedlichen Standortansprüchen zusammenpflanzen. So finden auf der Spirale zum einen mediterrane Kräuter ihren Wohlfühlplatz, die eine Vorliebe für trockene und nährstoffarme Standorte haben. Genauso wie Schnittlauch oder Pfefferminze, die eher feuchtere und nährstoffreichere Böden lieben. In vielen Bauanleitungen befindet sich am Ende der Spirale ein Teich, aber Sie können das Ganze auch ohne Wasserzone anlegen. Mein Tipp: Holen Sie sich Gestaltungsanregungen in Gartenforen im Internet, in Gartenbüchern oder beim Spaziergang durch eine Gartenanlage.

Die Planung der Kräuterspirale: Je größer, desto besser

©Rudi Beiser

Eine groß angelegte Käuterspirale gibt den Pflanzen Platz, groß zu werden und sich auszubreiten.

Wählen Sie für Ihre Kräuterspirale einen möglichst sonnigen Platz, denn fast alle Kräuter lieben Licht und Sonne. Grundsätzlich gilt: Je größer Sie die Spirale anlegen, desto schöner wird sie. Sie sollte mindestens 90 cm hoch sein und einen Durchmesser von drei Metern haben. Es muss also eine Fläche von 7 qm Fläche zur Verfügung stehen. Sie benötigen für den Bau der Spiralmauer eine große Menge Steine und für die Füllung dazwischen Schotter, Kies oder Bauschutt, sowie Erde, Sand und Kompost. Am schönsten wird die Spirale mit Stützmauern aus Natursteinen, die ohne Mörtel aufgesetzt werden. Das sieht sehr natürlich aus und bietet nützlichen Tieren wie Eidechsen, Blindschleichen oder Kröten Unterschlupf. Außerdem bieten sich die Fugen für eine Bepflanzung mit Steingartenpflanzen an. Planen Sie den Bau und die Bepflanzung am besten im Frühjahr, denn die mediterranen Kräuter sind bei einer Herbstpflanzung wesentlich frostempfindlicher.

So wird gebaut: Die Kräuterspirale entsteht 

©Rudi Beiser

Die Kräuterspirale im Frühjahr – gut sichtbar sind hier die aufgeschichteten Natursteine.

Als Erstes legen Sie den schneckenförmigen Grundriss mit Pflöcken und einer gespannten Schnur fest. Die Spirale soll sich nach Süden hin öffnen. Die festgelegte Fläche nun etwa 20 cm tief ausheben und mit einem Fundament aus Schotter oder Kies auffüllen. So verhindern Sie Staunässe. Die ausgehobene Muttererde können Sie später wieder in die obere Erdschicht der Spirale integrieren. Nun legen Sie schneckenhausförmig die erste Reihe Steine. Der Aufbau erfolgt nun schrittweise, bis der höchste Punkt der Spirale erreicht ist. Die Mauern werden so aufgesetzt, dass sie eine leichte Neigung nach Innen bekommen.

©Waschbär

Für die Kräuterspirale gilt: Je höher, desto trockener!

Dabei gleichzeitig mit dem Hochziehen der Mauern den entstehenden Zwischenraum mit den entsprechenden Füllmaterialien auffüllen. Im mittleren und oberen Bereich der Spirale ist dies vor allem Bauschutt, Schotter oder Kies. Am Fuß der Spirale wird auf die Füllung mit Schottermaterial verzichtet. Über diese Schuttfüllung füllen Sie nun etwa 20 cm Boden für die Pflanzen ein, den Sie nach den Bedürfnissen der Kräuter mischen: Der obere Bereich (Trockenzone, Mediterrane Zone) besteht aus einer 1:1-Mischung Erde mit Sand. Außerdem hier noch etwas Kalk oder auch Lavagranulat zugeben. Die mittlere Zone (Normalzone) enthält mehr Erde und weniger Sand (2:1). Außerdem können Sie hier schon etwas Kompost beigefügen. Am Ende der Spirale wird dann für die nährstoffliebenden Pflanzen nur noch mit Gartenerde und Kompost aufgefüllt. Am Fuß dieser Zone können Sie einen kleinen Teich platzieren: Entweder als Fertigteich oder mit einer Teichfolie gestaltet.

Die Bepflanzung der verschiedenen Zonen

Bevor sie mit pflanzen loslegen, warten Sie noch einige Regengüsse ab, denn die Erde wird sich eventuell noch setzen. Bei Bedarf füllen Sie dann noch etwas Erde nach. 

In 4 Bereiche gegliedert bietet das Schaubild einen Vorschlag zur Bepflanzung einer Kräuterspirale.

©Waschbär

So könnte eine besipielhafte Bepflanzung – ohne Feuchte Zone – aussehen.

In der oberen Zone gedeihen mediterrane Sonnenanbeter, die Trockenheit und Kalk lieben: Zum Beispiel Bergbohnenkraut, Rosmarin, Salbei, Thymian, Lavendel oder Oregano. Rundherum an den Spiralrand passen sehr gut kissenartige Thymusarten, die es in großer Auswahl zu kaufen gibt.

In der mittleren Zone, die etwas schattiger liegt, gedeihen Kräuter, die etwas mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe mögen: Basilikum, Melisse, Majoran, Koriander oder Estragon. Die unterste Zone gehört Kräutern, die sich in humusreicher Erde gut entwickeln. Diese Pflanzen benötigen auch gleichmäßig Feuchtigkeit, also eine regelmäßige Wassergabe: Schnittlauch, Kerbel, Petersilie und Pfefferminze. Im und am Teich – wenn angelegt – finden dann Kräuter ihren Platz, die das Wasser lieben, wie Wasserminze oder Brunnenkresse. 

Mein Tipp: Denken Sie beim Pflanzen an den nötigen Pflanzabstand, denn ein kleiner Salbei entwickelt sich zu einem stattlichen Strauch.

 Auf einen Blick: Welche Pflanze für welche Zone?

Mediterrane Zone

Normale Zone

Untere Zone

Feuchte Zone

Bergbohnenkraut

Anis-Ysop

Dill

Baldrian

Currykraut

Basilikum

Kapuzinerkresse

Brunnenkresse

Lavendel

Bergminze

Kerbel

Kalmus

Rosmarin

Borretsch

Kresse

Wasserminze

Salbei

Estragon

Liebstöckel

 

Weinraute

Fenchel

Petersilie

 

Ysop

Koriander

Pfefferminze

 
 

Melisse

Pimpinelle

 
 

Pimpinelle

Rauke

 
   

Sauerampfer

 
   

Schnittlauch

 

 

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Bildquellen

  • Große Kräuterspirale: ©Rudi Beiser
  • Drei Etagen der Kräuterspirale: ©Rudi Beiser
  • Schaubild Zonen Kräuterspirale: ©Waschbär
  • Schaubild Anordnung Kräuterspirale: ©Waschbär
  • Kräuterspirale: ©Rudi Beiser

Rudi Beiser, Jahrgang 1960, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. 13 Jahre lang führte er einen Naturkostladen. Danach betrieb er 20 Jahre lang die von ihm gegründete La Luna Kräutermanufaktur, wo hochwertige Kräutertees in Demeter-Qualität produziert wurden. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen und seine langjährigen Erfahrungen dazu gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter.

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  1. Dagmar

    8 Juni

    Hallo ,sehr informative Beiträge ! Gefällt mir gut.

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