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Feuer mit Kindern: Wie Kinder den sicheren Umgang lernen können

Der kleine Junge sitzt neben einem kleinen Feuerchen.

Messer, Gabel, Schere, Licht
sind für kleine Kinder nicht.

Wer kennt es nicht, dieses Kindergedicht?! Wie oft habe ich es schon in mich rein gemurmelt, während unser dreijähriger Sohn nach meinem Messer greift, um sich die Butter selbst auf dem Brot zu verstreichen oder unbedingt selbst kleine Papierschnipsel mit der Schere herstellen möchte. Und besonders Feuer übt eine große Faszination auf Kinder aus, ist jedoch auch entsprechend gefährlich. Schließlich kann sich das Kind nicht nur verbrennen, sondern auch das ganze Haus abbrennen. Aber wie sollen Kinder lernen, welche Dinge gefährlich sind und wie man mit scharfen, spitzen und heißen Gegenständen umgeht?! Klar, in dem man ihnen zeigt, welche Gefahren dahinterstecken, auf was man achten muss, wie man mit diesen Dingen umgeht und was im Notfall zu tun ist. Es gibt viele tolle Bücher, in denen lehrreiche Bilder und Texte zu dem Thema zu finden sind. Dennoch muss natürlich alles in der Praxis ausprobiert und viel dazu erklärt werden, wenn es um das Thema Sicherheit geht. Denn nur wer um die Gefahren weiß, kann Risiken richtig einschätzen lernen. Feuer mit Kindern heißt also vor allem: Erklären, erklären, erklären …

Feuer mit Kindern: Erklären, was passiert und was man im Notfall machen muss

Begonnen haben wir mit der „Feuerkunde“ zur Adventszeit. Da haben wir gemeinsam Kerzen angezündet und unser Sohn durfte immer das Streichholz auspusten. In dieser Zeit hat er schon von uns gelernt, dass man offenes Feuer, also Kerzen, nicht alleine brennen lassen darf. Wir haben ihm erklärt, was passieren kann und was man im Notfall macht. Sie können Ihrem Kind schon früh zeigen, wie man ein Telefon bedient und welche Nummer man eintippen muss. Da Handys selbst auf kleine Kinder eine nahezu magnetische Anziehungskraft ausüben, war dieser Teil der Aufklärung recht einfach.

Das Geschehen vom Ausbruch der Flammen bis zum Löschen spielt er immer fleißig mit seinem Feuerwehrauto nach. Und er ermahnt uns tatsächlich inzwischen, ein Teelicht auszupusten, wenn wir den Raum verlassen. Er übernimmt das Auspusten immer sehr souverän im Beisein von uns.

Der richtige Umgang mit den Flammen

Über selbst erlebte Erfahrungen lernt man am besten. Wenn Sie das Thema Feuer mit Kinder zusammen betrachten, gilt das ebenfalls. Aber es ist natürlich große Vorsicht geboten. Führen Sie die Hand ihres Kindes daher vorsichtig an die heiße Flamme heran, um es fühlen zu lassen, wie heiß es wird. Wir haben zusätzlich gezeigt, wie schnell Papier anfängt zu brennen. Die Erfahrung gibt es auch eine Nummer größer: Nutzen Sie zum Beispiel die Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr vorbei zu schauen. Für Kinder gibt es da immer viel zu entdecken und zu lernen – und zwar bei ganz großen Bränden.

Ein Junge löscht ein Feuer mit einem Gartenschlauch. © Constanze L.

Was passiert, wenn es brennt und wie reagiert man richtig? Bei der Feuerwehr üben Kinder den Ernstfall unter Aufsicht.

So oder so, das wichtigste ist: Ein Kind darf sich unter Aufsicht ausprobieren mit dem Umgang von Feuer, aber niemals alleine! So lange Sie ihm die Möglichkeit geben etwas auszuprobieren, verschwindet automatisch der Reiz des Verbotenen.

Feuer hat wie alle Elemente (Luft, Wasser, Erde) eine enorme Anziehungskraft auf Kinder. Das Flackern und Knistern der Flamme, die Wärme und Gemütlichkeit die von so einem Feuer ausgehen, ist für Groß und Klein ein Erlebnis. In unserem Garten nutzen wir zu jeder Jahreszeit unseren Feuerkorb oder das kleine Zwergenfeuer aus Ton, im Winter wärmen wir uns, im Sommer wird Stockbrot über der Flamme gegrillt. Perfekt, um sich dem Thema Feuer mit Kindern in Ruhe anzunähern. Wir wollten unseren Sohn für größere Grillfeiern vorbereiten, bei denen auch größere Feuer entfacht werden.

Das Gelernte umsetzen beim Lagerfeuer zur Sommersonnenwende am 21. Juni

Unser Sohn setzt sich sehr mit dem auseinander, was wir ihm über das Feuer beigebracht haben. Er „übt“ den Umgang mit einer großen Ernsthaftigkeit an unserem Zwergenfeuer. Die erste „Feuerprobe“ für unseren Sohn ist das Lagerfeuer zur Sommersonnenwende: Das ist der Tag im Jahr, an dem das Ende des Frühlings und der Anfang des Sommers gefeiert wird. In Schweden ist „Mittsommer“ neben Weihnachten einer der wichtigsten Tage im Jahr und wohl einer der ältesten überlieferten Feiertage. Den längsten Tag und die kürzeste Nacht nehmen wir natürlich gern zum Anlass, um draußen zu sein, ein Feuer zu machen und ausnahmsweise etwas später ins Bett zu gehen. An diesem Abend darf sich unser Sohn darum kümmern, sein Feuer mit DIY-Grillanzündern zu entfachen und am Brennen zu erhalten. Eine gar nicht so einfache Angelegenheit für ihn. Die Schale aus Ton, in dem er sein eigenes Feuer machen darf, ist nicht all zu groß. Es müssen regelmäßig kleine Holzscheite aufgelegt werden. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für einen Dreieinhalbjährigen. Aber dank der Aufklärung und seiner großen Aufmerksamkeit für das Thema haben wir keine Bedenken mehr. Außerdem würden wir ihn natürlich niemals mit dem Feuer alleine lassen. Dass wir im Notfall da sind, verleiht ihm zusätzliche Sicherheit.

Der kleine Junge hält das Stockbrot über das Feuer. © Constanze L.

Stockbrot grillen über dem selbst entzündeten Feuer, das macht Kinder stolz und verleiht ihnen im Ernstfall Souveränität.

Fazit: Feuer mit Kindern? Aber ja!

Trauen Sie Ihrem Kind ruhig mal etwas mehr zu. Gefährliche Unternehmungen, wie der Umgang mit Feuer, müssen natürlich immer von einem Erwachsenen begleitet werden. Aber wie heißt es so schön im Leben: Learning by doing. Erst gründlich erklären und dann einfach mal machen lassen. Sie können staunen, mit welcher Ausdauer, Vorsicht und Konzentration sich die kleinen Menschenkinder unter Beweis stellen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim nächsten Lagerfeuer und beim ausprobieren LASSEN Ihres Kindes.

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Bildquellen

  • lernen-bei-der-feuerwehr: © Constanze L.
  • stockbrot-grillen: © Constanze L.
  • feuer-mit-kindern: © Constanze L.

Constanze lebt inzwischen schon seit 15 Jahren in der Waschbär-Welt und ist zurzeit im Einkauf mit der Mission „Grüner Daumen“ befasst. Im eigenen kleinen Garten beweist sie bei jeder Gelegenheit den Mut zum Ausprobieren und geht mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund der immer neuen Frage nach, wo was herkommt. Ist eine Antwort gefunden, genießt die kleine Familie die Schönheit der Natur oder sorgt für die Unterhaltung ihrer zwei Katzen.

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