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Fünf grüne Neujahrsvorsätze für mehr Nachhaltigkeit

Mit Sekt anstoßen aufs neue Jahr, hier vor der Kulisse eines Strandes.

Mit dem neuen Jahr kommen für viele Menschen neue Vorsätze: Gesünder essen und mehr Sport treiben zählen dabei mit zu den häufigsten Vorhaben. Allerdings können Umweltschützerinnen und Umweltschützer sich auch vornehmen, noch umweltfreundlicher zu leben. Neujahrsvorsätze können nämlich ein guter Grund sein, den eigenen Lebensstil in puncto Nachhaltigkeit zu prüfen. Fünf grüne Neujahrsvorsätze möchten wir Ihnen für 2020 vorschlagen.

Grüne Neujahrsvorsätze #1: Capsule Wardrobe zulegen

Der Ausdruck Capsule Wardobe beschreibt ein Konzept, das in Verbindung mit einem minimalistischen Lebensstil steht. Dabei geht es dem Kleiderschrank an den Kragen: Sein Inhalt wird auf wenige Teile reduziert. So soll sowohl für sie als auch für ihn eine überschaubare Garderobe entstehen. Wichtig ist, dass die einzelnen Kleidungsstücke gut kombinierbar sind und jedes einzelne wirklich gerne getragen wird.

Ob 12 oder 27: Eine feste Anzahl, wie viele Teile die Garderobe enthalten darf, gibt es nicht. Denn bei der Capsule Wardobe geht es auch darum, dass jede und jeder für sich selbst entscheidet, was er oder sie wirklich braucht und was nicht. Doch welche Kleidungsstücke müssen auf jeden Fall dabei sein? Wie stimmt man die einzelnen Teile aufeinander ab? Bei diesen Fragen helfen die vielen Ratgeber und kostenlosen Planer-Vorlagen im Internet weiter. Lohnend können auch die Erfahrungsberichte von Capsule-Wardrobe-Profis sein.

Blick auf Kleidungsstapel im Schrank © CC0 / Pexels

Braucht man wirklich alles, was da so im Kleiderschrank liegt?

Ressourcen schonen

Sich eine Capsule Wardobe einzurichten, hat positiven Einfluss auf die Belastung der Umwelt: Die Beschränkung auf die nötigsten Kleidungsstücke führt zu einem veränderten Kaufverhalten. Nicht mehr jedes reduzierte Teil landet leichtfertig in der Einkaufstasche. Und wer mit Bedacht kauft, verringert so den eigenen virtuellen Wasserfußabdruck. Dieser bezeichnet nämlich die Menge an Wasser, die eine Person pro Land beansprucht.

Für beispielsweise die Produktion eines T-Shirts aus Baumwolle werden laut Viva con Aqua 2.000 Liter virtuelles Wasser benötigt. Indem Sie ihren Kleiderschrank auf die wichtigsten und liebsten Teile reduzieren und nicht immer wieder durch Schnellkäufe oder das fünfte rote T-Shirt auffüllen, schonen Sie die Ressourcen der Natur und damit die Umwelt.

Grüne Neujahrsvorsätze #2: Zu Ökostrom wechseln

In Zeiten des Klimawandels ist der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter eigentlich ein Muss. Ein grüner Neujahrsvorsatz, der sich mit ein paar Klicks im Internet schnell in die Tat umsetzen lässt. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die jeweiligen Anbieter eines der folgenden Siegel tragen. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie echten Ökostrom beziehen:

  1. Grüner Strom Label

  2. Öko Test

  3. TÜV Nord

Echter“ Ökostrom zeichnet sich durch die Nutzung erneuerbarer und nachhaltiger Energien wie Sonne, Wind, Wasser oder nachhaltig produzierte Biomasse aus. Darüber hinaus setzen sich reine Ökostrom-Anbieter für den Ausbau erneuerbarer Energien ein und betreiben unter Umständen auch eigene Anlagen. Einige Atom- und Kohlestrom-Anbieter stellen über „grüne“ Tochterfirmen zwar Ökostrom zur Verfügung; mit dem Strombezug bei solchen Unternehmen unterstützen Kunden und Kundinnen indirekt jedoch auch die Produktion von Atom- und Kohlestrom.

Hinter dem Solarfeld stehen Windräder. © CC0 / hpgruesen

Der Wechsel zu einem echten Öko-Strom-Anbieter geht schnell und ist ein guter Dienst für die Umwelt – ohne dass man auf Komfort verzichten muss.

Verantwortungsvoller Stromverbrauch

Laut Webseite des Umweltbundesamts können erneuerbare Energien „einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Außerdem tragen sie zur Versorgungssicherheit und zur Vermeidung von Rohstoffkonflikten bei.“ Mit dem Wechsel zu Ökostrom setzen Sie somit nicht nur auf die eigene nachhaltige Versorgung, sondern handeln verantwortungsvoll für zukünftige Generationen – besser kann das neue Jahr also gar nicht beginnen.

Übrigens: Langfristig betrachtet, ist Ökostrom nicht zwangsläufig teurer als konventioneller Strom. Denn der Ökostrompreis beinhaltet in der Regel bereits Umlagen zur Förderung der Energiewende. Zusätzliche Kosten des Atom- und Kohlestroms wie Kosten der staatlichen Förderung oder die Endlagerungskosten für Atommüll werden über Steuern finanziert – und kommen somit auf den Strompreis für konventionellen Strom oben drauf. So profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher, aber natürlich auch die Natur, auf lange Sicht von Ökostrom.

Grüne Neujahrsvorsätze #3: Plastikfreies Badezimmer

Je konkreter ein Vorsatz fürs neue Jahr, desto höher ist die Erfolgsgarantie. Ein Leben ohne Plastik ist zwar erstrebenswert, umfasst doch aber ein weites Feld – warum also nicht erst einmal da anfangen, wo besonders viel anfällt: im Badezimmer.

Für Einwegrasierer, Zahnbürsten aus Kunststoff oder Hygiene- und Beautyutensilien wie Binden, Tampons und Abschminkpads gibt es bereits eine Vielzahl an nachhaltigen Produkten. Tauschen Sie einfach beim nächsten regulären Wechsel Produkte aus Plastik durch wiederverwendbare Utensilien aus nachwachsenden Rohstoffen oder Materialien mit langer Haltbarkeit. Viele Hersteller setzen sogar auf umweltfreundliche Verpackungen, sodass auch an dieser Stelle kein Plastikmüll entsteht.

Laut Naturschutzbund (NABU) besteht der Meeresmüll zu 75 Prozent aus Kunststoffen. Die Eintragung von Plastikmüll gefährdet Meeressäuger und Meeresvögel sowie ihren Lebensraum. Indem Sie auf weniger Plastik im Badezimmer beziehungsweise im Alltag setzen, können Sie bewusst zum Umweltschutz beitragen.

Das dreigeteilte Bild zeigt selbstgemachte Badekugeln im Glas, einen Stapel Seife und Stoff-Abschmink-Pads. © Jessica B. / Silvia Martin

Drei Elemente aus dem plastikfreien Bad: DIY-Kosmetik, Stückseife und Stoff-Pads

Grüne Neujahrsvorsätze #4: Weniger Fleisch essen

Wer im neuen Jahr häufiger auf das Wurstbrot, den Döner oder einen Hamburger verzichtet, senkt seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck. Der WWF gibt auf seiner Webseite an, dass jährlich rund 9 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen eingespart werden könnten – und das einfach nur, wenn jede Bürgerin und jeder Bürger in Deutschland einmal in der Woche auf Fleisch verzichten würde.

Die Produktion von Fleisch beansprucht die Umwelt nämlich mehrfach: Es werden Flächen für die Tierhaltung sowie den Futteranbau benötigt, die Zucht, die Schlachtung sowie der Transport des Fleischs fordert eine große Menge Wasser und erzeugt CO2-Emissionen.

Neben klimafreundlichen Effekten bringt ein verminderter Fleischkonsum weitere positive Aspekte mit: Viele Deutsche überschreiten die empfohlene Menge von 450 Gramm Fleisch pro Woche um ein Vielfaches. Das kann unter Umständen auf die Gesundheit schlagen. Wer häufiger Gemüse statt Fleisch auf den Teller packt, ernährt sich ausgewogener und gesünder – und lebt grüner.

Mit Gemüse gefüllte Sushi-Röllchen lieben auf einem Teller, zwei Essstäbchen sind auch parat. © CC0 / Einladung_zum_Essen

Auf Fleisch verzichten, heißt nicht, auf Genuss zu verzichten. Probieren Sie doch einfach mal eine vegetarische Variation Ihres Lieblingsgerichts.

Grüne Neujahrsvorsätze #5: Gebraucht kaufen

Ob Möbel, Kleidung, Elektrogeräte oder Bücher: Der Markt für gebrauchte Utensilien wächst und wächst. Secondhand bedeutet dabei nicht immer schlechter. Vor allem Kleidung wird oftmals makellos, weil „nicht getragen“ oder „spontan gekauft“ für einen Bruchteil des Ladenpreises angeboten.

Etwas Gebrauchtes – etwas Umweltfreundliches

Auch Inventar für die Wohnung oder das Haus muss nicht unbedingt neu gekauft werden. Haushaltsauflösungen oder Veränderungen der Wohnsituation führen dazu, dass Kommoden, Schränke, Betten und Co. kostengünstig zu erhalten sind. Dadurch können Sie zur Doppelnutzung von Mobiliar beitragen und gleichzeitig die Neuproduktion verringern. Das schont sowohl die Ressourcen der Natur als auch Ihren Geldbeutel.

Indem Sie sich dafür entscheiden, im kommenden Jahr bewusst auf Gebrauchtprodukte zu setzen, wird sich automatisch Ihr Bezug zum Kaufen an sich verändern. Denn Secondhand-Artikel sind nicht immer und jeder Zeit verfügbar. Ein Minuspunkt? Auf keinen Fall. Diese zeitliche Begrenztheit ermöglicht nämlich, in sich hinein zu spüren und sich zu fragen: Brauche ich das wirklich? Eine Frage, die der Mensch sich viel häufiger stellen sollte. Denn oftmals ist heute dieses oder jenes Accessoire schon vergessen, das gestern noch so notwendig schien.

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Bildquellen

  • kleiderschrank: © CC0 / Pexels
  • oeko-strom: © CC0 / hpgruesen
  • plastikfrei-im-bad: © Jessica B. / Silvia Martin
  • vegetarisches-sushi: © CC0 / Einladung_zum_Essen
  • gruene-neujahrsvorsaetze: © CC0 / Holgi

Stefanie Schweizer arbeitet als freie Texterin. Eigentlich ist sie studierte Literaturwissenschaftlerin, doch schlägt ihr Herz auch für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Besonders angetan haben es ihr die grünen Fragen des Alltags und das Gärtnern auf engem Raum.

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