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Mikroabenteuer – Neues erleben vor der eigenen Haustür

Eine Frau und ein Mann balancieren über ein schmales Brett, dass über einen Bach gelegt wurde.

Eine Reise ist nicht immer notwendig, um neue Dinge zu erleben und dabei spannende Erfahrungen zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten, auch im eigenen Umfeld Neues zu erleben und die Routine zu durchbrechen. Am besten dafür geeignet sind sogenannte Mikroabenteuer, für die man oft nur etwas Fantasie und ein wenig Zeit benötigt. Mikroabenteuer drücken nämlich aus, dass sich aus den kleinsten Aktivitäten regelrechte Abenteuer ergeben können. 

Mikroabenteuer – wofür steht der Begriff eigentlich?

Wie der Name bereits vermuten lässt, versteht man unter dem Begriff Mikroabenteuer ein Abenteuer, das im Kleinen erlebt wird. Dabei geht es im ursprünglichen Sinn um Erlebnisse, die vor der Haustür stattfinden. 

Alastair Humphreys prägte den Begriff „Microadventures“ mit seinem im Jahr 2014 erschienenen gleichnamigen Buch. Darin stellte er seiner Leserschaft die Bedeutung von lokalen, kostengünstigen, einfachen und kurzen Abenteuern für die mentale Erholung vor. Da sich heutzutage meist alles um Städtereisen, Vergnügungsparks oder Pauschalurlaube dreht, wird das Mikroabenteuer oft unterschätzt. Es gibt aber immer mehr Organisationen und eine größer werdende Anhängerschaft, die sich dem Mikroabenteuer-Lebensstil verschrieben hat. Sie wollen insbesondere jungen Menschen die Vorteile von Mikroabenteuern vermitteln. 

Durch Mikroabenteuer werden Kinder wie Erwachsene dazu angeregt, den Wert des scheinbar Selbstverständlichen und der Natur zu erkennen. Zudem erübrigt sich das Warten auf den nächsten Urlaub. Denn wer das Spannende im gewöhnlichen Leben findet, für den ist gewissermaßen jeden Tag Urlaub.

Mikroabenteuer: Das sind die Vorteile

Zu den offensichtlichen Vorteilen von Mikroabenteuern zählt der finanzielle Aspekt. Erlebnisse, die wenig oder gar kein Geld kosten, sind für alle leicht umsetzbar und bereichern dennoch ungemein. Das Spannende an dem Konzept ist nämlich, dass Erlebnisse nicht gekauft, sondern selbst gemacht werden. Keine Eintrittspreise, keine Veranstalter – lediglich die eigene Kreativität ist gefragt. 

Auch dass sich die meisten Mikroabenteuer praktisch überall erleben lassen, spricht für diese kleinen Fluchten aus dem Alltag. Berufstätige ebenso wie Familien mit Kindern müssen nicht viel Zeit in die Vorbereitung stecken, da vieles spontan möglich ist. Der Fokus liegt vor allem darauf, so viel wie möglich aus dem Hier und Jetzt mitzunehmen. 

Darüber hinaus können Mikroabenteuer nicht nur ganz neue Perspektiven auf scheinbar Alltägliches eröffnen. Sie lehren einen, Langeweile in Augenblicke zu verwandeln, an die man sich auch später noch gern erinnert. 

Eine Mutter spaziert mit ihrem Kind an der Hand und ihrem Baby vor der Brust durch den Wald, in dem die Sonne durch die Bäume scheint. © CC0 / James Wheeler

Auch im Wald oder Park lassen sich magische Orte entdecken – unternehmen Sie einfach eine kleine Erkundungstour.

Ungewohnte Wege nehmen – in der Nachbarschaft oder darüber hinaus

Haben Sie auf dem Weg zur Arbeit, während eines Spaziergangs oder beim Ausflug ins Umland schon einmal einen anderen, unbekannten Weg genommen? Gut so! Denn neue Wege können überraschende Dinge bereithalten. Vielleicht ist da ein Ort, von dem aus Sie einen besonders schönen Ausblick in die Landschaft haben. Oder das Haus in der kleinen Seitenstraße trumpft mit einem bunten Garten und Düften auf, die Ihnen ein behagliches Gefühl bereiten. Möglicherweise lässt sich ein ungewohntes Treiben auf unbekannten Plätzen beobachten und eine besondere Stimmung auffangen. Spielt da etwa ein Straßenmusiker? Könnte das hier der neue Lieblingsplatz werden? Nur durch das Vorwagen in unbekannte Gebiete kommt wieder Abwechslung ins Leben.

Ideen für regionale Mikroabenteuer

Je nachdem, wo Sie wohnen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Mikroabenteuer zu erleben. Einige Ideen sind jedoch jederzeit und überall umsetzbar. Los geht’s!

Mit Bus und Bahn auf kleine Reise gehen

In den Sommermonaten Juni bis August 2022 ist das Bus- und Bahnfahren besonders einfach, denn die öffentlichen Verkehrsmittel genauso wie der regionale Bahnverkehr stehen zu unschlagbar günstigen Preisen allen zur Verfügung. Um mit dem ÖPNV ein bestimmtes, festgelegtes Ziel zu erreichen, ist vorab ein wenig Planung notwendig. Es geht aber auch ganz spontan und ohne festes Ziel. Wichtig ist nur, dass Sie etwas Zeit mitbringen. Beim Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es keine Seltenheit, dass man mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Oder Sie lauschen einfach den Erzählungen anderer. Da, wo viele Menschen auf der Durchreise sind, entstehen oft die interessantesten Geschichten. Es kann aber auch entspannend sein, während der Fahrt einfach nur mit kindlicher Freude aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft zu beobachten.

Mikroabenteuer im Grünen: auf der Wiese liegen

Mal wieder auf einer Wiese liegen – das wäre es doch! Aber wo gibt es die schönste und ruhigste Wiese? Dieses eine ganz spezielle Fleckchen Erde, auf dem Grillen ihr Streichkonzert spielen oder Schmetterlinge und Bienen bunt gemischt anzutreffen sind? Das gilt es herauszufinden – und diesen speziellen Platz dann zur persönlichen Lieblingswiese zu erklären. In der Stadt ist das nicht einfach, allerdings vergisst man oft: Auch die städtischen Parks können schöne, ruhige Ecken bieten. Manchmal muss man sich dafür etwas umschauen. Vielleicht lohnt e sich, kleine Umwege zu gehen oder sich in gänzlich unbekannte Stadtteile und Orte vorzuwagen – weg von den Liegeflächen, die von allen belagert werden. 

Ein Mädchen liegt für ein kleines Mikroabenteuer in einer Blumenwiese mit vielen weißen Blumen. © CC0 / Molochkomolochko

In einer Blumenwiese können Sie viel entdecken und mit ihren Sinnen erleben.

Mikroabenteuer mit Aussicht: Hängematte und Co.

Auch eine schöne Alternative zur Wiese: eine Hängematte oder einen Hängesessel ausleihen und am See, Fluss oder im Park ein Plätzchen suchen, an dem sie sich befestigen lassen. Aus dieser Perspektive dreht sich die Welt nicht nur sehr viel entspannter. In der Hängematte oder auf der Wiese liegend lässt es sich einfach am gemütlichsten in den Himmel blicken – ganz ohne Langeweile.

Dem Alltag entfliehen: mit einem spontanen Picknick

Eines der leckersten Mikroabenteuer ist das Picknick. Und es geht auch ohne große Einkäufe, wenn gute Gesellschaft und ein schöner Ort die eigentlichen Gründe dafür sind. Eine Bank an einem schönen Aussichtspunkt kann dabei genauso hervorragend geeignet sein wie der kleine Innenhof in der Nachbarschaft. Eine spontane Verabredung reicht und alle bringen eine Kleinigkeit aus ihrer Küche mit. Wer sich sicher ist, dass Grillen am Picknickort erlaubt ist, kann zusätzlich Grillgut organisieren. Den Ort dafür suchen Sie am besten so aus, dass der Platz für alle gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist. An heißen Tagen besorgen Sie dann am besten auf dem Weg zum Ziel noch kalte Getränke. Auf geht’s zu einer gemütlichen Runde ins Grüne!

Eine Familie sitzt bei ihrem Mikroabenteuer auf einer Decke an einem Fluss und macht ein Picknick. © Waschbär

Ein Picknick macht man nicht alle Tage, dabei braucht es dafür nicht viel.

Ein Abenteuer wie in der Kindheit: draußen übernachten

Aus Kindertagen kennt man vielleicht noch das Gefühl, das erste Mal im Freien übernachtet zu haben. Damals war alles so aufregend … Sich im Erwachsenenalter unter dem Nachthimmel schlafen zu legen, ist für die meisten aber immer noch ein besonderes Abenteuer. Dafür muss man nicht unbedingt bis zum nächsten Urlaub warten. Vor Ihrem Zeltabenteuer sollten sich informieren, wo Sie Ihr Lager überhaupt aufschlagen dürfen. Dazu kann man sich wunderbar mit anderen Mikroabenteurern austauschen. Fast überall gibt es abgelegene Ecken, an denen sich andere nicht an einem kleinen Zeltlager stören. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch auf einem Campingplatz unterkommen. Hauptsache, es stellt sich wieder dieses aufregende Gefühl aus Kindertagen ein.

Mikroabenteuer am Wasser: im Fluss oder See baden

An heißen Tagen steht für viele ein Besuch im Freibad auf dem Programm. Die Sonne brennt, es ist laut und Schwimmen ist nur im Slalom möglich. Ein wenig abenteuerlich ist das schon, aber es ist nicht gerade die Art von Abenteuer, die hier gemeint ist. Wie wäre es jedoch, mal wieder in einem Fluss oder See zu baden? Der Sommer hat nämlich viel mehr zu bieten als überfüllte Schwimmbecken und Pommes rot-weiß. Auch Baggerseen sind oft nicht die beste Alternative, weil es dort ebenfalls schnell voll werden kann. Es gibt allerdings Seen oder Flussläufe, die weniger bekannt sind. Wer hier ein schattiges Plätzchen findet, dem winkt eine schöne Zeit. Jedoch sollten Sie dabei auf Ihre Sicherheit achten. Ufer mit Gefahrenquellen und Flüsse mit unberechenbaren Strömungen sollten Sie meiden. Das Beste an diesem Mikroabenteuer: Es geht alles ohne Trubel, aber dafür mit viel leckerem, selbst mitgebrachtem Proviant.

Abenteuer in den Abendstunden: den Sonnenuntergang genießen

Morgenstund’ hat bekanntlich Gold im Mund. Aber auch die Abendstunden haben ihren goldenen Reiz. Wenn sich das Licht langsam zu einem warmen Orangerot verändert, wirkt die Welt gleich ruhiger und im Inneren kehrt Ruhe ein. So ist es zumindest, wenn man sich die Zeit nimmt, den Sonnenuntergang wirklich zu genießen. Von einem gemütlichen Platz aus, mit Blick auf den Horizont, wird aus dem Licht-Spektakel ein schönes kleines Abenteuer für zwischendurch.

Eine Frau im Kleid steht auf einer Wiese und betrachtet den Sonnenuntergang. © CC0 / Marinko Krsmanovic

Sonnenuntergänge bescheren uns atemberaubende Farben und eine friedliche Stille.

Ein schnelles Abenteuer: Fahrradtour ins Blaue

Ein Fahrrad haben vermutlich die meisten. Meist bringt es einen von A nach B und ist als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel unersetzlich. Warum das Fahrradfahren dann aber ein Mikroabenteuer sein soll? Weil das Rad wie dafür gemacht ist, einfach ins Blaue zu fahren und neue Orte zu entdecken. Sich ein wenig zu verirren, ist kein Problem, weil man mit dem Fahrrad schnell wieder an seinen Ausgangsort zurückkommen kann. Nichts schenkt so viel Freiheit in der Fortbewegung wie das Fahrrad. Mit dem Rad können Sie der Natur auf etwas abenteuerlichere Weise nahe sein – spürbar an dem Wind, der Ihnen um die Nase weht.

Weitere Ideen für Mikroabenteuer

  • Flüsse, Auen und Seen mit dem (geliehenen) Kanu oder dem SUP erkunden
  • den höchsten Gipfel in der Umgebung erklimmen
  • Burgen oder historische Gebäude entdecken
  • eine Schluchtenwanderung unternehmen
  • auf Wanderlehrpfaden dazulernen
  • einen Baumwipfelpfad erklettern
  • mit dem Teleskop den Nachthimmel beobachten
  • Pflanzen erkunden (z. B. mit Apps wie Flora Incognita)

 

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Bildquellen

  • spaziergang-im-wald: © CC0 / James Wheeler
  • mensch-liegt-in-blumenwiese: © CC0 / Molochkomolochko
  • familien-picknick: © Waschbär
  • sonnenuntergang-auf-wiese: © CC0 / Marinko Krsmanovic
  • balancieren-ueber-einen-bach: © Waschbär

Als Autorin ist Agata noch grün hinter den Ohren, dafür ist die Waschbär-Assistentin umso verrückter nach grünen Ideen. Sie kann sich nur schwer von gebrauchten Gegenständen trennen, denn Bastelerfahrung sammelt sie schlichtweg lieber als Kassenbons. In ihr wohnt eine kleine Idealistin, die es genießt, der Welt ihre Geschichten zu entlocken – ob auf Reisen, beim Plausch mit Lebemenschen oder durch spannende Lektüre. Inspiration bezieht sie aus Begegnungen mit Menschen, die optimistisch und unkonventionell nach Lösungen suchen.

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