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Erdflöhe – so schützen Sie Ihre Pflanzen vor ihnen

Die winzigen länglichen Käfer sitzen an der hellen Blüte.

Wenn Sie im Frühling oder Sommer in den Garten gehen und in den Blättern von Radieschen, Rettich oder Kohl unzählige 3-4 mm kleine runde Löcher entdecken, dann weist dies auf einen Erdflohbefall hin. Beim genauen Hinsehen werden Sie die kleinen Tierchen entdecken, die bei der kleinsten Berührung des Blattes elegant davonspringen. Lesen Sie hier, was Erdflöhe sind und wie Sie Ihr Gemüse und Ihre Kräuter vor ihnen schützen können.

Wissenswertes zur Lebensweise der Erdflöhe

Zunächst einmal: Erdflöhe sind keine Flöhe, sondern kleine Käfer. Sie verdanken ihren Namen den kräftigen Hinterbeinen, mit denen sie wie kleine Flöhe davonspringen können. Es gibt verschiedene Erdfloh-Arten, die etwa 2 bis 4 mm groß sind. Je nach Art sind sie schillernd bläulich bis schwarz gefärbt, manche besitzen gelbliche Längsstreifen.

Die kleinen Käfer tauchen vor allem bei trockener und warmer Witterung auf und hinterlassen in den Blättern kleine rundliche Fraßspuren. Bereits während der ersten warmen Frühlingstage kommen sie aus ihren Winterquartieren hervor und fallen dann zum Beispiel über die frischen Keimblättchen der früh gesäten Rettiche oder Radieschen her. Die Weibchen legen ihre Eier im Boden ab. Dort schlüpfen die weißen Larven, die sich von den Fadenwurzeln der Pflanzen ernähren. Der durch die Larven verursachte Schaden bleibt unsichtbar und beeinträchtigt die Pflanzen kaum. Anschließend verpuppen sich die Larven im Boden. Die geschlüpften Käfer richten dann durch ihre Fraßtätigkeit den eigentlichen Schaden an den Blättern an. Bei älteren größeren Pflanzen ist das meist nur ein optisches Problem. Allerdings kann ein starker Befall das Wachstum beeinträchtigen. Bei Jungpflanzen (Setzlingen) kann die Schädigung jedoch sehr groß sein und zum Absterben führen.

© Rudi Beiser

Ein vom Malvenerdfloh durchsiebtes Blatt.

Die verschiedenen Arten der Erdflöhe haben sich auf unterschiedliche Pflanzen spezialisiert. So frisst der Rapserdfloh am liebsten die senfölhaltigen Kreuzblütengewächse wie Radieschen, Rettich, Senf, Raps, Kresse, Kapuzinerkresse, Meerrettich oder Rucola. Der Kartoffelerdfloh befällt dagegen Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Paprika, Tomaten oder Auberginen. Der Malvenerdfloh durchlöchert am liebsten Malvengewächse wie Eibisch, Stockrose oder Malve. Egal welchen Erdfloh Sie im Garten haben, die Vorbeuge- und Bekämpfungsmaßnahmen sind immer die gleichen.

Vorbeugung durch Bodenpflege und Mischkultur

Ein Erdflohbefall zeigt oftmals Fehler bei der Bodenpflege an, weil sie sich sehr gerne auf verkrusteten, trockenen Böden aufhalten. Hier hilft regelmäßiges Hacken und Lockern des Bodens sowie regelmäßiges Gießen. Da die Erdflöhe am liebsten ungestört sind, finden sie diese Maßnahmen ziemlich ungemütlich. Außerdem stört das regelmäßige Hacken die Verpuppung der Larven im Boden. Auch Mulchen (z.B. mit Rasenschnitt) wird von den Käfern nicht so gemocht, da der Boden darunter sehr lange feucht bleibt und die Eiablage der Weibchen behindert wird.

Auch Monokulturen mit ihren Lieblingspflanzen (z.B. Kohlgewächse) begünstigen die Erdflohpopulation. Eine große Pflanzenvielfalt auf kleinem Raum ist die somit beste Vorbeugung gegen solch spezialisierte Schädlinge. Deshalb sind Mischkulturen mit Pflanzen, die die Erdflöhe nicht mögen, sehr sinnvoll. Dazu gehören Salat, Spinat, Zwiebeln und Knoblauch, die Sie zwischen die gefährdeten Kulturen pflanzen sollten.

Auch die Beachtung einer Fruchtfolge hilft dabei, den Befall zu minimieren. Das bedeutet, dass Sie zwei bis drei Jahre warten, bis Sie wieder eine Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse oder Malvengewächse auf demselben Beet aussäen. So wird den Erdflöhen auf dieser Fläche die Nahrungsgrundlage entzogen.

Erdflöhe haben natürliche Feinde, wie Schlupfwespen, Lauf- und Raubkäfer. Diese Helfer können unterstützt werden, indem man ihnen im Garten Wohnraum anbietet, in Form von alten Holzstämmen oder Reisighaufen.

Außerdem können Sie Ihre Aussaaten oder Jungpflanzen mit einem Vlies oder Insektenschutznetz (0,8 mm Maschenweite) schützen. Bringen Sie dieses über dem Beet an und graben Sie es an den Seiten gut ein.

Nahaufnahme zweier dunkelroter Stockrosenblüten und leicht zerlöcherten Blättern. © Rudi Beiser

Auch Stockrosen werden häufig vom Erdfloh befallen. Hier hilft es, die Nachbarschaft mit bei Erdflöhen unbeliebten Pflanzen zu bestücken.

Erdflöhe bekämpfen – so geht’s

Neben den vorbeugenden Maßnahmen gibt es auch Möglichkeiten der direkten Bekämpfung. Besprühen Sie beispielswiese Boden und betroffene Pflanzen mit einem selbst hergestellten Spritzmittel aus Rainfarn oder Wermut (siehe Rezept). Diese beiden Pflanzen wirken insektizid.

Mit ihren Leibspeisen Kresse oder Gelbsenf können die Erdflöhe nicht nur von anderen Kulturen abgelenkt werden, sondern man kann sie an diesen Lockpflanzen gebündelt bekämpfen. Auch das Bestäuben der befallenen Blätter mit Steinmehl oder Algenkalk kann hilfreich sein. Sie können die Erdflöhe auch abfangen, indem Sie unter den befallenen Pflanzen mit Leim bestrichen Bretter oder Klebefallen auslegen und die Pflanzen dann schütteln. Die Erdflöhe springen auf das Brett und bleiben daran kleben.

Rezept für Spritzmittel gegen Erdflöhe – Tee aus Rainfarn, Wermut oder Zwiebeln und Knoblauch

Übergießen Sie 100 g frische oder 15 g getrocknete Kräuter (Rainfarn und Wermut) mit 5 Liter heißem Wasser und lassen Sie das Ganze mehrere Stunden ziehen. Der Tee wird dann unverdünnt über die betroffenen Pflanzen und Beete gesprüht. Am besten bei bewölktem Himmel und nicht bei starkem Sonnenschein.

Auch ein Tee aus Zwiebeln und Knoblauch gehört zu den biologischen Spritzmitteln. Dazu übergießen Sie 40 g kleingeschnittene Zwiebeln oder Knoblauchzehen mit 5 Liter heißem Wasser. Dieser Tee beugt auch Pilzerkrankung vor. 

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Bildquellen

  • von-erdfloehen-zerfressenes-blatt: © Rudi Beiser
  • stockrose: © Rudi Beiser
  • erdfloehe: © Rudi Beiser

Rudi Beiser, Jahrgang 1960, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. 13 Jahre lang führte er einen Naturkostladen. Danach betrieb er 20 Jahre lang die von ihm gegründete La Luna Kräutermanufaktur, wo hochwertige Kräutertees in Demeter-Qualität produziert wurden. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen und seine langjährigen Erfahrungen dazu gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter.

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