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Pflanzenporträt: Arnika – gute Hilfe bei Verletzungen

Arnika mit gelben Blüten.

Die Arnika (Arnica montana) gibt uns in ihrem lateinischen Artnamen einen Hinweis, wo sie vorzugsweise wächst, denn „montanus“ bedeutet „Berg“. Auch deutsche Volksnamen wie „Bergwohlverleih“ deuten an, dass die Arnika eine Gebirgspflanze ist. Man findet sie beispielsweise in den Alpen und den Pyrenäen, aber auch im Schwarzwald und in den Vogesen. Wir müssen also hoch hinaus, wenn wir die Arnika in der freien Natur bewundern wollen. Dort finden wir sie auf ungedüngten Bergwiesen und in Heidekrautbeständen.

Die mehrjährige Arnika gehört zu den Korbblütengewächsen. Sie hat körbchenförmige Blütenstände, wobei in der Korbmitte die kleinen orange-gelben Röhrenblüten sitzen und außen die länglichen Zungenblüten. Die bis zu 50 cm hoch wachsende Arnika streckt im Sommer ihre goldenen Blüten wie kleine Sonnen aus den Bergwiesen. Die Blüten, die sich je nach Höhenlage zwischen Juni und August öffnen, haben einen aromatischen, herben Duft.

Seltene Pflanze unter Naturschutz

Die Arnika ist seltener geworden. Das liegt zum einen an der zunehmenden Düngung der mageren Bergwiesen. Zum anderen hat man die Beweidung aufgegeben, was zur Verbuschung der Flächen geführt hat. Die Arnika ist in fast allen europäischen Ländern in ihrem Bestand gefährdet. In manchen Ländern ist sie sogar vom Aussterben bedroht. In Deutschland ist sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten aufgeführt und steht somit unter Naturschutz. Deshalb darf man die Blüten nur mit Sammelgenehmigung der unteren Naturschutzbehörde pflücken. Generell sind die unteren Naturschutzbehörden für Naturschutz und Landschaftspflege sowie für den Artenschutz zuständig.

Eine solche Sammelgenehmigung besitzt beispielsweise die Firma Wala Heilmittel GmbH. Sie kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz um die Pflege der geschützten Arnikabestände.

Arnika im Garten

Die Arnika darf als geschützte Pflanze nicht in der Natur geerntet werden. Daher lohnt es sich, sie in den heimischen Garten zu holen. Es gibt sowohl Saatgut als auch Pflanzen zu kaufen. Allerdings muss man einige Dinge beachten, damit die sensible Diva nicht eingeht. Die Arnika ist empfindlich gegen Kalk und Düngung. Beides sind Dinge, die in einem normalen Gartenboden vorhanden sind. Da die Pflanze nur in sauren und mageren Böden zufriedenstellend wächst, müssen wir ihr im Garten einen solchen Standort anbieten.

Die Aussaat erfolgt von Ende März bis Mitte Mai. Für zwei bis drei Arnikapflanzen genügt es, ein spatentiefes Loch von 50 x 50 cm auszuheben. Dieses wird mit einer Torf-Sand-Mischung (drei Teile Torf – ein Teil Sand) gefüllt. Statt Torf können Sie auch Moorerde oder Rhododendronerde verwenden. Wichtig ist, dass der pH-Wert zwischen fünf und sechs liegt. Fertig ist das Arnika-Wohlfühlbeet. Der Platz sollte sonnig sein, denn die Arnika wünscht sich Licht und Wärme.

Gegen Korndämonen und für die brennende Liebe

Im mittelalterlichen Brauchtum setzten die Bergbauern Arnika als Schutzpflanze gegen Korndämonen ein. Von diesen Dämonen glaubte man, dass sie sich Sicheln an die Füße schnallen. Damit wiederum sollten sie durch die Getreidefelder rennen und die Halme umlegen. Um diesen Schaden zu vermeiden, steckte man an Johanni (24. Juni) Arnikasträuße an die vier Ecken des Getreidefeldes. So war der Korndämon gebannt.

Hildegard von Bingen (1098–1179), die heilkundige Äbtissin, beschreibt die Arnika als gefährliche Pflanze. Diese könne unkontrolliert die Liebeslust entfachen. „Wenn ein Mann oder eine Frau in Begierde brennt, dann wird, wenn jemand sie oder ihn auf der Haut mit grüner Arnika berührt, der Berührte in der Liebe zum anderen entbrennen, und wenn dann das Kraut vertrocknet ist, dann werden Mann oder Frau, die mit diesem Kraut berührt wurden, durch die Liebesglut fast rasend, so dass sie schließlich dumm werden.“ Ob hier die Fantasie mit ihr durchgegangen ist?

Informationen zur Arnika-Anwendung

Die unter Schutz stehende Arnika dürfen wir also nicht selbst sammeln. Daher müssen wir auf fertige Arzneimittel zurückgreifen, wenn wir die Heilkraft der Arnika einsetzen wollen. Aber bei welchen Beschwerden kann uns eine Behandlung mit Arnika helfen? Schon der Kräuterpfarrer Kneipp (1821–1897) war von der Heilwirkung der Arnika so angetan, dass er sagte: „Arnika ist nicht mit Gold zu bezahlen, in vielen Fällen hilft sie rasch.“

Arnika steht in voller Blüte auf einer Bergwiese. © Ilhan Balta - stock.adobe.com

Die Arnika wächst immer seltener in Bergregionen, weshalb sie unter Naturschutz steht.

Anwendung von Arnika bei Verletzungen, Prellungen, Blutergüssen und anderen Beschwerden

Die Arnika ist eine anerkannte Heilpflanze bei Prellungen, Verstauchungen, Blutergüssen, Schwellungen und Quetschungen. Außerdem wendet man sie an bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Verletzungen, Verbrennungen, Insektenstichen sowie Entzündungen in Mund und Rachen. Die Heilpflanze darf allerdings nur äußerlich angewendet werden, also in Form von Einreibungen, Umschlägen und Salben oder zum Gurgeln. Früher wurde Arnika auch innerlich eingesetzt. Inzwischen weiß man aber, dass hohe Dosierungen Herzrhythmusstörungen hervorrufen können. Die einzige unbedenkliche innere Einnahme sind homöopathische Arnikapotenzen.

Tinkturen und Salben aus Arnikablüten

Tinktur und Salbe werden aus den Arnikablüten hergestellt. Man wendet sie äußerlich an. Für die schmerzstillende, abschwellende und entzündungshemmende Wirkung sind vor allem die in den Blüten enthaltenen Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Cumarine und Phenolsäuren verantwortlich. Die käuflichen Arnikacremes, -salben, -gele oder -massageöle kann man direkt verwenden. Die Tinktur muss man jedoch für Einreibungen, Umschläge und Kompressen oder zum Gurgeln mit Wasser verdünnen. Je nach Anwendung liegt das Mischverhältnis zwischen eins zu fünf und eins zu zehn.

Teeaufguss aus Arnikablüten herstellen für Umschläge und Einreibungen

Für Umschläge kann man einen Teeaufguss aus Arnikablüten verwenden. Dazu einen Esslöffel Arnikablüten mit 100 Millilitern heißem Wasser übergießen und das Ganze zehn Minuten ziehen lassen.

Auch ein Arnikaöl für Einreibungen kann man aus gekauften Arnikablüten selbst herstellen. Dazu acht Gramm Blüten eine Woche lang in 100 Millilitern Olivenöl ausziehen und anschließend absieben.

So gut die Wirkung der Heilpflanze Arnika bei den aufgelisteten Beschwerden auch ist, kann es doch vorkommen, dass manche Menschen allergisch reagieren. Bei Hautreaktionen, etwa in Form von Ausschlag, sollte man die Behandlung abbrechen. Vor allem unverdünnte Arnikazubereitungen können eine Kontaktallergie hervorrufen.

Arnika: Tipps und Inspirationen

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Der Autor ist jedoch kein Arzt oder Apotheker. Die im Beitrag gegebenen Informationen sind nicht als Gesundheitsberatung zu verstehen. Besprechen Sie eine Anwendung der Tipps mit gesundheitlichem Bezug daher bitte mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.

 

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Bildquellen

  • wild-wachsende-arnika: © Ilhan Balta - stock.adobe.com
  • arnika: © skymoon13 - stock.adobe.com

Rudi Beiser, Jahrgang 1960, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. 13 Jahre lang führte er einen Naturkostladen. Danach betrieb er 20 Jahre lang die von ihm gegründete La Luna Kräutermanufaktur, wo hochwertige Kräutertees in Demeter-Qualität produziert wurden. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen und seine langjährigen Erfahrungen dazu gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter.

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