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Nachhaltig feiern – Wie geht das?

Vier Gläser, die über einem Tisch mit vielen gefüllten Schüsseln anstoßen.

Die Gästeeinladungen sind verschickt und die ersten Zusagen sind auch schon da. Jetzt geht’s an die Organisation der Party. Und die soll möglichst nachhaltig sein – das bedeutet vor allem: ohne Müllberge! Eine wahre Herausforderung, denn billige Partyartikel vom Pappteller bis zum Plastik-Sektglas ersparen einem zwar den lästigen Abwasch, sind aber meistens nicht recyclebar. Darauf können Sie achten, wenn Sie nachhaltig feiern wollen …

Beim Geschirr gilt: Mehrweg statt Einweg zum nachhaltig feiern

Oft fehlt es zur Bewirtung der Gäste an Gefäßen und Besteck. Hier bietet sich das klassische Picknickgeschirr aus Hartplastik als ökologisch sinnvolle Alternative zu Einwegprodukten an. Das Mehrweg-Geschirr besteht aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) (hier auf die Kennzeichnung achten!) und ist frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen. Das Material ist langlebig und kann in der Spülmaschine gewaschen werden.

Eine Alternative ist essbares Geschirr: Das geht mit Schälchen aus Weizen- und Roggenmehl. Sie sind stabil und vertragen auch flüssige und heiße Speisen. So wird das Geschirr selbst zum Snack und der Abwasch erübrigt sich. Geschickte Gastgeber können aus Gemüse auch selbst hübsche essbare Schalen zaubern. Wie wäre es z. B. mit Salatschälchen aus Paprika oder einer Kürbissuppe serviert in einem ausgehöhlten Kürbis? Diese natürlichen Behältnisse sind farbenfroh, vollständig kompostierbar und schmecken auch noch.

Portemonnaie und Umwelt werden natürlich am meisten geschont, wenn Sie auf das zurückgreifen, was schon vorhanden ist. Warum also nicht einfach beim Nachbarn klingeln und von ihm Geschirr leihen? Alternativ können Sie auch Ihre Gäste bereits in der Einladung bitten, eigenes Geschirr mitzubringen. Stehen größere Festlichkeiten an, können Gedecke bei lokalen Anbietern gemietet werden.

© CC0 Hans/ McRonny

Plastikbesteck ist beim nachhaltigen feiern ein völliges No-go. Und mal ehrlich: Mit echtem Besteck kann man einfach besser essen.

Nachhaltig auftischen mit den richtigen Snacks

Bei den Snacks gilt: Setzen Sie vor allem auf Fingerfood! So sparen Sie an Geschirr und die Gäste können sich nach Lust und Laune durch die verschiedenen Häppchen probieren. Achten Sie bei der Wahl der Speisen auf Saison und Regionalität, verzichten Sie also lieber auf Guacamole sowie auf ressourcenintensive Fleischprodukte. Stattdessen können Sie verschiedene Brotsorten, Dips aus saisonalem Obst und Gemüse (z.B. Rote-Bete- oder Walnuss-Pesto) oder Antipasti wie Oliven und eingelegte Tomaten anbieten. Auch Gemüsechips und Nüsse eignen sich hervorragend als Schmaus für die Gäste. Hübsch in kleinen Schälchen angerichtet mach die Leckereien auch optisch etwas her.

Vor Kleckereien schützen Stoffservietten. Die gibt es mittlerweile in vielen bunten Dessins – passend zum Anlass. Im Gegensatz zu Papierservietten sehen nicht nur wertig aus, sie sind auch saugstärker und dazu natürlich waschbar.

Um Essensverschwendung vorzubeugen, halten Sie für Ihre Gäste Boxen bereit oder bitten Sie diese im Vorfeld, selbst welche mitzubringen – so landet nichts im Müll. Und die Gäste haben am nächsten Tag einen leckeren Mittagssnack.

Tschüss Plastikstrohhalm: nachhaltige Alternativen entdecken

Wo gefeiert wird, wird meist auch viel getrunken. Vor allem bei Limonaden und Cocktails gehört der Strohhalm im Getränk einfach dazu. Zum herkömmlichen Plastiktrinkhalm gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Alternativen: Papierstrohhalme sind biologisch abbaubar und obendrein in so vielen verschiedenen Farben, Mustern und Motiven erhältlich, dass für jedes Partymotto das Richtige dabei ist. Für stilvollere Getränke wie Cocktails und Longdrinks eignen sich hingegen Glas- und Edelstahlstrohhalme, die ausgespült und wiederverwendet werden können. Trinken und knabbern zugleich können die Gäste mit einem Makkaroni-Strohhalm. Der baut sich nicht nur von ganz alleine ab, sondern ist auch ein netter Partygag.

Wenn Sie beim Cocktail nicht auf Deko verzichten wollen, ersetzen Sie Schirmchen und Flitter durch essbare Alternativen. Zum Aufhübschen der Drinks eignen sich beispielsweise Gurken- oder Limettenscheiben, Basilikumstängel oder Rosmarinzweige – geschmacklich passend zum Getränk.

© Thilo S.

Mit Früchten, Kräutern und Gemüse können Sie Getränke ganz ohne Müll dekorieren. Die Rhabarberlimo im Bild ist mit einem Rhabarberstäben, Limettenscheibe und Minzstängel ein echter Hingucker.

Eine edle Alternative zu den herkömmlichen Eiswürfeln sind Kühlsteine aus Speckstein. Da sie nicht schmelzen, verwässern sie hochwertigen Drinks nicht und sehen dazu auch noch chic aus. Nach dem Gebrauch kann man sie einfach abspülen und für den nächsten Whiskey wiederverwenden.

Verbannen Sie „Wegwerf-Deko“ von Ihrer Party

Auch bei der Partydeko können Sie ordentlich Müll sparen, wenn Sie z. B. Luftballons durch Papierlampions ersetzen und die Einmal-Luftschlangen durch stabilere Girlanden. Auf Konfetti muss natürlich auch nicht verzichtet werden: Mit Motivlochern können Sie es entweder selbst herstellen oder Sie greifen auf die ökologische Alternative aus Reispapier zurück.

Ganz umsonst gibt’s die Deko von Mutter Natur: Mit Tannenzapfen, hübschen Steinen, Moosen und Topfpflänzchen lässt sich mit etwas Geschick eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. Die gebastelten Arrangements sind zudem ein schönes Geschenk zum Mit-nach-Hause-Nehmen.

© CC0/Pezibear

Mit wenigen einfachen Sachen wie Tannenzapfen, Moos und Nüssen können Sie Tische, Sideboards und ähnliches plastikfrei dekorieren.

Gar nicht schwer: Anstoßen ohne Plastik

Spirituosen gibt es glücklicherweise kaum in Plastikflaschen zu kaufen. Das sieht bei Limonaden anders aus. Größere Mengen werden fast ausschließlich in PET-Flaschen angeboten. Weichen Sie daher auf 0,3- oder 0,5-Liter-Glasflaschen aus. Oder kreieren Sie ganz einfach Ihre eigene Limo. Das ist geldbeutelschonend und Sie benötigen maximal 5 Zutaten. Die Basis bildet immer Mineralwasser und Zucker, hinzu kommen frisch gepresster Saft und bei Belieben Minze.

Ploppen statt Korken: Wenn Sie Ihren Gästen Bier anbieten, wählen Sie Bügelflaschen. Kronkorken und Metallfolien, deren Herstellung viel Energie verschlingt, werden so eingespart. Und: Leitungswasser hat hierzulande eine hervorragende Qualität. Servieren Sie es in schönen Glaskaraffen – vielleicht aufgepeppt mit ein paar Gurkenscheiben?

10 Tipps für Ihre nachhaltige Feier

  1. Verwenden Sie Mehrweggeschirr.
  2. Bieten Sie essbare Schälchen an.
  3. Servieren Sie Fingerfood aus saisonalen Zutaten.
  4. Halten Sie „Reste-Boxen“ für Ihre Gäste bereit.
  5. Wenn Trinkhalme, dann aus Papier, Glas und Co.
  6. Dekorieren Sie Getränke mit Limetten, Gurken oder Kräuterstängeln.
  7. Legen Sie Stoffservietten aus.
  8. Dekorieren Sie mit Papier-Lampions statt Luftballons.
  9. Bereiten Sie eigene Limo zu.
  10. Füllen Sie Leitungswasser ab.
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Bildquellen

  • besteck-plastik-versus-metall: © CC0 Hans/ McRonny
  • deko-von-thilos-rhabarber-limo: © Thilo S.
  • schlichte-naturdeko: © CC0/Pezibear

Bianca Gebhardt schreibt als freie Autorin über die neuesten Trends im Nachhaltigkeit. Auch in Sachen Mode ist sie immer am Puls der Zeit – und das ökologisch und fair. In ihrer Freizeit sorgt sie mit fleischlosen Leckereien für das leibliche Wohl ihrer Freunde, dabei schreckt sie nicht vor komplizierten Zubereitungstechniken und kulturellen Tellerrändern zurück.

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