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Do it yourself: Geschicklichkeitsspiel aus Karton basteln

„Mir ist langweilig.“ Es dürfte kaum einen Haushalt mit Kindern geben, in dem dieser Satz nicht fällt – zumindest hin und wieder. Ein selbst gebasteltes Geschicklichkeitsspiel aus Karton bietet gleich mehrere Vorteile auf einmal: Alte Kartons und Papierrollen lassen sich upcyceln. Zudem macht schon das Basteln und Entwickeln des Spiels den Kindern Spaß. Und oft finden die Kinder es so spannend, dass sie sich noch eine ganze Weile selbst damit beschäftigen – Tablet, Fernseher und Co. haben Sendepause. Mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen begeistern Sie Kinder und sogar Eltern für dieses Spiel. Und ganz nebenbei lernen Kinder bei diesem Spiel etwas über Geschwindigkeiten, Reibung, Widerstände und die Wirkung von Ablenkungen durch Hindernisse.

Für diesen DIY-Beitrag habe ich zwei Geschicklichkeitsspiele aus Karton für unterschiedliche Altersstufen gebastelt: Variante 1 für jüngere und Variante 2 für ältere Kinder.

Variante 1 – mit Geduld und Freude zum Ziel

Dies ist die einfachere Version des Spiels. Sie ist für Kinder zwischen drei und fünf Jahren gedacht. Die meisten Kinder steigen in dieses Spiel ein, ohne lange zu überlegen. Schon nach wenigen Minuten haben sie den Dreh raus und das selbst gemachte Miniwollknäuel saust durch die Papprollen. Ohne komplizierte Regeln, ohne Punktezählen – einfach nur zum Vergnügen. Kleinen Kindern genügt diese Variante eine ganze Weile. 

Geschicklichkeitsspiel aus Karton – Spielregeln für Variante 1

Für die Kleinsten gibt es sehr einfache Regeln. Die Kugel muss durch jede einzelne Rolle kullern. Unabhängig davon, wie oft die Kugel die einzelnen Rollen durchläuft und aus welcher Richtung. Zum Einstieg gibt es eine langsame Kugel, die nicht zu schnell wegrollt. Dadurch lassen sich Enttäuschungen vermeiden. Ein Knäuel aus aufgewickeltem Baumwollgarn ist für den Anfang prima geeignet.

Klorollen sind für das Geschicklichkeitsspiel aus Karton mit bunten Papieren beklebt und in unterschiedliche Längen zugeschnitten. © Eva S.

Für die leichte Spielvariante brauchen Sie theoretisch nur wenige Rollen.

Variante 2 – anspruchsvoller Zeitvertreib gegen Langeweile

Wer glaubt, dass ein paar Papprollen, die in einem Karton kleben, für ältere Kinder uninteressant sind, irrt. Diese Variante ist eine anspruchsvolle Version, die Große und selbst Erwachsene herausfordert. Das Spiel hat festgelegte Laufbahnen bis zum Ziel und es gibt viele Rollen, die durchkugelt werden müssen.

Geschicklichkeitsspiel aus Karton – Spielregeln für Variante 2

Bei den Spielen für die Großen geht es eher darum, das Spiel kniffelig zu gestalten. Jede Runde über dem Kartonboden soll eine Herausforderung für sie darstellen. Hilfreich sind festgelegte Laufbahnen mit eingebauter Ablenkung. Überwindet man sie, geht es weiter. Scheitert man daran, geht es wieder auf den Startpunkt zurück. Einen Gewinnpunkt erzielt das Kind nur dann, wenn die Kugel vom Start bis ins Ziel durch alle vorgesehenen Rollen kugelt.

Klare Regeln sind für ältere Kinder hilfreich. Insbesondere dann, wenn die Kinder im Wettstreit unter Geschwistern oder im Freundeskreis gegeneinander antreten. Die Regeln lassen sich gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und dann schriftlich festhalten. Das macht sie verbindlicher und Diskussionen oder Streit lassen sich vermeiden.

Zwei Varianten des Geschicklichkeitsspiels aus Karton lehnen an der Wand. © Eva S.

Für ältere Kinder darf ruhig ein etwas kniffligerer Parcous mit den Klorollen gebastelt werden.

Anleitung für ein selbst gebasteltes Geschicklichkeitsspiel aus Karton

Hier können Sie die Anleitung für das Geschicklichkeitsspiel aus Karton als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • Karton (etwa 50 × 40 cm)
  • etwas Pappe zum Stabilisieren
  • Papprollen (Klorollen, selbst gedrehte Rollen aus Trennstreifen oder Bastelpappe)
  • farbigen Klebefilm (zum Festkleben und für die Wegmarkierung)
  • buntes Papier zum Verschönern
  • Reste von Baumwollgarn zum Wickeln der Kugel
  • Heftzange
  • Lineal oder Maßband
  • Cutter, Schere oder scharfes Messer

Und so geht’s

  1. Wenn möglich, mit der Heftzange etwas Pappe in den Karton heften. Dadurch erhält der Karton mehr Stabilität.
  2. Eine kurze Skizze für den Verlauf der Bahn zeichnen.
  3. Rollen mit unterschiedlichen Längen zuschneiden.
  4. Die Rollen bemalen oder mit Papier bekleben.
  5. Die Rollen mit einem Klebeband auf dem Kartonboden festkleben.
  6. Den Verlauf der Bahn aufzeichnen oder mit Klebefilm markieren.
  7. Für die Großen: für den Bahnverlauf die Papprollen nummerieren. Start und Ziel festlegen.
  8. Die Kugel aus Baumwollgarn wickeln.

Beschränken Sie sich auf das Wesentliche, nämlich Papprollen auf den Pappboden zu kleben, dauert es ungefähr eine Stunde, bis alles angebracht ist. 

Das Geschicklichkeitsspiel aus Karton lehnt an einer Wand und wurde mit bunten Blumen und Farben verziert. © Eva S.

Kinder können sich beim Verzieren des Spiels richtig austoben.

Geschicklichkeitsspiel aus Karton: Tipps und Anregungen

  • Besonders schön wird das Spiel, wenn die Kinder es selbst bemalen, mit buntem Papier bekleben oder mit Stickern verzieren dürfen. Das ist auch eine schöne Idee für den nächsten Kindergeburtstag – und anschließend wird nach Herzenslust gespielt.
  • Haben sich die jüngeren Spielerinnen und Spieler mit dem Ablauf ausreichend vertraut gemacht, können Sie noch mehr Dynamik in das Spiel bringen. Tauschen Sie das weiche Wollknäuel einfach gegen eine Holzkugel aus.
  • Bei der Version für Jüngere können Sie als Variante einen Start- und einen Zielpunkt einfügen. Auch eine Markierung, um von einem zum anderen Punkt zu gelangen, ist eine gute Idee. Später können Sie einen Würfel oder eine Figur auf das Spielfeld kleben. Diese muss pro Spiel dreimal umrundet werden.
  • Für die älteren Spieler und Spielerinnen können Sie beispielsweise eine alte Münze auf die Bahnen zwischen den Rollen kleben. Dadurch ändert die Kugel ihre Richtung spontan und unvorhersehbar. Wenn das Kind die Rolle verpasst, geht alles von vorn los.
  • Bei so viel Spannung können die Gefühle schon mal hochkochen. Wenn es zu viel wird, können Sie eine weitere Regel einführen: Wer das Geschicklichkeitsspiel nicht gut behandelt, weil es nicht so läuft wie gewünscht, legt eine dreiminütige Pause ein.

 

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Bildquellen

  • beklebte-klorollen: © Eva S.
  • zwei-varianten-des-geschicklichkeitsspiels: © Eva S.
  • verziertes-geschicklichkeitsspiel: © Eva S.
  • geschicklichkeitsspiel-aus-karton: © Eva S.

Eva praktiziert „grünen“ Journalismus aus Überzeugung. Als Redakteurin bei Waschbär ist sie ständig damit beschäftigt, Themen rund um Ökologie aufzuspüren und in die richtigen Worte zu kleiden. Richtig wohl fühlt sie sich in der freien Natur. Dort lässt sie sich am liebsten vom Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisen Meeresfarben inspirieren.

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