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Do it yourself: Gartenbewässerung mit Ollas aus Tontöpfen

Die Olla wird mit Wasser befüllt.

Wer einen großen Garten ohne Wasseranschluss dafür aber mit Pumpe hat, weiß um die Anstrengungen, die die Gartenbewässerung im Hochsommer mit sich bringt. Denn oft ist es viel zu trocken und sehr heiß, sodass an manchen Tagen sogar zweimal gegossen werden muss. Wenn Sie dann eine Gießkanne nach der nächsten schleppen und feststellen, dass das Wasser einfach im Boden versickert und nicht viel bei der Pflanze hängen bleibt, ist das ziemlich frustrierend. Besser ist es, wenn das Wasser nah an den Wurzeln im Boden verbleibt. Dabei können neben dem Mulchen mit Schafwolle oder anderen Materialien (Muscheln, Rasenschnitt usw.) sogenannte Ollas helfen.

Was sind Ollas überhaupt?

Ollas (gesprochen: Ojas) heißt aus dem Spanischen übersetzt einfach „Töpfe“. Diese Töpfe sind aus Ton, offenporig und somit wasserdurchlässig. Schon lange nutzt man in heißen Ländern und Wüstengebieten wie in Afrika diese Art der Bewässerung. Dafür werden die Tontöpfe in die Erde eingegraben, sodass nur noch ein kleines Stück Topf mit der Öffnung sichtbar bleibt. Durch das Loch befüllt man die Ollas mit Wasser. Das wird nach und nach an die umliegenden Pflanzen je nach ihrem Bedarf abgegeben. Wichtig dabei ist, dass die Töpfe nicht glasiert sind. Ollas gibt es inzwischen im Gartenfachhandel zu kaufen, doch günstiger und mit wenig Aufwand können Sie diese Gartenbewässerung auch selbst herstellen.

Anleitung für eine Olla zur Gartenbewässerung

Hier können Sie die Anleitung für eine Olla zur Gartenbewässerung als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • 2 unglasierte Tontöpfe mit leicht unterschiedlichem Durchmesser
  • altes Kerzenwachs oder Wachsreste
  • einen alten Korken oder ein Stück alte Fliese

Und so geht’s

  1. Das Wachs in einem kleinen Topf schmelzen.
  2. In einem der Töpfe das Abflussloch mit dem Korken oder einem kleinen Fliesenstück und dem geschmolzenen Wachs abdichten. Das wird die Unterseite der Olla. (Bild 1)
  3. Nun beide Töpfe mit der großen Öffnung aufeinanderstellen, sodass der kleinere in dem größeren Topf aufliegt.
  4. Das Wachs mithilfe eines Löffels in die entstandene Rille einfüllen, sodass die Töpfe miteinander verbunden werden. Falls etwas Wachs durchläuft, warten Sie einfach, bis die erste Wachsdichtung fest geworden ist. So können Sie etwas größere Fugen nach und nach schließen, falls die Töpfe in der Rundung uneben sind. (Bilder 2 und 3)
Vier Schritte der Anleitung und des Eingrabens im Bild.

Einfach selbst gebaut und eine große Hilfe bei der Gartenbewässerung: eine Olla.

Wohin mit der Olla? So platzieren Sie die Gartenbewässerung richtig

Nachdem das Wachs gehärtet ist, kann die Olla auch schon direkt ins Beet oder Hochbeet. Dafür müssen Sie ein Loch graben. Tief genug, dass nur noch die offene Seite der Olla aus der Erde schaut, aber nur so tief, dass keine Erde einfließen und die Olla verstopfen kann. (Bild 4) Der beste Zeitpunkt zum Einsetzen der Ollas ist der Pflanzzeitpunkt. Denn so können sich die Wurzeln gleich optimal zur Olla hin entwickeln. Die Pflanzen können Sie so nah wie möglich an die Olla heran pflanzen. Je nach Größe der Töpfe kann eine Olla auch mehrere Pflanzen versorgen. Pauschal gesagt, verteilt sich die Versorgung in etwa so:

  • 1 Liter Füllmenge der Olla für Pflanzen im Umkreis von ca. 60 cm.
  • 3 Liter Füllmenge der Olla für Pflanzen im Umkreis von ca. 90 cm.
  • 6 Liter Füllmenge der Olla für Pflanzen im Umkreis von 120 cm.

Dies richtet sich aber natürlich auch danach, wie viel Wasser die entsprechende Pflanze benötigt, wie heiß es ist und wie trocken die Erde ist.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es gerade an sehr heißen Tagen die perfekte Lösung ist. Wir befüllen die Ollas am Abend und müssen keine Sorge haben, dass die Pflanzen tagsüber vertrocknen.

Tipps für die Gartenbewässerung mit Ollas

  • Sie könnten auch Silikon zum Verbinden der beiden Töpfe nutzen, allerdings empfehle ich Ihnen genauer hinzuschauen, denn in vielen Produkten stecken zinnorganische Verbindungen und Fungizide. Solche Stoffe gehören nicht in die Erde.
  • Der Vorteil beim Wachs: Sie können die Tontöpfe problemlos wieder voneinander lösen und zum ursprünglichen Zweck als Topf nutzen.
  • Alte, verkalkte Tontöpfe bekommen als Olla wieder eine sinnvolle Funktion.
  • Diese Form der Bewässerung ist auch für Hochbeete geeignet.

 

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Bildquellen

  • gartenbewaesserung: © Constanze L.

Constanze lebt inzwischen schon seit 15 Jahren in der Waschbär-Welt und ist zurzeit im Einkauf mit der Mission „Grüner Daumen“ befasst. Im eigenen kleinen Garten beweist sie bei jeder Gelegenheit den Mut zum Ausprobieren und geht mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund der immer neuen Frage nach, wo was herkommt. Ist eine Antwort gefunden, genießt die kleine Familie die Schönheit der Natur oder sorgt für die Unterhaltung ihrer zwei Katzen.

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  1. Maria Böckmann

    10 Juli

    Vielen Dank für diese gute Idee.
    Bislang habe ich schon mit eingegrabenen Tontöpfe gewässert. Nun kann aber die doppelte Menge Wasser genutzt werden, das gefällt mir gut. Bei der nächsten Pflanzung werde ich diesen Vorschlag ausprobieren.

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