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Weihnachtsbaum weiterverwenden – nützliche und nachhaltige Ideen

Weggeworfene Weihnachtsbäume liegen auf einem Haufen bei einer Sammelstelle.

Weihnachten ist vorbei, und damit kommen auch Sterne, Kugeln und Kerzen wieder zurück in Kartons, Kisten und Schränke. Die stimmungsvolle Dekoration wird bis zum nächsten Fest gelagert. Zweige, Adventskränze oder ganze Bäume hingegen landen im Biomüll oder auf den Tannenbaum-Sammelplätzen in der Umgebung. Dabei gibt es zahlreiche schöne und nachhaltige Ideen, wie man Tannennadeln, einzelne Ästchen oder sogar den gesamten Weihnachtsbaum weiterverwenden kann. Wir haben die besten Vorschläge für Sie zusammengestellt – vom Frostschutz im Garten bis zum wohlduftenden Badezusatz für die heiße Wanne.

Was passiert mit ausgedienten Weihnachtsbäumen nach dem Fest?

Die meisten Städte, Dörfer und Kommunen bieten nach den Feiertagen an bestimmten Stellen Sammelflächen an. Hier dürfen ausgediente Weihnachtsbäume und Adventskränze abgeladen werden. In manchen Orten ist es sogar möglich, Tannenbäume und Co. einfach an den Straßenrand zu legen. Wichtig ist es, die Dekoration vorher vollständig zu entfernen. Dann ist bei der Zweitverwertung beispielsweise zu Biogas oder Kompost keine Kugel oder Lichterkette im Weg. Die grünen Zweige und Bäume werden anschließend, meist ab dem Heiligedreikönigstag am 6. Januar, von der Müllabfuhr abgeholt. Wo sich diese Sammelplätze befinden und an welchem Tag die Entsorgung stattfindet, kann man bei den Stadtwerken erfragen. Meist sind die Termine auch in den Abfallkalendern vermerkt.

Doch was passiert mit den Weihnachtsbäumen, nachdem sie abtransportiert wurden? Ein Großteil der Tannen, Kiefern und Fichten dient der Strom- und Fernwärmeerzeugung in Biomassekraftwerken. Allein die jährlich etwa 400.000 in Berlin eingesammelten Bäume reichen dem Entsorgungsbetrieb zufolge, um 700 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme und Strom zu versorgen. Andere Bäume werden geschreddert und zu Kompost verarbeitet. 

Weihnachtsbaum weiterverwenden in Wildpark und Zoo

Und die Tannen, die nicht verkauft wurden? In vielen Städten gehen unbelastete Öko-Weihnachtsbäume als Spende an Zoos oder Wildparks. Das Tannengrün ist für einige Tiere eine willkommene Abwechslung zum täglichen Fressen. Elefanten etwa lieben das süße Harz der Nadelbäume. Aber auch Tigern, Trampeltieren, Nashörnern oder Ziegen dienen diese als Futter, Spielzeug oder ganz einfach zum Schubbern. Hierfür ist es wichtig, dass die Bäume noch nicht geschmückt waren. Denn nur dann können weder Kerzenwachs noch Schleifen, Kugeln oder andere Dekorationsartikel den Tieren schaden. 

So lässt sich der Tannenbaum weiterverwenden für Balkon und Garten

Ist der festliche Weihnachtsschmuck wieder in den Kisten verstaut, wirkt die Wohnung erst einmal kahl und leer. Wer also noch ein paar schöne grüne Teile am abgeschmückten Baum findet, schneidet oder sägt diese einfach ab. In eine hübsche Vase gestellt, sorgen sie für einen grünen Lichtblick im Haus. Auch in leeren Balkonkästen ist der grüne Schmuck ein schöner Platzhalter bis zum nächsten Frühling. 

Tannenzweige sind in einer Vase auf einer Holzkommode neben einem leuchtenden Stern arrangiert. © CC0 / Tima Miroshnichenko

Die Tannenzweige machen sich in einer dekorativen Vase gut als dezenter Winterschmuck.

Frostschutz für kälteempfindliche Pflanzen

Doch außer als Dekoration lassen sich die Äste ausgedienter Öko-Christbäume auch als Frostschutz für Balkon- und Gartenpflanzen sinnvoll nutzen. Vor allem junge Bäumchen, im Spätherbst gepflanzte Stauden, frostempfindliche Gewächse wie Rosen und Lavendel, aber auch Topf- und Kübelpflanzen freuen sich über eine Abdeckung mit Reisig. Damit kommen sie gut durch den Winter. Allen voran den Wurzelbereich von kälteempfindlichen Pflanzen sowie die herausragenden Triebe und Veredelungsstellen bei Rosen sollte man großzügig mit Reisig bedecken. Dieser besitzt einerseits isolierende Eigenschaften und schützt vor Kälte. Andererseits hält er die Wintersonne ab und verhindert so das Austrocknen. Denn über den gefrorenen Boden können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. 

Weihnachtsbaum recyceln zu Rindenmulch und Rankhilfen

Auch für den Komposthaufen im Garten lässt sich der Weihnachtsbaum wunderbar weiterverwenden: einfach mit Zweigen abdecken. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schützt zudem vor scharrenden Vögeln. Selbst die Nadeln kann man hervorragend im Garten weiterverwenden. Eine kleine – getrocknete – Menge sorgt im Kompost für eine gute Durchlüftung. Eine größere Menge lässt man an einem trockenen Ort überwintern und hat so im Frühling ein hilfreiches Hausmittel gegen Schnecken. Denn die Weichtiere kriechen nicht gerne über die piksenden Nadeln. Streut man diese also dicht um gefährdete Pflanzen, bieten sie einen natürlichen Schutz. 

Wer einen Häcksler hat, kann den alten Bio-Weihnachtsbaum als Mulch weiterverwenden. Dieser eignet sich ebenfalls prima als Frostschutz, schützt Boden und Beete vor Erosion durch Wind und hält Unkraut fern. Besonders Mulch aus Kiefernzweigen verhindert durch den hohen Gehalt an Gerbsäure das Wachstum von Unkraut. Findet man am Baum schöne, gerade gewachsene Exemplare, bieten diese eine gute Rank- und Kletterhilfe. Darüber freuen sich zum Beispiel Bohnen, Gurken und Kürbisse oder Glockenrebe und Duftwicken.

Weihnachtsbaum weiterverwenden als Kaminholz

Den Baum einfach nach den Feiertagen zu verheizen, funktioniert mit dem ausgedienten Bio-Exemplar nicht ohne Weiteres. Meistens ist das Holz zu feucht, schließlich werden die Bäume erst kurz vor dem Verkauf geschlagen beziehungsweise geschnitten. In der Wohnung wiederum besprüht oder gießt man sie, sodass der Stamm häufig noch eine Feuchtigkeit von 40 Prozent aufweist. Für die Weiterverwendung des Christbaums als Brennholz im Ofen oder Kamin sollte das Holz aber ausreichend getrocknet sein. Die Feuchtigkeit sollte nur bei etwa 20 Prozent liegen. Ansonsten ist der Heizwert zu niedrig und es kann zu einer gefährlichen Geruchs- und Rauchentwicklung kommen. Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass Nadelbäume stark harzen und das Harz beim Verbrennen spritzen kann. Daher ist es empfehlenswert, die alten Christbaumzweige nur in geschlossenen Kaminen oder mit etwas Abstand im Freien zu verbrennen.

In einer Feuerschale wird Holz verfeuert und so der Weihnachtsbaum weiterverwertet. © CC0 / roya ann miller

In einer Feuerschale im Garten sorgt das Tannenholz für ein gemütliches, offenes Feuer.

Am schnellsten trocknen dünne Exemplare. Diese lassen sich bereits kurze Zeit nach dem Fest verwenden und eignen sich besonders gut als knisterndes Anzündholz. Mit einer Holzsäge oder einer kleinen Axt kann man die Äste mit wenig Aufwand vom Stamm trennen und in kleine Stücke zerteilen. Anschließend den Stamm in rund 20 Zentimeter lange Holzscheite zersägen. Breite Stücke sollte man eventuell nochmals mit der Axt zerteilen. Das Ganze zum Trocknen lagern – bis zum nächsten Winter.

Schöne DIY-Ideen: Einzelne Teile vom Weihnachtsbaum weiterverwenden

Wer gerne schnitzt, fertigt aus schönen Zweigen der Bio-Tanne oder Bio-Fichte beispielsweise kleine Rührlöffel zum Umrühren von Farbeimern. Auch Essstäbchen, Häkelnadeln, dekorative Haarnadeln für Dutt oder Haarknoten sowie Zauberstäbe für die nächste Kinderparty lassen sich aus dem Holz anfertigen. Hierfür einfach gerade gewachsene, dünne Ästchen von der Rinde befreien – das geht am besten mit einem guten Schnitzmesser. Mit dem Messer oder einer Laubsäge auf die richtige Länge bringen und anschließend mit einer Holzfeile und mit Sandpapier glatt schmirgeln. Wer möchte, kann das Holz noch mit Leinöl behandeln – das gibt einen schönen Glanz und sorgt für längere Haltbarkeit. Eintrocknen lassen und schließlich mit einem fusselfreien Baumwolltuch polieren.

Ebenso lassen sich aus Kiefern- und Fichtenholz kleine Sitzstangen für Vögel schnitzen. Achtung: Das Holz muss frei von Harz sein, sonst verklebt das Federkleid und es kann zu Verdauungsproblemen bei Vögeln kommen.

Aus dem Stamm des zertifizierten Weihnachtsbaumes kann man dünne Holzscheiben sägen, mit Schmirgelpapier glatt schleifen und ölen. Schon hat man Untersetzer für heiße Töpfe und Pfannen.

Weihnachtsbaum-Upcycling – vom Quirl bis zur Garderobe

Für Geübtere gibt es im Internet zahlreich tolle Ideen für ein nachhaltiges Weihnachtsbaum-Recycling. Vom einfachen Holzquirl für die Küche über Kartenhalter, Mobiles, Schlüsselbretter, Kleiderhaken oder eine komplette Garderobenstange für den Flur ist alles dabei.

Letztere ist schnell gemacht: zunächst dicke Äste vom Stamm mithilfe einer Säge einkürzen. Dann dünnere, die sich als „Haken“ eignen, auf die richtige Länge kürzen. Alle übrigen dünnen Ästchen ebenfalls entfernen. Die Rinde anschließend mit dem Schnitzmesser abschälen, feilen und schmirgeln, bis das Holz schön glatt ist. Danach ölen – und fertig ist die Garderobenstange für die ganze Familie. Diese lässt sich jetzt entweder vertikal oder horizontal mit langen Schrauben und Dübeln an der Wand befestigen.

Mehrere Christbaumspitzen wurden zu Holzquirlen geschnitzt, so wurde der Weihnachtsbaum weiterverwertet. © Constanze L.

Aus den Christbaumspitzen sind hier praktische Küchenhelfer entstanden.

Wohin mit all den Tannennadeln? Wie wäre es mit einem Wald-„Bad“ …

Was gibt es Schöneres im Winter, als nach einem langen Spaziergang ein heißes Bad zu genießen? Mit dem passenden Badezusatz wird es zudem zur Wohltat bei Husten und Schnupfen oder bei Verspannungen. Aus den duftenden Nadeln von Bio-Kiefern oder heimischen Bio-Tannen lassen sich Badesalze oder ätherische Badezusätze herstellen. Auch ein paar Nadeln als Fußbad wirken belebend und wärmend.

Für ein Tannennadelbad gibt man rund 100–150 Gramm Nadeln in einen halben Liter kochendes Wasser. Das Ganze rund zehn Minuten köcheln lassen und anschließend durch ein Sieb geben. Die zurückbleibenden Nadeln kommen in den Biomüll oder auf den Kompost, den Sud gibt man ins laufende, etwa 37 °C warme Badewasser. Die ätherischen Öle wirken schleimlösend und muskelentspannend.

Um ein Badesalz herzustellen, zerstampft man zwei bis drei Esslöffel Tannen- oder Fichtennadeln mit dem Mörser oder einem umgedrehten Löffel. Mit 250 Gramm grobem Meersalz gut durchmischen. Wer mag, gibt noch einen Esslöffel hautpflegendes Mandelöl dazu. In einem hübschen Schraubglas ist das Salz ein schönes Geschenk. Für ein Vollbad reichen vier bis fünf Esslöffel Badesalz. Wen die Nadeln im Wasser stören, der gibt das Salz in ein Teesieb und hängt dieses ins Badewasser. Für beide Rezepte bitte nur Nadeln von ungespritzten, pestizidfreien Bio-Bäumen verwenden.

… oder einem Wald-Duft in der Wohnung?

Wer sich den wohligen Wald-Duft auch nach Weihnachten ins Haus holen möchte, kann die Nadeln des ausgedienten Christbaumes für ein schönes Duftsäckchen weiterverwenden. Hierfür eine Handvoll im Mörser leicht zerdrücken und in ein Säckchen aus dünnem Stoff oder Jute geben. Das Säckchen mit einem dekorativen Band zubinden. Falls der Duft etwas nachlässt, einfach das Säckchen gelegentlich durchkneten. Im Kleiderschrank verleiht es Pullovern, Hemden und Hosen es einen angenehmen Duft. Um die Tannenadeln vorher zu trocknen, legt man die Zweige am besten ein paar Stunden vorher auf die Heizung. Dabei kommen gleich Erinnerungen an die letzte Weihnacht auf und die Vorfreude auf das nächste Jahr beginnt sich einzustellen.

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Die Autorin ist jedoch keine Ärztin oder Apothekerin. Die im Beitrag gegebenen Informationen sind nicht als Gesundheitsberatung zu verstehen. Besprechen Sie eine Anwendung der Tipps mit gesundheitlichem Bezug daher bitte mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.  

 

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Bildquellen

  • tannenzweige-in-vase: © CC0 / Tima Miroshnichenko
  • weihnachtsbaum-verfeuern: © CC0 / roya ann miller
  • holzquirl-schnitzen: © Constanze L.
  • weggeworfene-weihnachtsbaeume: © Michael Bihlmayer - stock.adobe.com

Als Kind der 1970er-Jahre wuchs die Autorin und Texterin Claudia Rieß mit Umweltpapier und Reformhausliebe auf. Heute halten ihre beiden Söhne mit ihrem neuen ökologischen Bewusstsein ihre Motivation für ein nachhaltiges Leben hoch. Inspiration dafür findet sie direkt in der Natur, bei Wanderungen in den Bayerischen Alpen oder Radtouren an der Ostsee.

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  1. Jutta.

    30 Dezember

    In unserer Kirchengemeinde ist es üblich den Weihnachtsbaum nach dem Abschmücken für Ostern aufzuheben. Die Äste werden abgesägt und anderweitig verwertet. Das obere Drittel des Stammes abgesägt und beide Teile zu einem Kreuz verbinden. Das steht Ostern in der Kirche, kann geschmückt werden, diesmal mit Blüten, Ostereiern usw. Damit ist die Brücke geschlagen zwischen Weihnachten mit der Geburt von Jesus und Ostern, seiner Auferstehung. Für Christen ein schönes Symbol.

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