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Körperklima – Wie Naturmaterialien unterstützen

Eine entspannte Frau sitzt auf einem Balkon.

Der Mensch verliert pro Tag mindestens einen Liter Schweiß. Bei körperlicher Betätigung oder sportlicher Aktivität können auch mal bis zu sechs Liter der Körperflüssigkeit zusammenkommen. Und das ist auch gut so! Denn Schwitzen kühlt den Körper und trägt damit zu einem ausgewogenen Körperklima bei.

Was ist ein gesundes Körperklima?

Der Ausdruck Körperklima bezeichnet den Temperaturausgleich, also die Regulation von Hitze und Kälte, des menschlichen Organismus. Unterschieden werden grundsätzlich

  • thermophysiologische Aspekte (Wärme- und Feuchtigkeitsmanagement) und
  • das individuelle Empfinden von Hitze und Kälte auf der Haut.

Ein genaues Messergebnis über die Körpertemperatur liefert eine Vielzahl an Rezeptoren. Diese befinden sich auf der äußeren Lederhaut eines jeden Menschen.

Das Betriebsklima des Körpers beträgt je nach Situation zwischen 36 und 37 Grad. Dabei handelt es sich ebenfalls um die „ideale Betriebstemperatur“ für den Organismus. Um diesen Wert zu halten, ist der Körper permanent mit dem Temperaturausgleich sowie dem Abtransport von Feuchtigkeit von der Haut weg beschäftigt. Mit der Wahl der Kleidung, die Sie täglich tragen, können Sie den Körper bei dieser Arbeit unterstützten.

Dabei ist das Material eines Kleidungstücks besonders wichtig. Je atmungsaktiver, saugfähiger und isolierender ein Stoff ist, desto besser wird das Körperklima unterstützt. So tragen vor allem Naturtextilien zu einer verbesserten Wärmeströmung bei: Denn zwischen der Haut und der Kleidung befindet sich eine Luftschicht, die sich mit der Zeit erwärmt. Atmungsaktive Naturtextilien wie Wolle oder Seide begünstigen den Abtransport dieser Luft.

Wolle und Seide unterstützen ein gutes Körperklima

Für ein optimales Körperklima eignen sich Textilien aus Bio-Wolle. Das Naturmaterial wirkt temperaturausgleichend und passt sich den Bedürfnissen des Körpers diesbezüglich an. Wolle-Fasern nehmen Feuchtigkeit wie Schweiß auf und transportieren die Nässe von der Haut weg. Das verhindert das Auskühlen derselben. Darüber hinaus absorbiert Wolle verschiedene Gerüche. Hängen Sie Woll-Kleidung über Nacht nach draußen, können die Gerüche problemlos auslüften. Somit müssen Textilien aus Wolle nicht so häufig aufgrund des Geruchs gewaschen werden wie Bekleidung aus anderen Stoffen.

VErschiedene Wollkäuel in einerm Korb

Oft assoziieren wir Wolle mit kuscheligen Socken für den Winter – dabei kann Wolle viel mehr: Den Körper bei der Feuchtigkeits- und Wärme-Regulation unterstützen.

Auch das Naturmaterial Seide trägt zu einem gesunden Körperklima bei. Sie stellt besonders für all jene eine Alternative dar, die es in Sachen Kleidung gerne etwas edler haben. Darüber hinaus ist die Naturfaser weich und damit angenehm zu tragen. Auch Seide ist imstande, viel Feuchtigkeit aufzunehmen und von der Haut wegzutransportieren. Gleichzeitig bleibt ihre isolierende Wirkung erhalten, sodass das Auskühlen des Körpers verhindert wird. Daher ist Kleidung aus Seide gut als natürliche Funktionswäsche für Sportfans geeignet.

Leinen für sensible Haut

Sie wärmt, sie nimmt Feuchtigkeit auf und trocknet schnell: Leinenkleidung ist ein echter Körperklima-Unterstützer. Das Naturmaterial nimmt Schweiß auf und gibt die Nässe schnell an die Umgebungsluft ab. Das hat einen kühlenden Effekt. Darüber hinaus bietet der Stoff dank der festen Gewebestruktur wenig Haftung für Flusen. Dieser Aspekt ist vor allem im Vergleich zur Wolle zu beachten. Denn nach längerem Gebrauch bildet Wollkleidung häufig kleine Knötchen an der Oberfläche. Weiterhin wird Leinen eine antibakterielle Wirkung zugesprochen. Das macht den Stoff besonders für Menschen mit sensibler Haut attraktiv.

Körperklima bei Babys und Kleinkindern: Sensibler als bei Erwachsenen

Grundsätzlich verlieren Säuglinge die meiste Wärme am Kopf. Im Gegensatz zu Erwachsenen fehlt ihnen das schützende Haupthaar. So fühlt sich der Kopf eines Babys zwar noch lange warm an, kühlt allerdings bereits vorher deutlich aus. Deshalb ist ein funktionierender Temperaturausgleich besonders wichtig. Denn Babys können noch nicht verbalisieren, wenn ihnen zu kalt oder zu warm ist. Darüber hinaus sind Babys und Kleinkinder mit einem unausgeglichenen Körperklima anfälliger für Infekte und schlafen schlechter.

Eltern sollten bei Kleinkindern ebenfalls auf einen guten Ausgleich zwischen Wärme und Kälte achten. Beim Toben und Spielen erhöht sich die Körpertemperatur der Kinder, sodass diese schwitzen und erhöhte Erkältungsgefahr besteht. Kleidung aus Naturmaterialien können beim Erhalt des Körperklimas unterstützten und Kleinkinder vor dem Auskühlen schützen.

Wolle oder Seide nehmen Feuchtigkeit auf und transportieren diese von der Haut weg. So bleibt ein gesundes Körperklima bei Babys erhalten und schützt damit den Säugling vor dem Auskühlen. Die besondere Struktur der Naturmaterialien transferiert gleichfalls entstandene Hitze schnell nach außen. Auf diesem Wege wird dem Säugling weder zu kalt noch zu heiß. Gleiches gilt für Kleinkinder, für die ebenfalls isolierende, aber atmungsaktive Kleidung wichtig ist.

Ein Baby mit tsrampler und Mütze blickt in der Kamera

Besonders bei Babys muss auf den Wärme-Kälte-Ausgleich geachtet werden: Kleidung aus Naturmaterialien wie Wolle und Seide unterstützt dabei.

Körperklima bei Erwachsenen: Wohlgefühl im Büro und in der Freizeit

Zwar können Erwachsene aktiv Einfluss auf ihr Körperklima nehmen. Allerdings funktioniert auch ihr Organismus am besten bei einer Körpertemperatur zwischen 36 und 37 Grad. Besonders im Alltag und auf der Arbeit ist ein ausgewogenes Körperklima wichtig. Denn kommt dieses aus dem Gleichgewicht, können wir uns schnell unwohl fühlen. Die Folge ist beispielsweise übermäßiges Schwitzen, was besonders im beruflichen Alltag unangenehm sein kann.

Die passende Kleidung kann auch bei Erwachsenen das Körperklima positiv beeinflussen. Wählen Sie für einen maximalen Komfort Kleider aus Naturtextilien und mit angenehmer Passform. Dabei eignen sich beispielsweise für den beruflichen Alltag Textilien aus Seide. Sie bringt alle Eigenschaften für ein gutes Körperklima mit und sieht gleichzeitig elegant aus. Ein weiterer Vorteil von Naturtextilien ist der hohe Tragekomfort: Seide und Leinen verleihen ein angenehmes Hautgefühl und sitzen meist angenehm locker. Wer auf Kleidung aus Merinowolle zurückgreift, kann sich die positiven Eigenschaften des Stoffs ohne das „berüchtigte Kratzen“ zunutze machen.

Körperklima bei Sportlern: Natürliche Funktionswäsche

Körperwärme entsteht mitunter durch den Stoffwechsel und durch Muskelarbeit. Besonders Sportler beanspruchen während des Trainings ihre Muskeln. Diese wiederum benötigen Energie, die aus der Verbrennung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fett entsteht. Was dabei auch produziert wird, ist innerkörperliche Wärme. So ist der Körper bei Sportlern in Sachen Temperaturausgleich besonders aktiv. Im Vergleich zu Nicht-Aktiven entsteht mehr Körperwärme, die über die körpereigene Kühlung ausgeglichen wird.

Eine Joggerin läuft durchs Bild. © CC0 / Tirachard Kumtanom

Beim Sport kann synthetische Funktionskleidung durch solche aus Natrumaterialien ersetzt werden.

Um ein gutes Körperklima bei Sportlern zu unterstützen, ist die richtige Funktionswäsche das A und O. Dabei kann die Frage nach dem Material zur Glaubensfrage werden. Doch haben Naturtextilien wie Wolle im Vergleich zu Kunstfasern einen entscheidenden Vorteil: Wollfasern nehmen Feuchtigkeit auf, bleiben aber an der Oberfläche trocken. So fühlt sich Funktionswäsche aus Wolle trotz Schweiß im Gewebe nicht nass an. Dieser Effekt kommt besonders der Feuchtigkeitsregulierung beim Training oder auf Wanderungen zugute. Neben dem Abtransport von Nässe sind das Trockenhalten der Haut sowie die Regulation der Körpertemperatur wichtige Eigenschaften von Funktionswäsche.

Der passende Stoff zum Sport

Je nach Sportart sind unterschiedliche Naturmaterialien besser geeignet als andere. Wer zum Frösteln neigt oder sogenannte Stop-and-Go-Aktivitäten betreibt, der sollte auf Funktionswäsche aus Merinowolle zurückgreifen. Sportler, die permanent hohe Leistungen erbringen und dadurch stark schwitzen, können auf Funktionswäsche aus Seide setzen. Diese nimmt eine große Menge Feuchtigkeit auf. Ein Materialmix aus Merinowolle und Seide eignet sich besonders für Aktive, die sich auf unterschiedliche Weise körperlich betätigen.

3 einfache Tipps für ein gutes Körperklima

  • Bei starkem Schwitzen dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen.
  • Nutzen Sie für Babys Windelhosen aus naturbelassener Schafschurwolle.
  • Sorgen Sie für ein feuchtigkeitsarmes und trocken-warmes Bettklima für eine maximal erholsame Nacht.

 

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Bildquellen

  • koerperklima-sportler: © CC0 / Tirachard Kumtanom

Stefanie Schweizer arbeitet als freie Texterin. Eigentlich ist sie studierte Literaturwissenschaftlerin, doch schlägt ihr Herz auch für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Besonders angetan haben es ihr die grünen Fragen des Alltags und das Gärtnern auf engem Raum.

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