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Gerüche neutralisieren – mit ökologischen Helferchen

Frau in rotem Shirt hält sich die Nase zu

Wenn die Couch müffelt oder es seltsam in der Küche riecht, greifen viele Menschen zu künstlichen Raumluft-Verbesserern. In Supermärkten und Einrichtungshäusern füllen Raumsprays, Duftsticks und Duftsteine ganze Regalmeter. Was eigentlich dem Wohlbefinden dienen soll, schlägt manchmal in das Gegenteil um. Denn die meisten dieser Produkte bestehen aus komplexen Gemischen von Chemikalien. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf diese künstlichen Duftstoffe. Die Reaktionen können von Kopfschmerzen, Übelkeit bis zu Konzentrationsschwierigkeiten reichen und möglicherweise sogar Allergien auslösen. Das Umweltbundesamt (UBA) rät deswegen im Umgang mit synthetischen Duftstoffen zur Vorsicht und in Anbetracht der Zunahme von Allergien und Atemwegserkrankungen zum Verzicht auf Chemie im Haus wo immer möglich. Zum Glück geht es auch anders: Hier stellen wir Ihnen Mittel vor, mit denen Sie ganz einfach Gerüche neutralisieren können.

Natürlich Gerüche neutralisieren mit Essig

Eine Alternative zu chemischen Beduftern ist zum Beispiel Essig. Essig wirkt desinfizierend und bindet selbst besonders hartnäckige unangenehme Gerüche wie kalten Zigarren- oder Zigarettenrauch. Die Anwendung in Räumen ist einfach: Stellen Sie einfach ein Gefäß mit Essig und Wasser im betroffenen Wohnraum oder Auto auf. Das Mischungsverhältnis sollte etwa 1:2 betragen. Sie können auch einen Schwamm mit Essig tränken und auf einen Teller legen. Der schlechte Geruch wird schnell neutralisiert. Nach der Anwendung sollten Sie gut Lüften, dann verfliegt auch der Essiggeruch schnell. Auch wenn es im Kühlschrank stark riecht, hilft es die Wände und Zwischenteile mit Essigwasser abzuwischen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn Essig kann Dichtungen angreifen und porös machen. Das gilt auch für Silikon- und andere Fugen sowie alle Natursteinflächen. Am besten Kühlschrank-Dichtungen gut mit Wasser nachwischen und für bei den anderen Materialien ein geeigneteres Putzmittel anwenden.

Kaffeepulver wirkt gegen schlechte Gerüche Wunder

Der Kaffeelöffel steckt im gemahlenen Kaffee.

Ob vor oder nach dem Brühen: Kaffeepulver oder Kaffeesatz ist ein hervorragender Geruchskiller.

Auch Kaffee ist ein natürlicher Geruchskiller. Einfach ein Schälchen mit Kaffeepulver im Auto, Badezimmer oder Kühlschrank aufstellen oder in kleine Säckchen füllen und in den Schuh- oder Kleiderschrank legen. Schon bald ist der Muff wie weggezaubert. Ein Schälchen im Kühlschrank wirkt beispielsweise gegen Stinkekäse Wunder. Wenn der Kaffee als Geruchsneutralisierer ausgedient hat, sollte man ihn nicht mehr zur Getränkeherstellung benutzen.

Aber Sie können auch Kaffeesatz oder kalte Kaffeereste als Geruchskiller zweitverwerten: Wenn Sie etwas vom Morgenkaffee aufheben, können Sie nach dem Kochen Knoblauch- oder Zwiebelgeruch loswerden, in dem Sie ihre Finger mit Kaffeesatz abreiben. Alternativ eignet sich Zitronensaft ebenfalls sehr gut für das Entfernen von Zwiebel- oder Knoblauchgeruch von den Händen. Einfach die Hände mit dem Saft einreiben und anschließend abwaschen.

Edelstahlseife: Vielfältig anwendbar und völlig ohne Chemie 

Die Hand greift nach dem am Waschbecken bereitstehenden Edelstahlstück.

Edelstahlseife neutralisiert den Geruch, statt ihn zu überdecken.

Ein andere Möglichkeit sind Edelstahlseifen zum Händewaschen. Eine Edelstahlseife ist ein handliches Stück rostfreien Stahls mit mikrostrukturierter Oberfläche. Statt stundenlang den Gestank von Zwiebel, Knoblauch oder Fisch an den Händen zu haben, reibt man etwa 20 Sekunden lang unter Wasser diesen Geruchskiller. Danach riechen die Hände wieder sauber und frisch. Egal ob Knoblauch, Zwiebel, Fisch oder auch Diesel – selbst die heftigsten Gerüche verschwinden. Wie genau neutralisiert Edelstahl Geruch?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Mitteln wird der Geruch bei der Nutzung von Edelstahl nicht mit einem anderen Duft überlagert. Wie das genau funktioniert, kann die Wissenschaft noch nicht hundertprozentig erklären. Der Hersteller Zielonka spricht davon, dass der rostfreie Spezialstahl in Verbindung mit Luft und Wasser wie ein Katalysator funktioniert. Die Geruchsmoleküle werden demnach durch Auflösen ihrer Strukturen dauerhaft neutralisiert. Die Landesgewerbeanstalt Bayern hat diesen Effekt, der wissenschaftlich noch nicht ganz erklärt ist, vor einigen Jahren in einem Gutachten für ein Produkt dieses Herstellers bestätigt. Neben der klassischen Edelstahlseife für die Küchenspüle bietet die Firma auch Helfer gegen unangenehme Gerüche im Kühlschrank, der Spülmaschine, im WC oder im Schuhschrank. Da kein Zusatz von Chemie notwendig ist, belastet die Verwendung dieser Edelstahlprodukte die Umwelt nicht durch Schadstoffeintrag. Zudem sparen Sie Geld, denn die Seife nutzt sich nicht ab. Nickelallergiker sollten im Umgang jedoch vorsichtig sein, denn Edelstahl wird mit diesem Metall hergestellt.

Allrounder Natron: DIY-Lufterfrischer, Schuh-Deo und Raumspray selbst herstellen

Auch das bewährte Hausmittel Natron hat die Fähigkeit, Gerüche zu binden und schnell für gute Luft zu sorgen. Zum Beispiel im Badezimmer und nahe der Toilette, wo sich oft trotz Putzen und Lüften unangenehme Gerüche besonders hartnäckig halten.

Für einen selbst gebauten Lufterfrischer werden einfach etwa 150 Gramm Natron in ein Glas gefüllt und mit einem ätherischen Öl beträufelt. Je nach persönlicher Vorliebe sind Lavendelöl, Zitronenöl oder Orangenöl denkbar. Nun den Glasinhalt durchmischen, mit einem hübschen Stoffrest abdecken und diesen mit einem Gummiband befestigen. Schon ist der Raumerfrischer auf Natron-Basis einsatzbereit. Wenn die Wirkung nach einiger Zeit nachlässt, können Sie den Effekt durch Schütteln wieder verstärken. Diese Do-it-Yourself-Lösung ist eine günstige und noch dazu plastikfreie Alternative zu Raumsprays auf synthetischer Basis.

Die weiße Sprühflasche steht auf einem Tisch.

©www.Werbefotografie-weiss.de

Für selbst gemachte Sprays gibt es spezielle Sprühflaschen, die einen feinen Nebel abgeben und nicht tropfen.

Mithilfe von Natron lässt sich auch sehr einfach ein natürliches Mittel gegen unangenehme Fußgerüche eine Art DIY-Schuh-Deo herstellen. Einfach circa 100 ml Wasser abkochen und nach dem Abkühlen in eine handelsübliche Sprühflasche füllen. Etwa 20 ml hochprozentigen Alkohol sowie einen halben Teelöffel Natron hinzugeben. Die letzte Zutat sind zehn Tropfen des antibakteriell und fungizid wirkenden Teebaumöls. Dieses Gemisch auf die Schuhe sprühen, trocknen lassen und im Nu wird der Fußschweiß neutralisiert.

Auf ähnliche Weise lässt sich auch ganz einfach ein Raumspray herstellen. Einfach die oben angegeben Zutaten mischen und zudem ein ätherische Öl nach Wahl zugeben, zum Beispiel Orangen- oder Zitronenöl – fertig ist der natürliche Raumbedufter!

Gerüche im Geschirrspüler bindet Natron, wenn Sie nach dem Ausräumen einen Esslöffel davon auf den Boden der Maschine streuen. Kühlschrankgerüche können Sie mindern, wenn Sie Natron auf eine Untertasse streuen und diese in den Kühlschrank stellen. Das Natron saugt die Gerüche auf und Sie müssen es nur hin und wieder austauschen. Das gebrauchte Natron können Sie in den Abfluss schütten; auch dort neutralisiert es Gerüche. Für riechende Teppiche ist Natron ebenfalls eine gute Lösung: Einfach das Pulver aufstreuen, einige Zeit einwirken lassen und dann absaugen.

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Bildquellen

  • spruehflasche-für diy-spray: ©www.Werbefotografie-weiss.de
  • uangenehmer-geruch: © fotolia / Herrndorff

Daniela Becker ist Umweltwissenschaftlerin. Als freie Autorin schreibt sie über energieeffiziente Technologien, die Energiewende, Umwelt- und Klimaschutz und alle Facetten des nachhaltigen Wirtschaftens.

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