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Do it yourself: Duftkerzen selber machen aus alten Kerzenstumpen

Leuchtende Duftkerzen stehen rechts und links neben einer Zimmerpflanze.

Im Herbst und Winter, wenn es schon am frühen Abend dunkel wird, gehören Kerzen einfach dazu. Beim Abbrennen der Kerzen bleiben jedoch häufig Reste übrig. Diese sollten Sie keinesfalls entsorgen, denn es lässt sich noch einiges damit anfangen. Sie können sie zum Beispiel verwenden, um neue Kerzen daraus zu gießen oder alte Kerzen zu färben. Und mit etwas Geduld lassen sich Kerzenstumpen und Wachsreste in schöne Duftkerzen verwandeln. Diese können mit einem individuellen Duft versehen werden und sind auch nach der Weihnachtszeit ein schönes Geschenk. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Duftkerzen selber machen.

Duftkerzen selber machen: die Auswahl beliebiger Duftrichtungen

Gekaufte Duftkerzen riechen oft künstlich und zu intensiv. Wenn Sie Duftkerzen selbst herstellen, können Sie den gewünschten Duft und die Intensität einfach selbst auswählen. Bei meinen Varianten habe ich mich für die Duftrichtungen „Kaffee“ und „Orange“ aus frischem Kaffee bzw. frischen Orangen entschieden.

Für weitere selbst gemachte Duftkerzen lassen sich die verschiedensten Zutaten verwenden:

  • Gewürze wie Zimt, Lebkuchengewürz oder das Mark von Vanilleschoten
  • Rosen- oder Lavendelblüten
  • getrocknete Orangenschalen
  • Tee
  • Backaromen, Kokosöl oder Kakaopulver
  • hochwertige Aromaöle

Duftkerzen selber machen – Vorbereitungen

Für die Herstellung von Duftkerzen benötigen Sie unterschiedlich große Gläser. Am besten eignen sich Einmachgläser, die nach der Reinigung keinen strengen Eigengeruch haben. Schön sind Marmeladen- oder Honiggläser, die in der Regel optisch ansprechend verarbeitet sind. Genauso gut können Sie saubere Konservendosen ohne scharfe Schnittkante verwenden.

Kerzenstumpen sehen auf den ersten Blick so aus, als würden sie viel Wachs enthalten. Dieser Eindruck kann jedoch trügen. Beim Schmelzen stellt sich oft heraus, dass die Menge deutlicher kleiner ist, als erhofft. Zudem bleibt eine kleine Menge des flüssigen Wachses beim Ausgießen im Schmelzgefäß zurück. Daher sollten Sie für das Schmelzen auf jeden Fall eine größere Menge Kerzenstumpen und Wachsreste bereithalten. Die Dochte alter Kerzenstumpen müssen Sie vor dem Schmelzen entfernen.

Die Behälter für die Duftkerzen sollten Sie vor der Verwendung gut reinigen und abtrocknen. Auf diese Weise kommt das Wachs nicht mit Wassertropfen in Berührung.

Anleitung für selbst gemachte Duftkerzen

Hier können Sie die Anleitung für selbst gemachte Duftkerzen als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • Wachsreste oder alte Kerzenstumpen
  • Messer
  • Baumwollschnur für die Dochte (dicke, gezwirbelte Baumwollfäden sind am besten geeignet, weil sie saugfähig sind und viel Wachs aufnehmen können)
  • Schere
  • Behälter und Topf für das Wasserbad
  • leere Gläser
  • ggf. Eierkartondeckel zum Aushärten der Dochte
  • ggf. Zahnstocher, Bleistift oder Wäscheklammer zum Platzieren der Dochte
  • ggf. Materialien zum Verzieren der Kerzen
  • ggf. Schere zum Kürzen der Dochte

Und so geht’s

  1. Wachsreste mit einem Messer zerkleinern oder von Hand in kleine Stücke brechen.
  2. Wasser für ein Wasserbad im Topf auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen.
  3. Den Behälter für das Wachs daraufsetzen, sodass das Wachs im Wasserbad schmilzt. Achtung: Auf keinen Fall sollten Sie das Wachs direkt in einem Topf auf den Herd stellen oder in die Mikrowelle geben. Hier besteht Brandgefahr!
  4. Die Dochte in 1,5-facher Länge der gewünschten Kerzenhöhe zurechtschneiden. Dies erleichtert die spätere Handhabung.
  5. Während das Wachs schmilzt, die Dochte vorbereiten. Dazu die Baumwollschnüre nach und nach in das schon geschmolzene Wachs legen. Die Schnüre müssen ein paar Minuten lang gut mit dem Wachs bedeckt werden und sich damit vollsaugen. Nur dann brennen die Dochte später gut.
  6. Die fertig eingeweichten Dochte zum Abkühlen und Aushärten am besten aufhängen. Alternativ auf eine Ablage legen. Wichtig ist, dass das Wachs, mit dem die Baumwollschnüre beschichtet sind, nicht vollständig auf einer Kontaktfläche liegt. Das Verarbeiten der Dochte muss schnell geschehen, da sie sonst verhärten und sich später nicht mehr gerade biegen lassen.
  7. Die ausgehärteten Dochte mittig in den Gläsern platzieren.
  8. Das flüssige Wachs mit den gewünschten Duftzutaten vermischen. Bei der Verwendung ätherischen Öls reichen wenige Tropfen aus.
  9. Den Behälter mit dem Wachs vom Wasserbad herunternehmen und das Wachs vorsichtig in die Gläser gießen. Achtung: Das Wachs ist heißt. Tragen Sie beim Umfüllen Handschuhe!
  10. Je nach Geschmack die Kerze mit Blüten, Kräutern, Kaffeebohnen oder anderen Materialien dekorieren. Die Kerzen zuvor kurz antrocknen lassen, damit die Dekoration nicht zu Boden sinkt.
  11. Zu lange Dochte mit einer Schere kürzen.
  12. Die Kerzen ungefähr 24 Stunden bei Zimmertemperatur, im Kühlschrank oder auf dem (kühlen) Balkon trocknen lassen.

Variante 1: Duftkerze mit Kaffeeduft selbst herstellen

  1. Die Kaffeebohnen mahlen, jedoch nicht zu fein. Einerseits entsteht so ein schöner optischer Effekt. Andererseits bilden sich nicht zu viele Lufteinschlüsse in der Kerze. Sehr feines Pulver klumpt zu stark und kann sich nicht ideal mit dem Wachs vermischen.
  2. Die Bohnen vor dem Kerzengießen gut mit dem heißen Wachs vermengen. Auf diese Weise bilden sich beim Aushärten nicht zu viele Blasen in der Kerze. Ein vorsichtiges Klopfen des Glases kann dabei helfen, dass die Kerze gleichmäßig aushärtet.

Variante 2: Duftkerze mit fruchtigem Orangenduft selbst herstellen

  1. Eine halbe Orange auspressen und filtern. Das Filtern verhindert, dass Fruchtstückchen aus dem Saft später in der fertigen Kerze anfangen zu schimmeln.
  2. Den Saft mit etwas Zimt und Kardamom würzen.
  3. Beim Zusammengießen von Saft und Wachs entsteht zunächst eine klumpige Masse. Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Unter Wärmezufuhr und ständigem Rühren wird die Masse wieder flüssiger. Zum Schluss ist sie nur etwas durch den Saft getrübt.
Verschiedenste Duftkerzen härten aus. © Agata F.

Wenn Sie Duftkerzen selber machen braucht das zwar Zeit, aber der Aufwand lohnt sich und es entstehen tolle Ergebnisse wie dieses.

Duftkerzen selber machen: Tipps für die Herstellung

  • Achten Sie darauf, dass die Kerze überwiegend aus Wachs und nicht aus anderen Zutaten besteht. Andernfalls kann es sein, dass der Docht in der brennenden Kerze zu sehr in Bewegung gerät und umknickt. Die Kerze geht dann immer wieder aus.
  • Der Behälter, den Sie zum Schmelzen des Wachses verwenden, sollte nicht wertvoll sein. Am besten eignet sich ein alter Topf oder eine Konservendose, in die Sie vorab zum Abgießen des Flüssigwachses einen kleinen Schnabel hineindrücken. Zudem sollte der Behälter nicht zu dickwandig sein, damit er sich schnell aufwärmt. Hitzeresistente Behälter mit Griff sind handlich und werden nicht vom heißen Wachs beschädigt.
  • Zum Spannen der Dochte können Sie den Deckel eines Eierkartons nutzen.
  • Den Docht beim Gießen mittig im Glas zu positionieren, kann eine Herausforderung sein. Eine Möglichkeit ist es, Zahnstocher zu Hilfe zu nehmen. Damit können Sie den Docht aufspießen. Das untere Ende sollte locker auf dem Glasboden aufliegen und das obere Ende sollte mittig aus dem Glas hervorragen. Alternativ lässt sich der Docht auch mit einer Wäscheklammer fixieren oder um einen Bleistift gewickelt mittig ins Glas hängen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Zutaten in den Kerzen nach und nach am Boden absetzen. Besonders wenn schwere Zutaten in einem Rutsch ins Glas gegeben werden, setzen sie sich am Boden ab. Für eine gleichmäßigere Optik sollten Sie in mehreren Durchgängen arbeiten und die Kerzen Schicht für Schicht gießen.
  • Die Düfte und Zutaten können auch abwechselnd zum Einsatz kommen, so dass schöne Farbspiele und Abstufungen im Glas zu sehen sind.
  • Ist einmal zu viel einer Duftzutat im Topf gelandet, können Sie die Kerze wieder einschmelzen und unter Zugabe weiterer Wachsreste erneut verwenden.
  • Wenn Sie Tee als Duft einsetzen möchten, gilt das gleiche Prinzip wie beim Orangensaft, aber der Teesud sollte sehr kräftig sein.
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Bildquellen

  • verschiedene-duftkerzen: © Agata F.
  • duftkerzen: © Agata F.

Als Autorin ist Agata noch grün hinter den Ohren, dafür ist die Waschbär-Assistentin umso verrückter nach grünen Ideen. Sie kann sich nur schwer von gebrauchten Gegenständen trennen, denn Bastelerfahrung sammelt sie schlichtweg lieber als Kassenbons. In ihr wohnt eine kleine Idealistin, die es genießt, der Welt ihre Geschichten zu entlocken – ob auf Reisen, beim Plausch mit Lebemenschen oder durch spannende Lektüre. Inspiration bezieht sie aus Begegnungen mit Menschen, die optimistisch und unkonventionell nach Lösungen suchen.

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  1. Gabi Allard

    31 Dezember

    Liebe Agata,
    vielen vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen! Das pdf habe ich mir gerne runtergeladen.

    Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, noch folgendes zu ergänzen:
    Die Dicke des Dochts (und wahrscheinlich auch die Art der „Flechtung“ oder Zwirbelung) hat Einfluss darauf, wie gut die Kerze runterbrennt, also z. B. ob noch ein Rand stehenbleibt bzw. wie dick der stehenbleibende Rand ist. (Eine Quelle dafür habe ich hier gefunden: https://www.die-kerze.de/tipps-amp-tricks/kleine-dochtkunde. )

    Herzliche Grüße und Alles Gute!
    Gabi Allard

    P. S. Es ist so kostbar, dass es Menschen wie Sie gibt, die einem die eigenen Erfahrungen (im Internet) weitergeben, sodass wir unsere Wegwerfmengen immer mehr reduzieren!

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