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Do it yourself: Kreidefarbe für Shabby Chic und Vintage Look

Kreidefarbe wurde für den Anstrich eines alten Kartons, eines Körbchens sowie für einen alten Krug verwendet.

Vintage Look oder Shabby Chic sind schon länger beliebte Vorbilder für die Wohnungsgestaltung. Der typisch nostalgische Charakter wird unter anderem durch Kreidefarbe erzeugt. Das „antike“ Erscheinungsbild entsteht durch die matte, pudrige Oberfläche der Farbe und ihr Abschleifen an den richtigen Stellen.

Wer schon mal einen Schrank oder ein großes Regal mit Kreidefarbe gestrichen hat, weiß, wie teuer ein Upcycling damit ist. Weitgehend umweltgerechte Kreidefarbe, oft ausgezeichnet mit dem Blauen Engel oder vergleichbaren Ökolabels, kostet pro Liter rund 45 Euro. Es lohnt sich also durchaus, die Farbe selber herzustellen. Insbesondere dann, wenn großflächige Kommoden oder Schränke ein Upcycling bekommen sollen.

Kreidefarbe – Was ist das eigentlich?

Den Begriff „Kreide“ verbinden die meisten Menschen mit Tafelkreide, die früher tatsächlich aus natürlicher Kreide bestand. Genau genommen stimmt die Bezeichnung heute jedoch nicht mehr, denn seit vielen Jahren ist der Hauptbestandteil von Tafelkreide Gips (Calciumsulfat). Kreidefarbe ist eine Farbe auf Wasserbasis mit natürlichen Pigmenten und eben Kreide (Calciumcarbonat). Sie ist vergleichbar mit der Kalkfarbe, die Jahrhunderte lang zum Streichen von Mauern, Holzwänden und verputzten Flächen genutzt wurde.

Sie findet heute aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften immer häufiger Anwendung bei Restaurierungen von Möbeln. Auch weil bereits vorhandene Farbe auf den Gegenständen meist nicht abgeschliffen werden muss. Das ist nur an Stellen mit stark aufgerauter Farbe nötig. Mit Kreidefarbe lassen sich aber auch Metall, Stoff und Steine bemalen.

Wie entsteht der typische Shabby-Chic-Effekt?

Kreidefarbe ist porös und dringt nicht in das Holz ein. Deshalb lässt sie sich nach dem Trocknen einfach an den gewünschten Stellen wieder abschleifen. Um den Shabby Chic zu erhalten, werden nach dem Trocknen Ecken, Kanten und die Fläche rund um Möbelknöpfe und Schubladengriffe abgeschliffen.

Kreidefarbe selber herstellen – Basiswissen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kreidefarbe selbst herzustellen. Die Basis bildet eine möglichst umweltgerechte Acrylfarbe oder ein Buntlack. Je nach gewünschter Konsistenz und Einsatzbereich kann man die Farbe mit Fugenmörtel, Gips oder Schlämmkreide und Wasser anrühren. Kreidefarbe mit Fugenmörtel hat eine sehr grobe Körnung und wird oft zum Streichen von unebenen Flächen in Außenbereichen eingesetzt. Gips ist sehr viel weniger grobkörnig und vielseitig einsetzbar. Zum Streichen von Möbeln, Metall und Stoffen eignet sich Kreidefarbe mit Schlämmkreide am besten.

Ein großer Fensterladen wurde mit blauer Kreidefarbe angestrichen und steht dekorativ neben dem Hauseingang. © Eva S.

Aus Alt mach Neu: der Anstrich mit der selbst angerührten Farbe verwandelt den alten Fensterladen in ein schmuckes Dekoelement.

Wer mit farbiger Kreidefarbe arbeiten möchte, kann einen bunten Acryllack als Basis verwenden oder weißen Acryllack mit bunter Abtönfarbe bzw. Pigmenten mischen. So entstehen einzigartige Farbtöne. Für diesen DIY-Beitrag habe ich zum Upcycling eines Fensterladens eine Kreidefarbe mit Gips angerührt. Schlämmkreide habe ich für die übrigen Gegenstände eingesetzt.

Anleitung für selbst hergestellte Kreidefarbe

Hier können Sie die Anleitung für selbst hergestellte Kreidefarbe als PDF herunterladen.

Die benötigten Utensilien für den Anstrich mit Kreidefarbe sind Pinsel, Rolle, Kupferschwamm und die fertige Kreidefarbe selbst. © Eva S.

Der Fensterladen bekommt nun seinen frischen Anstrich à la Shabby Chic – das Endergebnis im obigen Bild kann sich wirklich sehen lassen.

Das brauchen Sie

  • Gefäße zum Anrühren
  • Holzstab oder Schneebesen zum Verrühren
  • Gips oder Schlämmkreide
  • Wasser
  • Nach Bedarf farbige Abtönfarbe, Farbpigmente oder farbigen Lack
  • Pinsel (große und kleine)
  • Rolle

Und so geht’s

Für Kreidefarbe mit Schlämmkreide:

  • 4 Teile wasserlöslicher Acryllack/Buntlack
  • je 1 Teil Schlämmkreide und 1 Teil Wasser

Für Kreidefarbe mit Gips:

  • 5 Teile wasserlöslicher Acryllack/Buntlack
  • je 1 Teil Gips mit 1 Teil Wasser
  1. Schlämmkreide oder Gips in einem Gefäß mit Wasser anrühren.
  2. Anschließend das Gemisch in den Acryllack/Buntlack geben.
  3. Gründlich mit einem Holzstab oder Schneebesen verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Bei Bedarf farbige Abtönfarbe, Farbpigmente oder einen farbigen Lack hinzufügen.
  4. Vor dem Streichen die Flächen gründlich von Staub und Schmutz befreien.
  5. Nach dem Trocknen der Farbe mit Schleifpapier an Kanten, Ecken und anderen Flächen Abnutzungseffekte erzeugen.

Tipps:

  • Immer nur so viel Farbe anrühren, wie man verarbeiten kann, denn die Mischung trocknet sehr schnell. Bei Bedarf vorsichtig Wasser zugeben.
  • Mit Wachs, insbesondere mit speziellem Vintagewachs, kann man einen zusätzlichen Patinaeffekt erzeugen. Die Methode eignet sich auch für den Innenbereich. Dazu das Wachs einfach ein- bis zweimal mit einem weichen Lappen auftragen.

Ist die Farbe auch für den Außenbereich geeignet?

Tontöpfe sind wegen ihrer rauen Oberfläche sehr gut für das Bemalen mit Kreidefarbe geeignet. Allerdings hält die Farbe unversiegelt höchstens zwei Gartensaisons. Der Regen spült die Farbe zunehmend ab und gibt dem Shabby Chic eine besondere Note. Sehr viel haltbarer wird die Kreidefarbe, wenn man sie mit Wachs überzieht oder mit Klarlack überstreicht.

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Bildquellen

  • upcycling-fensterladen-mit-kreidefarbe: © Eva S.
  • kreidefarbe-bereit-fuer-den-anstrich: © Eva S.
  • upcycling-mit-kreidefarbe: © Eva S.

Eva praktiziert „grünen“ Journalismus aus Überzeugung. Als Redakteurin bei Waschbär ist sie ständig damit beschäftigt, Themen rund um Ökologie aufzuspüren und indie richtigen Worte zu kleiden. Richtig wohl fühlt sie sich in der freien Natur. Dort lässt sie sich am liebsten vom Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisen Meeresfarben inspirieren.

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