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Endspurt im Garten: Was gibt´s zu tun im November?

Die Bllätter liegen bunt auf der Wiese.

Im November verlieren die meisten Bäume und Sträucher ihre Blätter und die ersten Fröste künden sich an. Deshalb stehen in diesem Monat vor allem drei Tätigkeiten auf der Dringlichkeitsliste: 1. Laub beseitigen und sinnvoll einsetzen. 2. Winterschutzmaßnahmen für die kälteempfindlichen Pflanzen ergreifen. Und 3. die letzte Chance für Herbstpflanzungen nutzen.

Alle Jahre wieder: Wohin mit dem Laub?

Wer viele Bäume und Sträucher im Garten hat, sollte nun zum Laubrechen greifen, denn nicht überall kann das bunte Herbstlaub liegen bleiben. Rasenflächen werden dadurch zum Beispiel nachhaltig geschädigt. Das Gras vergilbt darunter und es entsteht Fäulnis. Das Laubrechen kann zwar lästig sein, aber das Gärtnerherz freut sich über den vielseitig einsetzbaren Rohstoff. Die effektivste Beseitigungsmethode heißt Komposter oder Kompostmiete. Dort wird das Laub zersetzt und kann nach einigen Monaten als wunderbare nährstoffreiche Erde im Garten ausgebracht werden. Der Vorteil der Verrottung im Kompostes liegt darin, dass die Mikroorganismen auch wachstumshemmende Stoffe beseitigen, die beispielsweise in Walnussblättern oder Eichenblättern reichlich zu finden sind.

Das ist wichtig zu wissen für ein weiteres Einsatzfeld der Laubberge, das Mulchen. Sie können die bunten Blätter nämlich auch auf abgeerntete Gartenbeete ausbringen, um das Bodenleben zu schützen und den Unkrautwuchs im Winter einzudämmen. Aber Vorsicht: Mit bestimmten Laubarten wird der Boden gesäuert und wachstumshemmende Stoffe werden ausgeschwemmt. Dazu gehören vor allem Blätter von Eiche, Walnuss, Buche und Kastanie. Dagegen eignet sich das Laub von Obstbäumen, Haselnuss, Ahorn, Linde oder Weide wunderbar zum Mulchen.

Alles ist mit Laub bedeckt.

©Rudi Beiser

Nun ist der Laubrechen gefordert! Im Biogarten ist die kostenlose Biomasse willkommen.

Aber nicht genug mit den Lobeshymnen auf das Laub: Es ist auch ein effektives und kostenloses Isoliermaterial: Es dient als Winterschutz für das Wurzelwerk von Stauden, Rosen oder Obstgehölzen. Vor allem flachwurzelnde Pflanzen freuen sich über den Frostschutz. Auch Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen oder Gladiolen fühlen sich bei Frost unter einer schützenden Laubschicht ausgesprochen wohl. Sie können das Laub mit aufgelegtem Reisig gegen Verwehungen schützen.

Falls der Blätterberg den Kompostbehälter überquellen lässt, dann gibt es zu guter Letzt noch einen stacheligen Gesellen, der sich wahnsinnig über einen Haufen aus Reisig und Laub freuen wird: der Igel. Auch Kröten nehmen solche Winter-Behausungen gerne an.

Frostempfindliche Gewächse wollen jetzt ins Haus

Wenn alle Topfplanzen in das Gewächshaus sollen, wird es eng wie hier.

©Rudi Beiser

Ein kleines Gewächshaus ist das ideale Winterquartier für empfindliche Kübelpflanzen.

Nun ist es auch höchste Zeit sich über den Winterschutz im Garten Gedanken zu machen. Zunächst einmal sollten Sie die meisten Kübelpflanzen in Sicherheit bringen. Zwar vertragen viele von ihnen kurzfristig Frost, aber wenn möglich sollten wir ihnen diesen Stress ersparen: Zitrusbäume, Feige, Olive, Oleander, Duftpelargonien, Rosmarin, Zitronenverbene, Lorbeer, Granatapfel und Fruchtsalbei wandern jetzt ins Winterquartier. Am besten eignet sich ein Kleingewächshaus (mit Frostwächter), ein kühler Wintergarten oder Keller, eine Garage oder das ungeheizte Treppenhaus. Die idealen Temperaturen liegen zwischen 5 und 15 Grad. Je heller und wärmer der Überwinterungsplatz, desto häufiger muss gegossen werden. Laubabwerfende Pflanzen können relativ dunkel überwintern.

Vor dem Umzug ins Winterquartier können Sie die Pflanzen auch noch etwas zurückschneiden. Vor allem kranke oder beschädigte Triebe sowie alte Blätter sollten Sie entfernen.

Winterfeste Kübelpflanzen dämmen

Schon etwas angefroren lugt die Schafgarbe aus dem Topf.

©Rudi Beiser

Manche Topfpflanzen, wie die Schafgarbe, können im Winter auch draußen bleiben.

Einige Kübelpflanzen sind sehr winterfest (vor allem wenn sie heimisch sind) und können deshalb durchaus draußen bleiben. Dazu gehören beispielsweise Buchs, Melisse, Lavendel, Salbei, Oregano oder Schafgarbe. Hier macht es Sinn, die Töpfe und Kübel zu dämmen, damit sie nicht durchfrieren. Am besten Sie stellen die Töpfe an einem geschützten Ort in Hausnähe auf eine isolierende Unterlage (beispielsweise Styropor oder Kokosmatten) und umwickeln die Töpfe mit einem isolierendem Material. Der Gartenhandel bietet hierzu zahlreiche Materialien an (Polsterfolien, Kokosmatten, Jutegewebe, Schafwollmatten). Sie können die Töpfe auch einfach in eine Kiste stellen und diese mit Stroh, Laub oder Holzwolle auspolstern.

Wurzelschutz für die Immergrünen, die draußen bleiben müssen

Auch im Garten benötigen einige Gehölze und Stauden Unterstützung, um den Winter gut zu überstehen. Dazu gehören vor allem Gewächse, die ursprünglich aus wärmeren Ländern kommen und daher die Strategie des Blattabwurfes nicht beherrschen. Immergrüne Pflanzen benötigen nämlich kontinuierlich Wasser und falls der Boden gefroren ist, vertrocknen sie. Das Problem ist also nicht die Kälte (die meisten halten bis minus 20 Grad gut durch), sondern der Wassermangel. Zu diesen Kandidaten gehören zum Beispiel Salbei, Kamelien, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Ysop und Bohnenkraut.

Die Zweige des Buschs sind in Vlies eingepackt.

©Rudi Beiser

Wenn es richtig frostig wird, werden immergrüne Südlander mit einem Vlies geschützt.

Je flacher die Wurzeln unter der Oberfläche verlaufen, desto gefährdeter die Pflanzen: Deshalb ist der Tiefwurzler Salbei wesentlich robuster wie der Flachwurzler Rosmarin. Also ist es sinnvoll bei diesen Pflanzen vor allem den Wurzelbereich zu schützen. Geeignete Materialien sind Laub (siehe oben) und Stroh. Die gesamte Wurzelzone bekommt eine Isolierpackung von 10-20 cm Höhe. Das Isoliermaterial kann zusätzlich durch Fichten- oder Tannenreisig vor Verwehungen geschützt werden. Der obere Teil der Pflanze braucht in der Regel keinen Schutz. Sind jedoch sehr streng Frostphasen zu erwarten, kann man die Pflanzen im oberen Teil mit Vlies umwickeln oder aus Schilfmatten eine Art Zelt um die Pflanzen aufstellen.

November ist noch gute Pflanzzeit

Die Schaufel steckt bereit zum Erdaushub im Boden.

An den letzten regenfreien Tagen werden die Pflanzlöcher für ein kleines Obstbaum-Spalier ausgehoben.

Solange es frostfrei ist, können Sie im November noch sehr gut winterharte Gehölze und Stauden pflanzen. Sie werden sich dann über den Winter gut verwurzeln und haben so beste Voraussetzungen für einen kräftigen Austrieb im Frühling. Dafür eignen sich beispielsweise Obstbäume (wie Apfel, Birne, Pflaume), Obstgehölze (wie Himbeeren, Johannisbeeren) Rosen, Koniferen, Ziergehölze (Forsythie, Liguster, Rhododendren, Schneeball), Stauden (Astern, Stockrose, Phlox) und vieles mehr.

Bevor die Pflanzen in die Erde kommen, etwas Kompost in das Pflanzloch geben, damit die Wurzeln gut mit Nährstoffen versorgt sind. Selbst wenn die Erde feucht sein sollte, müssen Sie die Pflanzen nach dem Einpflanzen reichlich wässern.

 

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Bildquellen

  • laubmassen: ©Rudi Beiser
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  • herbstlaub-im-garten: ©Rudi Beiser

Rudi Beiser, Jahrgang 1960, beschäftigt sich schon seit 40 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. 13 Jahre lang führte er einen Naturkostladen. Danach betrieb er 20 Jahre lang die von ihm gegründete La Luna Kräutermanufaktur, wo hochwertige Kräutertees in Demeter-Qualität produziert wurden. Sein reichhaltiges Wissen über Pflanzen und seine langjährigen Erfahrungen dazu gibt er heute als Dozent an verschiedenen Instituten und als erfolgreicher Buchautor weiter.

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