Wie Waschbär zusammen mit der Alanus-Hochschule Wirtschaft neu denkt

Drei Studierende laufen über den Kampus der Alanus-Hochschule.

Bei einer Beziehung ist es ja so: Da gibt es einen Menschen mit bestimmten Bedürfnissen, der sucht einen anderen Menschen, der zu diesen Bedürfnissen passt – im Job ist das nicht anders. Ein Unternehmen hat bestimmte Werte und Rahmenbedingungen, mit denen es am Markt auftritt. Dafür braucht es Mitarbeitende, die diese Werte mittragen und Fähigkeiten haben, um das Unternehmen erfolgreich am Markt zu positionieren. Doch wie finden beide Seiten zusammen?

„Bei mir war das nicht ganz so gradlinig“, sagt Alena Spelge. Sie studiert Betriebswirtschaft (BWL) mit dem vielsagenden Zusatz „Wirtschaft neu denken“ an der Alanus-Hochschule in Bonn-Alfter. „Mir war es wichtig, etwas Sinnvolles zu machen. Da ich an einer Waldorfschule war, wollte ich mich unbedingt mit Nachhaltigkeit beschäftigen und nicht einfach 0815 Wirtschaft, wo es nur um Geld und mehr Gewinn geht.“ Doch wohin der Weg führen sollte, war ihr zunächst nicht klar. Ihre Mutter gab ihr dann den entscheidenden Tipp. „Sie meinte, ich solle mir doch mal die Alanus-Hochschule anschauen. Ich habe dann gesehen, dass dort ein Duales Studium möglich ist, also die Verbindung von Theorie und Praxis. Über die Alanus-Uni habe ich schließlich Waschbär als Praxispartner entdeckt. Die Firma kannte ich schon durch meine Eltern als Kunden, denn wir haben diverse Waschbär-Produkte zu Hause.“

Zusammenarbeit zwischen Waschbär und der Alanus-Hochschule

Waschbär engagiert sich seit 2012 an der Alanus-Hochschule. Zum einen finanziell über einen Stipendienfonds, der die Studiengebühren finanziert; zum anderen durch das Angebot von Ausbildungsplätzen innerhalb des Dualen Studiums. „Seit 10 Jahren erleben wir die Zusammenarbeit mit den Alanus-Studierenden als sehr bereichernd. Gerade in der aktuellen Zeit brauchen wir junge Menschen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen und Wirtschaft zum Wohl der Menschheit und unseres Planeten nachhaltig zu gestalten“, sagt Waschbär-Geschäftsführerin Katharina Hupfer. Seit diesem Jahr ist sie auch Mitglied im Stiftungsrat der Alanus-Hochschule. Die Stiftung sorgt dafür, dass die Finanzierung der privaten Alanus-Hochschule gesichert ist und kümmert sich um die Einhaltung der Werte der Hochschule (siehe Infokasten). Das Auseinandersetzen mit dem Thema Nachhaltigkeit kommt jetzt an vielen Fachhochschulen und Universitäten an. Für uns hat die Alanus-Hochschule den Vorteil, dass diese Haltung dort schon lange gelebt wird“, ergänzt Katharina Hupfer. 

Duales Studium mit Theorie und Praxis

Die Plätze für das Duale Studium sind rar. Nur alle drei Jahre haben ein bis zwei Studierende der Alanus-Hochschule die Möglichkeit, sich bei Waschbär zu bewerben. Amelie Moos und Alena Spelge gehören zu den Glücklichen. Seit fünf Semestern arbeiten sie in der vorlesungsfreien Zeit immer wieder für einige Wochen in den verschiedenen Abteilungen von Waschbär: Logistik, Sortiments-Management, Nachhaltigkeit, E-Commerce… Alena war zuletzt in der Buchhaltung und der Personalabteilung. „An der Uni muss ich Wissen lernen und das dann für Klausuren abrufbar speichern. Hier bei Waschbär kann ich das Gelernte direkt anwenden“, sagt sie. Eine ihrer Erkenntnisse: „Vieles ist gar nicht so spektakulär und schwierig. An der Uni habe ich noch gedacht: Oh Gott, wie macht das ein Unternehmen mit der Buchhaltung? Und dann sitze ich hier und verstehe, wie das im Alltag abläuft.“

Die Studentin an der Alanus-Hochschule im Porträt.
Für Alena ist es vor allem spannend, Theorie und Praxis im Studium zu kombinieren.© Alena S.

Universelles Lernen in der Praxis

Ihre Kommilitonin Amelie Moos ergänzt: „An der Uni lernen wir sehr universell, zum Beispiel verschiedene Verfahren, etwas auszurechnen. Bei Waschbär hat man sich natürlich längst für ein Verfahren entschieden – das dann in der Praxis anzuwenden, ist spannend.“

Für das Waschbär-Team ist es ebenfalls bereichernd, sich mit den Perspektiven und dem unvoreingenommenen Blick der Studierenden auseinander zu setzen. Katharina Hupfer beschreibt es so: „Wir treffen bei Waschbär mit den Studierenden regelmäßig junge Menschen, die sehr neugierig sind und viele Fragen stellen, sodass wir manchmal auch an unsere an Grenzen kommen. Da ist dieser unheimliche Drang, wirksam werden zu wollen und mitzugestalten.“

„Wirtschaft neu Denken“ als tägliche Herausforderung

Das liegt auch daran, weil Alena und Amelie den Leitgedanken ihres Studiengangs „Wirtschaft neu denken“ auch während ihrer Praxisphasen leben. „Wir hinterfragen bestehende Strukturen und haben einen unvoreingenommenen Blick darauf“, sagt Alena. Und Amelie ergänzt: „Viele unserer Kommilitoninnen und Kommilitonen sind in den verschiedensten Unternehmen; wir tauschen uns aus und das verändert auch mein Denken, wenn ich zu Waschbär komme.“

Die Sichtweisen der Studierenden auf das Unternehmen seien durchaus eine Herausforderung, bestätigt Katharina Hupfer: „Der Anspruch der Studierenden ist ganz schön hoch, genauso wie unser Anspruch im Unternehmen hoch ist. Im Alltag ist es dann aber doch häufiger so, dass wir sagen müssen: Mit der Fragestellung haben wir uns zwar schon beschäftigt, aber so weit sind wir noch nicht – denn nachhaltig wirtschaften ist ein stetiger Prozess, der manchmal eben Zeit braucht.“

Langfristiges Engagement in der universitären Ausbildung

Durch ihre Arbeit im Stiftungsrat der Alanus-Hochschule kann Katharina Hupfer künftig ihre Sichtweise aus der Praxis noch mehr in die Ausbildung an der Hochschule einbringen. „Eine neue Aufgabe, die ich unheimlich spannend finde,“ sagt sie. Genau solche Kooperationen sind es, die einem Unternehmen wie Waschbär die für die Zukunft nötigen Mitarbeitenden bringen: Eben solche, die mit ihrer ganzen Persönlichkeit für Sinn, Nachhaltigkeit und soziales Engagement stehen. „An der Alanus-Hochschule wird ja nicht nur Theorie in die Köpfe reingebracht, da geht es um eine ganzheitliche Entwicklung. Deshalb heißt sie ja ‚Hochschule für Kunst- und Gesellschaft‘.“

Ein rotes Kunstwerk steht auf dem Kampus der Alanus-Hochschule.
An der Hochschule ist Platz für Kunst und bereichernde Veranstaltungen.© Britta Schüßling

Ganzheitliches Denken statt Gewinnmaximierung

Die BWL-Studierenden lernen an der Alanus neben dem Berechnen einer Eigenkapitalrendite durchaus auch Elemente aus dem Schauspiel oder belegen Kurse in Kunst und Eurythmie. Für Katharina Hupfer ist das eine perfekte Kombination von Fähigkeiten, die ein Unternehmen wie Waschbär bei Mitarbeitenden sucht: „Wenn wir schauen, was in Zukunft resiliente Unternehmen ausmacht, dann geht es ja nicht nur darum, dass ich fachlich kompetent bin, sondern dass ich soziale Kompetenz mitbringe, dass ich interdisziplinär arbeiten kann, auch mal rausgehe aus den eigenen Silos und eine bereichsübergreifende Offenheit habe. An der Alanus-Hochschule wird das schon ins Studium integriert. Insofern finde ich dort Menschen, die auch die Zukunft von Waschbär künftig mit gestalten können.“

Und weil’s so schön ist und Sinn macht: Einfach länger bleiben

60 Wochen dauert die Praxisausbildung im Unternehmen insgesamt, das Studium selbst normalerweise sechs Semester. Amelie und Alena haben sich aber schon jetzt entschlossen, noch ein Semester dran zu hängen. „Die Alanus-Hochschule bietet so viel mehr als Studium und Lernen; es gibt viele Veranstaltungen, die eine Bereicherung sind“, schwärmt Alena. Das sieht auch Amelie so: „Gerade die Kombination von Wirtschaft und Kunst mit Nachhaltigkeit finde ich spannend. Deshalb möchte ich auch noch mehr Zeit an der Uni verbringen, um mich darin vertiefen zu können. Wir hängen beide noch eine Praxisphase dran und sind dann auch noch länger bei Waschbär.“

Ob Amelie und Alena nach ihrem Studium bei Waschbär bleiben und sich beide Parteien sozusagen ihr „Ja-Wort“ geben, wird sich zeigen. Das Interesse auf beiden Seiten ist jedenfalls da.


Infos zur Alanus-Hochschule

Die Alanus-Hochschule mit Standorten in Bonn-Alfter und Mannheim ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Sie ist in vielen Punkten anders als andere Hochschulen. Das fängt beim zweigeteilten Campus in Bonn-Alfter an: einem mit viel Licht und modernen Materialien gestalteten Vorlesungs- und Seminargebäude auf der grünen Wiese vor Bonn – inklusive Biotop, Teich und Hochbeet-Garten; ein zweiter, älterer Campus mit kleineren Pavillons und einer Art Vierseithof als Zentrum liegt inmitten von Bäumen etwas höher am Berg. Oben sind vor allem die Werkräume und Ateliers für die Studiengänge Bildende und Darstellende Kunst; am neueren Campus finden unter anderem Vorlesungen und Seminare für Architektur, Pädagogik, Philosophie und Betriebswirtschaft statt.

Dennoch pendeln alle Studierenden zwischen den Standorten – denn sie sollen lernen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Ziel ist ein fachübergreifendes Studium mit philosophischen, soziologischen und kunsthistorischen Veranstaltungen. So nehmen Studenten der Betriebswirtschaftslehre (BWL) auch an Kursen zu Eurythmie, Schauspiel, Kunst und Philosophie teil. Beim Thema Wirtschaft geht es hier eben nicht um Gewinnmaximierung, sondern um (Denk-) Ansätze, die sinnstiftendes, nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen. Das Besondere des BWL-Studiums steckt im Untertitel „Wirtschaft neu denken“: Mit Wissen und Handeln etwas verändern in der Gesellschaft.

Trägerin der Alanus Hochschule ist die Alanus Stiftung. Sie sorgt durch ihre Kooperationspartner aus der Wirtschaft für die Finanzierung der Hochschule und die Einhaltung ihrer Prinzipien: Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und die ganzheitliche Entwicklung der Menschen. Außerdem hilft die Stiftung Studierenden durch die Vergabe von Stipendien, ihr Studium an der Alanus Hochschule zu finanzieren.

 

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