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Kaputtes selbst reparieren: Das kleine Einmaleins des Heimwerkens

Ein Mann bohrt beim Reparieren mit einer Bohrmaschine ein Loch in ein Brett.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, in der es oft bequemer und billiger ist, kaputte Gegenstände wegzuschmeißen als zu reparieren. Doch seit einiger Zeit wächst das Bewusstsein dafür, dass die Ressourcen der Erde endlich sind.

Allein an Elektroschrott produzieren die Deutschen laut Statista mehr als 19 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Gerade in Elektrogeräten stecken viele Rohstoffe, die zum einen knapp sind und zum anderen teils unter schlimmsten Bedingungen gewonnen werden. Viele Metalle lassen sich zudem nicht recyceln. Deswegen ist es vor allem bei Elektrogeräten wichtig, sie so lange wie möglich zu nutzen. Aber auch die Schonung nachwachsender Rohstoffe wie Holz ist in Zeiten des Klimawandels unabdingbar. Daher ist es wichtig, die Lebensdauer von Gegenständen so gut wie möglich zu verlängern. Bevor Sie Gegenstände achtlos entsorgen, lohnt sich oft eine kleine Reparatur – und schon ist vieles so gut wie neu.

Der erste Schritt: Was traue ich mir zu?

Bevor Sie hochmotiviert mit dem Reparieren loslegen, sollten Sie Ihre eigenen Fähigkeiten ehrlich einschätzen: Traue ich mir das wirklich zu? Die Silikonfugen der Dusche zu erneuern, erfordert weitaus weniger Geschick und körperliche Kraft als die Reparatur einer Waschmaschine. Generell tabu: Reparaturen an Gas- und Stromleitungen.

Um die eigenen Erfolgsaussichten einschätzen zu können, ist es hilfreich, vorab nach schriftlichen Anleitungen und Video-Tutorials im Internet zu suchen. Mittlerweile gibt es für fast jedes Reparaturprojekt die passenden Tipps und ausführliche Anleitungen, etwa bei DasHaus oder IFIXIT. Offene Fragen werden so schnell geklärt: Besitze ich das passende Werkzeug oder muss ich es erst besorgen? Wie viel Zeit wird die Reparatur in Anspruch nehmen? Welche Vorkehrungen muss ich im Vorfeld treffen? Habe ich genügend Platz, um die Reparatur zu Hause durchzuführen?

Wenn das Unterfangen schließlich geglückt ist, werden Sie nicht nur mit einem wieder funktionstüchtigen Gegenstand belohnt. Sie werden auch unglaublich stolz auf sich sein – ein Gefühl, das kein Neukauf bescheren kann.

Heimwerken für Anfänger und Anfängerinnen: Die richtige Grundausstattung

Ein gut sortierter Werkzeugkoffer gehört in jeden Haushalt. Mit Hammer, Zange, Wasserwaage und Co. lassen sich kleinere Reparaturen im Haushalt vornehmen. Eine gute Verarbeitung sollte bei der Kaufentscheidung zentral sein. Ebenfalls wichtig: Das Werkzeug muss gut in der Hand liegen. So vermeiden Sie bei längeren Arbeiten Blasen an den Händen. Mit einer solchen Basisausstattung sind Sie gut für kleinere Projekte wie beispielsweise die Reparatur eines Wasserhahns gerüstet.

Werkzeugkoffer, Schraubenset und Akkuschrauber stehen nebeneinander auf dem Boden. © CC0 / Anete Lusina

Qualitativ hochwertiges Werkzeug liegt gut in der Hand und leistet Ihnen lange gute Dienste.

Möchten Sie sich größeren Arbeiten widmen, wie etwa dem Abschleifen eines Tischs, ist eine professionellere Ausstattung vonnöten. Wer nicht gleich in ein teures Profigerät investieren will, kann Schleifgerät, Stichsäge und Co. bei Baumärkten stundenweise mieten. Doch bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden, prüfen Sie, ob es gut in der Hand liegt. Auch sollten Sie sich damit sicher fühlen. Lassen Sie sich vom Fachpersonal beraten. Besteht die Möglichkeit, ein Gerät vorab zu testen, sollten Sie dies unbedingt tun.

Reparaturen von elektronischen Kleingeräten wie etwa Handys benötigen eine besondere Ausrüstung, die aber für wenig Geld erhältlich ist.

Mehr Sicherheit beim Heimwerken

Sowohl bei großen als auch bei kleinen Reparaturprojekten lauern Gefahren, die sich im Vorfeld minimieren lassen. Der wichtigste Ratschlag vorweg: Planen Sie genug Zeit ein. Sorgen Sie außerdem für ein ruhiges, ablenkungsfreies Umfeld. So können Sie fokussiert und entspannt arbeiten.

Achten Sie darauf, sauberes Werkzeug zu verwenden. Bakterien und Keime können sonst bei Verletzungen in die Haut eindringen. Für den Fall der Fälle sollten Desinfektionsspray und Verbandszeug bereitstehen. Um die Hände zu schützen, ist außerdem die Investition in Arbeitshandschuhe sinnvoll. Diese sollten Sie je nach Einsatzgebiet wählen.

Für alle Arbeiten, bei denen die Gefahr besteht, Partikel einzuatmen, sollten Sie mindestens eine FFP2-Maske tragen. Ab 80 Dezibel sollten Sie außerdem zu einem Gehörschutz greifen. Was viele nicht wissen: Dieser Wert ist bereits beim Bohren in die Wand überschritten.

Brillen, ein Gehörschutz und Werkzeug hängen zum Heimwerken und Reparieren an Brettern. © CC0 / Andrea Piacquadio

Sicherheit geht auch beim Reparieren vor: Sicht- und Gehörschutz sollten Sie zu einem Teil Ihrer Ausstattung machen.

Tipps: Hausmittel für kleinere Reparaturen

Manchmal müssen Sie gar nicht tief in den Werkzeugkoffer greifen, um Dinge auszubessern. Neben Nadel und Faden gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, kleinere Reparaturen vorzunehmen:

  • Dellen im Parkett: Mit einem nassen Lappen und einem Bügeleisen lassen sich Dellen wieder ebnen.
  • Kratzer im Laminat: Bei Kratzern durch Steinchen oder Ähnliches können Sie Olivenöl oder eine Wachskerze verwenden.
  • Bohrlöcher kaschieren: Wer keinen Gips zur Hand hat, kann auch mit Zahnpasta oder einer Masse aus Mehl und Wasser kleine Löcher schnell füllen.
  • Abdichten und flicken: Panzerklebeband ist ideal, um provisorisch zu flicken und zu befestigen. Geht es später an die tatsächliche Reparatur, ist es schnell wieder entfernt und hinterlässt keine Spuren.
  • Fehlstellen ausbessern und modellieren: Mithilfe von Modellierwachs lassen sich beispielsweise kaputte Verstrebungen wieder befestigen und Hohlräume füllen.

Wann sich das Reparieren (vielleicht) nicht mehr lohnt

Auch reparierte Gegenstände halten nicht ewig und können wieder kaputtgehen. Irgendwann ist der Verschleißpunkt erreicht, an dem selbst Fachleute nichts mehr retten können. Was aber leider ebenfalls oft vorkommt: Eine Reparatur oder der Einbau eines Ersatzteils ist zwar generell möglich, aber enorm kostspielig. Das Paradebeispiel hierfür stellt die Waschmaschine dar. Unter Umständen kostet die professionelle Reparatur so viel wie ein Neugerät. Hier gilt es, abzuwägen: Investieren Sie in ein neues Gerät oder denken Sie ökologisch und verlängern die Lebensdauer des alten?

Reparieren für Anfänger: Checkliste fürs Reparieren zu Hause

  • Detaillierte schriftliche Anleitung oder Video-Tutorial für das Reparaturprojekt ausfindig machen.
  • Traue ich mir das zu? Habe ich genügend Zeit dafür?
  • Werkzeug-Sichtung: Ist alles vorhanden und falls nein, wo kann ich es besorgen?
  • Sicherheitsvorkehrungen: gegebenenfalls Schutzkleidung besorgen und Verbandszeug bereitstellen.
  • Motiviert ans Werk gehen und Ablenkungen vermeiden.
  • Glücksgefühl genießen und das neu erworbene Wissen an andere weitergeben.

 

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Bildquellen

  • werkzeugkoffer: © CC0 / Anete Lusina
  • gehoer-und-sichtschutz: © CC0 / Andrea Piacquadio
  • reparieren-fuer-anfaenger: © CC0 / Ono Kosuki

Bianca Gebhardt schreibt als freie Autorin über die neuesten Trends im Bereich der Nachhaltigkeit. Auch in Sachen Mode ist sie immer am Puls der Zeit – und das ökologisch und fair. In ihrer Freizeit sorgt sie mit fleischlosen Leckereien für das leibliche Wohl ihrer Freunde, dabei schreckt sie nicht vor komplizierten Zubereitungstechniken und kulturellen Tellerrändern zurück.

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