Gemeinsam auf dem Weg für eine bessere Welt

Wo-lang-Konferenz 2017 – „Wie kommt das Neue in die Welt?“

Drei Teilnehmer haben sich ein T-Shirt der Konferenz angezogen.

Wo lang?

Eine Frage, die an vielen Punkten gestellt werden kann. Und immer wieder neu. Eine Frage, die ganz viel in Bewegung setzt. Oder eine Frage, die lähmt. Rückblickend auf das letzte Mai-Wochenende, hat mich diese Frage nicht gelähmt, sondern richtig was ins Rollen gebracht – zumindest in meinem Kopf.

„Fragen“ als zentrales Element – die Idee der Konferenz

Gruppenfoto vor dem Konferenz-Logo.

©Wo lang?-Konferenz

Sie stellen sich der Frage: Wo lang?

Acht Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft hatten eingeladen, sich im Rahmen einer Konferenz der Frage „Wo lang? Und wie kommt das Neue in die Welt?“ zu begegnen. Nun kann man sich an dieser Stelle Themenschwerpunkten wie die direkte Demokratie, das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) oder die soziale Plastik in den Raum stellen. Doch sind es mehr die essentiellen Fragen „Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben und arbeiten?“ oder „Was zählt wirklich?“, die den Raum eröffnen. Das ermöglicht, neue Fragen zu stellen und regt an, raus in die Welt zu gehen und endlich etwas zu tun.

Die Idee für die Konferenz entstand während der freiwilligen Arbeit von Kilian Wiest und Leon Tietz beim OMNIBUS für Direkte Demokratie. Dieser tourt seit 1987 durch Deutschland und setzt sich unter anderem für bundesweite Volksabstimmungen ein. „Wir wollen nicht nur unsere Stimme abgeben, sondern mitgestalten, über unser Leben und unsere Zukunft selbst entscheiden können. In diesem Sinne suchen wir nach neuen Formen und Gestaltungsmöglichkeiten gesellschaftlichen Zusammenlebens“, so die beiden Studenten der Alanus Hochschule.

Was war bei der Konferenz los? Gedanken, Taten und Initiativen

Neue Formen und Gestaltungsmöglichkeiten gibt es an dem Wochenende reichlich. Es ist die Mischung aus interaktiven Mitmach- und Erfahrungsräumen und Vorträgen, die die Konferenz zu dem macht, was sie sein soll: „Tagung, Denkwerkstatt und gemeinschaftliche Zusammenkunft in Einem“.

Schaufel, Schubkarre, Setzlich und los gehts.

©Wo lang?-Konferenz

Die Konferenz zum Anpacken: Teilnehmer von Wo lang? pflanzen Bäume.

Am Freitag versucht Johannes Stüttgen, Meisterschüler von Joseph Beuys, eine Antwort auf eine der Hauptfragen der Konferenz – „Wie kommt das Neue in die Welt?“ –zu finden. Er gibt den 180 Teilnehmern folgenden Gedanken mit auf den Weg: „Die Notwendigkeit für etwas Neues kommt vor der Fähigkeit damit umzugehen.“ Am Samstag können alle dann tatkräftig mit anfassen und Bäume pflanzen. Dies geschieht im Rahmen eines „Open Space“, einer Methode bei der alle ihre Ideen, Fragestellungen und Aktionen einbringen können. Ablauf, Programm und Ergebnis sind dabei vollkommen offen.

Verschiedene Workshops und ein Marktplatz der Initiativen bieten die Möglichkeit praktische Vorbilder für eine zukunftsfähige Gesellschaftsform kennenzulernen. Dort ist zum Beispiel Premium Cola vertreten. Dieses Unternehmen bietet all seinen Endkunden und allen gewerblichen Partnern auf Basis der Konsensdemokratie ein Mitspracherecht auf Augenhöhe an. Darüber hinaus haben sie keine Büros, machen keine Werbung und geben kleinen Abnehmern Anti-Mengenrabatte.

„Begegnung schafft Wachstum“

Langsam wird es dunkel und die Teilnehmer gruppieren sich gemütlich um den Bus.

©Wo lang?-Konferenz

Die Teilnehmer tauschen sich auch nach dem offziziellen Programm-Ende aus und sprechen auch mit Passanten vor dem OMNIBUS für direkte Demokratie in Deutschland.

Vor allem die Räume zwischen den offiziellen Veranstaltungspunkten machen die Gemeinschaft erlebbar. Diejenigen, die nicht aus Alfter und Umgebung kommen, übernachten fast alle bei Teilnehmern aus der Region. Abends findet sich immer noch eine Runde ums Lagerfeuer und den Abschluss der Konferenz bildet eine gemeinschaftliche „lange Tafel“, zu der jeder etwas mitbringt. Raum für Begegnung bietet auch die parallele Kunstausstellung, die den Teilnehmern anhand von Rauminstallationen, Skulpturen und Bildern, neue Perspektiven und einen künstlerischen Zugang zu der Leitfrage der Konferenz ermöglicht.

Wo lang? Eine Frage mit Zukunft

Zwar ist die Konferenz nun schon einige Zeit her, doch die Idee und die Marke „Wo Lang“ werden weiterhin Bestand haben. Bei Waschbär werden wir auf jeden Fall erfahren, wie es weitergeht. Lennard Lingk ist Teil des Organisationsteams und dualer Student bei Waschbär. Er erklärt, was aus dem neu geschaffenen Netzwerk entstehen könnte: „Der Wille und die Unterstützung seitens der Beteiligten die Frage nach zeitgemäßen Formen des Zusammenlebens weiter zu bewegen und in der Zukunft weitere Veranstaltungen oder Arbeitsgruppen mitzugestalten ist spürbar. Es gilt nun die vielen Zukunftsvisionen zusammenzuführen. Klar ist, dass wir auch zukünftig der Frage ‚Wo Lang?‘, unter Einbezug möglichst vieler Menschen und Perspektiven nachgehen wollen. Ein erster Schritt dahin, ist der ‚Wo Lang-Bus‘, der in den nächsten Wochen durch Deutschland fahren wird, um mit Menschen in Begegnung zu kommen. Weitere Schritte sollen folgen, so viel ist sicher.“

Weitere Infos zur „Wo lang?“-Konferenz finden Sie auf der offiziellen Webseite.

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Bildquellen

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Max ist Wirtschaftsstudent an einer Kunsthochschule, lebt auf einem Bauernhof und hegt eine innige Liebe zu den Bergen. Als Weltenbummler fühlt er sich an vielen Orten zu Hause, doch in seiner Brust schlägt ein kölsche Hätz mit einer tiefen Verbundenheit zu den Virtuosen der deutschen Sprache.

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