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Darjeeling in bester Qualität bei Waschbär – trotz Streik der Teebauern

Teekanne und gefülltes Teeglas stehen neben der umgekippten Teedose.

Die Meldung der Deutschen Presseagentur ist schon einige Wochen alt und ging im spätsommerlichen Wetter etwas unter. Doch jetzt, da der Herbst mit Sturm, Regen und kühlen Temperaturen eingezogen ist, rückt das Thema noch mal stärker ins Bewusstsein. Die Nachfrage nach gutem Tee steigt. Doch die Reserven von echtem, qualitativ hochwertigem Darjeeling-Tee gehen in vielen Tee-Kontoren langsam zur Neige, Nachschub bleibt aus. Grund dafür ist ein Streik der Arbeiter in allen 87 Teegärten. Eine schnelle Veränderung der Lage ist nicht in Sicht. Was ist passiert?

Rückblick: So kam der Tee nach Darjeeling

Die heutige Situation ist eng mit der Geschichte des Darjeeling-Tees verknüpft. Der bekannte, erlesene Tee wird in der nordostindischen Region Darjeeling im Bundesstaat Westbengalen angebaut. Seit den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts wachsen in zahlreichen Teegärten verschiedene Sorten. Darjeeling ist eine geschützte geografische Angabe, nur Tee aus dieser Gegend darf so bezeichnet werden. Diesen Schutz braucht der Tee, auch als „Champagner unter den Tees“ bezeichnet, dringend. Immer wieder werden Verschnitte als reine Darjeeling-Tees verkauft.

Der englische Botaniker Arthur Campbell experimentierte um 1840 in seinem Privatgarten in der dünn besiedelten Region mit verschiedenen Teesamen, die er aus China mitgebracht hatte. Seine Versuche zeigten rasch großen Erfolg und der Tee sollte in großem Stil angebaut werden. Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss die damalige Besatzungsmacht Großbritannien, Arbeitskräfte aus dem nepalesischen Grenzgebiet umzusiedeln. So ist das Volk der Gorkha nach Darjeeling gekommen. Sie sollten die sich im Aufbau befindenden Teegärten bewirtschaften und sich auch um die komplette Weiterverarbeitung des Tees kümmern.

Grund für den Streik in den Darjeeling-Teegärten

Die Nachfahren der im 19. Jahrhundert umgesiedelten Arbeiter, die der Minderheit der Gorkha angehören, befinden sich heute im Generalstreik. Mit der Niederlegung ihrer Arbeit in den Plantagen protestieren sie nicht etwa gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Es geht den Plantagenarbeitern um Autonomie für ihr Volk. Mit dem Streik wollen sie ihre jahrzehntealte Forderung nach einem eigenen Bundesstaat mit dem Namen Gorkhaland unterstreichen. Die Eskalation des schwelenden Konflikts beruht auf den Plänen der Regierung, in allen Schulen des Bundesstaats Bengalisch-Unterricht zu einem Pflichtfach zu machen. Zu Beginn der Gorkha-Proteste kam es sogar zu Todesfällen. Seither sind die Geschäfte geschlossen und auch der Tourismus ist in der armen Himalaya-Region zu Erliegen gekommen. Eine Lösung des Konflikts ist derzeit nicht in Sicht.

Vor dem bewaldeten Hang erstreckt sich die saft hügelige Teeplantage.

So sahen die gepflegten Teegärten in Darjeeling vor dem Streik aus. Inzwischen sind die Teepflanzen stellenweise überwuchert.

Darjeeling-Tee in Deutschland – wie ist die Lage?

In den 87 Teegärten Darjeelings werden pro Jahr insgesamt etwa 8500 Tonnen geerntet. Nach Angaben des Deutschen Teeverbandes haben davon knapp 700 Tonnen den Weg nach Deutschland gefunden, die Hälfte davon ist weiter exportiert worden. Das wird sich mit dem Streik ändern, da es ohne Ernte auch keine weitere Ware geben kann. Wie sich der Teepreis in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren entwickeln wird, ist noch nicht absehbar. Der Deutsche Teeverband sieht die Möglichkeit für immense Preissprünge, je nachdem wie sich die Nachfrage der verschiedenen „Flushs“ entwickelt. Es gibt drei Haupt-Ernteperioden pro Jahr, die zwischen März und Oktober liegen. Sie bringen jeweils unterschiedlich schmeckende „Flush“-Varianten hervor.

2017 sind bislang nur etwa 30 Prozent der üblichen Jahresmenge geerntet worden, wie der Generalsekretär des Teeproduzenten-Verbands „Darjeeling Tea Association“, Kaushik Basu, der Deutschen Presse-Agentur erzählte. Eine weitere Ernte ist nicht absehbar. Der Deutsche Teeverband vermutet, dass die Vorräte an „Second-Flush“-Darjeeling den deutschen Teehändlern voraussichtlich zwischen Dezember und April kommenden Jahres ausgehen könnten. Danach werde diese beliebte Sorte erst wieder im Herbst 2018 in den Geschäften verfügbar sein. Allerdings nur, wenn der Konflikt bald beigelegt ist und die Arbeit in Kürze wiederaufgenommen wird. Denn durch den Streik sind die Pflege der Tee-Pflanzen sowie Neupflanzungen zu kurzgekommen.

Darjeeling bei Waschbär – Darum gibt es keinen Engpass

Dieser Bio-Darjeeling mit der Kennzeichnung FTGFOP1 ist bei Wachbär noch lange vorrätig.

Noch gibt es Vorräte, doch nicht jeder Teehändler hat rechtzeitig vorgesorgt. Einige spüren schon eine Verknappung, da sie nicht nachbestellen können. Kunden von Waschbär müssen in den nächsten Monaten nicht auf ihren Lieblingstee verzichten. Gerade rechtzeitig hat das Unternehmen sich biologisch angebauten Darjeeling bester Qualität bei seinem langjährigen Tee-Händler gesichert. Seit jeher versuchen Betrüger durch Verschnitt und Umetikettierung mit dem wertvollen Tee hohe Gewinne einzustreichen. Die Verknappung des Darjeeling wird diese Machenschaften noch lukrativer machen. Für Teeliebhaber wird es daher noch wichtiger, auf Herkunfts- und Qualitätsangaben zu achten.

Darjeeling in Spitzenqualität – so erkennen Sie ihn

Bei Waschbär erhalten Sie kontrolliert angebauten Bio-Darjeeling mit den Kennzeichnungen FTGBOP und FTGFOP1 jeweils als „First Flush“ und als „Second Flush“. Doch was genau bedeuten diese Buchstabenkolonnen? Zunächst müssen die Abkürzungen aufgedröselt werden. Heraus kommen Finest Tippy Golden Broken Orange Pekoe und Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1. Doch auch hier sind noch ein paar Erklärungen notwendig.

  • Die Deklaration als Finest Tippy Golden bedeutet, dass der Tee sehr viele der jungen, hellen Blätter an der Spitze der Triebe enthält. Sie sind besonders zart. Damit wäre der erste Teil der Abkürzung erklärt.
  • Orange Pekoe weist auf die Blattqualität hin. Das niederländische „oranje“ steht für königlich und das chinesische „pak-ho“, das sich mit „weiß“ übersetzen lässt, bezeichnet den hellen Flaum auf der Blattunterseite jünger Triebe. Zusammen lässt sich daraus ablesen, dass es sich um sehr hohe Qualität handelt.
  • Das „Broken“ sagt aus, dass die Teeblätter durch Rollen und Schneiden zerkleinert worden sind.
  • „Flowery“ heißt, dass in dem Tee die feinen Blattknospen enthalten sind.
  • Fehlt nur noch die Erläuterung der Zahl 1. Mit dieser Zahl werden nur Blätter der höchsten Güteklasse ausgezeichnet.

Wenn Sie zu einem Tee mit diesen Qualitätsangaben greifen, sind Sie nur noch einen Aufguss vom echten Teegenuss entfernt.  

<<Quelle: dpa / waschbär>>

Lesen Sie hier eine kleine Teekunde über Grünen Tee, die verschiedenen Sorten und was gute Qualität ausmacht.

In der kalten Jahreszeit wärmt Tee von innen und schmeichelt unseren Sinnen.

 

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Seit 30 Jahren arbeitet der Waschbär schon als Namensgeber für unseren Umweltversand. Unermüdlich ist er auf der Suche nach seinem Lieblingsfutter: nachhaltigen Themen und ökologischem Bewusstsein. Seine neueste Mission: Leserinnen und Leser mit spannenden, interessanten Beiträgen und Ratschlägen im Waschbär-Magazin zu informieren und zu unterhalten.

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