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Einfach selbst gemacht: Von der Rebe zum Traubensaft aus eigener Ernte

Flaschen voller Traubensaft stehen vor einer Traube

Wie jedes Jahr hängen schon bald nach dem Sommerurlaub die Trauben in unserem kleinen Gärtchen in voller Pracht an den Reben. Bei uns stehen die Weinreben (ca. 10 Rebstöcke) an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn und bieten uns so vom Frühjahr bis in den Herbst einen hübschen, natürlichen Sichtschutz und dazu im Sommer natürlich auch leckere Weintrauben zum Naschen. Da meist jedoch mehr Trauben zusammenkommen, als wir naschen können, pressen wir seit vier Jahren unseren eigenen lecker-süßen Traubensaft. Versiegelt ist er bis zu einem halben Jahr haltbar. Wir konnten die Haltbarkeit allerdings noch nie überprüfen, der Saft war immer schon vorher leergetrunken.

Basis-Wissen für Hobby-Trauben-Gärtner

Die Weinreben haben wir in einem spezialisierten Gartenmarkt erstanden. Das würde ich auch jedem Interessierten empfehlen, denn dort wird man wunderbar beraten, zu den verschiedenen Rebsorten, den Bodenverhältnissen, dem Sonnenstand und der nötigen Pflege. Auch anderes erfährt man hier. Zum Beispiel darf man als Privatperson nicht mehr als 1 Ar mit Reben bepflanzen.

Nach der Beratung sind ganz unterschiedliche Rebsorten in unseren kleinen Garten eingezogen, mit Kernen und ohne, weiße und rote, süße und saftige, große und ganz kleine, weichere und feste. Vor allem aber haben wir uns für solche Trauben entschieden, die nicht so anfällig für Schädlinge sind. Denn es war uns wichtig, dass man die Reben nicht spritzen muss. Diese nennt man genau genommen „pilzresistente Reben“. Diese sind gegen Mehltau tolerant, eine bestimmte Art von Schädlingen.

Reben im Garten pflanzen

Wir kauften uns Setzlinge mit Veredelung. Diese haben wir zu Hause stark an den Wurzeln angeschnitten und anschließend 24 Stunden ins Wasser gestellt. Wir wünschten uns einen natürlichen Sichtschutz und pflanzten sie daher bei uns an den schon bestehenden Zaun und vorwiegend aber an selbst dafür gebaute Spaliere / Rankhilfen aus Rundhölzern mit 2-3 dazwischen gespannten Metalldrähten ein.
Die Wurzeln sollten ihre Form beim Einpflanzen behalten. Also werden zuerst Löcher für die einzelnen Reben gebuddelt, in der Mitte etwas Erde aufgehäuft, sodass wir die Reben anschließend sorgsam darauf setzen konnten.

©Kirsten R.

Im Frühjahr treiben die Reben aus und geben einen prima Sichtschutz ab.

Reben müssen wachsen können: Rankhilfe selbst bauen

Unsere selbst gebaute Rankhilfe besteht aus zwei Rundhölzern, die schräg nach oben außen etwa 50 cm tief in den Boden geschlagen werden. Beim Kauf sollten Sie daher 50 cm auf die gewünschte Höhe der Rankhilfe draufrechnen. Ab einer Höhe von etwa 80 cm spannen Sie zwischen die Hölzer rostfreien Draht, der mit sogenannten U-Klammern fixiert wird. So kann man später die Drähte auch immer wieder ganz einfach nachspannen, sollte dies nötig sein. Der Abstand der Drähte zueinander sollte etwa 25 cm betragen. In der Regel werden ca. 2-3 Drähte über den ersten gespannt, dieser darf auch doppelt sein (auf beiden Seiten des Rundholzes gespannt).

So können die Reben schön wachsen und bekommen Halt von den Drähten. Ich empfehle feinen, papierumwickeltem Draht, um die Reben daran festzubinden. Man kann die Reben dann schön ziehen. „Ziehen“ nennt man das Heranführen der Weinreben an die gewünschte Form. Die Reben werden an der Tragrute auf dem Draht befestigt und von dort aus zweifach, das heißt nach links und rechts, auf den Bindedraht fixiert. Durch diesen sogenannten Doppelstrecker verteilen sich die Trauben später besser auf dem Spalier. Und so gezogen wird der Stamm dicker. Oft werden die Trauben an das Spalier an den untersten Metalldraht „gezogen“, damit sie schön frei liegen und an der Sonne reifen. Denn verschwinden die Trauben ganz zwischen den Blättern im Schatten, können sie verkümmern.

Der erste Schritt zum Traubensaft: Das Herbsten oder die Ernte

Die Trauben sind reif, sobald die Kerne dunkel sind und ein gewisser Reifegrad erreicht ist. Woran Hobby-Gärtner den erkennen? Ganz einfach durch Probieren. Längere Sonneneinstrahlung ergibt natürlich mehr Zucker in den Trauben. Denken Sie daran die Trauben zu ernten, bevor die Wespen, Ameisen und Vögel sie komplett zerknabbern.

Beim „herbsten“, der Ernte der Trauben zupfen Sie alle reifen Früchte von den Reben ab. Anschließend entstielen Sie die Trauben und selektieren die schlechten aus.

©Kirsten R.

Die Trauben wurden per Geschmackstest für reif erklärt und werden jetzt geerntet.

Traubensaft aus eigenen Früchten herstellen

Nach dem Aussortieren geben Sie die gewaschenen Trauben in einen großen Topf. Wir trennen die weißen und die roten Trauben, man kann sie aber auch mischen. Für das Heißentsaften rechnen Sie 250 ml Liter Wasser auf 2 Kilo Trauben. Geben Sie den Saft zweier Zitronen dazu, dann ist der selbst hergestellte Traubensaft länger haltbar. Sie können den Saft natürlich noch nach Belieben süßen, obwohl die Früchte meist schon sehr süßen Saft abgeben. Kochen Sie nun die Trauben so lange auf, bis sie aufplatzen. Danach streichen Sie die Masse durch ein engmaschiges Sieb oder ein Baumwoll-Tuch, sodass der Saft von den Kernen und Schalen getrennt wird. Bei einer größeren Menge können Sie das „Traubenpüree“ auch in eine Saftpresse geben. So erhalten Sie am schnellsten das meiste des leckeren Traubensaftes.

©Kirsten R.

Durch ein feines Netztuch gepresst, wird nur der leckere Saft aufgefangen.

Aus 2 kg Weintrauben entstehen ca. 750 ml Traubensaft. Man sollte also auf jeden Fall vorher genug abgekochte bzw. heiß ausgespülte Gefäße zum Abfüllen parat haben. Der Saft wird noch im heißen Zustand bis an den oberen Rand eingefüllt. Dann noch die Flasche verschließen und einmal auf den Kopf stellen, um mögliche Bakterien am Deckel abzutöten. Jetzt muss der Traubensaft nur noch abkühlen. Kühl und dunkel gelagert, ist der selbst hergestellte Traubensaft etwa 6 Monate haltbar.

Kann man auch Wein selbst machen? Wir experimentieren noch

Möchte man Wein herstellen, so dürfen die Trauben nicht abgekocht werden, sonst geht die für die Gärung notwendige Hefe kaputt. Aktuell haben wir das erste Mal im Keller ein Gefäß stehen, in dem der Traubensaft luftdicht, mit etwas Hefe und Zucker gärt. Wir sind gespannt, wie unser erster eigener Wein schmecken wird!

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Bildquellen

  • reben-als-sichtschutz: ©Kirsten R.
  • herbsten: ©Kirsten R.
  • traubensaft-pressen: ©Kirsten R.

Kirsten R. sorgt als Grafikerin dafür, dass bei Waschbär alles gut aussieht und jedes Pixel richtig sitzt. Auch nach getaner Arbeit ist sie voll auf Achse: Zum Beispiel mit dem Wohnmobil im Urlaub und im übertragenen Sinne natürlich auch als Mutter von zwei aufgeweckten Kindern. Zusammen mit ihnen ist sie viel draußen in der Natur unterwegs, wo sie ihre Inspiration findet. Hat sie genug Frischluft geschnappt, widmet sich Kirsten ihrem außergewöhnlichen Hobby „Organisieren“ und stellt Familienfeste, Ausflüge oder im Herbst Halloween-Raubzüge für kleine Gruselmonster auf die Beine.

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  1. Piet Genster

    15 Oktober

    Tolle Tipps

  2. Sandra D.

    24 September

    Ja eigener Traubensaft ist was tolles. Man kann die Gärung auch wieder ankurbeln und daraus ganz einfach Neuen Süßen herstellen. Und so geht’s: Zum Traubensaft ein wenig Hefe und die Gärung beginnt. Immer lecker in der Zwiebelkuchenzeit und schnell gemacht.

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