Schützt, was Ihr liebt!

Kulturtipps für zu Hause: Nachhaltige Dokus

Ein Paar sitzt mit Laptop auf dem Sofa umrandet von Pfalnzen.

Netflix, Amazon und Co. sind vor allem bei Serienliebhabern beliebt. Aber nicht nur die bekannten Serien findet man bei den Streamingdiensten. Auch Filme, die sich mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen, finden sich bei den zahlreichen Anbietern. Wer genug von Cliffhangern hat und gut gemachte Dokumentationen schätzt, kann inzwischen aus einem breiten Angebot wählen – und das nicht mehr nur in den Mediatheken der öffentlichen Fernsehanstalten. Streaminganbieter stehen ihnen in Sachen Qualität und Auswahl in Sachen Dokumentationen kaum mehr nach. Doch womit soll man starten? Wir haben für Sie im folgenden eine Auswahl für nachhaltige Dokus zusammengestellt.

Nachhaltige Dokus: Unsere Empfehlungen

Für die folgenden Empfehlungen haben wir die Anbieter Netflix und Amazon Prime sowie die Mediatheken von ARD und ZDF durchstöbert. Manche der nachhaltigen Dokus haben eigene Webseiten, die weitere Informationen bieten. Sie können die Dokus über die Suche bei den jeweiligen Anbietern finden.

Cowspiracy: The Sustainability Secret (Netflix)

Die von Leonardo DiCaprio produzierte und durch Crowdfunding finanzierte Dokumentation zeigt, wie der Kalifornier Kip Andersen den Anweisungen der Behörden folgt, um möglichst viel Wasser einzusparen. Doch dabei er stellt fest, dass diese Maßnahmen die Wasserknappheit Kaliforniens nicht lösen können, weil die Viehzucht ein vielfaches der Ressourcen verbraucht. Er forscht nach und fragt sich, warum die Auswirkungen von Nutztierhaltung so selten zur Sprache kommen, wenn es um Abholzung, Flächenverbrauch und Klimawandel geht.

Website zum Film: www.cowspiracy.com

Minimalism: A Documentary About The Important Things. (Netflix)

Höher, schneller, weiter: Mehr, mehr, mehr! Der „American Dream“ ist für viele Menschen geprägt vom Konsum. Sie brauchen das neuste Smartphone, das x-te Paar Schuhe und zu jeder Party ein neues Outfit. Aber macht uns das glücklich? Wie es auch anders geht, zeigen Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus. Als „The Minimalists“ (dt. Die Minimalisten“) touren die beiden Buchautoren durch die USA und führen den Zuschauern vor Augen, wie man seine Haltung verändern kann.

Website zum Film: www.minimalismfilm.com

Virunga (Netflix)

Die 2015 für den Oscar nominierte Dokumentation zeigt die Arbeit der Ranger des Virunga-Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo. Dieser ist der älteste Nationalpark Afrikas und seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe. Er schützt auf einer Fläche von 7.900 Quadratkilometern (eine Fläche, etwas kleiner als die Insel Kreta) die vom Aussterben bedrohten Berggorillas in ihrem einzig verbliebenen natürlichen Lebensraum. Dieser wird von Wilderern bedroht, die die Elterntiere erschießen, um die Affenbabys auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Auch andere Gruppen haben Interesse an der Ausrottung der Gorillas, weil es ohne diese vermutlich keinen Schutzgrund der Natur gäbe und man die Rohstoffe der Region nutzen könnte. So plante beispielsweise der britische Ölkonzern SOCO International (heute Pharos Energy) Ölbohrungen in der von Bürgerkriegen gebeutelten Region. 2014 nahm der Konzern jedoch glücklicherweise Abstand von diesen Bestrebungen. Ob diese, unter anderem von Leonardo DiCaprio produzierte, Dokumentation daran einen Anteil hatte?

Website zum Film: www.virunga.org

Chasing Coral (Netflix)

Über 40 Prozent der Korallenriffe sind in den letzten 30 Jahren zerstört worden. Vermüllung ebenso wie Fischerei setzen den Riffen zu. Vor allem aber der Klimawandel ist eine große Gefahr für die Korallen. Die erhöhte Wassertemperatur lässt die Korallen ausbleichen. Dieser Zustand führt dann, über einen längeren Zeitraum, zum Absterben. Wissenschaftler vergleichen dies mit der Körpertemperatur. Eine leicht erhöhte Temperatur ist erstmal nicht dramatisch, steigt diese aber weiter, kann sie lebensbedrohlich werden. Die Korallenriffe haben quasi Fieber. Auf diesem Wege sind 2016 ein Drittel des australischen Great Barrier Reef abgestorben.

Der Film erklärt die Komplexität von Korallen und zeigt, dass sie Lebensraum für viele Meeresbewohner sind und wie sie diesen Nahrung und Schutz bieten. Diese nachhaltige Doku, für die die Macher über drei Jahre hinweg über 500 Stunden unter Wasser verbrachten und Filmmaterial aus über 30 Ländern sammelten, will diesen Prozess dokumentieren und für den Zuschauer begreifbar machen. Doch technische Störungen und die Kräfte der Natur stellen das Forscherteam vor Herausforderungen …

Website zum Film: www.chasingcoral.com

Tipp: Virtuelle Tauchgänge durch Korallenriffe auf der ganzen Welt können Sie hier machen: www.catlinseaviewsurvey.com

How to Change the World (Netflix)

Ein Blick zurück in die noch recht junge Geschichte der Umweltbewegungen bietet diese nachhaltige Doku: Greenpeace ist eine der größten und einflussreichsten Umweltschutz-Organisationen der Welt. Doch der Weg dahin war steinig. War man sich bei Aktionen gegen die Atomtests auf Alaskas Insel Amchitka und gegen russische Walfangflotten noch einig, wie man seinen Zielen Ausdruck verleihen will, so kommt es beim Umgang mit der kanadischen Robbenjagd zum Streit. Sollte man den Schulterschluss mit der lokalen Bevölkerung suchen oder doch eher radikaler sein?

Website zum Film: www.howtochangetheworld-derfilm.de

A Plastic Ocean (Netflix)

Vor der Küste Sri Lankas im Indischen Ozean filmt Craig Leeson Blauwale. Dabei fällt ihm auf, wieviel Plastikmüll im Meer schwimmt. Weil Wale mit offenem Mund jagen, indem sie alles aufsaugen und dann das Wasser wieder hinausspülen und mit ihren Barten Plankton sowie kleine Krebse zurückhalten, halten sie dabei auch Plastikteile zurück. Sie verenden dann oft mit gefülltem Magen, weil sie Kunststoff nicht verdauen können. So ergeht es auch vielen weiteren Meerestieren, wie Seevögeln oder Schildkröten. Denn der größte Vorteil von Kunststoff ist auch sein größter Nachteil: seine Langlebigkeit.

Gemeinsam mit der Apnoetaucherin und Weltrekordhalterin, Tanya Streeter, macht sich Leeson auf, die Herkunft des Plastiks zu ergründen. Sie zeigen, wie Kunststoffe durch Speisefische wieder auf unsere Teller gelangen und möchten Bewusstsein für Verzicht und Recycling schaffen. Hier dienen ihnen schließlich Deutschland und Ruanda als Vorbild.

Website zum Film: www.aplasticocean.movie

Unsere Erde (Netflix & Amazon Prime) & Unsere Erde 2 (Amazon Prime)

Der erste Teil, der 2008 in die Kinos kam, nimmt uns mit auf eine Reise von Pol zu Pol. Etappenweise erzählt der Film von einer Eisbärenfamilie im Nordpol und wandert dann über die Tundra, Taiga und den Regenwald zum Südpol und zeigt Buckelwale bei der Jagd von Krill. Die beeindruckenden Aufnahmen kamen seinerzeit im Rahmen der teuersten Naturfilmproduktion zustande.

Die Fortsetzung nutzt einen ähnlichen Erzählstil. Innerhalb eines Tages wird unser Planet und seine Bewohner an den verschiedensten Orten poträtiert.

Keine nachhaltige Doku, trotzdem empfehlenswert: Kommen Rührgräte in den Himmel? (Amazon Prime)

Beim Backen geht das Rührgerät von Carmen (gespielt von Laura Angelina Palacios) kaputt. Auf dem Flohmarkt in Jena ersteht sie den „RG28“ aus dem Volkseigenen Betrieb Elektrogerätewerk Suhl der DDR. Sie ist fasziniert von dem Gerät, dass älter ist, als sie selbst und noch immer tadellos funktioniert. Sie begibt sich auf die Suche nach den Menschen, die damals im Elektrogerätewerk im thüringischen Suhl arbeiteten und den „RG28“ produziert haben.

Carmen versucht das Geheimnis des Erfolges zu ergründen. Dabei will sie herausfinden, wie die Menschen damals ihre Arbeit empfanden. Auch geht sie der Frage nach, warum wir keine Beziehung mehr zu den Dingen haben, die wir tagtäglich nutzen. Bei ihrer Entdeckungsreise erfährt sie, dass wir in der Menschheitsgeschichte eigentlich immer unsere Gebrauchsgegenstände auf Langlebigkeit ausgelegt und repariert haben. Sie stellt sich die Frage, warum inzwischen aber alles auf Neukaufen ausgelegt ist. Der Film zeigt aber, dass sich Menschen zunehmend Gedanken machen, wie ein Besuch in einem Repair Café oder bei einem Unternehmen, das nachhaltige Schuhe herstellt, zeigen.

Website zum Film: www.rg28.de

Die Wiese – Ein Paradies nebenan (Amazon Prime)

Umgangssprachlich werden sämtliche Grünland-Flächen als Wiesen bezeichnet. Doch eine gute Wiese ist deutlich bunter und lebendiger als die meisten denken. Der Dokumentarfilm „Die Wiese“ nimmt den Zuschauer daher mit „in die Nachbarschaft“ und zeigt, wie arten- und facettenreich echte Wiesen sein können. Doch die Wiesen stehen unter Druck. Gülle und Gifte machen diesem spannenden Naturraum zu schaffen. Aber der Mensch ist nicht nur die Ursache allen Übels, sondern mit seiner Pflegearbeit auch der Garant, dass eine vielfältige Wiese entstehen kann.

Geeignet für Kinder: Magie der Moore (Amazon Prime)

Moore gelten als schaurig und gruselig, als Orte der Gefahr. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich daher über sie. Doch was das Moor eigentlich ist und wie vielfältig dieser Naturraum für Pflanzen und Tiere ist, wissen die wenigsten. Diese kindgerechte Dokumentation des Naturfilmers Jan Haft möchte über Moore aufklären und uns diesen Schatz der Natur vorstellen. Dabei geht er sowohl auf große und kleine Tiere ein und erklärt, wie das Moor entsteht und warum wir es schützen müssen.

Die Grüne Lüge (Amazon Prime)

Die österreichische Produktion des Regisseurs Werner Boote möchte gemeinsam mit der Expertin für Greenwashing, Kathrin Hartmann, den Nachhaltigkeits-Versprechen der Industrie auf den Zahn fühlen. Sie reisen unter anderem nach Indonesien, um mit Kritikern der Palmölwirtschaft zu sprechen und Vertreter der Industrie mit den Vorwürfen zu konfrontieren. In den USA zeigen sie die Folgen der Havarie der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko und besuchen in Deutschland sie die Aktionärsversammlung des Energieversorgers RWE. Quintessenz des Films ist die Kritik, dass die Politik die Verantwortung auf den Verbraucher abwälzt, statt selbst die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

Website zum Film: www.wernerboote.com

Für Kinder geeignet: Biene Majas wilde Schwestern (Amazon Prime)

Die Honigbiene kennen wir alle. Aber sie ist nicht die einzige Biene, die man in unseren Breiten antreffen kann. 560 verschiedene Bienenarten gibt es. Sand- und Seidenbiene oder Blattschneider- und Wollbiene heißen die wilden Arten zum Beispiel. Sie nisten im Boden oder in Fraßlöchern von Käfern in Bäumen. Oft sind die Wildbienenarten auf wenige Pflanzen spezialisiert. Daher ist ihr Schutz so wichtig. Die kindgerechte Dokumentation stellt die Vielfalt der Wildbienen dar und geht auch auf ihre Feinde wie Vögel, Käfer oder Spinnen ein. Zudem gibt sie Tipps, wie man selbst Bienen beobachten kann und welche Pflanzen sie anlocken.

Um Wildbienen zu unterstützen kann man auch selbst ein Insektenhotel bauen oder ein Insektenhotel für Wildbienen kaufen.

Welche weiteren Wildbienenarten es gibt, warum sie wichtig sind und wie Sie ihnen helfen können, erfahren Sie hier im Waschbär-Magazin: Wildbienen – die unbekannten Helfer.

Die Reparatur-Revolution – Weiternutzen statt wegwerfen (ZDF Mediathek)

Pro Jahr produzieren wir Deutsche einen riesigen Haufen Elektroschrott. Vieles von dem, was auf unsere Wertstoffhöfe wandert, funktioniert noch tadellos oder könnte zumindest repariert werden. Der Film zeigt, vor welchen politischen Problemen Reparatur-Unternehmer stehen und schaut auf Belgien. Das Land hat eine Lösung für das Problem gefunden, die Arbeitsplätze schafft und die Umwelt schont.

Die Dokumentation ist hier zu finden und bis zum 26.03.2021 in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Klage für den Klimaschutz (ZDF Mediathek)

Ein Lavendel-Bauer aus Frankreich, eine Rentierzüchterin aus Schweden und ein deutsches Ehepaar, das auf der friesischen Insel Langeoog ein Restaurant betreibt, möchten die Langsamkeit der Politik in Sachen Klimaschutz nicht mehr hinnehmen. Gemeinsam mit ihrem Anwalt verklagen sie daher das Europäische Parlament.

Die Dokumentation ist hier zu finden und bis zum 22.09.2020 in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Aus alt mach neu – Zweite Chance für den Müll (ZDF Mediathek)

In der schwedischen Stadt Eskilstuna, die in der Nähe der Hauptstadt Stockholm liegt, ist man bestrebt möglichst effizient den Müll durch Recycling in den Kreislauf zurückzuführen. Daher wollen die Bewohner die Recyclingquote immer weiter erhöhen. Neben besserer Trennung des Mülls, greifen sie auch zu kreativen Methoden, wie einer Shopping Mall, die nur Recyclingprodukte verkauft.

Die Dokumentation ist hier zu finden und bis 25.01.2021 in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Das Geschäft mit dem Plastik (ARD Mediathek)

Welche Auswirkung hat Folie von Erdbeer- und Spargelfeldern auf die Böden? Warum ist der Anteil von Recyclingplastik so gering und wird noch immer so viel nutzbarer Rohstoff verbrannt? Und wie hoch wäre eine ehrliche Recyclingquote? Auf diese und weitere Fragen geht der Film der NDR-Reihe „45 Min“ ein und zeigt, dass bei vielen Herstellern Design vor der Recyclingfähigkeit steht.

Die Dokumentation ist hier zu finden und bis zum 14.10.2020 in der Mediathek der ARD verfügbar.

Gletscherschmelze – Klimawandel im Hochgebirge (ARD Mediathek)

Die Gletscher der Alpen schrumpfen. Immer wieder müssen die Gletscherforscher ihre Messinstrumente neu ausrichten. Der Grund für das Gletschersterben ist der Klimawandel. Die Dokumentation der Reihe „Planet Wissen“ kombiniert kleine Filme mit Experteninterviews und möchte zeigen, wie wichtig die Gletscher für unsere Ökosysteme sind. Es wird auch deutlich, wie gefährlich das Gletschersterben für die Orte im Tal ist.

Die Dokumentation ist hier zu finden und bis zum 21.10.2021 in der Mediathek der ARD verfügbar.

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Bildquellen

  • nachhaltige-dokus: © Alex from the Rock - stock.adobe.com

Norbert ist Politikwissenschaftler mit grüner Gesinnung und arbeitet in der Online-Redaktion des Waschbär-Magazins. Ihn interessieren vor allem innovative Produkte, wie pfiffiges Upcycling. So ist er unter anderem stolzer Besitzer eines Kulturbeutels aus einem alten Feuerwehrschlauch und einer Reisetasche aus Markisen-Verschnitt. Als Bewohner einer Weinregion zieht er diesen Bier vor - außer im Fußballstadion.

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  1. Bina

    17 Juli

    Ich verstehe nicht wie sie Amazon, Netflix und Co bewerben können. Eine DVD? Es teilen, gebraucht kaufen, ausleihen, aufnehmen. Vielleicht hab ich da was übersehen, denn ansonsten sind doch Angebote von Aldi auch ganz recht oder?

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