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Marula-Öl aus Afrika: Lebensgrundlage und Schönheitsgeheimnis

Der Maruala-Baum und das Produkt Marula-Öl

Den Marula-Baum kennen die meisten Menschen von Fotos, Fernsehreportagen, Werbeprospekten oder Reisen nach Südafrika. Weniger bekannt ist, dass aus den Kernen der Frucht des sogenannten „Elefantenbaumes“ seit Jahrhunderten ein begehrtes Schönheitsmittel gewonnen wird: das Marula-Öl. Es wird als besonders kraft- und wirkungsvolles Hautpflege-Öl geschätzt, das die Haut nährt, schnell einzieht und Feuchtigkeit spendet. Als „Geheimnis Afrikas“ wird ihm sogar eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt. Das Produkt der Firma Aurum Africa überzeugt jedoch auch noch auf andere Weise: Die Herstellung bildet die Lebensgrundlage für viele Frauen, die so ihre Familien versorgen können. Kein Wunder also, dass die Nachfrage in Deutschland nach dem begehrten Öl stark steigt, und schön, dass die Wahl des Herstellers so viel ausmachen kann. Doch erst mal zurück zum Ursprung: Dem Marula-Baum.

Die wilden Marula-Bäume trotzen Trockenheit und Salz

Die drei Blüten stehen vom Astende ab.

©Aurum Africa

Der Marula-Baum blüht… und verspricht so neue Früchte.

Der Marula-Baum kann eine Höhe von bis zu 20 Metern mit einem Stammdurchmesser von 80 Zentimetern erreichen. Der frostempfindliche, jedoch trockenheits- und salzresistente Baum ist überwiegend im Süden Afrikas heimisch. Er gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) wie der Mangobaum oder auch die Pistazie und die Cashewnuss. „In Afrika wächst der Marula-Baum ausschließlich wild und absolut unbehandelt“, klärt Udo Reinhardt auf, Gründer von Aurum Africa. „Ich beziehe mein Öl von Marula-Bäumen im Norden Namibias, die vollkommen unbelastet sind. Das Öl wird kaltgepresst. Auf Lösungs- und Konservierungsmittel wird komplett verzichtet.“ Inzwischen erhält er ein bis zwei Tonnen pro Jahr. Tendenz steigend.

Der weibliche Marula-Baum bringt selbst nach geringem Regenfall eine beachtliche Menge goldgelber Früchte von rund vier Zentimetern Größe hervor: Ein einziger Baum kann zwischen einer und zwei Tonnen Früchte tragen. Die Früchte haben in unreifem Zustand eine olivgrüne Farbe. Die reife unbehaarte rundlich-pflaumenähnliche Steinfrucht ist gelb und reich an Vitamin C, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Naturkosmetik-Zertifizierung trifft auf uralte Traditionen

Trotz aller Ursprünglichkeit hat Aurum Africa seine Produkte vor Ort einer Qualitätsprüfung durch Ecocert unterziehen lassen und darf seit August 2017 mit „bio-zertifiziert im Ursprungsland“ werben. „Es klingt widersinnig und ist es vermutlich auch“, so Udo Reinhardt, „auf dem Naturkosmetikmarkt sind Zertifikate erforderlich. Doch Afrika kennt kein Bio, weil sie so ursprünglich produzieren wie schon vor Ewigkeiten. Trotzdem haben wir entschieden, das Öl in Afrika nach Ecocert zertifizieren zu lassen und in Deutschland läuft die Zertifizierung nach Ecocert ebenfalls.“ In Kürze wird das Öl auch in Deutschland mit dieser Kennzeichnung erhältlich sein.

Mehr als nur Öl-Lieferanten: Die Dorfgemeinschaft nutzt alle Frucht-Bestandteile

Zwischen einigen Bäumen sind runde Hütten zu sehen.

©Aurum Africa

Hier leben die Frauen des Kollektivs mit ihren Familien in einer Dorfgemeinschaft.

Die Marula-Bäume im Norden Namibias sind im Besitz der dörflichen Gemeinschaften, die in ihrer Nähe wohnen. Es sind mittlerweile etwa 400 Frauen aus diesen Gemeinschaften, die in Kollektiven zusammenarbeiten und die Ernte übernehmen. In Eigenregie, ganz ohne Unterstützung ihrer Männer. Sie sammeln die vollreifen Früchte vom Boden und befreien sie vom Fruchtfleisch. Verschwendet wird nichts. Aus dem Fruchtfleisch werden Säfte, Marmeladen, „Bier” und Hochprozentiges gewonnen.

mit einem runden Stein schlägt die Frau die Nuss auf

©Aurum Africa

Die Frau schlägt eine der Marula-Nüsse auf.

Zur Vorbereitung der Öl-Gewinnung werden die Marula-Nüsse gewaschen und in der Sonne getrocknet. Ist der Prozess abgeschlossen, brechen die Frauen die getrockneten nur dann auf, wenn ein unmittelbarer Bedarf besteht. Das Aufbrechen der harten Schale und das Extrahieren der 2-3 ölhaltigen Nusskerne geschieht in Handarbeit ohne maschinelle Hilfe. Die Frauen beherrschen ihr Handwerk perfekt und kennen die Bäume sehr gut. So haben sie gelernt, nur die besten Früchte und Nüsse mit hochwertiger Qualität zu ernten und weiterzuverarbeiten.

So kam Aurum Africa zum Marula-Öl

Als Udo Reinhardt das Marula-Öl auf einer Afrikareise mit seiner Frau in einem kleinen Hotel in Swaziland entdeckte, waren sie von der Wirkung des Öls vollkommen überzeugt. Wenige Monate später machte er den Versuch, das Öl nachzubestellen, doch es war in weder in Afrika noch in Europa zu beziehen. „Das konnte ich gar nicht glauben“, schildert der ehemalige EDV-Vertriebsangestellte, der mit Marula-Öl einen Quereinstieg in die Kosmetikbranchen wagte, die Anfänge von Aurum Africa. „Ich war so begeistert vom Marula-Öl, dass ich beschloss, das Öl nach Deutschland zu importieren. Deshalb bin ich nach Swaziland geflogen und habe in einem kleinen Dorf mit den Bewohnern eine Art Vertrag gemacht und bekam regelmäßig mein reines Marula-Öl.“

Fluch und Segen der wachsenden Beliebtheit des Marula-Öls

Vier Freunde stehen zusammen auf einer Terrasse

©Aurum Africa

Udo Reinhardt von Aurum Africa mit Freunden in Namibia

Doch die Freude über die Marula-Öl-Bezugsquelle dauerte nicht lange an. Denn inzwischen hatte die Kosmetik-Industrie von der Wirkung des Öls erfahren und ein amerikanischer Konzern kaufte die bestehende Produktionsstätte in Swaziland auf. Bestehende Verträge und Absprachen waren damit aufgelöst. Die Quelle von Aurum Africa versiegte von heute auf morgen. Doch Udo Reinhardt ließ sich nicht so schnell entmutigen und suchte neue Wege.

Durch die langjährige Zusammenarbeit kennt er sich sehr gut in den Gebieten des Marula-Baumes aus und wurde letztendlich in Namibia fündig. „Die dortige Produktionsstätte verfügte lediglich über zwei Ölpressen und war deshalb für den amerikanischen Konzern nicht von ökonomischem Interesse.“, berichtet er freudig. Für den Unternehmer ist Afrika inzwischen eine zweite Heimat geworden, er kennt die Gewohnheiten und Gebräuche der Gemeinschaften, die für „sein“ Öl sorgen. Umso wichtiger ist es ihm, diese Strukturen zu unterstützen – durch fairen Handel.

Der ältere Mann blickt mit einer traditionell geschmückten Frau in die Kamera.

©Aurum Africa

A. Leandro Stanzani von Aurum Africa mit einer Frau vom namibischen Volk der Himba

Das gilt auch für seinen Mitstreiter A. Leandro Stanzani, der als italienischer Distributor um ein Haar alles durch die Übernahme sämtlicher Verträge durch die Industrie verloren hätte. Gemeinsam arbeiteten sie mit der namibischen Kooperative einen Vertrag aus, der beide Seiten aneinander bindet. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist den Machern von Aurum Africa nach den Erfahrungen mit dem Großkonzern sehr wichtig, denn schließlich hängt auch ihre Existenz davon ab.

Die Frauen-Kollektive in Namibia profitieren von der Zusammenarbeit mit Aurum Africa

„Wir bieten den Frauen eine faire Bezahlung, die möglich ist, weil es keine Zwischenhändler gibt“, so Udo Reinhardt. „Alle Mitarbeiterinnen werden direkt und individuell bezahlt.“ Mithilfe eines sehr einfachen Systems lässt sich die Leistung jeder einzelnen Frau nachvollziehen. Mit ihrem Verdienst ernähren die Frauen ihre Familien und können ihre Kinder zur Schule schicken. Die Preise für die Nusskerne werden jährlich innerhalb der Arbeitsgemeinschaften verhandelt. Dafür stellt jede Arbeitsgruppe einen Repräsentanten, der sich sowohl um die Verträge als auch um die Kommunikation kümmert. „Deshalb sind sie [die Frauen] immer wieder vor Ort und verfolgen die Herstellung mit großem Interesse“, berichtet der Unternehmer.

Nachverfolgung durch den gesamten Produktions- und Lieferprozess  

„Wichtig ist, dass sich der Weg des Öls von der Presse bis zum Transport im Container verfolgen lässt“, so Udo Reinhardt. „Das Öl bekommt eine eigene Chargennummer, mit der jeder Produktionsschritt zurückverfolgt werden kann.“ Bis zum Transport nach Italien wird es in einem dunklen, temperierten Raum gelagert. In Italien wird das Öl unter qualifizierten und zertifizierten Bedingungen abgefüllt und gelabelt. Das Öl und der gesamte Produktionsprozess erfüllen sämtliche Qualitätsstandards der sehr strengen EU-Richtlinien zur Kosmetikherstellung.

Neuanfang hat sich gelohnt – für die Frauen-Kollektive und Aurum Africa

©Aurum Africa

Nicht nur die Frauen des Marula-Öl-Kollektivs profitieren vom Engagement von Aurum Africa: Auch diese Frau auf einem Baumwollfeld in Swaziland wird unterstützt.

Udo Reinhardt ist froh darüber, dass er nicht aufgegeben hat, als alles aussichtslos erschien. Die Kraft und den Mut zu einem Neuanfang hat er auch von seinen afrikanischen Freunden bekommen, die sehr viel weniger besitzen und trotzdem nicht verzweifeln. Besonderen Zuspruch erhielt er von den Frauen in Swaziland, die er finanziell bei der Anlage eines Baumwollfeldes unterstützte.

„Inzwischen bieten wir nicht nur das Haut- und Gesichtsöl an, sondern eine komplette Hautpflegeserie“, berichtet Udo Reinhardt stolz. „Über die tolle Resonanz der Kundinnen freuen wir uns sehr. Dafür hat sich der Kampf um die begehrte Nuss gelohnt.“

 

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Bildquellen

  • bluete-am-marula-baum: ©Aurum Africa
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  • frau-auf-von-aurum-africa-gefoerdertem-baumwollfeld-swaziland: ©Aurum Africa
  • marula-titel: ©Aurum Africa

Eva praktiziert „grünen“ Journalismus aus Überzeugung. Als Mitarbeiterin im Einkauf für Waschbär ist sie ständig damit beschäftigt, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Richtig wohl fühlt sie sich in der freien Natur. Dort lässt sie sich am liebsten vom Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisen Meeresfarben inspirieren.

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