Gemeinsam auf dem Weg für eine bessere Welt

Kunst als gemeinschaftliche Achtsamkeitsübung

Vor dem Bild albern vier Teilnehmer der Aktion mit Pinsel ud Rolle herum

Kunst ist nicht nur das Betrachten von Bildern, sondern auch kreatives Gestalten: nicht nur Hirn, auch Herz, nicht nur Pinsel und Farbe, sondern auch kleistern und matschen. Und genau in dieser Sinneserfahrung liegt der Schlüssel, um durch Kunst Achtsamkeit zu erfahren. Ich finde: Es geht in erster Linie darum, Dingen der Welt fragend und mit Interesse zu begegnen, um sich die Freude am Zweckfreien zu bewahren.“ Diese Haltung brachte mich auf die Idee, eine gemeinschaftliche Achtsamkeitsübung bei meinem Arbeitsplatz Waschbär zu initiieren. Als Grafikdesignerin, Kunsttherapeutin und freischaffender Malerin war auch sofort klar, dass die Aktion einen künstlerischen Schwerpunkt haben würde. Es sollte darum gehen, den frisch renovierten Gemeinschaftsraum bei Waschbär mit einem großen Bild zu beleben. Doch warum überhaupt ein Bild zusammen gestalten? Achtsamkeit ist doch etwas, was jeder eher mit sich selbst erlebt. Oder?

Achtsamkeit gemeinsam erleben – bei einer gemeinsamen Mal-Aktion

Die rothaarige Frau trägt gelbe Farbe mit einer Rolle auf eine weiße Leinwand auf. ©Heike Gohres

Der Startschuss für die Bildgestaltung ist gefallen und die erste Schicht wird aufgetragen.

Ein Bild „demokratisch“ zu malen, war eine völlig neue Erfahrung für mich – und die Kollegen. Eigentlich unvorstellbar, aber es hat tatsächlich geklappt, in völliger Harmonie. Ganz ungezwungen, Schritt für Schritt. Es war sehr interessant mitzuerleben, wie sich das Bild verändert. Immer wieder änderte sich die Perspektive jedes Einzelnen bei der Betrachtung. Ungewohntes ausprobieren, bringt Abwechslung und schenkt Inspiration, Mut, Freude und Motivation. Zusammengenommen schärft das das Bewusstsein für Achtsamkeit.

Gearbeitet wurde mit unterschiedlichen Materialien auf großflächigen, aber auch kleineren Formaten. Am Anfang standen weiße Flächen und viele Materialien. Erst waren die Gedanken noch in der Schwebe, doch dann sprudelten Ideen. Und Pinsel, Spachtel, Rolle, Farben kamen zum Einsatz. Die Wahl traf jeder selbst. Entstanden sind am Ende ein großes und mehrere kleinere Bilder. Im Vordergrund standen allerdings nicht die fertigen Werke, sondern der Prozess und das gemeinsame Tun. Das Ergebnis blieb zunächst offen, es sollte spielerisch reflektiert werden. Es entstand eine heitere, humorvolle Atmosphäre. Für ein paar Stunden den Arbeitsalltag, der aus Planung, Konzept, Organisation, Ziel und Leistung besteht, hinter sich lassen und offen sein für Überraschungen. Das stellte sich als eine spannende Achtsamkeitsübung heraus.

Das moderne Bild steht auf einer Ablage vor Barhockern und zwischen zwei Lampen. ©Heike Gohres

Das gemeinsam geschaffene Bild verschönert nun den Gemeinschaftsraum bei Waschbär.

Alle Sinne – besonders aber die Wahrnehmung – wurden bei der Aktion angesprochen. Der Prozess fördert auf ganzheitliche, kreative Weise, die Entwicklung von Gedanken und Betrachtungsweisen.

Achtsamkeitstraining als Impuls oder mit dauerhafter Wirkung?

Ob der Umgang mit elementaren Materialien im Rahmen einen Ausgleich zur Bildschirmwelt schafft und auf Dauer soziale Anteilnahme und Urteilskompetenz steigern kann, bleibt eine offene Frage. Dennoch motiviert die Hoffnung, mit solchen Aktivitäten das Verhältnis zur Wirklichkeit um ein sinn-und empfindungsreiches Denken zu erweitern. So formuliert es Petra Kathe in ihrem Werk „Sinn und Eigensinn des Materials“ (Band 2) und fasst damit eine Erwartung der Teilnehmer der Mal-Aktion zusammen. Das Eintauchen in die eigene Kreativität ist wie eine Auszeit vom Alltag, die erholsam ist, aber auch Spaß machen soll, denn das Vergnügen darf dabei nicht zu kurz kommen.

Teambuilding mit Achtsamkeitsaspekt: kreative Aktionen

Drei Farbkleckse sind auf einer Palette zum Malen vorbereitet worden. ©Heike Gohres

Gestaltung setzt kreatives Potential frei.

Angebote von Mal-, Gestaltungskursen, Kunstaktionen und Performances zum Thema Umwelt, Teambildung und Ähnlichem lassen neue Gedanken und Lösungen für verschiedenste Fragen zu. Deshalb sind Projekte wie dieses, neben vielen anderen kreativen Impulsen für ein achtsames Leben so wichtig!

Sollten Sie Interesse an einer Veranstaltung in Ihrer Firma haben, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Unter dem Namen – Kunstsinn – biete ich mit zwei weiteren Künstlern, Anna Katharina Rintelen (freischaffende Künstlerin) und Adrian Müller (Kulturvermittler FHNW PH & Supervisor/Coach), individuelle, maßgeschneiderte Angebote in Gestaltung für Gruppen bis zu 60 Personen an. Informationen dazu erhalten Sie auf www.farbenraum.de oder über info@farbenraum.de

Sie möchten mehr über mich erfahren? Neben meiner eigenen Arbeit arbeite ich mit dem künstlerischen Fotografen Konrad Lenz zusammen. Einen Eindruck davon können Sie auf folgenden Webseiten erhalten: www.kunstdialog.eu und www.foto-praxis.eu/kunstdialog

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Bildquellen

  • erste-farbschicht: ©Heike Gohres
  • ergebnis der malaktion: ©Heike Gohres
  • farbpalette: ©Heike Gohres
  • gemeinsames-malen: ©Heike Gohres

Wenn Heike Gohres ihren Arbeitsplatz in der Nachhaltigkeits-Abteilung von Waschbär verlässt und mal nicht den Pinsel in der Hand hält, streift Sie gerne mit dem Rucksack durch die Natur, bevorzugt in Skandinavien. Genauso wichtig ist es ihr, die Natur des Menschen – das Charakteristische – zu entdecken. Was daraus entstehen kann, können Sie auch hier im Waschbär-Magazin sehen: Einige der AutorInnen haben sich von Heike porträtieren lassen. Die Werke kreiert sie im Atelier Farbenraum, das sie seit 20 Jahren in Freiburg leitet.

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