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Kinder-Pflegerituale in der Herbstzeit – für Körper und Seele

Der Herbst ist da, die Luft ist kälter und der Wind braust um die Ohren. Es ist gut und wichtig, auch in dieser Jahreszeit hinauszugehen und die Natur und Jahreszeit zu genießen. Gerade jetzt laden noch einige Sonnenscheintage dazu ein, Naturschätze zu sammeln oder gemeinsam die Farben des Herbstes zu betrachten. Ganz nebenbei tun wir uns mit den wenigen Sonnenstrahlen etwas Gutes, indem wir damit unseren Vitamin-D-Bedarf ergänzen. Spaziergänge im kühlen Wetter kurbeln außerdem unser Immunsystem an. Und Kinder brauchen sowieso bei jedem Wetter Bewegung und sollten sich auch im Regen und auf matschigen Untergründen austoben dürfen.

Kinder-Hautpflege im Herbst – das gilt es zu beachten

Fasziniert untersucht das Kind die rotgefärbten Blätter des wilden Weins.

©Susanne Mierau

Auch wenn es im Herbst kalt und windig ist, sollten sich Kinder draußen austoben dürfen. Es gibt schließlich viel zu entdecken.

Mit der kalten Luft und dem Wind, abgewechselt mit der warmen Heizungsluft in den Räumen, treten die Bedürfnisse der Haut in den Vordergrund: Gerade die Haut von Babys und Kindern ist besonders empfindsam, da sie noch dünner ist und die Talgproduktion nicht wie bei uns Erwachsenen funktioniert. Baby- und Kinderhaut trocknet schneller aus. Folgen können Rötungen, Juckreiz und Hautverletzungen sein. Deswegen ist die Hautpflege gerade in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Baby- und Kinderhaut braucht in der Kälte eine rückfettende Pflege: Pflegeprodukte mit hohem Wasseranteil kühlen die Haut aus und können jetzt Hautprobleme verstärken. Pflegeprodukte mit hohem Fettanteil hingegen sind nun geeignet, da sie die Haut vor der Kälte schützen. Gerade die Hautpartien, die der Witterung besonders ausgesetzt sind wie Gesicht und Hände, sollten Sie mit einer fetthaltigen Creme versorgen.

Pflanzenöle sind Mineralölen in der alltäglichen Pflege vorzuziehen. Sinnvoll ist auch ein Bienenwachsanteil, der die Haut geschmeidig macht. Oft eingesetzt wird das Öl der Ringelblume, die die Haut pflegt und Reizungen lindert. Eine solche Wind-und-Wetter-Creme kann mit wenigen Zutaten selbst hergestellt oder fertig erworben werden.

Pflege nach dem Baden und Waschen

Schon im Bademantel kann sich das Kind nicht vom Waschzuber trennen.

©Susanne Mierau

Ja, baden macht Spaß! Für die Haut ist es jedoch besser, wenn das Vergnügen nicht zu lange dauert.

Beim Baden sollte auf den besonderen Bedarf der Haut geachtet werden: Das heißt vor allem, nicht zu lange im Wasser bleiben, auch wenn es den Kindern gerade so viel Spaß macht. Generell sollten Bäder in der kalten Jahreszeit nicht zu oft durchgeführt werden, da sie die Haut sehr beanspruchen. Einmal in der Woche ist völlig ausreichend. An anderen Tagen reicht das Waschen mit Waschlappen vollkommen aus. Der Zusatz von Öl ins Badewasser kann durchaus sinnvoll sein. Besonders wohltuend ist es, die Haut nach dem Bad mit Öl wie Mandelöl einzureiben. Eine Massage nach dem wöchentlichen Bad ist nicht nur eine gutes Pflegeritual, sondern gleichzeitig ein Seelenstreichler in dieser Zeit.

Ein kleines Schälchen mit Öl kann im Bad am Handwaschbecken stehen, sodass sich das Kind nach dem Händewaschen mit dem Finger ein paar Tropfen Öl auf die Hände geben kann, um sie selbst zu pflegen. Wer mag, kann ein ätherisches Öl als Duftkomponente beigeben.

Wärmende Fußbäder als „Nach-Hause-kommen-Ritual“

Auch wenn das Baden gerade im Winter nicht übertrieben werden sollte, sind Fußbäder nun eine wunderbare Möglichkeit, um nach einem langen Spaziergang zu Hause anzukommen und sich aufzuwärmen. Wer die Möglichkeit hat, kann direkt im Eingangsbereich der Wohnung dafür eine Sitzgelegenheit schaffen, sodass es für die Kinder zu einem Ritual wird, nach dem Ankommen gleich die Füße im Fußbad aufzuwärmen. Hierfür reicht ein kleiner Eimer oder eine Schüssel, in die warmes Wasser gefüllt wird. Bei Bedarf kann eine Zugabe von Heilpflanzenauszügen oder einem Duftöl angebracht sein, beispielsweise beruhigender Lavendel. Nach dem Fußbad werden die Füße mit einem Handtuch getrocknet und warme Socken angezogen.

Seelenstreichler für gute Laune

Das Kind entdeckt mit seinem Tastsinn die Innenseite einer Auster.

©Susanne Mierau

Im Sommer am Strand gesammelt kann die Muschel im Herbst die Erinnerungen an die Urlaubsmomente fördern.

Nicht nur uns Erwachsenen fällt die Umstellung vom Sommer auf den Herbst manchmal schwer. Unseren Kindern kann es ebenso gehen und sie reagieren mit schlechter Laune. Pflege im Herbst und Winter bedeutet nicht nur, unsere Körper zu pflegen, sondern auch unsere Seele. Für Kinder sind Pflegerituale eine schöne Möglichkeit, eine Struktur in die neue Jahreszeit und die dunkleren Monate zu bekommen. Wichtig ist jetzt, dass wir das Wohlbefinden aller Familienmitglieder im Auge behalten und beispielsweise durch Körperkontakt und liebevolle Zuwendung das Gefühlsleben pflegen und ausgleichen. Zusammen die Mitbringsel aus der Natur unter die Lupe zu nehmen oder im Sommer gesammeltes vom Strand noch mal neu zu entdecken, kann auch ein Pflegeritual sein. So werden die schönen Momente aus der warmen Jahreszeit noch mal bewusst erlebt.

Sind Kinder langfristig unausgeglichen und übellaunig, kann die Vitamin-D-Versorgung in den Blick genommen werden. Ist sie zu gering kann sich das in Müdigkeit, Verstimmung und häufigen Infekten äußern. Bei einem solchen Verdacht lohnt sich der Gang zum Kinderarzt.

 

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Bildquellen

  • bunte-blaetter-spaziergang: ©Susanne Mierau
  • baby-mit-warmem-wasser: ©Susanne Mierau
  • sinneserfahrung-tasten: ©Susanne Mierau
  • warmes-fussbad: ©Susanne Mierau

Susanne ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Heilpraktikerin. Seit 2012 schreibt sie über bindungsorientierte Elternschaft und das Leben mit ihren 3 Kindern auf geborgen-wachsen.de. Sie ist Autorin des gleichnamigen Buches "Geborgen wachsen".

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