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Vom Hinterhof zum Gartenparadies: Inspiration für die Gartenplanung

Rechts sieht man einen trostlosen Hinterhof mit braunen Mauern, links eine blühende Oase.

Den Blick aus meinem Fenster fand ich eher deprimierend: Ein kahler Hof, mit Mauern, die in eher zweifelhaften Brauntönen gestrichen waren. Es gab keinen Farbtupfer, kein Leben – nicht mal einen trotzigen Löwenzahn. Dieses traurige Bild gehört heute zum Glück der Vergangenheit an. Nach und nach und mit viel Einsatz ist aus dem Hinterhof ein wunderschönes Gartenparadies geworden, mit Kräutergarten, duftenden Blumen und einem Brunnen. Da mich der Anblick immer wieder glücklich macht, möchte ich die Entstehungsgeschichte meines kleinen Erfolgs hier mit Ihnen teilen. Vielleicht verwandeln Sie ja auch bald einen Hof in einen Garten…?

Am Anfang der Gartenparadies-Planung heißt es: Beobachten

Als allererstes heißt es: Beobachten. Wann scheint die Sonne wohin? Wo bleibt es im Verlauf des Tages und des Jahres schattig? Das ist nicht nur wichtig für die spätere Auswahl der Pflanzen. Auch der Platz der Sitzgelegenheiten sollte gut geplant werden: Mag man gerne volle Sonne, Halb- oder Ganzschatten?

Beobachten ist sowieso immer gut. Dadurch merkt man schnell, was möchte man noch ändern. Was hat vielleicht in der Vorstellung gut gepasst, in der Umsetzung aber dann nicht mehr. Bei mir waren meine Hunde ein großes Korrektiv. Durch sie habe ich vieles von der ursprünglichen Planung wieder geändert.

Es geht los: Der Boden muss bereitet werden

©Bianca Z.

Noch ist der Boden gepflastert, erste Formen sind aber schon erkennbar.

Zuerst habe ich die Mauern verputzt und weiß gestrichen. Das allein hat die Optik des Hofs schon stark verändert. Sofort war es heller. Dann mussten die Pflastersteine weichen. Ein echter Kraftakt, der sich aber lohnt. Ein Tipp vorab: Wenn Sie rechteckige Pflastersteine haben, können Sie daraus Beet-Begrenzungen bauen. Unter den Steinen ist meistens eine Lage feiner Kies oder Sand, weiter unten kamen beim Graben dann große Steine hervor. Auch diese können wunderbar in die Gestaltung eingebaut werden. So habe ich sie als Wegbegrenzung genutzt, beim Brunnenbau und als Dränage unten in große Pflanz-Kübel gelegt. So kann das Wasser aus den Kübeln abfließen und es kommt auch bei starkem Regen nicht zu einem Wasserstau.

Ich hatte das Glück, dass meine Nachbarin zu dieser Zeit ihren Gartenteich ausgehoben hat. So habe ich für einen Teil meines Gartenparadieses echten Mutterboden bekommen. Den Rest musste ich mit gekaufter Blumenerde auffüllen. Um diese zu verbessern und die Vermehrung von Mikroben anzuregen, arbeite ich regelmäßig im Frühjahr Bodenaktivator ein.

Tipp für Hundehalter: Hunde lieben Dünger. Dieser sollte daher im Frühjahr sehr gut in den Boden eingearbeitet werden. In den ersten Tagen danach empfehle ich außerdem, die Vierbeiner nicht unbeaufsichtigt in den Garten zu lassen.

Wo soll was hin? Die räumliche Planung

Der zuvor festeglegt ebereich ist nun mit Beeten, Blumen und Kies gestaltet. ©Bianca Z.

Der erste Teil des Paradiesgartens ist fertig…

Zur Planung kann man eine Zeichnung machen, ich aber bin eher der Praktiker. Deshalb habe ich mir mit kleinen Steinchen Begrenzungen gelegt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Hof wirkt. Die kleinen Steinchen spielen bei mir bis heute eine wichtige Rolle: Nachdem meine Hunde die Beete immer wieder umgegraben und Pflanzen ausgebuddelt haben, waren sie ein echter Problemlöser. Ich habe die Beete mit Marmorsteinchen bedeckt – das schützt den Garten weitgehend vor grabenden Hunden.

©Bianca Z.

Noch ist nur der hintere Bogen bewachsen…

Wenig Platz – wie in meinem Hof – macht erfinderisch! Das heißt bei mir: Der Kräutergarten wächst in Balkonkästen, statt in einer Kräuterspirale. Das sieht auch schön aus, riecht gut und die Kräuter lassen sich gut ernten. Ich probiere da gerne aus und so haben schon Gartenbasilikum, Thymian, Elfensporn (Nemisis) Pfefferminze, Currykraut, Rosmarin und Kapuzinerkresse ihren Platz gefunden.

Ein weiteres Motto ist: Hoch statt breit in kleinen Gärten: Deshalb habe ich angefangen mit Rosenbögen zu arbeiten. Ich liebe Rosen und konnte in den letzten Jahren feststellen, dass sie gar nicht so schwer zu pflegen sind, wie ich zunächst dachte. Wie bei vielen Pflanzen kommt es auch bei ihnen auf die Sorte an. Und auf den Schnitt: Ein regelmäßiger Schnitt lässt gerade Kletterrosen und Rambler prächtig blühen.

Mit den Pflanzen zieht Farbe und Leben ins Gartenparadies

Ich habe in meinem Garten sowohl Schatten als auch sonnige Flächen. Schöne Schattenpflanzen sind beispielsweise Funkien, Hortensien, kaukasisches Vergissmeinnicht. Bei den Nutzpflanzen zählen Rucola und die Andenbeere (Physalis) dazu. Ein Tipp für den Fall, dass Sie unsicher sind: Je größer die Blätter der Pflanze sind, umso sonnenempfindlicher ist sie. Je kleiner die Blätter, desto mehr Sonne verträgt das Gewächs.

Ich wollte unbedingt einen Baum in meinem Garten. Meine Wahl ist auf einen Pfirsichbaum gefallen. Der wird nicht allzu groß und kann gut im Zaum gehalten werden. Außerdem kann ich noch leckere Pfirsiche ernten. Ergänzt wird der Baum durch eine Mini-Sauerkirsche, die schon prima Früchte trägt. Grundsätzlich habe ich versucht, eine Mischung aus Nutzpflanzen und Blumen zusammenzustellen.

Brunnen bauen ist nicht schwer

Durch einen Rosenbogen fotografiert, blick tman auf dein steinernen Brunnen ©Bianca Z.

Der individuelle DIY-Brunnen

Ich finde: Wasser gehört in jeden Garten. Wer keinen Teich bauen will oder schlicht keinen Platz dafür hat, kann sich anderweitig behelfen. Bei mir stand am Anfang nur die alte, umfunktionierte Kindermuschel meiner Tochter als Teich im Hof. Dann habe ich sie mir Teichfolie ausgelegt und aus den Pflastersteinen des Hofs einen Unterbau gelegt. Die folierte Kindermuschel ist gewissermaßen unter Pflastersteinen, Sandsteinen und Wasserpflanzen verschwunden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe den Brunnen hinten hoch gebaut, damit das Wasser schön plätschern kann. Eine Pumpe rein – und fertig ist der DIY-Brunnen.

Ohne viel Aufwand lässt sich auch ein Wasserspiel bauen. Dafür brauchen Sie zum Beispiel nur alte Teller und Deko-Kugeln. In diese werden Löcher für einen Schlauch gebohrt. Nun stapeln Sie die Teller und Kugeln den Schlauch entlang übereinander und fixieren sie dabei mit einer Heißklebepistole oder ähnlichem Klebematerial. Mit einer einfach installierten Solarpumpe plätschert das hübsche Wasserspiel beruhigend im Sonnenschein.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Die Scherben von Blumentöpfen lassen sich prima als „Namensschilder“ für die Pflanzen benutzen. Einfach mit wasserfestem Stift beschriften und zum Beispiel bei Kräutern ins Beet stecken.

Der Betrachter blickt in blühende grüne Beete. ©Bianca Z.

Im Sommer entfaltet der Garten mit seinen gewachsenen Pflanzen seine paradiesische Wirkung.

Haben Sie Tipps für die Gartengestaltung oder haben Sie einen Trick für kleine Gärten? Ich freue mich über Ihre Kommentare und wer weiß, vielleicht baue ich Ihre Anregungen als nächstes in mein Gartenparadies ein.

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Bildquellen

  • grobe-planung: ©Bianca Z.
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Bianca verantwortet bei Waschbär den Einkaufsbereich Hartwaren. Zu Hause kümmert sie sich trickreich darum, dass ihre Hunde – drei spanische Podengos – nicht ihr kleines Gartenparadies umgraben. Wann immer möglich folgen sie und ihre Familie der Philosophie, mit und in der Natur zu leben. Kehrt sie von ihren langen Ausflügen nach Hause zurück, lässt sie ihrer Kreativität beim Malen, Specksteinbearbeiten oder Handwerken freien Lauf. Die Ideen gehen ihr dabei nie aus: So entsteht zurzeit in ihrer Garage ein Sideboard aus alten Paletten.

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