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Do it yourself: Igelhaus bauen mit Kindern

Das mit roter Wellpappe bedeckte Holzhäuschen stehe vor einem Holzzaun

Was schmatzt denn da, wer tapst denn da? Vielleicht haben Sie bei sich im Garten, in der Dunkelheit, auch schon solch seltsame Geräusche bemerkt? Schnaufende, schmatzende und schnarchende Laute? – Das klingt nach einem Igel. Wer den nachtaktiven Schneckenfresser bei sich im Garten begrüßen darf, kann sich glücklich schätzen. Leider verliert der Igel immer mehr an natürlichen Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten. Ein Igelhaus bauen kann da eine wichtige Hilfe sein,

Ein „aufgeräumter“ Garten ist überhaupt unattraktiv für den Igel. Er fühlt sich in wilden Naturgärten am wohlsten. Dort gibt es Unterschlupf unter Büschen, Reisighaufen und Laubhaufen, es gibt Insekten, Schnecken und Käferlarven. In einem naturnahen Garten wird nicht mit Chemie gedüngt oder gespritzt. Ein wahres Paradies, nicht nur für die Igel. Alle profitieren von einem Garten ohne Chemie, letzten Endes auch wir und vor allem unsere kleinen Naturforscher.

Unser Sohn ist ein echter Tierliebhaber, will alles über sie wissen und rettet zu jeder Zeit Regenwürmer und Insekten. Auch den Tieren, die wir vielleicht nicht jeden Tag sehen, wollen wir helfen. Leider bekommen wir ausgerechnet den Igel nicht wirklich zu Gesicht, da er nachtaktiv ist und wir ihn natürlich auch nicht stören wollen. Zur Anschauung und Beantwortung der vielen Kinderfragen nutzen wir Sachbücher und Bilderbücher. Dort lernen wir auch, was wir für den Igel in Sachen Behausung tun können.

Nicht nur im Winter braucht der Igel eine „Wohnung“

Wir gehen mit unserem Sohn durch unseren Garten und erklären ihm, wo sich der Igel vielleicht gerade versteckt. Im Sommer genügt ihm ein relativ spärlich ausgestatteter Schlafplatz. Bevor die Igelmutter aber ihre Babys zur Welt bringt, baut sie sich ein dichteres Nest um ihre Jungen vor Kälte und Fressfeinden zu schützen. Die Wurfhöhle wird meist sehr gut versteckt gebaut und sollte unbedingt in Ruhe gelassen werden, falls sie entdeckt wird. Die Winterbehausung ist ebenso versteckt vor Fressfeinden und wird mit Stroh und Blättern isoliert. Nur zu warm sollte er es nicht haben, damit er nicht zu früh aus dem Winterschlaf erwacht.

Ein Igel vor einem Unterschlupf aus Rinde und einem Blumentopf. © Constanze L.

Hier kann ein natürlicher Igelunterschlupf entstehen. Geschützt zwischen Zaun und Blumentopf bietet die gebogene Runde gute Voraussetzung, zum Winterquartiert ausgebaut zu werden.

Natürliche Rückzugorte schaffen

Je nach Witterung ziehen sich Igel ab Oktober in ihr Winterquartier zurück. Nicht nur die oben erwähnten Laub- und Reisighaufen werden von Igeln bewohnt, sondern auch Stein- und Holzaufschüttungen. Schräg, mit einer Öffnung, auf den Kopf gestellte Obstkisten und Blumentöpfe, Hecken oder alte Baumwurzeln und sogar Komposthaufen dienen ihnen als Unterschlupf. Sehen Sie es also nicht zu eng mit dem aufgeräumten Garten. Beim Frühjahrsputz im Garten ist dann Vorsicht geboten, damit man niemanden zu früh aus den „Federn“ holt.

Ein Igelhaus bauen: Die DIY-Anleitung

Um jungen und schwachen Igeln zu helfen, ergänzen wir unseren Naturgarten, indem wir ein Igelhaus bauen. Es gibt zwar auch tolle Unterschlupfmöglichkeiten zu kaufen, selbst bauen macht aber auch unserem Sohn viel mehr Spaß.

Hier können Sie die Anleitung zum Igelhaus bauen als PDF herunterladen.

Das brauchen Sie

  • 4 Seitenbretter: 30 x 30 cm, 2 cm stark
  • 1 Dachbrett: 40 x 40 cm, 2 cm stark
  • Winkel oder Kanthölzer
  • Schrauben
  • Dachpappe
  • Akkubohrer
  • Schleifpapier
  • Stichsäge
  • Naturnahe Deko-Elemente wie ein beschriftetes Schild

Und so geht’s

  1. Alle Teile zurecht sägen oder noch einfacher, im Baumarkt sägen lassen.
  2. Seitenbretter (30 x 30 cm) aneinanderschrauben. Ich empfehle, die Löcher mit einem Holzbohrer vorzubohren, damit es nicht zu Spannungsrissen kommt.
  3. Schrauben Sie Winkel als Stabilisatoren in die Ecken. (Bild 1) Alternativ können Sie die Seitenbretter mittels Kanthölzern verbinden, dann benötigen Sie keine Winkel.
  4. Zeichen Sie nun den Eingang auf. Er sollte mindestens 10 x 10 cm groß sein. Bohren Sie in die Türecken zum besseren Aussägen Löcher. (Bild 2) Sägen Sie nun den Eingang aus. Das geht sehr gut mit einer Stichsäge. (Bild 3)
  5. Schleifen Sie die Kanten insbesondere beim Eingang mit Schleifpapier ab. Hier können Kinder gut helfen. (Bild 4)
  6. Das Dachbrett auflegen und anschrauben. Um das Igelhaus vor Feuchtigkeit zu schützen, befestigen wir ein kleines Stück Dachpappe. Das Holz kann ebenso mit einer ökologischen Wetterschutzlasur behandelt werden.
  7. Bringen Sie wenn gewünscht Deko an oder bemalen Sie das Haus mit ökologischen Farben. Hübsch sind zum Beispiel Rinden oder ein „Namensschild“.
Igelhaus bauen: Die vier Bilder zeigen die zusammengebauten Sietenteile, den aufgezeichneten Eingang, das aussägen und schleifen desselben.

Ein Igelhaus bauen ist nicht schwer. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick entsteht ein hübscher Unterschlupf.

Varianten beim Igelhaus bauen

  • Um den Igel noch besser vor Fressfeinden zu schützen, können Sie eine kleine Trennwand in das Igelhaus bauen.
  • Auch eine Schwingtür können Sie am Eingang anbringen. Ratten zum Beispiel werden sich so nicht in das Häuschen trauen.
  • Das Dach kann abfallend sein, so läuft Regenwasser noch besser ab. Dazu müssen die Seitenteile entsprechend zu gesägt werden.

Als ob es unser Igel gerochen hätte … Kaum waren wir mit dem Bau des Hauses fertig, zeigte er sich am frühen Abend. Unser Sohn war völlig begeistert, denn wir konnten ihn ganz vorsichtig beobachten.

Zwischen zwei Holzzaunlatten hindurch sieht ma den Igel. © Constanze L.

Ob er in das neue Igelhaus einziehen wird?

Wo sollte das Igelhaus aufgestellt werden?

Das Igelhaus kommt nun an einen ruhigen Ort im Garten. Es sollte wettergeschützt stehen. Ein trockener Untergrund aus einem Gemisch aus Sand und Kies sind ideal. Stroh und Laub dürfen in das Haus als Isoliermaterial. Und schon ist der Unterschlupf fertig!

Müssen wir Igel füttern? Oder besser nicht?

In der Natur geht der Igel in den Winterschlaf, wenn die Natur nichts mehr zu essen für ihn hat und die Nahrung knapp wird. Der natürliche Rhythmus kann gestört werden, wenn man zufüttert. Falsche Ernährung kann dem Igel außerdem schaden. Igel vertragen zum Beispiel keine Milch und können starken Durchfall davon bekommen. Auch können sich viele Krankheiten durch Futterstellen übertragen, wenn sie von verschiedenen Igeln genutzt oder nicht richtig gereinigt werden.

Füttern sollten Sie den stacheligen Gesellen also nur, wenn er wirklich Hilfe benötigt. Wenn Sie im Oktober/November Igel sehen, die tagsüber nach Futter suchen, eingefallene Augen haben oder sehr dünn aussehen, dürfen Sie zum Beispiel mit Katzenfutter zufüttern. Ebenso sollten Sie eingreifen, wenn Sie verletzte Igel finden oder welche die sich an einer gefährlichen Stelle (Straße, Schacht) befinden. Es gibt in Deutschland Igelberatungsstellen, wo kranke und verletzte Tiere aufgenommen und fachmännisch versorgt werden.

Ein paar Tipps rund um das Igelleben im Garten

  • Regelmäßig frisches Trinkwasser aufstellen. Diese Aufgabe übernehmen Kinder mit Leidenschaft.
  • Verzichten Sie auf engmaschige Zäune, damit sich Igel frei bewegen können und sich nicht darin verfangen.
  • Überprüfen Sie vor dem Umschichten von Kompost, Laub- und Reisighaufen, dass sich kein Igelnest darin befindet.
  • Lassen Sie Vogelschutznetze nicht bis zum Boden hängen oder verzichten Sie am besten ganz darauf.
  • Mähen Sie nur einen Teil des Gartens und lassen Sie wilden Lebensraum für Igel, Bienen und Co stehen.

Auch wenn wir den Igel im Garten gar nicht viel zu Gesicht bekommen; Es ist erstaunlich mit welchem Interesse und großer Hingabe unser Sohn beim Igelhaus bauen mitgemacht hat. Er achtet darauf keine Steine in die Igelecken zu werfen und kümmert sich sorgsam um die Reinigung und das Nachfüllen der Wasserstelle. Der achtsame Umgang mit unseren stacheligen Freunden bereichert unser Leben in unserem naturnahen Garten sehr.

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Bildquellen

  • natuerlicher-igel-unterschlupf: © Constanze L.
  • igel-beobachten: © Constanze L.
  • igelhaus-bauen: © Constanze L.

Constanze lebt inzwischen schon seit 15 Jahren in der Waschbär-Welt und ist zurzeit im Einkauf mit der Mission „Grüner Daumen“ befasst. Im eigenen kleinen Garten beweist sie bei jeder Gelegenheit den Mut zum Ausprobieren und geht mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund der immer neuen Frage nach, wo was herkommt. Ist eine Antwort gefunden, genießt die kleine Familie die Schönheit der Natur oder sorgt für die Unterhaltung ihrer zwei Katzen.

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