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Für Sie entdeckt: Fünf spannende Food-Trends

Der Neuheitenbereich auf der Biofach wird immer gern besucht. Hier gibt es schließlich eingies zu entdecken.

In Sachen Food-Trends ist die Bio-Branche ein Vorreiter. Davon konnten wir uns im Februar bei unserem Besuch auf der Biofach 2017 in Nürnberg überzeugen. Wir haben auf der weltgrößten Fachmesse für Bio-Lebensmittel nach neuen Produkten gesucht, die schmecken und mehr Nachhaltigkeit auf unsere Teller bringen. Wir haben verkostet, mit den Herstellern gesprochen und für Sie fünf Highlights mitgebracht, die es uns besonders angetan haben.

Süße Überraschung: Schokoladenaufstrich mit Kürbis

Am Stand von Georg Thalhammer präsentiertn das Unternehmen seinen Aufstrich Kürbsella Schoko.

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Gelungene Neuheit: Aus unverkäuflichen Kürbissen hergestellter Kürbis-Schoko-Aufstrich.

Man nehme einen Pionier aus der Bio-Landwirtschaft, ein paar „nicht ganz perfekte“ Kürbisse und eine gute Idee. Heraus kommt Kürbsella Schoko. In dem cremigen Brotaufstrich stecken fruchtiges Kürbismus, Zartbitterkuvertüre und Ahornsirup. Diese Kombination ergibt eine zart schmelzende, angenehm süße Schoko-Creme, die uns an das Eiskonfekt aus Kindheitstagen erinnert. Vegan und ohne Palmöl, ist sie uns allemal eine Sünde wert.

Der Erfinder dieser Innovation ist Georg Thalhammer. Seit 2014 baut er als einer der ersten deutschen Bio-Landwirte asiatische Hokkaido-Kürbisse auf seinen Feldern an. Kürbisse, die zu groß, zu klein oder anderweitig nicht der Norm entsprechen und daher nicht verkauft werden können, verarbeitet er zu Kürbismus. Daraus stellt er Brotaufstriche, Suppen, Ketchup und jetzt Kürbsella Schoko her.

Der neue, süße Brotaufstrich aus Kürbis vereint gleich mehrere Trends, die die Bio-Szene schon seit Längerem bewegen: vegane Lebensmittel, regionale Zutaten und die Verwendung von krummem Gemüse, das nicht den Verkaufsnormen entspricht. Wir wünschen uns, dass diese leckere Idee gegen Lebensmittelverschwendung viele Nachahmer findet!

Lasst die Fische schwimmen! Food-Trend „Visch“

Handlich verpackt für den Snack zwischendurch: Sea Veggies von Kulau

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Meer-Geschmack ganz ohne Fisch: Der Algensnack

Algen als Alternative zu Fisch? An diesen Trend mussten wir uns langsam herantasten. Nach dem ersten Biss in den Bio-Nori-Snack von Kulau finden wir: Das hat Zukunft! Der Snack besteht aus gerösteten Nori-Algenblättern, die mit Bio-Rapsöl verfeinert und mit Meersalz gewürzt werden. Die hauchdünnen, krossen Nori-Blätter zergehen auf der Zunge und schmecken intensiv nach Meer und Algen. Sushi-Fans kennen den Geschmack von Nori-Makis. Der Algen-Snack eignet sich pur zum Knabbern oder als Topping für Salate und Suppen.

Wer das typische Meer-Aroma mag, konnte vieles auf der Messe entdecken: Wir haben Salate mit Algen, eine Algen-Bouillon, Algen-Pesto, „Vischsalate“ und Kaviaralternativen gesehen, die es sicherlich bald in Bio-Läden zu kaufen gibt. Die Algen stammen aus kontrolliert biologischer Sammlung oder Kultivierung. Japan ist ein traditionelles Herkunftsland, Algen mit europäischer Herkunft kommen meist aus Frankreich. Der Trend der pflanzlichen Fisch-Alternativen ist zukunftsweisend: Er ist ein sinnvoller Ansatz, um der Überfischung der Meere entgegenzuwirken, und hilft, den Körper mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren zu versorgen. Und das ganz ohne Fisch.

Exoten heimisch machen – Bio-Soja und Co. aus der Region

Zum 30-jährigen Jubiläum bringt Taifun einen Tofu heraus, der nur mit in Deutschland angebauten Sojabohnen gemacht wurde.

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Hier kommen nur Sojabohnen aus Deutschland rein: Der Jubiläumstofu von Taifun

Im Messetrubel hat der 300 g Jubiläumstofu natur von Taifun auf sich aufmerksam gemacht. Diesen stellte der Freiburger Bio-Tofuhersteller anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums vor. Der Clou an dem Tofu: Er wird ausschließlich aus deutschen Bio-Sojabohnen hergestellt. Das Unternehmen engagiert sich bereits seit 30 Jahren für den Anbau von Sojapflanzen in Deutschland. Die Herausforderung dabei besteht in der Züchtung von Sorten, die sich für den Anbau in kühleren Regionen Deutschlands eignen. Das hat einige Jahre Geduld erfordert. Denn Soja wächst normalerweise in Regionen mit gleichbleibend feuchtwarmem Klima zwischen 24 und 34°C. Taifun setzt zudem auf den persönlichen Kontakt zu seinen Vertragslandwirten und kennt die Äcker, von denen die Sojabohnen stammen. Mit diesem Wissen schmeckt uns der Tofu zwar nicht anders, aber trotzdem gleich doppelt gut.

Das Neuprodukt steht für einen weiteren Trend in der deutschen Bio-Landwirtschaft: das Kultivieren von Exoten auf deutschen Böden. Einige Hersteller arbeiten eng mit Bio- Landwirten daran, Pflanzen heimisch zu machen, die normalerweise nicht in unseren Breitengraden vorkommen. Das sorgt für kürzere Transportwege und mehr Transparenz sowie Vielfalt auf dem Acker.

Der Hahn legt keine Eier – leben soll er trotzdem dürfen

Leberwurst mit verschiedenen Zusätzen oder Lyoner: Stolzer-Gockel-Produkte sind demeter-zertifiziert.

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Die Stolzer-Gockel-Produkte schmecken gut und unterstützen ein nachhaltiges Konzept.

Am Stand des Demeter-Anbauverbandes haben wir tolle Produkte für diejenigen gefunden, die sich nicht für vegane oder vegetarische Ernährung begeistern können. Der Fakt ist bekannt: Männliche Küken von Legehennen sind als Masttiere weniger geeignet und werden daher in der Regel sofort nach dem Schlüpfen aussortiert, getötet und zu Tierfutter verarbeitet. Die Bio-Branche arbeitet mit verschiedenen Initiativen daran, diesen Zuständen etwas entgegenzusetzen. Bei den Rassen der sogenannten Zweinutzungshühner werden die weiblichen Tiere als Legehennen und die männlichen für die Fleischproduktion gehalten.

Das ist genau die Idee hinter dem Junggockel-Projekt vom Geflügelhof Schubert. Der Demeter-Betrieb zieht so viele männliche Nachkommen seiner Legehennen wie möglich auf. Da ihr Fleisch muskulöser und fettärmer als das von traditionellem Mastgeflügel ist, muss die Zubereitung darauf abgestimmt werden. Oder Sie greifen gleich zu den neuen, fertigen „Stolzer Gockel“-Produkten von Schubert. Da gibt es für die schnelle Küche unter anderem Bolognese und Frikassee oder verschiedene Wurstspezialitäten für eine pikante Brotzeit.

Frei von, aber mit Mehrwert: Protein-Mehle von Bio Planète

Walnussmehl, Leinmehl und Kürbiskernmehl: Die neuen Mehle von Bio Planète sind protein- und ballaststoffreich

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Hoher Proteingehalt und ballaststoffreich: Die neuen Mehle erweitern den Speiseplan für Menschen mit Glutenunverträglichkeit

Die Ölmühle Moog überraschte uns auf der Messe mit ihren neuen Protein-Mehlen auf Basis von Walnuss, Leinsaat und Kürbiskernen. Das Unternehmen hat sich mit der Marke Bio Planète auf die Herstellung hochwertiger Öle spezialisiert und sein Angebot mit den Mehlsorten nun auf nachhaltige Weise erweitert. Mit seinem aromatischen Geschmack hat es uns vor allem das Walnussmehl angetan. Es eignet sich zum Backen und ergänzt Müslis sowie Shakes auf leckere Weise. Bio Planète stellt die eiweiß- und ballaststoffreichen Mehle aus dem Pressgut her, das bei der Ölgewinnung aus den Saaten und Nüssen übrigbleibt. Wir finden diesen ganzheitlichen Ansatz der Rohstoffverwertung nachhaltig gut!

Die Mehle sind glutenfrei und daher auch ein gutes Beispiel für den anhaltenden „Frei von“-Trend. Ob ohne Zucker, ohne Gluten, laktosefrei oder vegan – wir haben jede Menge Produkte auf der Biofach gefunden, die auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Konsumenten eingehen.

Fazit

Wir haben beobachtet, dass viele Trends und Neuheiten, denen wir auf der Biofach 2017 begegnet sind, an das Vorjahr anknüpfen wie der Veggie-Vegan-Trend, Frei-von-Produkte oder das Thema Regionalität. Wir erkennen schon neue Entwicklungen beispielsweise Algen als pflanzliche und umweltfreundliche Alternative zu Fisch oder Gockelprodukte als Initiative gegen das „Kükenschreddern“. Die Bio-Branche widmet sich all diesen Themen mit viel Herzblut und Innovationsgeist – unter der Prämisse, den Bedürfnissen der Konsumenten, der Landwirte, der Hersteller und der Umwelt gleichermaßen gerecht zu werden.

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Bildquellen

  • Kürbsella Schoko: ©raabengrün
  • Nori-Snack: ©raabengrün
  • Jubiläumstofu von Taifun: ©raabengrün
  • Stolzer Gockel Wurstspezialitäten: ©raabengrün
  • Protein-Mehle von Bio Planète: ©raabengrün
  • Biofach 2017: ©raabengrün

Elisabeth Torge ist PR-Beraterin bei raabengrün und scheut keine Wort(er)findungen. In der digitalen Welt zu Hause, ist sie offline auch gerne auf kulinarischem Streifzug oder sportlich unterwegs.

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