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Tipps für die Wahl des Familienhundes

Zwei Kiner tollen it einem Hund übe reine grüne Wiese.

Mit Hunden aufgewachsen, wurde mir die Liebe zu ihnen schon in die Wiege gelegt. Immer waren die vierbeinigen Freunde meine treusten Begleiter, ich streunte stundenlang mit meinem Labrador durch Wiesen und Wälder, vertraute ihm Geheimnisse an… Der Hund war eine sehr große Bereicherung für mein Leben. Nachdem vor 9 Jahren mein geliebter Lazlo eingeschläfert wurde, war das unendlich traurig für mich. Aber ich wusste, eines Tages wird eine neue Fellnase Platz in meinem Leben – und Herzen – finden.

Vor einiger Zeit haben sich unsere Lebensumstände verändert und zugelassen, dass wir – das erste Mal als eigene Familie – einen Hund aufnehmen können. Mit der Verantwortung für zwei Kinder (vier und sieben) wollte ich nicht leichtfertig „irgend einen“ Hund in unsere Familie holen, sondern im Vorfeld einige Punkte bedenken. Da uns das bei der Wahl des Tieres und Gewöhnung an unser neues Familienmitglied sehr geholfen hat, möchte ich diese Erfahrung und meine Tipps hier mit Ihnen teilen. Vielleicht überlegen Sie ja auch gerade, ob und wenn ja welcher Hund der richtige für Sie und Ihre Familie ist…?

Welcher Hund passt zu uns? Und viele weitere Fragen…

Unter dieser zentralen Frage stellen sich weitere, die einen immer näher an die Antwort bringen. Meiner Meinung nach sollte man sich diese Fragen auf jeden Fall stellen, bevor man sich für einen Familienhund entscheidet:

  • Wieviel Auslastung können wir ihm bieten?
  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden?
  • Wer ist die Bezugsperson? Hunde orientieren sich vorrangig an einer Person, dieses Familienmitglied sollte auch die Erziehung des Hundes übernehmen.
  • Habe ich als Bezugsperson die Zeit, Energie und Ausdauer einen jungen Hund konsequent zu erziehen? Oder wäre ein erwachsenes (erzogenes) Tier für uns passender?
  • Wie sieht es mit Urlaub aus? Sind wir bereit, vorerst keine Flugreisen mehr zu machen? (evtl. Größe des Hundes beachten) oder haben wir eine gute Unterbringung für die Zeit des Urlaubes?
  • Nehmen wir den Mehraufwand beim Saubermachen gerne in Kauf? (Man muss sich klar machen: Hunde machen Dreck!) Können wir eine Allergie ausschließen?

 

Der Junge plantscht mit dem Hund im Wasser. ©Tanja Sommer

Wer einen Hund hat, kann für den Familienurlaub nicht mehr so einfach ins Flugzeug steigen.

Welche Rasse? Hier ist Information Trumpf

Die wichtigste Vorüberlegung neben diese Fragen ist wohl die Recherche über die verschiedenen Hunderassen mit ihren Eigenheiten. Nicht jeder Hund ist für alle Menschen geeignet! Es gilt zu bedenken, dass jede Rasse ursprünglich zu einem bestimmten Zweck gezüchtet wurde, ein Hütehund wird zum Beispiel auch die Kinder „hüten“ wollen. Der Australien Shepard beispielsweise ist ein wunderschöner Hund, aber meines Erachtens kein „Jedermann-Hund“. Und der beliebte „Familienhund“ Labrador wurde (und wird auch heute noch!) bei der Entenjagd eingesetzt, deshalb benötigen auch diese Hunde geistige Auslastung (z.B. in Form von Apportiertraining). Mein Hinweis an dieser Stelle: Bitte nie nur der Optik nach einen Hund ausssuchen!

Tipp: Viele Hundeschulen oder Hundetrainer bieten mittlerweile eine kompetente Beratung vor der Auswahl des Familienhundes an und unterstützen einem bei der Auswahl des geeigneten Tieres.

Herkunft des Hundes: Tierheim oder Züchter?

Der Gang ins Tierheim ist natürlich die erste Wahl. Hier kann man sich gerade mit Kindern umfassend beraten lassen. Ich bin absoluter Tierliebhaber und ich habe natürlich Tierheime auf der Suche nach „unserem“ Familienhund abtelefoniert. Aber wenn man sich mit dem Thema tiefer auseinander setzt und den Tierpflegern spricht, wird klar, dass die Adoption nicht immer der beste Weg – für Mensch und Tier! – ist.

Tipp: Man kann sich in vielen Tierheimen auf Wartelisten setzten lassen und wird informiert, sobald ein passender Hund „einzieht“.

Auf keinen Fall möchte ich eine Lanze für Züchter brechen, aber besonders mit Kindern hat man noch mehr Verantwortung für das Zusammenleben von Mensch und Tier zu tragen. Die Kinder sollten meiner Meinung nach nicht zu jung sein. Meine Tochter war knapp 5, das war für uns das perfekte Alter. In einer Familie mit Kindern herrscht Trubel, deshalb ist der Hund idealerweise gelassen und nicht zu schnell aufgeregt. Er soll also kein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen – sonst haben weder die Menschen noch der Hund seine Freude.

Außerdem ist zu beachten, dass kein Hund nur deshalb kinderfreundlich ist, weil er einer bestimmten Rasse angehört!

Das Mädchen sitzt neben dem Hund im Gras. ©Tanja Sommer

Ein Familienhund muss auf jeden Fall kinderlieb sein, dabei kommt es nicht nur auf die Rasse an.

Es ist wichtig, dass der Hund gut sozialisiert ist – im Idealfall eben schon als Welpe beim verantwortungsvollen Züchter. Deshalb sehe ich es leider auch kritisch, sich (v.a. mit Familie) einen Hund, aus dem Ausland zu „holen“. Häufig hat ein solches Tier schon viel erlebt – leider oft auch Schlimmes. Ich denke, diese Hunde gehören in erfahrene Hände. Zu jemandem, der weiß, worauf er sich mit einem möglicherweise traumatisierten Tier einlässt und sowohl die Bereitschaft als auch die Kapazität hat, viel und geduldig mit dem Hund zu arbeiten. Denn im schlimmsten Fall zeigt sich, dass die Familie und der Hund nicht zusammenpassen und man muss sich von dem Tier wieder trennen. Das ist für beide eine Erfahrung, die man wenn irgendwie möglich vermeiden sollte.

Hundeschule nicht nur für Hunde: Der Umgang der Kinder mit dem Hund

Wenn sich alle für ein neues Familienmitglied entschieden haben, ist es wichtig, den Kindern den Umgang mit dem Familienhund zu erklären und sie auch miteinzubeziehen, sonst fühlen sich Kinder schnell benachteiligt und außen vor. Elementar ist, dass man den Kindern viel über die kleinen Signale des Hundes erzählt. Sie sollen schließlich die Körpersprache des Hundes zum Beispiel, was angelegte Ohren bedeuten. Was es heißt, wenn der Hund sich abwendet oder über die Schnauze leckt (sogenannte „Beschwichtigungsgesten“). So lernen Kinder die Sprache der Hunde, können Stresssymptome erkennen und angemessen reagieren. Hunde mögen meist kein Tätscheln auf den Kopf oder Umarmungen und werden lieber mit der Hand seitlich an der Flanke berührt. Gemeinsames Kuscheln stärkt die gegenseitige Bindung. 

Wichtigste Regel ist aber, dass man (kleinere) Kinder und Hunde nie allein lassen darf! Hunde nehmen Kinder häufig nicht für voll, sie unterscheiden sehr schnell, wer Rudelführer und wer „nur“ Kind ist. Man kann Kinder aber sehr gut in alltägliche Dinge einbeziehen, wie einen Ball werfen oder einen Futterdummy verstecken lassen. Ebenso können größere Kinder natürlich auch mit dem Hund spaziergen gehen, wenn er genügend erzogen ist!

Tipp: Es gibt mittlerweile auch Hundeschulen, die extra Kurse für Kinder und Hunde anbieten (ab 10-11 Jahre).

Das Mädchen und der Hund spazieren einen Weg entlang. ©Tanja Sommer

Alleine Gassi gehen kommt nur für ältere Kinder und brave Hunde infrage. Ein Hund-Kind-Training ist jedoch auch so sinnvoll.

Die ersten Tage mit dem neuen Familienmitglied Hund

Ist der Hund im neuen Zuhause eingezogen, sollten Sie ihn erstmal in Ruhe ankommen zu lassen. Die Hundedecke ist tabu für Kinder, damit der Vierbeiner einen festen Platz hat, an den er sich ungestört zurückziehen kann. In den ersten Tagen dürfen sich alle in Ruhe aneinander gewöhnen, danach kann auch er erste Besuch das neue Familienmitglied begrüßen.

Für Kinder ist es toll, mit Hunden aufzuwachsen! Sie lernen den respektvollen Umgang mit anderen Lebenwesen und Verantwortung – aber auch Rücksicht – zu nehmen. Hunde beruhigen nach meiner Erfahrung nervöse Kinder, fördern soziale Beziehungen und Kontakte – und bereichern nicht zuletzt das Leben der Kinder als treuer Spielgefährte und Freund an ihrer Seite.

Schlussendlich ist ein Hund für alle Familienmitglieder ein absoluter Gewinn. Ich kann das Thema „Familienhund“ nur jedem ans Herz legen, denn frei nach Loriot: „Ein Leben ohne Hund ist möglich aber sinnlos.“

 

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Bildquellen

  • urlaub-mit-hund: ©Tanja Sommer
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  • familienhund-auswaehlen: ©Tanja Sommer

Tanja Sommer ist überzeugte minibär-Mama. Wenn sie nicht gerade mit ihren beiden Kindern Kian und Amaya die Wunder der Natur entdeckt, bastelt sie in ihrem Büro GRAFIKDESIGN SOMMER an ausgefallenen Looks.

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