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Fahrräder aus Holz: Taugen die was?

Die verschiednenen Holzfarben machen aus dem Cruiser einen echten Hingucker.

Wer bei Bikes aus Holz an klobige und unhandliche Zweiräder denkt, kennt den neuen Fahrrad-Trend nicht. Denn inzwischen gibt es richtig schicke und elegante Holzfahrräder, die in allen erdenklichen Varianten für Aufmerksamkeit sorgen. Hinsichtlich Fahreigenschaften, Design und Stabilität können die hippen Flitzer es mit hochwertigen Fahrrädern aus Aluminium, Stahl und Karbon aufnehmen. Inzwischen gibt es sie für jeden Bedarf: als Cruiser, Mountainbike und E-Bike. Immer mehr Anbieter haben Räder mit Holzelementen oder ganz aus Holz im Programm. Was sie aus dem Trend machen, geht jedoch durchaus in völlig verschiedene Richtungen mit jeweils anderen Zielgruppen. Drei Ideen, die mich begeistert haben, stelle ich Ihnen hier vor.

Lumber-Jack-Fahrräder aus Holz – Made im Schwarzwald

Das Mountainbike kann natürlich auch in der Ebene wie hier am Meer genutzt werden.

©Lumber Jack Bicycles

Das hält was aus und ist ein Blickfang: Das Mountainbike von Lumber Jack Bicycles.

Rahmen aus Holz sind beliebt. Nicht nur, weil das leuchtende Holz optisch begeistert, sondern vor allem wegen ihrer ausgezeichneten Fahreigenschaften. Ähnlich wie bei den Stielen von beispielsweise Äxten verhindert Holz, dass Stöße und Vibrationen an die Handgelenke und Ellenbogen weitergegeben werden. Auch Langlebigkeit und Stabilität des Materials überzeugen. „Wenn ein Alu- oder Stahlrahmen auf einen Stein knallt und das Rohr beschädigt, dann verliert der Rahmen an dieser Stelle an Stärke und ist meistens nicht reparabel“, erklärt Raphael Much, Inhaber der kleinen Manufaktur „Lumber Jack Bicycles“ in Schramberg. „Meine Holzrahmen sind zwar auch hohl, aber sie verlieren durch Dellen nicht ihre Stabilität und lassen sich leicht reparieren.“

Aus Zufall und Begabung entstanden die ersten Lumber-Jack-Unikate in Handarbeit

Der nun selbstständige Schreiner Much hat seine Liebe zum Material Holz zum Beruf gemacht. Vor etwa fünf Jahren ist das Fahrrad in diese Verbindung getreten, als er mit dem Bau des ersten Holzfahrrades begonnen hat. Den Anfang machten eine spontane Idee auf seiner „Walz“ als Schreiner an der Algarve in Portugal, ein paar Holzreste aus dem Bootsbau und ein gebrauchtes Fahrrad für 15 Euro. Dieser Prototyp funktionierte bestens und begeistert den sympathischen Schwarzwälder so sehr, dass er viel Zeit in die Perfektionierung des Rahmens steckt. Obwohl die Proportionen des Rahmens nicht gleich beim ersten Versuch stimmen, steht für Raphael Much fest, künftig seinen Unterhalt mit dem Bau von Holzfahrrädern zu verdienen.

Span für Span entsteht aus dem Rohmaterial Holz ein stabiler stilvoller Fahrradrahmen.

©Lumber Jack Bicycles

Alles Handarbeit: Mit viel Liebe zum Material Holz fertigt raphael Much von Lumber jack Bicycles seine Holzfahrräder.

Nach seiner Rückkehr in den Schwarzwald entsteht ein weiterer Rahmen, der nicht für die Küstenstrände der Algarve, sondern für die steilen und steinigen Wege im Schwarzwald geeignet ist. Das Prinzip der Herstellung ist das gleiche wie in Portugal: viel Handarbeit und wenig Maschinentechnik. „Mountainbikes müssen einiges aushalten und egal wie hart ich sie rannehme, das Material ermüdet nicht“, so der leidenschaftliche Bergfahrer. Der Schlüssel für diese Stabilität ist die Behandlung des Holzes. „Wird gut getrocknetes Holz mit Epoxidharz laminiert, ist es auf Dauer verformungs- und bruchfest und hat ein sehr gutes Verhältnis von Gewicht und Tragfähigkeit.“

Vom Prototyp zu Rädern auf Bestellung: Lumber-Jack-Design nach Maß

Konzentriert bearbeitet der Schreiber den Holzfahrradrahmen.

©Lumber Jack Bicycles

Raphael Much bei der Arbeit in seiner Holzwerkstatt.

Inzwischen pendelt der kreative Unternehmer und Familienvater zwischen Schwarzwald und Algarve, alter und neuer Heimat. Much baut individuelle „Custom-made-Rahmen“ für Holzfahrräder auf Anfrage. Außerdem bietet er Lumber-Jack-Standardmodelle an: Beach Cruiser, Semi Cruiser, Double Cruiser und einen Triple Cruiser mit extra verstärktem Rahmen Diese sind auch mit E-Bike-Funktion zu haben.. „Egal ob individuell gefertigt oder aus meinem Standardsortiment, jeder Lumber-Jack-Rahmen ist handgefertigt und wird an die Wünsche des Kunden angepasst“, verspricht der Handwerker.

Längst hat er seinen eigenen Stil entwickelt. „Bei der Holzauswahl sind bestimmte Laubbäume – wie beispielsweise Esche –wegen ihrer Zellstruktur besonders geeignet, sie garantieren eine hohe Stabilität meiner Rahmen. Mit dem Zusatz von Edelhölzern wie Kirsch- und Nussbaum in den Rahmenkern, kann man schöne Kontraste erzeugen.“ Die schicken Unikate aus seiner Manufaktur sind ab 4190 Euro erhältlich. In Anbetracht der Fertigung, der Materialien und ihrer Langlebigkeit ist dieser Preis für seine Holzfahrräder vertretbar. Bis zum Jahresende können Sie jedoch auch ihr Glück versuchen und am Waschbär-Jubiläums-Gewinnspiel teilnehmen. Dabei können Sie eines von zwei Lumber-Jack-Fahrrädern mit E-Bike-Funktion gewinnen.

Holzfahrräder aus dem Baukasten – eine Idee aus Holland

In einer handlichen Box werden die Bestandteile geliefert, aus denen dann das komplette Bike zusammengeschraubt wird.

©Sandwichbike, Pedalfactory

Aus der Box wird ein Bike. Dank Anleitung und einfacher Bauweise gelingt der Aufbau jedem.

Wer sich keines der exklusiven Holzfahrräder leisten kann oder möchte, für den gibt es eine Alternative zum Selberbauen: das Sandwichbike. Das Rad besteht aus weniger als 50 Teilen und steckt in einem Karton zusammen mit dem passenden Werkzeug. Selbst Ungeübte schaffen es innerhalb kurzer Zeit, das Fahrrad zusammenbauen. Die Konstruktion stammt aus den Niederlanden und funktioniert – wie der Name schon andeutet – nach der „Sandwichbauweise“. Dieser Begriff kommt aus der Bautechnik und beschreibt ein Bauteil, das aus mehreren verschiedenen Materialschichten aufgebaut ist. Hier besteht das „Sandwich“ aus zwei Spanplatten-Rahmen . Zwischen diese werden die weiteren Komponenten für ein komplettes Fahrrad eingefügt und festgeschraubt. Die Holzteile sind natürlich wetterfest vorbehandelt. Das stabile Fahrrad kostet rund 800 Euro und ein wenig Zeit und Geschick für die Montage. Einmal aufgebaut zieht der Radler aber auch alle Blicke auf sich und sein „Sandwich“.

Ausgezeichnetes Kinder-Laufrad aus Holz: „brum brum“ aus Lettland

Die beden Jungs flitzen mit ihren Laufrädern am Strand entlang.

©brumbrum.me

Das macht Spaß! Mit dem brum brum balance bike sind Kinder sicher und absolut stylish unterwegs.

Mit dem Kinder-Holzrad „brum brum balance bike“ ist Designern ein Laufrad gelungen, das Funktion und Farbe harmonisch kombiniert. Für die leichte Konstruktion aus Birke und Eiche haben die Erbauer aus Lettland bereits einige Design-Awards gewonnen. Das robuste Laufrad für Kinder hat einen klaren Aufbau, der durch Einfachheit besticht: Vier Elemente und zwei Verschraubungen – mehr nicht. Der federnde Rahmen, die Vordergabel und zwei vollgummierte Reifen sehen nicht nur gut aus, sondern ermöglichen Kindern Fahrspaß auch auf holprigen Wegen und wenn es mal bergab geht.

Besonders großen Wert legen die findigen Bike-Designer auf Sicherheit: Mit dem der 45-Grad-Lenkbegrenzung besteht keine Gefahr, das Lenkrad zu stark einzudrehen und zu stürzen. Richtig toll ist, dass sich die Sitzhöhe mit wenigen Handgriffen und ganz ohne Werkzeug anpassen lässt. Das Rad wächst sozusagen mit – zumindest bis zur Grundschule. Das smarte „brum brum“ kostet knapp 400 Euro und soll Kindern zwischen zwei und sechs Jahren spielend einfach dabei helfen, Balance zu finden – ganz ohne Stützräder und Pedalen.

Gewinnspiel im Waschbär-Onlineshop: 2 Lumber-Jack-Holzfahrräder mit E-Bike-Funktion

Gewinnen Sie eines von zwei Lumber-Jack-Holzfahrrädern mit E-Bike-Funktion im Waschbär-Shop. Hier geht’s zum Gewinnspiel.

 

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Bildquellen

  • lumber-jack-mountainbike-double: ©Lumber Jack Bicycles
  • lumber-jack-werkstatt: ©Lumber Jack Bicycles
  • lumber-jack-inhaber-much: ©Lumber Jack Bicycles
  • sandwichbike: ©Sandwichbike, Pedalfactory
  • brum-brum-balance-bike: ©brumbrum.me
  • lumber-jack-bike: ©Lumber Jack Bicycles

Eva praktiziert „grünen“ Journalismus aus Überzeugung. Als Mitarbeiterin im Einkauf für Waschbär ist sie ständig damit beschäftigt, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Richtig wohl fühlt sie sich in der freien Natur. Dort lässt sie sich am liebsten vom Lichtwellenspektrum der blau-grün-türkisen Meeresfarben inspirieren.

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