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Entspannt reisen mit Kindern

Hier hat das Kind nicht nur Kleidung, sondern auch sich selbst eingepackt.

Die Urlaubszeit steht bevor und mit ihr die Aufregung: Eltern fragen sich, wie sie eine Reise mit Kindern schön und entspannt gestalten können. Und auch die Kinder sind angespannt ob der Erwartungen an ein aufregendes Abenteuer. Um Stress und Streit zu vermeiden, ist die Reiseplanung von großer Bedeutung.

Erste Schritte am Urlaubsort: Orientieren und Eingewöhnen

Zwei Kinderfüße ragen aus dem Sand - ein toller Zeitvertreib.

©Susanne Mierau

Wer sich Zeit lässt beim Ankommen, hat oft mehr Spaß am Urlaubsort.

Kinder sind keine Erwachsenen, auch nicht ein wenig. Kinder sind Kinder und haben ihre eigenen Erwartungen und Bedürfnisse. Dies ändert sich auch nicht an einem anderen Ort. Im Gegenteil: An fremden Orten werden die Bedürfnisse von Kindern manches Mal besonders stark, weil die vielen neuen Eindrücke, anderen Abläufe und vielleicht fehlende Rituale sehr herausfordernd sind. In der Planung einer Reise sollte dies immer berücksichtigt werden. Kinder sind manchmal an Urlaubsorten besonders zuwendungsbedürftig und brauchen mehr Aufmerksamkeit als daheim. Dies ist auch abhängig vom jeweiligen Temperament des Kindes: Einige Kinder sind prinzipiell aufgeschlossener und neugieriger, während andere ruhiger und zurückhaltender reagieren. Hier hilft kein Druck und keine Überredung, sondern nur ein verständiges Abwarten.

Wer einen Aufenthalt in einem Familienhotel mit Kinderbetreuung plant, sollte sich deswegen darauf einstellen, dass das Kind in den ersten Tagen keinen Besuch in einem Miniclub ohne Elternbegleitung wünscht und sich erst einmal an den neuen Ort gewöhnen muss. Es ist gut, wenn sich Eltern die ersten Urlaubstage als Eingewöhnungstage für alle reservieren: Gemeinsam erkundet die Familie zusammen die neue Umgebung und besichtigt besonders die Orte für die Erfüllung der Grundbedürfnisse werden zusammen: Wo gibt es Essen? Wo ist das Bad beziehungsweise die Toilette – und wie benutze ich sie hier? Wie machen wir uns den Schlafort gemütlich? Wer diese Zeit einplant, entspannt die Gesamtsituation und kann Konflikten, die durch zu hohe Erwartungen entstehen, vorbeugen.

Zu hohe Erwartungen an die Reise führen oft zu Stress

Generell ist es oft hilfreich – insbesondere mit kleinen Kindern, nicht zu hohe Erwartungen an den Urlaub zu haben und kein straffes Programm aufzustellen. Es bietet sich vielmehr an, vorher eine Liste an möglichen Unternehmungen und Ausflugszielen anzulegen und dann jeden Tag und vor Ort zu sehen, was gerade heute umsetzbar ist. An einem Tag, an dem die Familie wenig geschlafen hat, machen kräftezehrende Ausflüge wenig Sinn und ein entspannter Ausruhtag mit vielen Faulenz-Einheiten am Strand oder ein Picknick im Grünen sind sinnvollere Aktivitäten. Eine Liste mit Zielen, die sowohl für Eltern als auch Kinder passende Angebote haben, ist eine gute Unterstützung. Wie so oft in der Familie gilt auch hier: Alles muss ausgewogen sein und alle Beteiligten sollten berücksichtigt werden.

Höhepunkte der Anspannung: Die An- und Abreise

Eine gut geplante An- und Abreise erspart Stress: Bei Reisen mit der Bahn kann ein Kinderabteil gebucht oder seit Kurzem direkt im Lageplan nachgesehen werden, wo sich welche Sitze befinden. Wer mit dem Auto reist, sollte bei der Fahrtzeit nicht nur Toilettenpausen für alle berücksichtigen, sondern auf jeden Fall ausreichend Bewegungspausen für die Kinder. Der ADAC rät, Babys unter drei Monaten nicht länger als 20 Minuten in Babyschalen zu transportieren. Diese sind zudem am Urlaubsort (mit fahrbarem Untergestell) keine geeigneten Transportmöglichkeiten für das Baby. Platzsparender und gesünder ist es, im Urlaub auf eine Tragehilfe oder ein Tragetuch zurückzugreifen, wenn der Kinderwagen zu Hause bleibt.

Flugreisen sind schon mit den Kleinsten möglich. Hier ist eine gute Planung ebenfalls entscheidend, um Stress zu vermeiden: Eingecheckt werden kann zuvor, einige Flughäfen behandeln Familien bevorzugt und lassen sie bei Kontrollen vor. Je nach Alter und Temperament des Kindes können Familien das Pre-Boarding nutzen, das vorgezogene Einsteigen. Die jeweiligen Regelungen zum Handgepäck und allen Mitnahmemöglichkeiten für notwendige Babyartikel sollten vorher direkt bei der Fluggesellschaft erfragt werden, ebenso die mögliche Größe für das Handgepäck.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Stichwort: Familiengepäck

Zwei Teile Handgepäck warten auf den Start der Reise.

©Susanne Mierau

Wer mit Kindern reist, braucht ganz anderes Handgepäck: Spielzeug, ein kleiner Snack und das Schnuffeltuch müssen auf der Fahrt dabei sein.

Für eine ganze Familie zu packen, ist anders als für einen romantischen Trip zu zweit oder einen Urlaub als Single. Je nach Reiseziel benötigt man für ein Kind unterschiedliches Gepäck: Während beispielsweise bei Reisen innerhalb des eigenen Heimatlandes im Krankheitsfall auf die bekannte Infrastruktur zurückgegriffen werden kann, sollte man bei Auslandsreisen besser vorsorgen und eine gute Reiseapotheke für sich und das Kind mitnehmen. Ist das Kind im Kindergartenalter, können Sie es beim Packen beteiligen und so schon auf die Reise vorbereiten.

Viele Spielsachen sind am Urlaubsort oft nicht notwendig, denn das Erkunden und Spielen mit Neuem steht im Vordergrund. Spielsachen sind deswegen meist nur für Zwischenzeiten morgens, mittags zur Mittagsruhe oder am Abend gefragt. Ausnahme sind die Fahrten oder Flüge: Die direkte Reisezeit mit Kindern kann lang werden, wenn sie keine altersgemäße Beschäftigung haben. Daher sollte das Handgepäck des Kindes (Am besten ein Kinderrucksack, den es selbst tragen kann.) mit Inhalten gefüllt sein, mit denen es sich lange und kreativ beschäftigen kann. Stifte und Papier oder ein Malbuch, Pixi-Büchlein und Memory-Spiel sind gute Begleiter. Bei größeren Kindern auch Hörspiele und digitale Spiele. Lieblingskuscheltier, Puppe oder Schnuffeltuch dürfen natürlich nicht vergessen werden.

Waschmöglichkeiten am Urlaubsort ersparen Übergepäck

Wer mit Windelkind reist und auch im Urlaub nicht auf Stoffwindeln verzichten möchte, hat oft größeres Gepäck. Hier können Einwegeinlagen für Stoffwindeln helfen, die Wäschemenge etwas reduzieren. Als Familie ist man oft versucht, sehr viel Kleidungsstücke mitzunehmen. Ein Tipp die Menge an Kleidung generell einzudämmen, ist, sich  vorher über die Möglichkeiten des Waschens vor Ort zu informieren. Denn zu viel Gepäck erschwert Fußwege und Umsteigemöglichkeiten, bei denen Eltern besonders auf die Kinder achten möchten. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, Gepäck vorauszuschicken, um sich bei Reisen mit vielen Umsteigesituationen auf die Kinder konzentrieren zu können.

Wer mit Kindern eine Reise unternimmt, sollte Stress an allen nur möglichen Punkten reduzieren. Das hilft, um im Urlaub wirklich Erholung zu erlangen und nicht in Streit zu geraten. Vieles können wir vorher berücksichtigen. Vor Ort hilft es uns oft, sich einfach daran zu erinnern, dass wir jetzt im Urlaub sind. Und dass weder wir noch unsere Kinder jetzt müssen oder sollen, sondern alle gemeinsam Ruhe und Entspannung erfahren dürfen. Jeder aus der Familie hat ein Anrecht darauf.

 

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©Susanne Mierau

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Bildquellen

  • Spass am Strand: ©Susanne Mierau
  • Mit Koffer auf Reisen: ©Susanne Mierau
  • Geborgene Kindheit von Susanne Mierau: ©Susanne Mierau
  • Alles ist eingepackt: ©Susanne Mierau

Susanne ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Heilpraktikerin. Seit 2012 schreibt sie über bindungsorientierte Elternschaft und das Leben mit ihren 3 Kindern auf geborgen-wachsen.de. Sie ist Autorin des gleichnamigen Buches "Geborgen wachsen".

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