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Einkaufen ohne Verpackungsmüll und ohne Stress, geht das?

Die Zutaten für den veganen Apfelkuchen nach dem Einkauf im Unverpackt-Laden.

Schon lange ärgere ich mich über die Unmengen an Verpackungsmüll, die bei einem ganz normalen Einkauf entstehen. Zum Glück hat kürzlich in meiner Heimatstadt Freiburg die Glaskiste – ein Unverpackt-Laden – eröffnet. Doch kann das Konzept des Unverpackt-Ladens „Glaskiste“ auch im Alltag funktionieren? Das habe ich getestet und habe eine Einkaufsliste für einen veganen Apfelkuchen erstellt. Sämtliche Zutaten habe ich im Unverpackt-Laden eingekauft. Hier gibt’s meinen Erfahrungsbericht und natürlich das Apfelkuchen-Rezept.

Vorbereitung für den Einkauf im Unverpackt-Laden

Verschließbare Dosen und Stoffbeutel liegen für den Einkauf im Unverpackt-Laden bereit.

©Mischa Wagner

Für den Einkauf im Unverpackt-Laden nimmt man am besten eigene Behältnisse.

Der Einkauf beim Unverpackt-Laden ist mit etwas mehr Planung verbunden. Anhand der Einkaufsliste muss ich vorab entscheiden, welche Behälter ich mitnehmen muss. Ich weiß zwar, dass ich Gefäße selbstverständlich auch im Laden leihen oder kaufen kann, trotzdem habe ich mir  vor dem Einkauf ein paar Behälter und Taschen zurechtgelegt. Natürlich ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel meiner Wahl.  

Im Eingangsbereich schnappe ich mir einen der Einkaufswagen. Zuerst geht es in die Obst- und Gemüse-„Abteilung“. Das kenne ich von anderen Geschäften. Also kein Problem. Die sechs Äpfel und die Zitrone für den Apfelkuchen sind schnell gefunden und in den Einkaufswagen gelegt. So weit, so einfach.

Als nächstes komme ich an der Waage vorbei. Ein großes Schild an der Wand erklärt mir die einfachen drei Schritte zur Bestimmung des Netto-Gewichts meiner Ware. Ich messe das Gewicht meiner Behälter ab und kennzeichne diese mit den Aufklebern, die mir die Waage ausdruckt. Der Sticker wird später an der Kasse eingescannt, um das Gewicht der Ware zu bestimmen. Klappt alles reibungslos.

Der Einkauf für den Apfelkuchen

Im nächsten Schritt suche ich die einzelnen Zutaten und schütte sie mit den passenden Löffeln, Greifzangen und ähnlichem in meine „kalibrierten“ Gefäße. Für meinen ersten Einkauf im Unverpackt-Laden finde ich alles überraschend schnell. Ich gebe zu, mit etwas Hilfe der sehr netten Angestellten – aber das gehört zur allgemeinen Wohlfühl-Atmosphäre dazu. Abgelenkt werde ich hier und da von fein duftender Seife und schamlos zur Schau gestellter Schokolade. Es sieht eben alles sehr schön aus in den Glasgefäßen.  

Fleißig mahlt die Mühle aus Dinkelkörnern Mehl.

©Mischa Wagner

Das Mehl muss im Unverpackt-Laden noch gemahlen werden.

Eine kleine Herausforderung war das Mehl für den Kuchen. Nach einem freundlichen Hinweis und der kurzen Einführung in die Mahl-Kunst, stehe ich mit einem Gefäß voller Getreide vor einer Mühle. Ich denke mir nur: „OK, das ist mir etwas zu viel Entschleunigung.“ Aber nach ein paar Sekunden Rattern und Surr-Geräuschen aus der Mühle, bekomm ich nicht genug von der meditativen Wirkung. Für 450 Gramm Dinkelvollkorn-Mehl braucht es ein paar Minuten. Mit Blick auf das nach unten rieselnde Mehl drängt sich mir der Gedanke auf: „Besser ein Mühl-Berg als ein Müll-Berg.“

An der Kasse wird zuerst das Etikett der Behälter eingescannt. Danach geht’s ans Wiegen der Füllmenge. Alles in allem sehr einfach und schnell erledigt.  

Mein Fazit zum Unverpackt-Alltagstest:

Jeder Platz wird im Unverpackt-Laden für das Warenangebot genutzt.

©Mischa Wagner

So sieht der Unverpackt-Laden „Glaskiste“ in Freiburg aus.

Natürlich muss der Kunde die ersten Male etwas mehr Zeit mitbringen. Wenn er aber den Dreh raushat, braucht er sicher nicht mehr Zeit zum Einkaufen wie bei einem „normalen“ Laden. Und auch die Vorbereitung von Gefäßen wird zur Routine. Angenehmer Nebeneffekt: Man kauft viel weniger Zeug ein, das gar nicht auf der Einkaufsliste steht. Und am Ende gibt es zu Hause auch keinen Müllberg, der entsorgt werden muss. Für meinen Kuchen habe ich jedenfalls alle Zutaten bekommen. – Also ich komme wieder!

Das Rezept für veganen Apfelkuchen mit Streuseln

Zutaten

  • 6 Äpfel
  • 1 Zitrone
  • 2 EL Rohrzucker
  • ½ TL Zimt
  • 1 TL Vanillepaste oder gemahlene Vanilleschote
  • Rosinen (nach Belieben)
  • 450 g Dinkelvollkornmehl
  • 300 g Margarine oder Sonnenblumenöl
  • 150 g + 2 EL Rohrzucker
  • 3 EL Haferflocken, kernig

Zubereitung

  1. Den Zitronensaft in eine Schüssel geben.
  2. Die Äpfel kleinschneiden, entkernen und in die Schüssel mit dem Zitronensaft geben.
  3. Mit Zimt, 150 g Rohrzucker und Vanille gut vermischen, Rosinen hinzugeben und zur Seite stellen.
  4. Für den Teig Mehl, Rohrzucker und Öl gut miteinander verkneten. Etwa 2/3 davon auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbringen.
  5. Die Apfelmischung darauf geben.
  6. Die Streusel werden mit dem Rest des Teiges, den Haferflocken und dem Rohrzucker hergestellt. Diese Mischung wird nun über die Äpfel verteilt.
  7. Bei 180 °C etwa 30 Minuten backen. Fertig!
Der Kuchen bevor er in den Ofen wandert.

©Mischa Wagner

Bei diesem Anblick läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen. Jetzt schnell in den Ofen mit dem Kuchen.

Eigentlich ist es bei mir eher ein Apfel-Crumble als ein Apfelkuchen geworden. Aber das lag wohl eher an mir, als an dem Rezept. Nach ein paar weiteren Versuchen kommt sicher auch bei mir ein ganz wunderbarer Kuchen raus.

Guten Appetit!

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Bildquellen

  • Vorbereitete Behälter: ©Mischa Wagner
  • Mahl-Station: ©Mischa Wagner
  • Blick in den Laden: ©Mischa Wagner
  • Apfelkuchen: ©Mischa Wagner
  • Nach dem Einkauf in der Glaskiste: ©Mischa Wagner

Mischa ist ein Illustrator, der schreibt. Er macht Kunst mit Bildern und Artikel mit Wörtern. Er lebt und arbeitet als Mediengestalter nebst einigen Gitarren und Kochbüchern in der wunderschönen Stadt Freiburg. Neuerdings illustriert und schreibt er für das Waschbär-Magazin. Man soll ja öfter mal was Neues machen...

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  1. Danah

    29 September

    Super Artikel Mischa! 🙂
    Wollte da auch bald mal was einkaufen gehen und nicht wie sonst nur alles begeistert anschauen.. Jetzt weiß ich schonmal wie das abläuft und bin nicht so überfordert 😀

    Grüße, Danah

  2. Bei uns im Unverpackt-Laden gibt es auch Mehl zu kaufen. Man kann zwar auch Körner selbst mahlen, muss man aber nicht.

    Die Aussage, man kauft weniger Zeug ein, das nicht auf der Liste steht, kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich finde bei uns im Unverpackt-Laden immer wieder Leckereien, die dann auch noch mit müssen 😉 Zum Glück ist man allerdings durch die Anzahl der mitgebrachten Gefäße immer ein wenig beschränkt.

    LG Michaela

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