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Die ersten Tomaten vom Balkon: Der Lohn des Urban Gardening

Ein eganze Hand voll ergibt die erste Tomatenernte

Ich bin größtenteils auf dem Land groß geworden und ich kann mich noch gut an Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten erinnern. Schöne Erinnerungen. Erinnerungen an die Ernte, riesige rote Tomaten und noch größere Zucchini. Aber auch an Unkraut jäten, den Kampf gegen Schnecken und das Arbeiten in sengender Sonne.

Viele meiner Freunde und Kollegen haben solche Erinnerungen an den Garten ihrer Kindheit und Jugend. Aus beruflichen Gründen zieht es dann den einen oder anderen in die Stadt und es bleibt kein Platz mehr für Muttis Garten auf einem 100-Quadratmeter-Grundstück. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Inzwischen wird in den Städten jede freie Fläche genutzt, um es zwischen den Häusern etwas grüner zu machen oder sogar sein eigenes Gemüse anzubauen.

Blauer Himmel uns Sonnenschein - hier fühlt sich die Tomate auf dem Balkon wohl.

©Mischa Wagner

Tomaten lieben die Sonne – das macht den Südbalkon zu einem perfekten Standort für sie.

Bei mir soll dieser grüne Fleck mein Balkon sein. Durch die südliche Lage mit sehr viel Sonne gesegnet, ist mein Balkon geradezu prädestiniert für den Tomatenanbau! Nun brauche ich nur noch eine einfache Lösung, um meinen Plan vom Kleingarten-Glück umzusetzen. Mich überzeugt für den ersten Anbau-Versuch die Growbox, eine Komplett-Lösung an. Der Pflanztrog ist 125 x 75 x 35 Zentimeter groß und passt exakt auf einen normalen Balkon. Ausgestattet ist die Box mit einer Klettervorrichtung und integriertem 12 Liter Wasser-Tank. Der Wassertank ist sehr praktisch, da er einem zumindest für eine gewisse Zeit das Gießen abnimmt, dazu aber später. Alles in allem: Perfekt für Tomaten.

Mein Antrieb für den Garten-Balkon: Erdung wörtlich nehmen

Ein Grund für mich mit der Gartenarbeit anzufangen, ist der Ausgleich zum Bürojob. Nach dem ganzen Tag im Büro, sehne ich mich danach, die Hände im Garten schmutzig zu machen. Und Erde kann so gut riechen. Gartenarbeit kann richtig sinnlich sein. Zu sehen, wie echte Pflanzen in echte Erde eingepflanzt werden und wie sie wachsen, ist richtig wohltuend, wenn die Arbeit 40 Stunden in der Woche aus Virtuellem und Digitalem besteht. Das erdet im wahrsten Sinne des Wortes und holt mich auch wieder zurück auf den Boden.

Der Start für meinen Balkongarten: Anfänger-Fehler inklusive

Fünf Pflanzen auf engem Raum - hier hat der Gärtner einen Anfängerfehler gemacht.

©Mischa Wagner

Ein Anfängerfehler ist die zu dichte Bepflanzung auf dem Balkon – wie hier.

Natürlich passieren auch mir Fehler in der Traumgarten-Planung. Meine schon am Anfang geschilderte Erfahrung als Kind im häuslichen Garten hat mich dazu verleitet, zu viele Setzlinge zu kaufen. Übermotiviert von der Idee einen Garten auf meinem Balkon zu haben, habe ich mir gleich Setzlinge für verschiedene Tomaten, Zucchini und Kürbisse gekauft. Natürlich habe ich die restlos eingepflanzt. Und weil in dem Trog noch ein klein bisschen Platz übriggeblieben ist, habe ich noch meine Lieblingskletterblume „Die Schwarzäugige Susanne“ eingepflanzt. Das ist ein ganz klassischer Anfängerfehler. Ich hätte es wissen müssen.  Hobbygärtner in spe sollten darauf achten, dass nicht so viele Pflanzen in einem Behältnis wachsen. Gerade Gemüse wie Zucchini und Kürbis benötigen sehr viel Platz. Zudem reichen die Nährstoffe im Boden bei zu dichter Bepflanzung nicht für alle Pflanzen. Meine Erkenntnis: Ich werde beim nächsten Mal nur Tomaten, ein paar Kräuter und meine Lieblingskletterpflanze anpflanzen.

Es ist soweit: Erntedank Fest

©Mischa Wagner

Hier kann mehrmals geerntet werden – und jedes Mal freut man sich aufs Neue über die kleinen Leckerbissen.

Jeder kennt die Szene in dem Film „Cast Away – Verschollen“: Der gestrandete Chuck Noland, gespielt von Tom Hanks, verkündet laut und stolz, dass er Feuer gemacht hat. So in etwa komme ich mir vor, als ich meine ersten Tomaten ernte. Okay, ein wenig übertrieben, aber es kommt dem Gefühl schon ziemlich nahe. Und lecker sind sie. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal bessere Tomaten gegessen zu haben. Es lohnt sich wirklich, nicht nur wegen des Erfolgserlebnisses, sondern wegen dieses wirklichen Tomatengeschmacks. Gar nicht wässrig, sondern richtig würzig.

Balkongarten für Gießfaule: Integrierte Wasserversorgung

Richtig froh bin ich über die Bewässerungsmöglichkeit meiner Growbox. Der Wassercontainer fasst bis zu zwölf Liter Wasser, das durch eine Öffnung an der Topfaußenseite eingefüllt wird. Das reicht je nach Hitze für ein paar Tage. Zum Beispiel für einen kurzen Wochenend-Trip. Nachbarn oder Freunde bleiben so vom Gießeinsatz im Balkongarten verschont. Die Wurzeln holen sich bei diesem Prinzip das Wasser direkt aus dem Wasserspeicher. Das ist hilfreich, wenn es ein paar Tage wirklich sehr heiß ist.

Meine Pflanzen haben jedenfalls immer genug Wasser abbekommen und sind dank der Klettervorrichtung Richtig groß und dicht geworden. Das hat für mich den angenehmen Nebeneffekt, dass ich mich über etwas mehr Privatsphäre freuen kann. Mein kleiner Balkongarten ist ein perfekter und sehr dekorativer Sichtschutz.

Mein Fazit nach einem Sommer Urban Gardening

Urban Gardening ist nicht nur irgendein Trend, der bald von einem anderen abgelöst wird. Mich hat mein kleines Balkon-Experiment überzeugt und mein Leben für diesen Sommer schon bereichert. Dank kleiner Hilfsmittel wie der Wasserversorgung ist der Traumgarten super mit meinem Alltag zu vereinbaren. Es ist eben nicht der große Garten meiner Kindheit, sondern mein eigenes kleines Balkon-Paradies – mit den besten Tomaten der Welt.

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Bildquellen

  • Tomaten-Pflanzen: ©Mischa Wagner
  • Verschiedenes angepflanzt: ©Mischa Wagner
  • Tomaten: ©Mischa Wagner
  • Urban Gardening Tomatenernte: ©Mischa Wagner

Mischa ist ein Illustrator, der schreibt. Er macht Kunst mit Bildern und Artikel mit Wörtern. Er lebt und arbeitet als Mediengestalter nebst einigen Gitarren und Kochbüchern in der wunderschönen Stadt Freiburg. Neuerdings illustriert und schreibt er für das Waschbär-Magazin. Man soll ja öfter mal was Neues machen...

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